Schlaganfall und Herzinfarkt: Auswirkungen auf die Lebenserwartung

Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Schlaganfall und Herzinfarkt stellen in den Industrieländern ein wachsendes Gesundheitsproblem dar. Oftmals treten diese Erkrankungen gemeinsam mit Diabetes auf, was die Auswirkungen auf die Lebenserwartung zusätzlich verschärft. Dieser Artikel beleuchtet die komplexen Zusammenhänge zwischen diesen Erkrankungen und ihre Folgen für die Lebenserwartung, wobei auf Risikofaktoren, Präventionsmaßnahmen und aktuelle Forschungsergebnisse eingegangen wird.

Die Auswirkungen von Diabetes, Schlaganfall und Herzinfarkt auf die Lebenserwartung

Studien zeigen, dass das gleichzeitige Auftreten von Diabetes, Schlaganfall und Herzinfarkt die Sterblichkeit deutlich erhöht. Eine Studie der Emerging Risk Factors Collaboration ergab, dass das Sterberisiko bei Vorliegen einer dieser Erkrankungen um den Faktor 2 steigt, bei zwei Erkrankungen um den Faktor 4 und bei allen drei Erkrankungen sogar um den Faktor 8. Diese Auswirkungen sind vergleichbar mit denen eines lebenslangen Rauchens oder einer HIV-Infektion.

Konkret bedeutet dies, dass ein 60-jähriger Mann bei zwei Erkrankungen etwa 12 Lebensjahre und bei allen drei Erkrankungen 14 Jahre verliert. Bei Frauen sind die Auswirkungen noch gravierender: Sie verlieren 13 bzw. 16 Jahre. Wer bereits mit 40 Jahren an allen drei Erkrankungen leidet, verliert sogar 23 (Männer) bzw. 20 (Frauen) Lebensjahre.

Stress am Arbeitsplatz als zusätzlicher Risikofaktor

Neben den genannten Erkrankungen kann auch beruflicher Stress die Lebenserwartung negativ beeinflussen, insbesondere bei Menschen mit kardiometabolischen Erkrankungen. Eine Studie im Fachjournal "The Lancet Diabetes & Endocrinology" ergab, dass gestresste Männer mit solchen Erkrankungen ein um 68 % höheres Sterblichkeitsrisiko haben als weniger gestresste Patienten. Der sogenannte "Job Strain", der durch eine Kombination aus geringen Gestaltungsmöglichkeiten und hohem Druck am Arbeitsplatz entsteht, erwies sich als besonders belastend. Interessanterweise waren Berufstätige ohne kardiometabolische Erkrankungen stressresistenter.

Risikofaktoren und Prävention

Die Hauptrisikofaktoren für Schlaganfall und Herzinfarkt sind Bluthochdruck, Vorhofflimmern, Diabetes, Rauchen, Bewegungsmangel und Fettstoffwechselstörungen. Das Risiko steigt zudem mit dem Alter.

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Eine gesunde Lebensweise mit ausgewogener Ernährung (z.B. mediterrane Diät mit viel Gemüse, wenig Fleisch und wenig Alkohol) und regelmäßiger Bewegung (20-30 Minuten pro Tag, bei der man leicht schwitzt) ist entscheidend für die Prävention. Vorliegende Risikofaktoren wie Diabetes oder Bluthochdruck sollten unbedingt behandelt werden.

Die Deutsche Schlaganfall Gesellschaft bietet einen Selbsttest an, mit dem man sein persönliches Schlaganfall-Risiko einschätzen kann. Bei einem auffälligen Ergebnis sollte man unbedingt einen Arzt aufsuchen.

Was tun im Notfall?

Bei Verdacht auf einen akuten Schlaganfall muss sofort der Rettungsdienst (112) gerufen werden. Bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes sollte man den Betroffenen beruhigen und darauf achten, dass er nicht stürzt.

Die Erstversorgung in einer spezialisierten "Stroke Unit" ist essentiell. Dort kann eine Lyse-Therapie oder eine katheterbasierte Thrombektomie durchgeführt werden. Nach der Akuttherapie erfolgt ein Herz-Kreislauf-Monitoring und die Ursachenforschung des Schlaganfalls.

Komplikationen und Folgen

Komplikationen wie Herzrhythmusstörungen (z.B. Vorhofflimmern oder Kammerflimmern) und ein Pumpversagen des Herzmuskels (kardiogener Schock) können die Lebenserwartung nach einem Herzinfarkt erheblich verringern. Besonders hoch ist das Risiko bei einem "stummen" Herzinfarkt, da die Patienten oft zu spät medizinische Hilfe erhalten.

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Langfristige Folgen eines Herzinfarkts können Wesensveränderungen, Depressionen oder eine chronische Herzschwäche (Herzinsuffizienz) sein. Eine Reha-Behandlung und eine gesunde Lebensweise helfen, solchen Komplikationen vorzubeugen.

Auch nach einem Schlaganfall können verschiedene Beeinträchtigungen auftreten, die von leichten Symptomen wie Schwindel oder Kribbeln bis hin zu schweren Lähmungen und Sprachstörungen reichen. In schweren Fällen kann Pflege notwendig sein.

Überlebenschancen und Nachbehandlung

Die Prognose nach einem Herzinfarkt hängt stark von möglichen Komplikationen und der Konsequenz ab, mit der der Patient einen gesunden Lebensstil pflegt. Statistisch gesehen sterben fünf bis zehn Prozent der Herzinfarkt-Patienten innerhalb der nächsten zwei Jahre nach der Entlassung aus dem Krankenhaus am plötzlichen Herztod. Besonders gefährdet sind Patienten über 75 Jahre.

Eine gute Nachbehandlung mit Krankengymnastik, Atemübungen und Herz-Kreislauf-Training ist entscheidend für eine gute Prognose. Auch der Beitritt zu einer Herzsportgruppe kann hilfreich sein.

Forschung und Zukunftsperspektiven

Die Forschung konzentriert sich aktuell auf die Verbesserung der Akuttherapie (z.B. Thrombektomie) und die Früherkennung von Schlaganfällen. Ein weiterer Schwerpunkt ist die Erforschung der Genetik des Schlaganfalls, um eine Veranlagung frühzeitig erkennen zu können. Zudem gibt es viele Projekte zur Verbesserung der Regeneration und Rehabilitation nach Schlaganfall.

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