Harninkontinenz nach einem Schlaganfall: Ursachen, Auswirkungen und Behandlungsansätze

Ein Schlaganfall, medizinisch auch Apoplex oder Apoplexie genannt, ist eine plötzliche Durchblutungsstörung im Gehirn. Während das allgemeine Bewusstsein für Schlaganfälle und deren unmittelbare körperliche Folgen wie Lähmungen, Sprachstörungen und motorische Einschränkungen wächst, bleiben einige weniger sichtbare, aber ebenso gravierende Auswirkungen oftmals in der öffentlichen Wahrnehmung unbeachtet. Eine davon ist die Beeinträchtigung der Kontinenz, also die Fähigkeit, Blase und Darm willentlich zu kontrollieren. In diesem Artikel beleuchten wir die häufigen Probleme der Inkontinenz nach einem Schlaganfall und erklären die zugrunde liegenden Gründe dafür.

Was ist ein Schlaganfall?

Meist verstopft ein Blutgerinnsel eine Arterie, der dahinter liegende Teil des Gehirns wird nicht mehr durchblutet, stirbt ab und kann seine Funktionen nicht mehr erfüllen. Auch eine Hirnblutung durch ein geplatztes Gefäß wird als Schlaganfall bezeichnet. Bei einem Schlaganfall liegt ein plötzlicher Gewebeschaden mit Nervenuntergang im Gehirn vor, der typischerweise durch eine schlagartige Mangeldurchblutung auftritt. Ein Gefäß im Gehirn ist z. B. durch Kalkablagerung oder Gerinnsel verstopft, letztere können mit dem Blutstrom vom Herzen in das Gehirn gespült werden, sodass ein Teil des Gehirns von der Blutzufuhr getrennt ist und nicht mehr hinreichend durchblutet wird. In diesem Fall spricht man von einem ischämischen Hirninfarkt. Seltener ist die sogenannte Hirnblutung als Ursache eines Schlagabfalls. Ursachen für Schlaganfälle sind zunehmende Erkrankungen wie Bluthochdruck, erhöhter Blutfettspiegel, Diabetes mellitus, Übergewicht und Bewegungsarmut.

Grundsätzlich gibt es zwei Formen des Schlaganfalles: die Mangeldurchblutung (80 Prozent der Schlaganfälle) und die Blutung (20 Prozent der Schlaganfälle). Bei der Mangeldurchblutung kann ein Blutklümpchen über den Blutkreislauf in das Gehirn geschleust werden und ein Gefäß verschließen. Außerdem können auch Kalkablagerungen in den Blutgefäßen des Gehirns zu einem Gefäßverschluss führen. Ist ein Gefäß verschlossen, kann das Blut nicht mehr zu den entsprechenden Nervenzellen fließen und sie nicht mehr mit Blut versorgen. Es kommt zu einer Sauerstoffunterversorgung (Ischämie) und die Nervenzellen sterben ab. Bei der Blutung reißt oder platzt ein Blutgefäß im Gehirn. Das Blut fließt ungehindert in das umliegende Hirngewebe und drückt massiv auf die hochempfindlichen Nervenzellen. Durch die beschriebene Schädigung im Gehirn stirbt Gewebe ab, und die mit dem Gewebe verbundene Leistung des Gehirns geht verloren. Am häufigsten sind Lähmungen die Folge - halbseitig rechts bei linksseitigem Schlaganfall, halbseitig links bei rechtsseitigem.

