Migräne ist eine neurologische Erkrankung, von der ein erheblicher Teil der Bevölkerung betroffen ist, wobei Frauen häufiger betroffen sind als Männer. Die Ursachen für Migräne sind vielfältig und können genetische Faktoren, hormonelle Schwankungen und individuelle Auslöser umfassen. Entzündungen im Nervensystem, auch als Neuroinflammation bezeichnet, spielen eine zentrale Rolle bei der Entstehung und Aufrechterhaltung von Migräne und anderen neurologischen Erkrankungen. Dieser Artikel untersucht die potenziellen Auswirkungen von Rutin, einem natürlich vorkommenden Flavonoid, auf die Linderung von Migränesymptomen durch die Bekämpfung von Neuroinflammation.
Neuroinflammation als Schlüsselfaktor bei Migräne
Neuroinflammation ist ein zentraler Mechanismus, der bei vielen neurologischen Erkrankungen eine Rolle spielt. Sie beschreibt die entzündliche Reaktion im zentralen Nervensystem (ZNS), insbesondere im Gehirn und Rückenmark. Ein entscheidender Akteur in diesem Prozess sind die Mikrogliazellen, die als Immunzellen des Gehirns fungieren. Unter normalen Bedingungen befinden sich Mikrogliazellen in einem ruhenden Zustand, in dem sie kontinuierlich ihre Umgebung nach Anzeichen von Gewebeschäden oder Infektionen absuchen. Sobald sie eine Bedrohung erkennen, werden sie aktiviert und beginnen, proinflammatorische Zytokine und andere Moleküle zu produzieren, um die Bedrohung zu bekämpfen. Eine chronische Aktivierung der Mikrogliazellen führt zu einer Überproduktion von Zytokinen und reaktiven Sauerstoffspezies, die nicht nur pathogene Eindringlinge, sondern auch die umgebenden Nervenzellen schädigen können.
Es gibt eine Vielzahl von neurologischen Erkrankungen und Beschwerden, die in engem Zusammenhang mit chronischer Neuroinflammation und der Aktivierung von Mikrogliazellen stehen, darunter Parkinson, Demenz, Neurodegeneration im Allgemeinen, Gehirnerschütterung, Migräne, Neuropathien, Tinnitus, Epilepsie und sogar Depressionen. Die Forschung im Bereich der Neuroinflammation zielt zunehmend darauf ab, Wege zu finden, die Aktivierung von Mikrogliazellen zu regulieren und die damit verbundenen Entzündungsprozesse zu kontrollieren, um neuronale Schäden zu verhindern oder zu mildern. Eine eingeschränkte Funktion der Blut-Hirn-Schranke (BHS) kann zu neuroinflammatorischen Prozessen führen, da sie eine entscheidende Barriere zwischen dem zentralen Nervensystem (ZNS) und dem Blutkreislauf darstellt.
Die Rolle von Polyphenolen bei der Reduzierung von Neuroinflammation
Ein vielversprechender Ansatz aus der Welt der Pflanzenstoffe ist die Anwendung von Polyphenolen. Diese bioaktiven Substanzen sind bekannt für ihre antioxidativen sowie entzündungshemmenden Eigenschaften und werden intensiv auf ihre neuroprotektiven Wirkungen untersucht. Resveratrol, ein Polyphenol, das in roten Trauben, Beeren und Nüssen vorkommt, wurde in zahlreichen Studien für seine neuroprotektiven Eigenschaften gelobt. Es wirkt, indem es die Entzündungsmarker im Gehirn reduziert, den oxidativen Stress verringert und die Mitochondrienfunktion unterstützt. Studien zeigen, dass Resveratrol eine wichtige Rolle bei der Prävention von Krankheiten wie Parkinson und Alzheimer spielen könnte, indem es die Aktivität von Mikrogliazellen moduliert und die neuroinflammatorischen Prozesse eindämmt. Untersuchungen zeigen, dass Resveratrol den Wachstumsfaktor BDNF deutlich steigert und zur Reduktion von inflammatorischen Markern wie IF-6 und TNF-alpha führt.
