Rundum Gesund: Innovative Behandlungsansätze und ganzheitliche Therapie bei Parkinson

Die Parkinson-Krankheit ist eine fortschreitende neurologische Erkrankung, die weltweit Millionen von Menschen betrifft. Obwohl die Krankheit derzeit nicht heilbar ist, gibt es vielfältige Behandlungsansätze, die darauf abzielen, die Symptome zu lindern und die Lebensqualität der Betroffenen zu verbessern. Dieser Artikel beleuchtet die verschiedenen Therapieoptionen, von medikamentösen Behandlungen über nicht-orale Folgetherapien bis hin zu Ernährungsempfehlungen und ergänzenden Maßnahmen.

Parkinson verstehen: Ursachen und Symptome

Morbus Parkinson, oft auch als Schüttellähmung bekannt, ist eine neurodegenerative Erkrankung, bei der Nervenzellen im Gehirn absterben. Diese Zellen produzieren den Botenstoff Dopamin, der für die Steuerung von Bewegungen unerlässlich ist. Der Dopaminmangel führt zu einer Unteraktivierung der Hirnrinde, die die Motorik steuert.

Die Symptome von Parkinson sind vielfältig und können von Person zu Person unterschiedlich sein. Zu den häufigsten Symptomen gehören:

  • Muskelzittern (Tremor)
  • Muskelsteifheit (Rigor)
  • Verlangsamte Bewegungen (Bradykinese)
  • Instabile Körperhaltung
  • vegetative, psychisch-kognitive Störungen und Beeinträchtigungen der Sinnesorgane.

Vorboten der Krankheit sind oft vegetative, psychisch-kognitive Störungen und Beeinträchtigungen der Sinnesorgane.

Medikamentöse Behandlung im Fokus

In frühen Stadien der Parkinson-Krankheit kann eine medikamentöse Behandlung die Symptome oft gut kontrollieren. Betroffene nehmen meist mehrmals täglich Parkinson-Medikamente ein, wobei verschiedene Wirkstoffe miteinander kombiniert werden, um eine möglichst effektive Therapie zu erzielen. Das Standardmedikament gegen Morbus Parkinson, L-Dopa, soll idealerweise auf nüchternen Magen und mind. 30 Minuten vor der nächsten Mahlzeit eingenommen werden. L-Dopa und Eiweiß sind sich in ihrer chemischen Struktur so ähnlich, dass sie an der gleichen Stelle im Dünndarm ins Blut übertreten. Kommt also L-Dopa gleichzeitig mit einer großen, eiweißreichen Mahlzeit im Dünndarm an, verzögert sich der Übertritt von L-Dopa ins Blut und die Wirkung auf die Parkinson-Symptome tritt dann erst verzögert oder gar nicht ein.

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Nicht-orale Folgetherapien für mehr Lebensqualität

Wenn die Parkinson-Symptome allein mit Tabletten nicht mehr ausreichend zurückgedrängt werden können, kann der Wechsel auf eine nicht-orale Folgetherapie angezeigt sein. Zu diesen Therapieoptionen gehören die Behandlung mit einer Medikamentenpumpe oder die tiefe Hirnstimulation (THS).

Der rechtzeitige Beginn einer nicht-oralen Folgetherapie kann die Lebensqualität von Parkinson-Betroffenen in vielerlei Hinsicht positiv beeinflussen. Klinische Erfahrungen zeigen, dass nicht-orale Folgetherapien die beste Wirkung entfalten, wenn sie früh im Krankheitsverlauf eingesetzt werden. Der bessere Effekt tritt zudem unmittelbar ein, und vieles deutet darauf hin, dass die verwendeten Medikamente dann über längere Zeit besser wirken.

Betroffene erleben sich selbstständiger und können ihr Leben aktiver angehen, wenn sie wieder durchgehend beweglich sind. Die Tage werden für sie und für ihre Angehörigen wieder planbarer. Auch ihr Schlaf verbessert sich, wenn die kontinuierliche Therapie natürliche Schlafbewegungen und damit bessere Nächte ermöglicht.

Alternative Parkinsonbehandlung im virtuellen Raum

Die KNAPPSCHAFT bietet ihren Versicherten die Möglichkeit einer alternativen Parkinsonbehandlung und -therapie im virtuellen Raum an. Dieses Angebot bündelt fachübergreifende Disziplinen wie Ergotherapie und Neuropsychologie und findet individuell im gewohnten häuslichen Umfeld statt. Voraussetzung für die Teilnahme ist, dass entsprechende Kriterien erfüllt werden. Die Einschreibung erfolgt, nachdem ein Arzt oder eine Ärztin im Rahmen eines Termins vor Ort beurteilt hat, ob die Teilnahmevoraussetzungen erfüllt werden. Die Behandlung erstreckt sich über einen Zeitraum von vier Wochen.

