Rückenmark- und Hirnschädelbrüche: Ursachen, Symptome und Behandlung

Einleitung

Rückenmark- und Hirnschädelbrüche sind ernsthafte Verletzungen, die durch Unfälle oder Erkrankungen verursacht werden können. Die Symptome und Behandlungsmöglichkeiten variieren je nach Art und Schwere des Bruchs. Dieser Artikel bietet einen umfassenden Überblick über die Ursachen, Symptome und Behandlung von Rückenmark- und Hirnschädelbrüchen.

Ursachen von Rückenmark- und Hirnschädelbrüchen

Unfallbedingte Ursachen

In den meisten Fällen sind Rückenmark- und Hirnschädelbrüche die Folge von Unfällen. Häufige Ursachen sind:

  • Verkehrsunfälle: Schätzungsweise ein Drittel der Schädel-Hirn-Verletzungen gehen auf Verkehrsunfälle zurück.
  • Stürze: Stürze beim Sport ohne Schutzhelm, bei der Arbeit oder im Alltag können zu Brüchen führen.
  • Gewalteinwirkung: Stumpfe Gewalteinwirkung (Schlag oder Aufprall) oder perforierende Verletzungen können ebenfalls Brüche verursachen.

Erkrankungsbedingte Ursachen

Auch Erkrankungen können zu Rückenmark- und Hirnschädelbrüchen führen, insbesondere wenn sie die Knochenstruktur schwächen. Dazu gehören:

  • Osteoporose: Ein Mangel an Kalk in den Knochen kann dazu führen, dass Wirbelkörper spontan ihre Form ändern und brechen.
  • Tumorleiden: Tumore können das Knochengewebe ersetzen und so die Stabilität der Wirbelsäule oder des Schädels beeinträchtigen.
  • Entzündungen: Entzündungen des Wirbelknochens können ebenfalls zu Brüchen führen.

Tumorbedingte Ursachen

Tumorbedingte Spätfolgen können bei Patienten mit hochgradig malignem Gliom zunächst dadurch entstehen, dass der Tumor Raum innerhalb des Schädels einnimmt, dabei auf benachbarte Gehirn- oder Rückenmarksstrukturen drückt und sie dadurch schädigt. Außerdem können Tumoren im Bereich der hinteren Schädelgrube zu Abfluss-Störungen von Nervenwasser aus den Hirnkammern (Hirnventrikeln) führen.

Manche hochgradig maligne Gliome gehen von der Sehbahn oder dem Zwischenhirn aus. Die Sehbahn ist die Nervenverschaltung zwischen den Augen und dem Sehzentrum im Hinterhauptslappen des Großhirns. Das Zwischenhirn lässt sich in vier übereinander gelagerte Strukturen mit unterschiedlichen Funktionen gliedern: den Epithalamus (Schaltstelle zwischen den Riechzentren, Steuerung von Tag-/Nacht-Rhythmus), den Thalamus (Schaltstelle für verschiedene Gefühlswahrnehmungen), den Subthalamus (Steuerung bestimmter Muskelaktivitäten) und den Hypothalamus mit der Hirnanhangsdrüse (Hypophyse). Letztere ist das Regulationszentrum für vegetatives Nervensystem und Hormonsystem).

Lesen Sie auch: Der Conus Medullaris: Eine detaillierte Analyse

Symptome von Rückenmark- und Hirnschädelbrüchen

Die Symptome von Rückenmark- und Hirnschädelbrüchen variieren je nach Art, Lokalisation und Schwere der Verletzung.