Epigallocatechingallat (EGCG), das aktive Polyphenol im grünen Tee, ist bekannt für seine vielseitigen gesundheitlichen Vorteile. In Bezug auf das Nervensystem wirkt EGCG besonders durch seine antioxidativen und entzündungshemmenden Eigenschaften. EGCG schützt Neuronen, indem es entzündungsfördernde Zellen im Gehirn hemmt, was es zu einem vielversprechenden Mittel zur Prävention von Neurodegeneration und Epilepsie macht. Dabei ist EGCG auch dazu in der Lage Eisen aus dem Gehirn auszuleiten, welches sich häufig bei diversen neurologischen Erkrankungen anreichert und Entzündungen im Nervensystem fördern kann. Dabei zeigt sich, dass EGCG auch ein sinnvoller Chelator in Bezug auf Parkinson sein kann, da es durch die Ausweitung von Eisen antientzündliche Maßnahmen unterstützen kann. Dies ist insofern interessant und nützlich, als das es aktuell keine anerkannte Behandlungsform für Parkinson gibt.
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Luteolin ist ein Flavonoid, das in vielen Gemüsearten wie Sellerie und Paprika vorkommt. Seine Fähigkeit, Entzündungsprozesse im Gehirn zu blockieren, wurde in der Forschung besonders hervorgehoben. Luteolin kann die Aktivität von Mikrogliazellen (den Hauptakteuren bei der neuroinflammatorischen Reaktion) hemmen und so möglicherweise vor neurodegenerativen Erkrankungen sowie entzündungsbedingter Migräne- und Tinnitus-Beschwerden schützen. Luteolin zeigt vor allem einen positiven Effekt auf die Mikrogliazellen, in dem es die Aktivierung der Zellen limitiert. Dadurch sinkt die Wahrscheinlichkeit der Überaktivierung des gehirneigenen Immunsystems. Luteolin führt zu einer Reduktion der Anreicherung von Amyloid-Beta, was ein wichtiger Aspekt bei der Therapie von Alzheimer zu sein scheint. Die potentiellen positiven Effekte von Luteolin lassen sich auch auf Erkrankungen wie Gehirnerschütterungen, Autismus und Multiple Sklerose übertragen. Auch hier zeigen sich positive Effekte durch die Reduktion von Entzündungen im Nervensystem. Luteolin kann die Integrität der Blut-Hirn-Schranke wiederherstellen, indem es die Expression von Tight-Junction-Proteinen (z.B. Occludin und Claudin) fördert, die für die Aufrechterhaltung der Barrierefunktion entscheidend sind. Luteolin kann die Aktivität von Enzymen der Atmungskette in den Mitochondrien steigern, was zu einer verbesserten Produktion von Adenosintriphosphat (ATP) führt, der Hauptenergiequelle der Zellen. Durch die Optimierung des zellulären Energiehaushalts unterstützt Luteolin die Energieversorgung von Neuronen, die besonders auf effiziente mitochondriale Funktion angewiesen sind. Luteolin unterstützt die Prozesse der mitochondrialen Fusion und Fission, die entscheidend für die Anpassung der Mitochondrien an verschiedene zelluläre Bedürfnisse sind. Dies trägt zur Erhaltung gesunder Mitochondrien bei und reduziert den Zellstress, insbesondere in hochenergetischen Geweben wie dem Nervensystem. Durch die Reduktion von Neuroinflammation konnten Studien sogar positive Aspekte in Bezug auf die Behandlung von Long COVID feststellen. Dosierungen von etwa 200-1000mg haben sich als wirksam zur Reduktion von Neuroinflammation erwiesen.