Während der Teilnahme haben die Patienten regelmäßig Kontakt zu einer speziell im Bereich Parkinson ausgebildeten Krankenpflegekraft, der Parkinson-Nurse. Diese koordiniert die Termine und beantwortet Fragen zum Thema Parkinson. Darüber hinaus berät diese ebenfalls Angehörige und bietet Sprechstunden an, wenn diese notwendig sind.

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Die Therapie umfasst regelmäßige Live-Vorträge rund um das Thema Parkinson sowie Instruktionen, um die eigenen Symptome besser selbstständig erfassen zu können und Mindfulness-Übungen zu erlernen. Als Teil des Therapieplans werden einige Trainings über die App Caspar Health durchgeführt, in der spezielle Übungsvideos für Personen mit einer Parkinsonerkrankung zur Verfügung stehen.

Ernährung als wichtiger Baustein der Parkinson-Therapie

Eine ausgewogene Ernährung spielt eine entscheidende Rolle bei der Behandlung von Parkinson. Sie kann dazu beitragen, die Symptome zu lindern, die Medikamentenwirkung zu optimieren und die Lebensqualität zu verbessern. Die mediterrane Küche bietet eine gute Basis für eine ausgewogene Ernährung, da sie durch einen hohen Anteil an pflanzlichen Lebensmitteln gekennzeichnet ist. Diese werden schonend zubereitet, um Geschmack, Farbe und wertvolle Inhaltsstoffe zu erhalten.

Es ist wichtig, auf eine ausreichende Zufuhr von Vitaminen und Mineralstoffen zu achten. Menschen mit Parkinson haben oft niedrigere Vitamin-D-Spiegel, da sie aufgrund der Bewegungseinschränkungen weniger mobil sind und deshalb seltener direkter Sonneneinstrahlung ausgesetzt sind. Ein Vitamin-D-Mangel kann u. a. zu einer Osteoporose und damit zu einem erhöhten Risiko für Knochenbrüche führen. Auch Mangelzustände an Vitamin B12 und Vitamin B6 treten bei Menschen mit Parkinson möglicherweise häufiger auf.

Parkinson und der Darm: Eine wachsende Forschungsrichtung

Forschende gehen mittlerweile davon aus, dass Parkinson zumindest bei einem Teil der Menschen mit Veränderungen im Darm beginnt. Eine Erklärung könnte sein, dass Stoffe aus dem Darm ins Gehirn wandern und dort eine oder schädliche Wirkung entfalten können. Auch die Zusammensetzung des Mikrobioms, also der Gemeinschaft der Darmbakterien, ist bei Menschen mit Morbus Parkinson verändert, zeigen Studien. Ein möglicher Behandlungsansatz ist, den Darm mit einer bestimmten Ernährung so früh wie möglich wieder ins Lot zu bringen und so das Darmmikrobiom gewissermaßen umzuprogrammieren.

Weitere Bausteine der multimodalen Parkinson-Komplextherapie

Neben der medikamentösen Behandlung und der Ernährung gibt es weitere Therapieangebote, die im Rahmen einer multimodalen Parkinson-Komplextherapie eingesetzt werden können. Dazu gehören:

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  • Physiotherapie
  • Logopädie
  • Gedächtnistraining
  • Wassergymnastik
  • Tangotherapie
  • Tai Chi
  • Pantomime
  • Kunsttherapie

Betroffene können in der Regel selbst vieles tun, um ihren Krankheitsverlauf positiv zu beeinflussen. Wissenschaftliche Untersuchungen haben ergeben, dass körperliche und auch geistige Aktivitäten sehr förderlich dafür sind.

Frühzeitige Information und aktive Auseinandersetzung

Vielen Parkinson-Betroffenen fällt es nicht leicht, sich frühzeitig mit dem Gedanken an eine nicht-orale Folge-Therapie zu befassen. Doch es gibt gute Gründe, genau das zu tun: Zum einen kann es schlichtweg beruhigend sein, die bestehenden Optionen zu kennen. Zum anderen haben Betroffene und Angehörige dann die Möglichkeit, in Ruhe alle Fragen zu klären und Vor- und Nachteile der Therapieformen individuell für sich abzuwägen.

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