Kopfschmerzen sind ein weit verbreitetes Problem, das nicht nur Erwachsene betrifft. Auch Kinder und Jugendliche leiden häufig darunter. Laut aktuellen Daten leiden 78 % der Kinder im Alter von 6 bis 15 Jahren an Kopfschmerzen. Es ist wichtig, die Ursachen und Arten von Kopfschmerzen bei Kindern zu verstehen, um ihnen die bestmögliche Behandlung und Linderung zu ermöglichen.
Kopfschmerzen bei Kindern und Jugendlichen: Eine Übersicht
Kopfschmerzen gehören zu den häufigsten Beschwerden bei Kindern und Jugendlichen. Die Zahl der Schulkinder im Alter zwischen 5 und 20 Jahren, die regelmäßig unter Kopfschmerzen leiden, ist hoch. In vielen Studien gibt mehr als jedes dritte, oft sogar nahezu jedes zweite Kind an, betroffen zu sein. Auffällig ist, dass die Häufigkeit von Kopfschmerzen mit zunehmendem Alter steigt.
Laut einer ärztlichen Leitlinie sind bereits 20 Prozent der Kinder im Vorschulalter von Kopfschmerzen betroffen. Bei den Jugendlichen im Alter von 16 bis 18 Jahren waren es fast 40 Prozent, die angaben, mehr als 1 x wöchentlich von Kopfschmerzen betroffen zu sein. Sieht man sich die Geschlechterverteilung an, sind Buben und Mädchen im Kindesalter etwa gleich häufig betroffen, ab dem Alter von 12 Jahren tritt Kopfschmerz dann bei Mädchen häufiger auf.
Kopfschmerzen können den Alltag von Kindern und Jugendlichen erheblich beeinträchtigen. Sie fühlen sich oft müde und gereizt, und ihre Konzentrationsfähigkeit nimmt ab, was sich auf Schule und Freizeit auswirken kann.
Ursachen von Kopfschmerzen bei Kindern
Die Ursachen für Kopfschmerzen bei Kindern sind vielfältig und reichen von harmlosen Auslösern bis hin zu ernsthaften Erkrankungen.
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Primäre und sekundäre Kopfschmerzen
Grundsätzlich werden zwei Formen von Kopfschmerzen unterschieden, die sich auch bei jungen Menschen in dieser Form zeigen:
- Primäre Kopfschmerzen: Es ist keine andere Erkrankung als Ursache feststellbar. Hierzu zählen zum Beispiel Spannungskopfschmerz oder Migräne.
- Sekundäre Kopfschmerzen: Diese Form von Kopfschmerz entsteht aufgrund einer anderen Erkrankung, wie zum Beispiel einer Infektion. Bei Abklingen der Erkrankung oder nach erfolgreicher Therapie gehen sie zurück. Bei Kindern werden Kopfschmerzen aber selten von einer schweren Erkrankung ausgelöst.
Häufige Ursachen und Auslöser
Zu den häufigsten Ursachen und Auslösern von Kopfschmerzen bei Kindern gehören:
- Körperliche Faktoren: Schlafmangel, unregelmäßige Mahlzeiten, geringe Trinkmenge, körperliche Überanstrengung, falsche Körperhaltung, längere Bildschirmzeiten, Bluthochdruck, Fehlhaltungen durch langes Sitzen, Zahnwachstum.
- Psychische Belastungen: Stress, Ängste, Überforderung in Schule oder Familie, Mobbing.
- Sekundäre Ursachen: Infekte (z. B. Erkältungen, Nasennebenhöhlenentzündungen), Kopfverletzungen, Zahn- oder Kieferprobleme, Fehlsichtigkeit oder selten ernstere Erkrankungen wie eine Hirnhautentzündung.
- Äußere Reize: Lärm, grelles Licht, schlechte Luft, Hitze.
- Ernährung: Bestimmte Lebensmittel und Getränke wie Kaffee, alkoholische Getränke, Schokolade oder Käse können Kopfschmerzen auslösen. Achten Sie darauf, regelmäßig zu essen. Häufig setzen Migräne-Anfälle ein, wenn man zu wenig gegessen hat (Unterzuckerung).
- Umwelt: Aber auch äußere Faktoren, die man nur schlecht selbst beeinflussen kann, können körperlichen Stress verursachen. Dazu zählen eine hohe Luftfeuchtigkeit bei schwülem Wetter, große Hitze, plötzliche Wetterveränderungen, schlechte Luftverhältnisse durch wenig belüftete Räume, starke Gerüche, plötzlich veränderte Lichtverhältnisse, Lärm oder Windzug.