Rutin: Ein vielversprechendes Flavonoid zur Bekämpfung von Neuroinflammation und Migräne
Rutin ist ein weiteres Flavonoid, das in Äpfeln, Zitrusfrüchten und Buchweizen vorkommt. Es ist vor allem für seine gefäßschützenden Eigenschaften bekannt, aber neuere Forschungen zeigen, dass Rutin auch starke entzündungshemmende Wirkungen im Nervensystem entfaltet. Es kann die Blut-Hirn-Schranke schützen, Entzündungen reduzieren und oxidative Schäden verhindern. Rutin sophora japonica-Extrakt gehört zur Familie der Bioflavonoide, es hat eine antioxidative Wirkung (neutralisiert freie Radikale). Bei allergischen Prozessen hilft es, die Freisetzung von Histamin zu verzögern (lindert Rhinitis). Ebenso übt es eine schützende Wirkung auf das Endothel oder die innere Gefäßwand aus und hilft, die Kapillarpermeabilität (hilft, die Bildung von Ödemen zu verhindern) und Kapillarbrüchigkeit (hilft, Kapillarblutungen zu verhindern).
Glutamatinduzierte Neurotoxizität, auch als "exzitotoxische Schädigung" bezeichnet, ist ein Prozess, bei dem das exzitatorische Neurotransmitter Glutamat in übermäßigen Mengen freigesetzt wird oder dessen Konzentration im synaptischen Spalt zu hoch ist. Dies führt zu einer Überaktivierung von Glutamatrezeptoren, insbesondere der N-Methyl D-Aspartat (NMDA)-Rezeptoren, auf den postsynaptischen Neuronen. Rutin konnte ebenfalls die durch Alpha-Synuclein induzierte Neurotoxizität reduzieren. Alpha-Synuclein ist ein Protein, welches mit der Entstehung von Parkinson assoziiert wird.
Weitere wichtige Nährstoffe und ihre Auswirkungen auf Neuroinflammation und Migräne
Vitamin E, insbesondere in Form von alpha-Tocopherol, zeigt in Studien positive Effekte auf das Nervensystem und kann neuroinflammatorische Prozesse beeinflussen. Alpha-Tocopherol neutralisiert freie Radikale und schützt Zellmembranen vor Lipidperoxidation. Im Gehirn, das besonders anfällig für oxidativen Stress ist, kann diese antioxidative Funktion die Gesundheit der neuronalen Zellen unterstützen. Verschiedene Studien haben gezeigt, dass die antioxidative Wirkung von Vitamin E bei neurodegenerativen Prozessen eine Rolle spielt, indem es den Verlust von Neuronen und den oxidativen Schaden an Hirnzellen reduziert. Alpha-Tocopherol hat sich als entzündungshemmend erwiesen, indem es Entzündungsmarker und proinflammatorische Zytokine reduziert, was zu einer geringeren neuroinflammatorischen Aktivität führt. In mehreren Studien an Tieren und Zellkulturen konnte gezeigt werden, dass alpha- Tocopherol proinflammatorische Zytokine wie Tumornekrosefaktor-alpha (TNF-α), Interleukin-1-beta (IL-1β) und Interleukin-6 (IL-6) hemmt. Diese Zytokine sind Schlüsselmediatoren bei neuroinflammatorischen Prozessen und tragen zur Schädigung und zum Funktionsverlust von Neuronen bei. Mikroglia sind die Immunzellen des Gehirns und spielen eine zentrale Rolle bei neuroinflammatorischen Prozessen. Eine Überaktivierung von Mikroglia führt zur Freisetzung entzündungsfördernder Substanzen und zu neuronalen Schäden. Alpha-Tocopherol zeigt eine direkte Wirkung auf Mikroglia und reduziert deren Aktivierung. In klinischen Studien mit Alzheimer-Patienten zeigte die tägliche Einnahme von Vitamin E (2000 IU/Tag) eine verlangsamte kognitive Verschlechterung. Alpha-Tocopherol schützt die Neuronen vor amyloiden Ablagerungen und den damit verbundenen Entzündungsreaktionen. Es gibt Hinweise darauf, dass Vitamin E durch die Reduktion von oxidativem Stress und die Hemmung proinflammatorischer Zytokine eine schützende Wirkung auf das Nervensystem von MS-Patienten haben kann. Studien zur neuroprotektiven Wirkung verwenden Dosen von 200-2000 IU/Tag.