Fakten zur Inkontinenz nach einem Schlaganfall

Inkontinenz ist ein häufiges Problem nach einem Schlaganfall, das etwa 40-60 Prozent der Betroffenen betrifft. Diese kann entweder unmittelbar nach dem Schlaganfall auftreten oder sich erst im Verlauf der Rehabilitation entwickeln. Es wird zwischen Harn- und Stuhlinkontinenz unterschieden, wobei Harninkontinenz häufiger vorkommt. Die Auswirkungen auf die Lebensqualität sind enorm: Neben physischen Beschwerden wie Hautreizung und Infektionen leiden Betroffene häufig auch unter Scham, sozialem Rückzug und depressiven Verstimmungen. Fast jeder zweite Schlaganfallpatient leidet unmittelbar nach dem Ereignis an einer Harninkontinenz. Unmittelbar nach dem Ereignis habe jeder zweite Patient eine vollständige oder teilweise Harninkontinenz. Nach einem halben Jahr sei dies noch bei etwa jedem Fünften der Fall, berichtete der dänische Arzt Dr. Der Grund für diesen relativen Rückgang der Häufigkeit seien vor allem Todesfälle in den ersten sechs Monaten. "Diese Zahlen liegen höher als wir dachten", so Olsen in Mannheim.

Welche Symptome können bei einem Schlaganfall auftreten?

Inkontinenz. Zu den Symptomen der Harninkontinenz zählen der unwillkürliche Verlust von Harn (Urin), ein starker Drang zum Wasserlassen (Dranginkontinenz) oder der Abgang von Harn beim Lachen oder Niesen (Stressinkontinenz). Diese Symptome sind bei Schlaganfall-Patienten ausgeprägter als bei anderen Menschen mit Harninkontinenz. Sie bewirken bei den Betroffenen Schamgefühle sowie psychischen Stress und beeinträchtigen ihre Teilnahme an Rehabilitationsmaßnahmen. Eine Harninkontinenz beeinträchtigt das Selbstwertgefühl, und Depressionen sind häufig.

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Da das Gehirn auch an der Steuerung der Harnspeicherung und Harnentleerung beteiligt ist, sind auch hier Ausfälle möglich: Fehlt die Kontrolle über die Blase, kann es zu einer Überaktivität der Blase mit häufigem und zwanghaftem Wasserlassen kommen. In der Frühphase besteht die Gefahr, dass die Blase durch Harnverhalt überdehnt wird. Dieser Harnverhalt kann sich zu einer Dranginkontinenz entwickeln. Betroffene Patienten erhalten deshalb anfangs einen Blasenkatheter. Eine spontane Rückbildung der Dranginkontinenz ist möglich. Um zu verhindern, dass die Blase sich an die passive Ableitung des Urins über einen Katheter „gewöhnt“, sollte frühzeitig mit einem Blasentraining begonnen werden. Hier ist z.B. das Verfahren des Einmalkatheterismus anwendbar. Der Urin kann sich in der Blase sammeln.

Infolge eines Schlaganfalles tritt sehr häufig auch eine nervlich bedingte Blasenfunktionsstörung ein. Das Gehirn als zentrale Steuer- und Kontrolleinheit für die korrekte Blasenentleerung ist in seinen Aufgaben beeinträchtigt. Ein gesteigerter Drang, Wasser zu lassen ist typische Folge eines Schlaganfalls. Die Aktivität des Blasenentleerungsmuskels (Detrusor) ist durch den Ausfall der hemmenden Wirkung des Gehirns erhöht. Die Folgen: Harndrang und nicht selten Dranginkontinenz.

Ursachen der Inkontinenz nach einem Schlaganfall

Die Ursachen für Inkontinenz nach einem Schlaganfall sind vielfältig und oft komplex. Sie lassen sich grob in neurologische, muskuläre und psychische Faktoren unterteilen:

