Das Gehirn ist ein Hochleistungsorgan, das auf eine kontinuierliche und ausreichende Versorgung mit Sauerstoff und Nährstoffen angewiesen ist, um seine komplexen Funktionen aufrechtzuerhalten. Eine Durchblutungsstörung im Gehirn, auch zerebrale Ischämie genannt, entsteht, wenn das Gehirn nicht ausreichend mit Blut, Sauerstoff und Nährstoffen versorgt wird. Dies kann akut, beispielsweise durch ein Blutgerinnsel, oder schleichend durch verengte Gefäße geschehen. Sauerstoff ist lebensnotwendig für die Energiegewinnung in den Zellen, der Zellatmung. Ohne ausreichende Sauerstoffversorgung werden die Zellen geschädigt. Eine Hypoxie kann als lokales Ereignis auftreten oder nur einen bestimmten Gewebebereich betreffen, wie den Verschluss einer Arterie an Arm oder Bein, oder den gesamten Organismus beeinträchtigen.
Ursachen für Sauerstoffmangel im Gehirn
Durchblutungsstörungen im Kopf können mehrere Ursachen haben. So kann beispielsweise eine Verkalkung der Arterien dahinterstecken. Verkalkte Arterien können verschiedene Gründe haben. In eingeschränktem Maße sind sie die normale Folge eines gesunden Alterungsprozesses. Durchblutungsstörungen werden im Laufe des Lebens aufgrund von Alterungsprozessen immer häufiger. Blut besteht zu einem Großteil aus Wasser. Trinken wir nicht genügend Wasser, wird das Blut dickflüssiger. In feine Arterien dringt es dann nur noch mit Mühe vor.
Die Hauptursache für Durchblutungsstörungen stellt eine Verengung der Gefäße dar. Dabei kommt es zu Ablagerungen von Fetten, Entzündungszellen und Bindegewebe in der innersten Schicht der Gefäßwand - der sogenannten Intima. Im Laufe der Zeit können diese Plaques die Gefäße verengen, den Blutfluss behindern und die Sauerstoffversorgung der Organe einschränken. Auch die westliche Ernährung scheint laut umfassender Studien ein bedeutender Faktor zu sein.
Weitere Risikofaktoren und Ursachen sind:
- Rauchen: Schädliche Chemikalien in Zigaretten schädigen die Gefäßwände.
- Bluthochdruck: Dauerhaft hoher Blutdruck belastet die Arterien und macht sie spröde.
- Diabetes: Erhöhter Blutzuckerspiegel schädigt die Blutgefäße von innen.
- Hohe Cholesterinwerte: Ein Überschuss an LDL-Cholesterin begünstigt Ablagerungen in den Arterien.
- Bewegungsmangel: Regelmäßige Bewegung ist entscheidend für eine gute Durchblutung.
- Ungesunde Ernährung: Eine Ernährung mit viel Zucker, Transfetten und Fertigprodukten fördert Entzündungen und Ablagerungen in den Gefäßen.
- Hörverlust, Übergewicht, Depression, Soziale Isolation.
Symptome eines Sauerstoffmangels im Gehirn
Die Symptome einer Durchblutungsstörung im Gehirn können vielfältig sein und oft schleichend beginnen. Es ist wichtig, diese frühzeitig zu erkennen, um rechtzeitig Maßnahmen ergreifen zu können.
Lesen Sie auch: Gehirn und Sauerstoffversorgung
Häufige Symptome sind:
- Gedächtnisstörungen
- Konzentrationsschwierigkeiten
- Schwindel
- Kopfschmerzen
- Ohrensausen (Tinnitus)
- Sehstörungen
- Taubheitsgefühle in Gliedmaßen oder im Gesicht
- Sprachstörungen
- Depressive Verstimmung
- Müdigkeit und Antriebslosigkeit
- Verwirrtheit und Desorientierung
- Stimmungsschwankungen
- Veränderungen der Persönlichkeit
Diese Anzeichen einer Durchblutungsstörung im Gehirn sind oft schleichend und werden leicht mit Stress, Schlafmangel oder Wetterfühligkeit verwechselt. Treten diese Symptome auf, gilt: Sofort den Notruf wählen!