- Sport: Exzessive Sportaktivitäten können ebenfalls zu Migräneanfällen führen. Die Kinder sollten möglichst auf Sportarten ausweichen, bei denen eine sehr schnelle Veränderung der körperlichen Aktivität nicht erforderlich ist.
- Digitale Medien und TV: Häufiges Fernsehen mit Aufnahme der oft aggressiven und belastenden Inhalte, Computerspiele, das lange Verweilen am Gameboy, aufpeitschende Musik und viele Termine im Zeitprogramm sind bei Kindern oft Alltag. All dies kann Migräneanfälle auslösen.
- Licht: Auch ständig wechselnde Veränderungen der Lichtverhältnisse sollten vermieden werden. Dazu zählt auch der - oft gut gemeint - platzierte Schreibtisch vor einem Fenster. Die ständige Anpassung an die Hell-Dunkel-Situation ist ein permanenter Stressfaktor für das Nervensystem und kann Migräneattacken auslösen.
Der Einfluss des Lebenswandels
Auf der Suche nach den möglichen Ursachen legen Untersuchungen nahe, dass Kopfschmerzen bei jungen Menschen durchaus mit dem Lebenswandel der Kinder und Jugendlichen verbunden sind. Junge Menschen, die sehr spät ins Bett gehen und dadurch zu wenig Schlaf bekommen, haben demnach ein hohes Risiko für Kopfschmerzen. Außerdem erhöhen auch lange Bildschirmzeiten die Wahrscheinlichkeit stark, Kopfschmerzen zu bekommen. Häufig sind sie aber auch auf "innere" Faktoren zurückzuführen. Vor allem Belastungen wie Stress, Ängste und Sorgen schlagen sich bei Kindern und Jugendlichen (aber auch bei Erwachsenen) oft in Kopfschmerzen nieder.
Schlechte Luftqualität als Auslöser
Auch wenn CO2 nicht giftig ist, kann eine erhöhte Konzentration Müdigkeit, Kopfschmerzen, Benommenheit und Konzentrationsschwierigkeiten verursachen. Das lässt sich jedoch einfach beheben - durch regelmäßiges Lüften. Bestimmte Reize wie Flackerlicht oder schlechte Luft in stickigen Räumen können ebenfalls zu einem Migräne-Anfall führen.
Arten von Kopfschmerzen bei Kindern
Die häufigsten primären Formen sind:
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- Spannungskopfschmerz und
- Migräne
Spannungskopfschmerz
Davon spricht man, wenn mindestens zehn Kopfschmerz-Episoden bis zum Zeitpunkt der Diagnose aufgetreten sind. Es handelt sich dabei um beidseitige Kopfschmerzen, die drückend oder beengend sind, aber nicht mit anderen Symptomen wie Übelkeit oder Erbrechen einhergehen.
Spannungskopfschmerz bei Kindern ist meist weniger einschränkend als Migräne, kann sie bei häufigerem Auftreten die Lebensqualität deutlich beeinträchtigen. Typisch sind:
- dumpf-drückende Schmerzen („wie ein fester Helm“), meist beidseitig,
- leicht bis mittelstark,
- keine Verstärkung durch Bewegung,
- häufig begleitet von Verspannungen im Nacken-Schulter-Bereich.
Auslöser sind oft Müdigkeit, Stress, Bewegungsmangel oder zu viel Bildschirmzeit.
Migräne
Migräne ist eine neurologische Erkrankung, die durch wiederkehrende starke Kopfschmerzen gekennzeichnet ist, die mehrere Stunden oder sogar Tage andauern können. Migräne tritt in Anfällen auf, beeinträchtigt die Lebensqualität erheblich und ist die dritthäufigste neurologische Erkrankung.
Migräne bei Kindern ist die häufigste Diagnose unter den primären Kopfschmerzen in der Neuropädiatrie. Etwa jedes zehnte Kind ist betroffen. Typische Merkmale sind:
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- mittelstarke bis starke, pulsierende Schmerzen, oft beidseitig,
- Dauer meist zwischen 1 und 48 Stunden,
- Begleitsymptome wie Übelkeit, Erbrechen, Licht- oder Geräuschempfindlichkeit, manchmal auch Bauchschmerzen.
- Verstärkung durch Bewegung.
Migräne mit Aura
Etwa 15 bis 25 Prozent der Patientinnen mit Migräne kennen Aura-Symptome. Die meisten Patientinnen mit einer Migräne mit Aura kennen Migräne-Anfälle mit und ohne Aura-Symptomen. Häufig tritt die Aura vor Beginn der Kopfschmerzen auf, sie kann aber auch währenddessen oder danach auftreten. Bei Vielen tritt die Aura manchmal auch ganz ohne Kopfschmerzen auf. Das nennt man dann eine „isolierte Aura“.