Symptome von Wirbelkörperbrüchen

  • Starke Schmerzen im Kreuz oder Nacken
  • Bewegungseinschränkungen
  • Schmerzen bei Belastung oder Verdrehung der Wirbelsäule
  • Neurologische Ausfälle (z. B. Taubheitsgefühle, Kribbeln, Lähmungen)
  • Im schlimmsten Fall Querschnittslähmung

Symptome von Schädelbrüchen

  • Kopfschmerzen
  • Übelkeit und Erbrechen
  • Bewusstseinsstörungen
  • Neurologische Ausfälle (z. B. Sprachstörungen, Sehstörungen, Lähmungen)
  • Austritt von Flüssigkeit aus Nase oder Ohren (bei Schädelbasisbruch)

Meningitis

Bei einer Hirnhautentzündung sind die Hirn- und Rückenmarkshäute entzündet. Der medizinische Fachbegriff für diese Erkrankung lautet Meningitis. Zu den häufigsten Anzeichen einer Meningitis gehört plötzlich einsetzendes Fieber. Oft kommt Schüttelfrost hinzu. Starke, anhaltende Kopfschmerzen sind ebenfalls typisch. Bei Erwachsenen zählt auch Nackensteifigkeit (Meningismus) zu den charakteristischen Merkmalen einer Hirnhautentzündung. Die Betroffenen können ihren Kopf kaum oder gar nicht zur Brust neigen. Die Reizung der Hirnhäute führt bei vielen Betroffenen dazu, dass sie selbst schwaches Licht als unangenehm oder schmerzhaft empfinden. Eine fortgeschrittene Meningitis äußert sich in einigen Fällen durch kognitive Beeinträchtigungen wie Verwirrtheit, Benommenheit oder sogar Bewusstlosigkeit. Kleine punktförmige Einblutungen (Petechien) sind ein wichtiges Warnsignal für eine bakterielle Meningitis.

Querschnittslähmung

Eine Querschnittslähmung ist die Folge von Rückenmarkschädigungen. Das Rückenmark befindet sich im Wirbelkanal und ist Teil des zentralen Nervensystems. Es leitet Informationen zwischen Gehirn und Körper weiter. Kommt es zur Beschädigung, wird die Leitung unterbrochen und kann meist nicht wiederhergestellt. Hier sind sowohl Beine als auch Arm und Armmuskulatur gelähmt, die Schädigung liegt im Bereich der Halswirbelsäule. Der Ausfall der Muskulatur in Form von Lähmungen ist das eindeutigste Symptom für eine Querschnittslähmung. Das Ausmaß hängt davon ab, wie stark das Rückenmark geschädigt ist. Betroffene verspüren weder Stuhl- noch Harndrang. Im Bereich der Innenseite der Oberschenkel ist keine Sensibilität vorhanden und auch ein Zusammenziehen des Analmuskels ist nicht möglich. In den ersten Wochen befinden sich Betroffene in einem sogenannten spinalen Schockzustand. Dabei kommt es zu einer kompletten schlaffen Lähmung und einem Verlust der Muskeldehnungsreflexe. Die schlaffe Lähmung kann bis zu sechs Wochen andauern und löst sich sehr langsam.

Schädel-Hirn-Trauma

Bei einem Schädel-Hirn-Trauma (SHT) kommt es zu einer Verletzung des Schädels und des Gehirns. Das Gehirn ist eines der empfindlichsten Organe des menschlichen Körpers. Es ist Sitz des Bewusstseins, empfängt und verarbeitet nicht nur Sinneseindrücke, sondern reguliert auch zahlreiche lebenswichtige Organfunktionen, wie etwa die Atmung. Ein Beispiel für eine leichte Form des Schädel-Hirn-Traumas ist eine Gehirnerschütterung.

Hydrozephalus

Hydrozephalus ist eine neurologische Störung, bei der sich überschüssige Liquor cerebrospinalis, auch bekannt als Hirnwasser, im Inneren des Gehirns ansammelt. Normalerweise zirkuliert der Liquor und sorgt für den Schutz und das Gleichgewicht des Gehirns und des Rückenmarks. Beim Hydrozephalus kommt es jedoch zu einer Störung des Gleichgewichts zwischen Produktion und Absorption des Liquor cerebrospinalis im Gehirn Rückenmark, was zu einem Anstieg des Liquors führt und einen erhöhten Druck auf das Gehirn ausübt.

