Rutin und Migräne: Ein umfassender Überblick

Migräne ist eine neurologische Erkrankung, die durch wiederkehrende, oft sehr starke Kopfschmerzen gekennzeichnet ist. Die Ursachen und Auslöser von Migräne sind vielfältig und können von Person zu Person variieren. In den letzten Jahren hat die Forschung zunehmend den Einfluss von Ernährung und bestimmten Nährstoffen auf die Häufigkeit und Intensität von Migräneattacken untersucht. In diesem Zusammenhang rückt auch das Bioflavonoid Rutin in den Fokus, das in einigen pflanzlichen Lebensmitteln vorkommt und als Nahrungsergänzungsmittel erhältlich ist. Dieser Artikel beleuchtet die potenziellen Zusammenhänge zwischen Rutin, anderen Nährstoffen und Migräne, basierend auf aktuellen Forschungsergebnissen und verfügbaren Informationen.

Was ist Rutin?

Rutin ist ein Bioflavonoid, eine natürliche Substanz, die in verschiedenen Pflanzen vorkommt. Es gehört zur Familie der Flavonoide, die für ihre antioxidativen und entzündungshemmenden Eigenschaften bekannt sind. Rutin kommt in einigen Früchten und Gemüsen vor und trägt zu deren Geschmack und Farbe bei. Besonders reich an Rutin sind der Japanische Schnurbaum (Sophora japonica), Buchweizen, Petersilie und Holunder.

Als Nahrungsergänzungsmittel wird Rutin oft aus dem Japanischen Schnurbaum gewonnen. Es wird in verschiedenen Formen angeboten, beispielsweise als Tabletten oder Kapseln. Ein Beispiel ist "Walmark Rutin", das als Nahrungsergänzungsmittel mit einer hohen Dosis Rutin pro Tablette beworben wird.

Nährstoffangaben von Walmark Rutin (pro Tablette):

  • Rutinkonzentrat (Sophora japonica): 250 mg

Zutaten: Rutinkonzentrat, Füllstoff Cellulose, Trennmittel Calciumphosphate, Trennmittel Speisefettsäuren, Trennmittel Siliciumdioxid, Trennmittel Magnesiumsalze der Speisefettsäuren

Verzehrsempfehlung: 1 Tablette täglich mit einer Mahlzeit oder einem Glas Wasser.

Lesen Sie auch: Umfassender Überblick: Rutin gegen Migräne

Es ist wichtig zu beachten, dass Nahrungsergänzungsmittel kein Ersatz für eine abwechslungsreiche und ausgewogene Ernährung sowie eine gesunde Lebensweise sind. Die angegebene empfohlene tägliche Verzehrmenge sollte nicht überschritten werden.

Rutin und seine potenziellen Wirkungen

Obwohl Rutin für seine antioxidativen Eigenschaften bekannt ist, gibt es derzeit keine direkten wissenschaftlichen Beweise dafür, dass Rutin allein Migräneanfälle reduzieren oder verhindern kann. Die Forschung konzentriert sich eher auf andere Nährstoffe und deren Kombinationen im Zusammenhang mit Migräne. Dennoch könnte Rutin indirekt eine Rolle spielen, indem es andere Mechanismen beeinflusst, die mit Migräne in Verbindung stehen.

Weitere Nährstoffe im Fokus der Migräneforschung

Die Migräneforschung hat in den letzten Jahren wichtige Erkenntnisse über den Einfluss bestimmter Nährstoffe auf die Entstehung und den Verlauf von Migräne gewonnen. Einige dieser Nährstoffe werden im Folgenden näher betrachtet:

Magnesium

Ein Magnesiummangel kann ein Auslöser für Migräne sein. Studien haben gezeigt, dass eine Magnesiumzufuhr von 500-600 mg pro Tag eine präventive Wirkung haben kann. Magnesium ist vor allem in Gemüse, Früchten, Nüssen, Samen, Kürbiskernen, Amaranth, Quinoa, Mandeln und Trockenfrüchten enthalten.