Typische Symptome einer Migräne-Aura sind Sehstörungen in Form von Flimmersehen, die von den Patientinnen als Blitze, Punkte, Zacken- oder wellenförmige Bewegungen wahrgenommen werden und die sich meist langsam über das Gesichtsfeld ausbreiten. Häufig kommt es auch zu fleckförmigen Ausfällen des Gesichtsfeldes, das heißt Patientinnen sehen nur noch einen Teil der Umwelt oder einer Person. Weitere, seltenere Symptome sind vorübergehende Sprachstörungen oder Sensibilitätsstörungen, sehr selten auch Lähmungen einer Körperhälfte.
Eine typische Migräne-Aura dauert 5 bis 60 Minuten, seltener auch mal etwas länger.
Ursachen der Migräne
Die genauen Ursachen der Migräne sind noch nicht vollständig geklärt, aber Forscher gehen davon aus, dass es sich um eine Kombination aus genetischen, neurologischen und umweltbedingten Faktoren handelt. Zu den Risikofaktoren gehören unter anderem Stress, Müdigkeit, hormonelle Veränderungen, bestimmte Lebensmittel (z. B. solche mit hohem Tyramin-, Nitrat- oder Glutamatgehalt), Alkohol, Schlafmangel, Wetterwechsel und weitere Einflüsse.
Man vermutet bei den Betroffenen eine genetische Veranlagung (Prädisposition) - nicht selten tritt Migräne familiär gehäuft auf. Auf Basis dieser genetischen Neigung scheint es im Zusammenspiel mit verschiedenen inneren oder äußeren Faktoren (Triggern) zu den Migräne-Attacken zu kommen.
Nach Expertenmeinung liegt Migräne eine polygenetische Veranlagung zugrunde: Veränderungen (Mutationen) in mehreren Genen erhöhen das Migränerisiko. Manche dieser Gene sind an der Regulierung der neurologischen Schaltungen im Gehirn beteiligt.
Andere Genveränderungen werden mit oxidativem Stress in Verbindung gebracht. Dabei handelt es sich um eine erhöhte Konzentration von aggressiven, zellschädigenden Sauerstoffverbindungen. Über welche biologischen Mechanismen diese Genmutationen genau eine Migräne begünstigen, ist bislang aber noch nicht geklärt.
Triggerfaktoren
Verschiedene Trigger können bei entsprechender genetischer Veranlagung eine Migräne-Attacke auslösen. Welche Faktoren im Einzelfall einen Anfall „triggern“, ist individuell verschieden. Einige Beispiele:
- Stress: Ein häufiger Auslöser ist Stress im privaten oder beruflichen Umfeld.
- Veränderungen im Schlaf-Wach-Rhythmus: Betroffen sind oft Menschen, die im Schichtdienst arbeiten.
- Reizüberflutung: Wenn das Gehirn zu viele Eindrücke gleichzeitig verarbeiten muss, entsteht ebenfalls Stress.
- Wetter/Wetterwechsel: Es gibt kein bestimmtes „Migräne-Wetter“, das Attacken verursacht. Viele Betroffene reagieren empfindlich auf schwülwarme Gewitterluft, starken Sturm, Föhnwetter oder sehr helles Licht an einem wolkenlosen Tag. Bei manchen wiederum löst Kälte Migräne-Attacken aus. Warum das so ist, konnte man noch nicht klären.
- Bei einigen Produkten wie Bananen oder bestimmten Käsesorten hat man Tyramin im Verdacht. Das ist ein Abbauprodukt von Eiweißbausteinen (Aminosäuren), das unter anderem die Ausschüttung des Botenstoffes Noradrenalin anregt. Dieser wirkt stark gefäßverengend - auch lokal im Gehirn. Dies könnte der Grund für eine Migräne-Attacke nach dem Genuss von tyraminhaltigen Lebensmitteln sein.
- Hormonelle Veränderungen: Geschlechtshormone haben einen starken Einfluss auf Migräne. So sind im Kindesalter Mädchen und Jungen noch etwa gleich häufig betroffen. Mit der Pubertät verschiebt sich das Verhältnis: Frauen leiden deutlich häufiger an Migräne als Männer.
Vielfach steht die Migräne in Zusammenhang mit der Menstruation. So löst der Abfall des Östrogenspiegels vor der Regelblutung bei manchen Frauen eine Migräne-Attacke aus. Darüber hinaus können hormonelle Verhütungsmittel („Pille“) ebenfalls Migräne verursachen. Deshalb heißt diese Form auch „hormonelle Migräne“.