Diagnose von Durchblutungsstörungen im Gehirn
Dank moderner Diagnostik lassen sich Durchblutungsstörungen heute schnell und sicher erkennen. Eine sichere Diagnose erfolgt durch eine neurologische Untersuchung und bildgebende Verfahren. Je früher eine gestörte Gehirndurchblutung entdeckt wird, desto besser lässt sich die Ursache behandeln und das Risiko für bleibende Schäden oder Schlaganfälle senken.
Folgende Diagnoseverfahren werden häufig eingesetzt:
- MRT (Magnetresonanztomographie): Erstellt detaillierte Schnittbilder des Gehirns, ohne Strahlenbelastung.
- CT (Computertomographie): Liefert schnelle Ergebnisse und wird vor allem im Akutfall eingesetzt, beispielsweise bei Verdacht auf Schlaganfall.
- Doppler-Ultraschall: Misst den Blutfluss in den Arterien und Venen in Echtzeit. Zeigt, ob die Halsschlagadern (Carotiden) oder die Wirbelarterien verengt oder blockiert sind.
- Angiographie: Präziseste Verfahren zur Darstellung der Hirngefäße. Dabei wird ein Kontrastmittel in die Arterien injiziert, das unter Röntgenstrahlen sichtbar wird. So lassen sich Engstellen, Blutgerinnsel oder Gefäßanomalien millimetergenau lokalisieren.
Maßnahmen zur Erhöhung des Sauerstoffs im Gehirn
Es gibt verschiedene Maßnahmen, um die Durchblutung des Gehirns zu verbessern und somit den Sauerstoffgehalt zu erhöhen. Diese umfassen sowohl Veränderungen im Lebensstil als auch medikamentöse Behandlungen.
Lesen Sie auch: Gehirn ohne Sauerstoff: Was passiert?
Lebensstiländerungen
- Gesunde Ernährung: Eine ausgewogene Ernährung mit viel Obst, Gemüse, Fisch, Olivenöl und Vollkornprodukten wirkt sich günstig auf Gedächtnis und Konzentration aus. Ungesättigte Fettsäuren, wie sie in Fisch, Nüssen sowie in Lein-, Walnuss-, Raps- und Olivenöl enthalten sind, sind wichtig für die Funktion der Nervenzellen.
- Regelmäßige Bewegung: Körperliche Aktivität fördert die Durchblutung des Gehirns und damit die Sauerstoff- und Nährstoffversorgung der Hirnzellen. Ideal sind mindestens drei- bis fünf Sporteinheiten pro Woche von wenigstens einer halben Stunde.
- Ausreichend Schlaf: Mindestens 7 Stunden Schlaf pro Nacht werden für Erwachsene empfohlen. Während des Schlafs werden schädliche Eiweiß-Ablagerungen zwischen den Nervenzellen abgebaut.
- Soziale Kontakte: Geselligkeit und private Kontakte gehen mit besseren geistigen Leistungen im Alter einher.
- Stressreduktion: Ruhe und Entspannung können sich positiv auf Gedächtnis und Konzentration auswirken. Meditation, Yoga oder Spaziergänge in der Natur können helfen, Stress abzubauen.
- Vermeidung von Risikofaktoren: Dazu zählen Hörverlust, Bluthochdruck, übermäßiger Alkoholkonsum, Übergewicht, Depression, soziale Isolation, Bewegungsmangel und Diabetes.
- Ausreichende Flüssigkeitszufuhr: Trinken wir nicht genügend Wasser, wird das Blut dickflüssiger. In feine Arterien dringt es dann nur noch mit Mühe vor. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt im Schnitt 1,5 Liter Trinkflüssigkeit am Tag.