Vitamin B2 (Riboflavin)

Migräneärzte haben die Wirksamkeit einer Kombination aus hochdosiertem Magnesium, Vitamin B2 und Coenzym Q10 bei Migräne nachgewiesen. Studien zeigen, dass diese Mikronährstoff-Kombination die Migränesymptome deutlich und signifikant reduziert und die Lebensqualität verbessert.

Lesen Sie auch: Rutin: Dein Verbündeter für ein gesundes Nervensystem

Coenzym Q10

Ein Mangel an Q10 scheint ebenfalls eine Rolle bei der Gefäßaktivität und der Energiebereitstellung der Zellen im Zusammenhang mit Migräne zu spielen. Eine Gabe von 200 mg Q10 täglich hat sich in der Praxis als positiv bewährt.

Die Bedeutung der Kombination von Magnesium, Vitamin B2 und Q10

Eine placebo-kontrollierte Doppelblindstudie mit 130 Patienten im Alter zwischen 18 und 65 Jahren hat gezeigt, dass eine tägliche Einnahme von hochdosiertem Magnesium, Riboflavin und Coenzym Q10 über drei Monate die Ausprägung von Migränesymptomen gegenüber Placebo deutlich und signifikant senkt und damit die Lebensqualität erhöht. Der Vorteil dieser Kombination ist neben der natürlichen Zusammensetzung die gute Verträglichkeit, ohne bekannte Gegenanzeigen.

Histamin und Migräne

Histaminreiche Lebensmittel wie Rotwein, Schokolade, Käse, Bananen und Erdbeeren können Migräneanfälle auslösen. Histamin stellt laut verschiedenen Studien einen ziemlich gesicherten Auslöser für Migräneanfälle dar. Eine strikte histaminarme Diät in Verbindung mit der Einnahme des Enzyms DAO vor einer Mahlzeit kann bei vielen Betroffenen die Migräne deutlich vermindern.

Serotonin und Migräne

Bei einem Migräneanfall kann es zu einem Serotoninmangel kommen. Serotonin ist ein Neurotransmitter, der unter anderem auf die Magen-Darm-Tätigkeit, das Herz-Kreislauf-System und die Blutgerinnung wirkt. Eine ausreichende Versorgung mit Tryptophan (in Nüssen, Vollkorngetreide und Eigelb), Vitamin D, Omega-3-Fettsäuren und Vitamin B6 und B12 kann für einen ausgeglichenen Serotoninspiegel sorgen.

Blutzuckerschwankungen

Starke Blutzuckerschwankungen nach dem Essen können Migräneanfälle auslösen. Maßnahmen, die den Blutzuckerspiegel stabilisieren, wie feste Essenszeiten und eine regelmäßige Nahrungsaufnahme, sollten daher in der Therapie berücksichtigt werden. Eine niedrig-glykämische Ernährungsweise kann Migräneanfälle vorbeugend verhindern.

Lesen Sie auch: Vergleichende Analyse: Migräne vs. Epilepsie

Weitere mögliche Auslöser

Weitere Faktoren, die Migräne auslösen können, sind individuell verschieden und können hormonelle Störungen, Stress, Schlafmangel oder auch ein Überschuss an Noradrenalin sein.

Persönliche Erfahrungen und Notfallpläne

Die Gründerin von Histaminikus, Michaela Zinser, hat viele Jahre unter heftigen Migräneattacken gelitten. Ihre individuellen Ursachen waren hormonelle Dysbalancen, Überlastung der Leber, Schlafmangel, Stress und histamintriggernde Nahrungsmittel. Sie hat einen Notfallplan entwickelt, der ihr hilft, die Symptome einer Migräneattacke zu lindern:

  1. Einnahme von Basics (Quercetin, Calcium und Magnesium, Vitamin C)
  2. Hoher Einlauf mit ca. 1 Liter lauwarmen Wasser
  3. Einnahme von HistaPrevent®; (Vitamin C, B6) eine Stunde nach den Basics
  4. Ruhe in einem abgedunkelten Schlafzimmer mit Entspannungsmusik

Dieser Notfallplan hat ihr geholfen, die Dauer ihrer Migräneattacken deutlich zu verkürzen und die Symptome zu lindern.

tags: #rutin #bei #migrane