Lesen Sie auch: Rückenmarksanatomie im Detail erklärt

Spätfolgen von Gliomen

Die oben genannten Spätfolgen können dazu führen, dass die Entwicklung sowie die Alltagsteilhabe und Alltagsaktivität der Betroffenen eingeschränkt sind. allgemeine Langsamkeit und Ungeschicklichkeit bei Routinehandlungen im Alltag (An- und Ausziehen, Waschen, Spielen, Malen, Schreiben, Essen und Trinken, ggf. Nach einer Schädigung des Hinterhauptlappens (oder Okzipitallappens) kann es zu einer so genannten "Rindenblindheit" kommen.

Diagnose von Rückenmark- und Hirnschädelbrüchen

Die Diagnose von Rückenmark- und Hirnschädelbrüchen umfasst in der Regel:

  • Anamnese: Erhebung der Krankengeschichte und des Unfallhergangs
  • Körperliche Untersuchung: Neurologische Untersuchung zur Prüfung von Reflexen, Sensibilität und Motorik
  • Bildgebende Verfahren:
    • Röntgenaufnahmen: Zur Darstellung von Knochenbrüchen
    • Computertomografie (CT): Zur detaillierten Darstellung von Knochen und Weichteilen
    • Magnetresonanztomografie (MRT): Zur Darstellung von Rückenmark, Gehirn und Weichteilen

Bei einer Meningitis befragt die Ärztin oder der Arzt die betroffene Person zu ihren Symptomen. Erste Anhaltspunkte geben etwa Fieber, Kopfschmerzen, Übelkeit und Verwirrtheit. Darüber hinaus erfasst sie oder er auch Risikofaktoren wie ein geschwächtes Immunsystem, kürzliche Infektionen, bestehende Impfungen oder Kontakt zu erkrankten Personen. Bei der körperlichen Untersuchung überprüfen die Ärzt:innen, ob die Patientin oder der Patient an Nackensteifigkeit, Lichtempfindlichkeit oder neurologischen Auffälligkeiten leidet. Die wichtigste Diagnostikmethode ist die Lumbalpunktion. Mit einer feinen Nadel entnimmt die Medizinerin oder Mediziner Nervenwasser (Liquor) aus dem unteren Rücken. Anschließend wird diese Flüssigkeit im Labor auf Entzündungszeichen überprüft. Um zusätzliche Informationen zu gewinnen, führen unsere Fachkräfte in manchen Fällen Bluttests, Rachenabstriche oder Stuhlproben durch.

Behandlung von Rückenmark- und Hirnschädelbrüchen

Die Behandlung von Rückenmark- und Hirnschädelbrüchen richtet sich nach der Art und Schwere der Verletzung.

Konservative Behandlung

  • Bettruhe: Bei stabilen Brüchen im akuten Stadium
  • Schmerzlindernde Medikamente: Zur Reduktion von Schmerzen
  • Korsett oder Halskrawatte: Zur Stabilisierung der Wirbelsäule

Operative Behandlung

  • Stabilisierung der Wirbelsäule: Durch Verschraubung oder Verplattung
  • Entfernung von Knochensplittern: Zur Vermeidung von Nervenverletzungen
  • Druckentlastung des Rückenmarks: Bei Quetschung oder Kompression
  • Wiederaufrichtung des Wirbels: Bei instabilen Wirbelbrüchen oder starken Deformierungen

Bei einer bakteriellen Meningitis ist ein medizinischer Notfall und muss sofort mit Antibiotikum behandelt werden. Damit sie schnell wirken, werden die Antibiotika in der Regel über eine Vene verabreicht. Dadurch sollen weitere Komplikationen wie eine Blutvergiftung (Sepsis) verhindert werden. Bei bestimmten Formen einer bakteriellen Meningitis kann Kortison die Entzündungsreaktion dämpfen. Eine virale Hirnhautentzündung ist tendenziell weniger gefährlich als bakterielle Formen. Vorsichtshalber bekommen die meisten Patient:innen mit einer viralen Hirnhautentzündung daher so schnell wie möglich ein Mittel gegen Viren verabreicht. Da diese viralen Meningitiden in der Regel gutartige Verläufe zeigen, konzentriert sich die Therapie auf die Linderung der Symptome. Dazu gehören Maßnahmen wie eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr, Ruhe und Medikamente gegen Fieber, Schmerzen und Übelkeit.