Vitamin B2 ist die Vorstufe zweier entscheidender Coenzyme: Flavinmononukleotid (FMN) und Flavinadenindinukleotid (FAD). Beide sind essenziell für die Funktion zahlreicher Redoxreaktionen und insbesondere für die Atmungskette in den Mitochondrien. Studien zeigen, dass Riboflavin durch die Verbesserung der mitochondrialen Funktion oxidativen Stress reduziert, ein zentraler Treiber der Neuroinflammation. Ein besonders gut untersuchter Mechanismus betrifft den NF-κB-Signalweg, einen der Hauptpfade zur Aktivierung entzündlicher Genexpression in Gliazellen. Auch bei Migräne, einer Erkrankung, bei der Neuroinflammation eine zentrale Rolle spielt, ist Riboflavin klinisch wirksam. Mehrere Studien leisten einen bedeutenden Beitrag zur Reduktion von Neuroinflammation. Sie fördern die Funktion des Nervensystems, in dem sie unter anderem den Wachstumsfaktor BDNF erhöhen. Dieser ist essenziell für Wiederherstellung dysfunktionaler Bereiche im Gehirn und Lernprozesse im Allgemeinen.
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Zusätzliche Faktoren, die Migräne beeinflussen können
Neben Neuroinflammation gibt es eine Reihe weiterer Faktoren, die Migräneanfälle auslösen können. Dazu gehören:
- Histaminreiche Ernährung / DAO-Mangel: Histaminreiche bzw. histaminfreisetzende Lebensmittel wie Rotwein, Schokolade, Käse, Bananen, Erdbeeren usw. können Migräneanfälle auslösen. Histamin stellt laut verschiedenen Studien einen ziemlich gesicherten Auslöser für Migräneanfällen dar. Ausgelöst werden die Anfälle durch einen H1-Rezeptor-Mechanismus, der wahrscheinlich extrazerebral (außerhalb des Gehirns) wirkt. Eine weitere Studie hat zudem gezeigt, dass durch eine strikte histaminarme Diät in Verbindung mit der Einnahme des Enzyms DAO vor einer Mahlzeit bei rund 80% der Studienteilnehmer die Migräne deutlich vermindert werden konnten. Das Enzym DAO ist im Dünndarm für den Abbau von Histamin verantwortlich. Ein Mangel an DAO kann zu histaminbedingten Symptomen wie auch die Migräne führen.
- Serotoninmangel: Mittlerweile gilt es als gesichert, dass es bei einem Migräneanfall zu einem Serotoninmangel kommt. Serotonin ist ein Neurotransmitter im ZNS und wirkt unter anderem auf die Magen-Darm-Tätigkeit, das Herz-Kreislauf-System und trägt ebenso zur Blutgerinnung bei. Bei einem Migräneanfall produzieren die Nervenzellen eine Überdosis von Botenstoffen, u.a. auch Serotonin. Ein erhöhter Serotoninspiegel führt nun dazu, dass sich die Adern im Gehirn verengen und Entzündungsprozesse gehemmt werden. Als Reaktion darauf, baut der Körper nun Serotonin in großen Mengen wieder ab, so dass es zu einem Mangel kommt. Die Hirnhautgefäße weiten sich also und werden so durchlässig für gewebsfeindliche Stoffe. Somit entstehen kleine Entzündungen im Gehirn, die den typisch pochenden Kopfschmerz bei Migräne verursachen. Aber auch die Begleitsymptome wie Müdigkeit, Gereiztheit und ein gesteigertes Schmerzempfinden sind typische Symptome eines Serotoninmangels. Im Übrigen kann man das Glückshormon Serotonin (zumindest in seiner Vorstufe Tryptophan) auch essen: Tryptophan ist in Nüssen, Vollkorngetreide und Eigelb vorhanden. Auch die Versorgung mit Vitamin D, Omega-3-Fettsäuren und Vitamin B6 und B12 sorgen für einen ausgeglichenen Serotoninspiegel.