  • Neurologische Faktoren: Durch den Schlaganfall kommt es zu Schädigungen im Gehirn, die für die Steuerung der Blasen- und Darmfunktion zuständig sind. Die Kontrolle über die Miktionszentren im Frontalhirn und die sakralen Reflexbögen kann gestört sein. Diese schädigungsbedingten Störungen in der Verarbeitung und Weiterleitung von Signalen führen dazu, dass Füllungszustände der Blase oder des Darms nicht mehr korrekt wahrgenommen und willentlich gesteuert werden können. Nervale Fehlsteuerung von Blase und Schließmuskel Schäden des zentralen Nervensystems (z.B. Schlaganfall, Multiple Sklerose, Querschnittslähmung) oder des peripheren Nervensystems (z.B. Polyneuropathie, Diabetes mellitus) können zu einer fehlerhaften Funktion von Blase und Schließmuskel führen.
  • Muskuläre und strukturelle Veränderungen: Lähmungen und muskuläre Schwächen, insbesondere im Bereich der Beckenbodenmuskulatur, beeinträchtigen die Fähigkeit, den Blasen- und Darmschließmuskel effektiv zu kontrahieren. Dies kann zu einer verminderten Haltekapazität und einer unwillkürlichen Entleerung führen.
  • Medikamentöse Einflüsse: Medikamente, die zur Behandlung von Schlaganfalldiagnosen eingesetzt werden, wie beispielsweise Diuretika oder bestimmte Antihypertensiva, können als Nebenwirkung eine Inkontinenz verstärken. Auch die Beeinträchtigung der kognitiven Fähigkeiten durch Medikamente kann zu Problemen bei der Kontinenz führen.
  • Kognitive und psychische Faktoren: Gedächtnisstörungen, verminderte Aufmerksamkeit und eine gestörte Wahrnehmung können dazu führen, dass Betroffene nicht rechtzeitig den Drang verspüren oder nicht schnell genug reagieren können, um sicher zur Toilette zu gelangen. Angst und Stress infolge des Schlaganfalls können ebenfalls eine Inkontinenzverschärfung beeinflussen. Sprachliche und kognitive Einschränkungen können eine funktionelle Inkontinenz bei eigentlich erhaltener Blasenfunktion triggern, erläuterte der Kollege. Zudem führt der mit dem Schlaganfall verbundene Stress häufig zu einer Verschlechterung schon vorher bestehender Kontinenzprobleme.

Welche Folgen kann ein Schlaganfall für den Harntrakt haben?

Hälfte der Patienten auf. Größe und Lokalisation des Infarktgebietes ab. Wird ein chronischer Harnverhalt, d.h. Überdehnung der Blase zu einer Überlaufinkontinenz kommen. Dranginkontinenz und einer erschwerten Blasenentleerung. vollständige Kontinenz. ist ein unfreiwilliger Harnabgang meist Folge einer Dranginkontinenz. chronischen Harnverhalt eine Überlauf- bzw. Drang-/Überlaufinkontinenz. retention may cause overflow or urgency-/overflow incontinence. period urinary incontinence is mostly due to detrusor overactivity.

Was kann man bei Inkontinenz nach einem Schlaganfall tun?

ein Toilettentraining. entleert, gegebenenfalls durch eine Pflegeperson initiiert. Blasenkatheter notwendig ist.

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Die Rehabilitation und der Umgang mit Inkontinenz nach einem Schlaganfall erfordern einen ganzheitlichen Ansatz. Therapeutische Maßnahmen können folgende Schwerpunkte beinhalten:

  • Physiotherapie und Beckenbodentraining: Durch gezielte Übungen kann die Muskulatur gestärkt und die Kontrolle über die Schließmuskeln verbessert werden.
  • Medikamentöse Therapie: Verschiedene Medikamente können helfen, die Blasen- und Darmfunktion zu regulieren. Die Therapie der genannten Blasenfunktionsstörung stellen für den Arzt eine besondere Herausforderung dar, da zahlreiche Medikamente, die die Überaktivität der Harnblase hemmen können (Anticholinergika), bereits bei einem nicht durch Schlaganfall belasteten Patienten Auswirkungen auf das Gehirn mit entsprechenden Nebenwirkungen haben können.
  • Verhaltenstherapie: Training von festen Toilettenzeiten und eine gezielte Schulung der Wahrnehmung von Körperzeichen können hilfreich sein. Funktion und der Kommunikation können die Verhaltenstherapie erschweren. and cognitive function active micturition training. function and communication may make behavioral therapy more difficult. zunächst in einem Toilettentraining, später in einem aktiven Miktionstraining.
  • Einsatz von Hilfsmitteln: Inkontinenzhilfen wie Einlagen, spezielle Unterwäsche und Sitzauflagen können den Alltag erleichtern und die Lebensqualität steigern.
  • Blasentraining: Um zu verhindern, dass die Blase sich an die passive Ableitung des Urins über einen Katheter „gewöhnt“, sollte frühzeitig mit einem Blasentraining begonnen werden. Hier ist z.B. das Verfahren des Einmalkatheterismus anwendbar.
  • Katheterismus: Katheterismus, gegebenenfalls auch durch einen Dauerkatheter, beherrschen. high PVR intermittent catheterisation.