Medikamentöse Behandlung
In einigen Fällen kann eine medikamentöse Behandlung erforderlich sein, um die Durchblutung des Gehirns zu verbessern.
- Ginkgo biloba: Ginkgo biloba ist einer der am besten erforschten pflanzlichen Wirkstoffe zur Förderung der Gehirnfunktion. Er verbessert die Mikrozirkulation, schützt die Nervenzellen vor oxidativem Stress und kann Gedächtnis und Konzentration unterstützen. Ginkgo-Präparate wie Tebonin® intens 120 mg und Tebonin® konzent® 240 mg werden zur symptomatischen Behandlung von hirnorganisch bedingten geistigen Leistungseinbußen eingesetzt.
- Durchblutungsfördernde Mittel: Durchblutungsfördernde Mittel auf Ginkgo-Basis gehören deswegen zu den Heilmitteln, die HNO-Ärztinnen und HNO-Ärzte bei Tinnitus am häufigsten verschreiben. Ginkgo-Präparat Nummer 1 in Deutschland ist Tebonin® von Dr. Willmar Schwabe GmbH & Co. Tebonin® intens 120 mg ist wirksam bei Tinnitus und kann dazu beitragen, dass ein akuter Tinnitus wieder ganz verschwindet. Tebonin® konzent® wirkt im Gehirn und verbessert das Gedächtnis und die Konzentration.
- Weitere pflanzliche Mittel: Pycnogenol und Aescin können die Mikrozirkulation und Gefäßgesundheit zusätzlich unterstützen.
Weitere Maßnahmen
- Hyperbare Sauerstofftherapie: Hier setzt die hyperbare Sauerstofftherapie mit ihrem Wirkprinzip an. Durch das Einatmen von medizinisch reinem Sauerstoff unter Überdruck-Bedingungen in einer Therapie-Druckkammer gelingt es, den Sauerstoffpartialdruck im Blut entscheidend zu steigern.
- Regelmäßige Kopf- und Nackenmassagen: Förderung der Durchblutung, Lösung von Verspannungen und Senkung des Stresspegels.
- Bewusstes, tiefes Atmen: Wirkt wie ein Frischekick für Gehirn und Körper. Einfach ein paar Mal pro Tag tief durch die Nase ein- und langsam durch den Mund ausatmen.
Vorbeugung von Demenz
Eine gute Gehirndurchblutung ist die Grundlage für Konzentration, Gedächtnis, seelisches Gleichgewicht - und zum Schutz vor Demenz oder Schlaganfall.
Maßnahmen zur Vorbeugung von Demenz:
- Körperliche Aktivität: Regelmäßige Bewegung ist eine der wirksamsten Methoden zur Demenzprophylaxe. Sport verbessert die Durchblutung und den Sauerstoffgehalt im Gehirn, was die neuronale Gesundheit fördert.
- Geistige Aktivität: Das Gehirn benötigt genauso wie der Körper regelmäßige Herausforderungen, um fit zu bleiben. Aktivitäten wie Kreuzworträtsel, das Erlernen neuer Fähigkeiten oder das Spielen eines Instruments stärken die kognitiven Fähigkeiten.
- Gesunde Ernährung: Die Mittelmeerdiät gilt als besonders förderlich für die Gehirngesundheit. Sie umfasst viel Gemüse, Obst, Fisch, Nüsse und Olivenöl.
- Ausreichender Schlaf: Ein gesunder Schlaf von etwa 7 bis 8 Stunden pro Nacht unterstützt somit die langfristige Gesundheit des Gehirns.
- Vitamine und Nährstoffe: Ein niedriger Vitamin-D-Spiegel wird mit einem erhöhten Risiko für Demenz in Verbindung gebracht. Vitamin E schützt die Nervenzellen vor oxidativem Stress. B-Vitamine sind entscheidend für die Regulierung des Homocystein-Stoffwechsels.
Lesen Sie auch: Folgen eines Sauerstoffmangels im Gehirn
tags: #sauerstoff #im #gehirn #erhohen