- Mangel an Magnesium: Auch ein Magnesiummangel kann ein Auslöser für Migräne sein. In Studien wurde gezeigt, dass eine Magnesiumzufuhr von 500-600 mg pro Tag eine präventive Wirkung hat. Die Migräne trat weniger auf und auch die Schmerzempfindlichkeit ging zurück. Gerade bei Kindern zwischen 5 und 16 Jahren zeigte sich die schützende Wirkung von Magnesium am stärksten. Magnesium kann als Nahrungsergänzungsmittel eingenommen werden oder auch über die Nahrung zugeführt werden. Es ist vor allem in Gemüse, Früchten, Nüssen, Samen, Kürbiskernen, Amaranth, Quinoa, Mandeln und Trockenfrüchten beinhaltet.
- Mangel an Q10: Q10 scheint auch eine tragende Rolle für die Gefäßaktivität und die Energiebereitstellung der Zellen in Zusammenhang mit einer Migräne zu spielen. Betroffene leiden häufiger an einem Q10 Mangel. Eine Gabe von 200 mg Q10 täglich, hat sich in der Praxis als positiv bewährt.
- Überschuss an Noradrenalin: Es wurden erhöhte Noradrenalin Werte kurz vor einer Migräneattacke festgestellt. Noradrenalin ist ebenfalls ein Neurotransmitter im Nervensystem, der die Bereitstellung von Energie im Körper anregt und die Reaktionskette der Stresshormone steuert. Noradrenalin wird im Körper bei Stress, Flüssigkeitsmangel und bei Schwankungen im Blutzuckerspiegel ausgeschüttet. Dadurch können Migräneanfälle getriggert werden.
- Hormonelle Störungen: Oft leiden Frauen vor ihrer Periode an Migränebeschwerden. Hier spielen die weiblichen Hormone Progesteron und Östrogen eine entscheidende Rolle. Interessant zu wissen ist, dass die Konzentration von Serotonin im Blut mit dem weiblichen Zyklus schwankt, da Östrogen den Serotoninspiegel beeinflusst. Sinkt der Östrogenspiegel ab, dann verändert sich ebenso der Serotoninspiegel. Diese Schwankungen können auch zu Migräneanfällen führen. Auch gibt es Hinweise darauf, dass die weiblichen Geschlechtshormone die Verarbeitung schmerzhafter Reize im Gehirn beeinflussen. Ein Sonderfall stellt hier die menstruelle Migräne dar. Sie tritt bei etwa 7% aller Migränepatientinnen auf und zwar zwischen zwei Tage vor bis zwei Tage nach Einsetzen der Regelblutung. Insbesondere ein Progesteronmangel scheint in den Tagen vor dem Einsetzen der Regel eine zyklusbedingte Migräne zu begünstigen. Am besten führt man hier einen Speicheltest durch, um hormonelle Dysbalancen festzustellen. Genauso sollte auch eine Schilddrüsenunterfunktion ausgeschlossen werden. Diese kann Kopfschmerzen in unterschiedlicher Ausprägung mit sich bringen.
- Starke Blutzuckerschwankungen: Neuere Studien zeigen, dass der Zuckerstoffwechsel eine tragende Rolle bei der Entstehung von Migräne spielen kann. In den Studien wurden Zusammenhänge zwischen einer Insulinresistenz, hohen Blutzucker- und Insulinspiegeln sowie der Migräne festgestellt. Besonders starke Blutzuckerschwankungen nach dem Essen können daher Migräneanfälle auslösen. Jegliche Maßnahmen, die den Blutzuckerspiegel stabilisieren, sollten daher in der Therapie berücksichtigt werden. Feste Essenszeiten und eine regelmäßige Nahrungsaufnahme sind daher ratsam. Eine weitere Studie hat ebenfalls gezeigt, dass eine niedrig-glykämische Ernährungsweise Migräneanfälle vorbeugend verhindern kann. Der glykämische Index / die glykämische Last beschreiben beide die Wirkung eines kohlenhydrathaltigen Lebensmittels auf den Blutzuckerspiegel.