Lesen Sie auch: Diagnose und Behandlung

Eine Aufnahme in einer Spezialklinik oder einer Einrichtung für Früh-Rehabilitation sinnvoll. Hier steht ein spezialisiertes Team aus Fachärzten, Physiotherapeuten, Ergotherapeuten und Logopäden zu Verfügung. Ziel ist, die körperlichen, geistigen und sprachlichen Fähigkeiten zu trainieren und wiederzuerlangen.

In den meisten Fällen erfordert der Hydrozephalus eine medizinische Intervention, um den überschüssigen Liquor abzuleiten und den Druck auf das Gehirn zu reduzieren. Dabei sind die gängigsten Behandlungsmethoden die Implantation eines Shunt-Systems oder eine endoskopische dritte Ventrikulostomie. Shunt-System: Ein Shunt ist ein implantierter Schlauch, der überschüssigen Liquor aus dem Gehirn ableitet und in einen anderen Körperbereich, wie den Bauchraum oder das Herz, transportiert, wo er resorbiert werden kann. Endoskopische dritte Ventrikulostomie: Bei dieser minimalinvasiven chirurgischen Technik wird ein kleiner Schnitt in der Nähe des Gehirns gemacht, um einen Zugang zu den Ventrikeln zu schaffen. Durch diesen Zugang wird eine Öffnung in den Ventrikeln geschaffen, um den Liquorfluss zu erleichtern und den Druck im Gehirn zu reduzieren.

Vorbeugung von Rückenmark- und Hirnschädelbrüchen

Die Vorbeugung von Rückenmark- und Hirnschädelbrüchen umfasst:

  • Verkehrssicherheit: Anschnallen im Auto, Tragen eines Helms beim Fahrradfahren oder Motorradfahren
  • Arbeitssicherheit: Einhalten von Sicherheitsvorschriften, Tragen von Schutzkleidung
  • Sturzprophylaxe: Vermeidung von Stolperfallen, Verbesserung der Gleichgewichtsfähigkeit
  • Gesunde Ernährung und Lebensweise: Zur Stärkung der Knochenstruktur
  • Impfungen: Besonders effektiv schützen Impfungen vor einer Meningitis. Impfstoffe gegen Meningokokken, Pneumokokken und Haemophilus influenzae Typ b (Hib) beugen bakteriellen Formen der Erkrankung vor.

Allgemeine Hygienemaßnahmen können Entzündungen der Hirnhäute oder des Gehirns zwar nicht vermeiden. Wer Kontakt zu einer erkrankten Person hat, muss sich aber unbedingt an ein paar Regeln halten, damit die Krankheitserreger nicht übertragen werden. Tragen sie eine FFP2-Maske und waschen Sie Ihre Hände gründlich mit Seife.

Komplikationen von Rückenmark- und Hirnschädelbrüchen

Rückenmark- und Hirnschädelbrüche können zu verschiedenen Komplikationen führen, darunter:

  • Neurologische Ausfälle: Lähmungen, Sensibilitätsstörungen, Sprachstörungen, Sehstörungen
  • Chronische Schmerzen: Insbesondere bei Wirbelkörperbrüchen
  • Infektionen: Meningitis, Wundinfektionen
  • Druckgeschwüre: Als Folge von lang anhaltendem Druck auf die Haut bei Querschnittslähmung
  • Spastik: Bei Querschnittslähmung
  • Blasen- und Darmfunktionsstörungen: Bei Querschnittslähmung
  • Osteoporose: Bei Querschnittslähmung
  • Sepsis Zu den schwerwiegendsten Folgen einer bakteriellen Meningitis zählt die Sepsis, auch Blutvergiftung genannt.
  • Enzephalitis Breitet sich die Entzündung auf das Gehirn aus, sprechen Mediziner:innen von einer Enzephalitis.
  • Hydrozephalus Aufgrund einer Meningitis kann sich ein Wasserkopf bilden. Dabei staut sich die Gehirn-Rückenmarks-Flüssigkeit, was zu einem erhöhten Hirndruck führt.

tags: #ruckenmark #und #hirnschadel #bruche