Da der Wirknachweis für Einzelmaßnahmen fehlt, erfolgt in der Regel eine multimodale Behandlung u.a. mit Blasentraining, zeitgestützter Blasenentleerung, Einsatz von Kontinenzpflegekräften, Akupunktur, Elektroakupunktur, anticholinergen und adrenergen Medikamenten, Hormontherapien und physiotherapeutischen Maßnahmen.

Moderne an der Urologischen Uniklinik Heidelberg angewendete Therapieverfahren schließen die Einspritzung von Botox in den Blasenmuskel und die Implantation von sogenannten Blasenschrittmachern ein.

Für beide Formen der neurogenen Blase, die Blasenentleerungsstörung und die spastische Blase, stehen an der Urologischen Uni-Klinik Heidelberg alle verfügbaren modernen Behandlungsmethoden zur Verfügung. Dazu gehört einmal die Einleitung von konservativen Behandlungsformen wie z.B. Einmalkatheterismus, Pharmakotherapie, Blaseninstillation mit Resiniferatoxin (RTX) und äußerer Elektrostimulation. Gering invasive Therapien umfassen z.B. die Einspritzung von Botulinum Toxin (Botox) in die Muskulatur der Blase und die Implantation von unterschiedlichen Blasenschrittmachern (Neurostimulatoren). Im Rahmen von größeren Operationen ist es schließlich auch möglich eine anders nicht mehr zu behandelnde neurogene Blase durch eine neu angelegte Blase aus Darm zu ersetzen (Darmersatzblase).

Prävention und Früherkennung

Wichtige Ansatzpunkte zur Prävention und frühzeitigen Behandlung beinhalten regelmäßige ärztliche Kontrollen, eine gezielte Rehabilitationstherapie und die Anpassung von Medikamenten auf die spezifischen Bedürfnisse des Patienten.

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Schlaganfall vorbeugen

Die besten Tipps zur Prävention eines Schlaganfalls sind letztendlich immer die Vermeidung von Risikofaktoren. Das heißt: Maßnahmen, die effektiv einem Bluthochdruck, Übergewicht, Bewegungsmangel und letzten Endes auch Diabetes vorbeugen und verhindern. Dazu gehört im ersten Schritt, dass man sich vernünftig ernährt, das heißt eine balancierte, ausgewogene zum Beispiel mediterrane Diät zu sich führt. Also überwiegend Gemüse, nicht zu viel Fleisch, nicht zu viel Alkohol. Alkohol ist zwar nicht komplett verboten, aber nur in sehr geringen Mengen. Und natürlich ist ausreichende Bewegung sehr wichtig. 20 bis 30 Minuten Bewegung pro Tag, bei der man leicht schwitzt, ist ideal. Und wenn Risikofaktoren wie Diabetes oder Bluthochdruck vorliegen, sollte man die natürlich auch behandeln.

Dabei gelten die selben Präventionsmaßnahmen wie vor Erstschlaganfällen. Die entscheidenden Faktoren sind einfach eine gesunde Ernährung, ausreichend Bewegung, kein Diabetes, kein Bluthochdruck usw.

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