Naturheilkundliche Tipps zur Behandlung von Migräne
Neben der Einnahme von Rutin und anderen Nährstoffen gibt es eine Reihe von naturheilkundlichen Tipps, die bei der Behandlung von Migräne helfen können:
- Darmsanierung bei Migräne: Wenn die Darmflora deutlich gestört ist mit Überwiegen der sogenannten Fäulnis Flora, erhöhten Clostridien-Zahlen und einer verminderten Schutz Flora sowie einer erhöhten Durchlässigkeit für kleine Partikel, muss eine Darmsanierung erfolgen, da diese Störung zusätzlich mit einer erhöhten Krankheitsanfälligkeit verbunden ist. Entsprechende Stuluntersuchungen können dann zur Feststellung der fehlenden oder der evtl. vorhandenen krankheitserzeugenden Bakterien durchgeführt werden.
- Säure-Basen-Haushalt (Übersäuerung): Wenn sich im Säure-Basen-Protokoll eine mäßige bis starke Übersäuerung ergibt, ist die basisch betonte Ernährung für die Normalisierung der Verdauungsfunktionen eine grundlegende Voraussetzung für die Verbesserung einer Migräne. In Bezug auf die Übersäuerung sollte dann eine Umstellung auf basenfördernde Ernährungs- Verhaltensgewohnheiten z.B. mit einem kleinen E-Book eintrainiert werden. Die Übersäuerung geht meist schon im Lauf der ersten Wochen deutlich zurück und unterstützt die Darmsanierung und das Wohlbefinden zusätzlich.
- Histaminunverträglichkeit (Histaminintoleranz) bei Migräne: Wenn das Enzym „Diaminooxidase oder DAO) zum Abbau des Migräne- und Entzündungs-fördernden und blähungsfördernden Histamins vermindert ist, liegt eine sogenannte Histamin Unverträglichkeit vor. Die Vitamin- und Mineralbausteine des Histamin abbauenden Enzyms DAO sollten dann evtl. auch labordiagnostisch geprüft werden. Vorübergehend muss für den Zeitraum von mindestens 3 Monaten ein Diätplan mit histaminarmen Lebensmitteln beachtet werden, kombiniert mit einer zusätzlichen Ergänzung mit den Vitamin- und Mineralbausteinen dieses Enzyms.
- Nahrungsmittelunverträglichkeiten vom verzögerten Typ als Auslöser für Migräne: Bei Nahrungsmittelunverträglichkeiten vom IgG Gesamt-Typ sind vor allem Milchprodukte, Eiprodukte, Weizen und einige Nussarten betroffen. Diese können gezielt für ca. 6 Wochen aus dem eigenen Speiseplan gestrichen werden, bevor man dann zur Überprüfung gezielte Provokationstests mit den in der Blutprobe gefundenen Nahrungsmittelunverträglichkeiten durchführt. Meist bleiben dann nur noch 3-4 Lebensmittel übrig, die zumindest für einige Monate vermieden werden müssen.
- Stressreduktion: Ergeben sich im Stresstest Hinweise auf chronischen Stress mit deutlichen Erschöpfungszeichen,sollte bei entsprechenden Migräne-Beschwerden ein zusätzlicher Test auf die sogenannte Silent Inflammation (unterschwellige Entzündungsreaktionen) durchgeführt werden.
Schulmedizinische Leitlinien und Alternativdiagnosen
Die Behandlung von Migräneanfällen kann mit leichten bis mittelschweren Attacken mit folgenden Wirkstoffen erfolgen: Ibuprofen, Naproxen, Diclofenac, Acetylsalicylsäure und Metamizol. Falls diese Medikamente nicht ausreichend sind, können Triptane eingesetzt werden.
Migräneärzten ist es gelungen, die Wirksamkeit einer 3er Kombination aus hochdosiertem Magnesium, Vitamin B2 und Coenzym Q10 bei Migräne nachzuweisen. Die Studie zeigt, dass die einzigartige Mikronährstoff-Kombination die Migränesymptome deutlich und signifikant reduziert, bei signifikanter Verbesserung der Lebensqualität.
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