Schwierigkeiten bei der Unterscheidung
Die Unterscheidung der beiden Formen kann bei Kindern schwierig sein. Für eine adäquate Diagnose müssen die verschiedenen Informationen über die Art der Kopfschmerzen sorgfältig zusammengetragen werden.
Behandlung und Linderung von Kopfschmerzen bei Kindern
Wenn die Kopfschmerzen nicht so stark sind, gibt es einfache Maßnahmen, die rasch in der Situation, aber auch nachhaltig Besserung schaffen können:
- Ruhepausen,
- Aufenthalt in einem abgedunkelten Raum,
- Kühlung der Stirn mit einem feuchten Tuch,
- Ruhe und Schlaf,
- Massagen,
- regelmäßige Schlaf- und Essenszeiten,
- Bewegung an der frischen Luft,
- gezielte Entspannungsübungen.
Wichtig zu wissen: Leichte Kopfschmerzen (eine Ausnahme kann Migräne sein) sollten bei Kindern möglichst ohne Schmerzmittel behandelt werden. Dies gilt vor allem für Medikamente, die eigentlich für Erwachsene zugelassen sind, da sie in ihrer Zusammensetzung und Dosierung nicht für Kinder oder Jugendliche bestimmt sind. Sollte eine medikamentöse Behandlung dennoch notwendig sein, kann gegebenenfalls der Kinderarzt ein geeignetes Medikament verschreiben.
Die Behandlung und Therapie richten sich nach der jeweiligen Form der Kopfschmerzen. Ob eine medikamentöse Behandlung eingeleitet wird, oder ob nicht-medikamentöse Maßnahmen ausreichend sind, muss vom Arzt entschieden werden.
Medikamentöse Behandlung
Zur Behandlung der Migräne mit Aura werden dieselben Medikamente wie bei einer Migräne ohne Aura eingesetzt. Leichte Migräne-Anfälle lassen sich häufig gut mit Paracetamol, Ibuprofen, Aspirin und ähnlichen Schmerzmitteln behandeln. Bei Unwirksamkeit dieser Medikamente kann man spezielle Migränemittel, die so genannten Triptane einsetzen. Diese Medikamente hemmen die Botenstoffe oder Neurotransmitter, die während der Migräne-Attacke freigesetzt werden und unterbrechen dadurch die Attacke. Wichtig bei einer Migräne mit Aura ist, dass Triptane erst nach Abklingen der Aura-Symptome eingenommen werden sollten.
Viele Medikamente, die Erwachsenen helfen, können bei Kindern schwere Schäden anrichten. Geben Sie daher Ihrem Kind keine frei verkäuflichen Schmerzmittel oder Ihr persönliches „Anti-Kopfschmerzmittel“. Für Kinder sind in erster Linie Paracetamol oder Ibuprofen empfehlenswert. Stärkere Wirkstoffe oder Mittel zur Vorbeugung verschreibt der Neurologe bzw. Kinder- und Jugendarzt nur in seltenen Fällen.
Nicht-medikamentöse Maßnahmen
Außerdem kann man die Migräne mit Aura auch vorbeugend behandeln.
Dazu gehören regelmäßiger Ausdauersport wie beispielsweise Joggen, Schwimmen, Radfahren, die Anwendung von Entspannungstechniken wie zum Beispiel Yoga, progressive Muskelrelaxation und autogenes Training oder Biofeedback-Techniken. Auch psychologische, zum Beispiel so genannte verhaltenstherapeutische Verfahren können helfen, insbesondere wenn auch eine Depression oder eine Angststörung bestehen. Wenn man solche nicht-medikamentösen Maßnahmen regelmäßig anwendet, merkt man dann, dass die Migräne weniger häufig auftritt und Attacken weniger schwer verlaufen.
Einfache Entspannungsverfahren wie die Muskelrelaxation nach Jacobson haben sich bei Kindern zur Behandlung und Vorsorge bewährt. Die Patienten lernen hier gezielt - z.B. in Form von Fantasiereisen durch den Körper -, einzelne Muskelbereiche anzuspannen und wieder zu entspannen.
Verhaltensweisen im Alltag
Um mögliche Ursachen auszumachen, kann es im Alltag hilfreich sein:
- mögliche Auslöser zu vermeiden (zum Beispiel Schlafmangel, zu wenig Trinken, übermäßige Nutzung von elektronischen Geräten etc.),
- ein Kopfschmerz-Tagebuch zu führen (darin wird festgehalten, in welchen Situationen der Kopfschmerz auftritt und wie er sich äußert) oder
- sich regelmäßig zu bewegen (20 bis 30 Minuten am Tag).
Vor allem bei stressbedingten Kopfschmerzen ist es hilfreich, Methoden zur Vermeidung und Bewältigung von Stress zu erlernen. Viele Krankenkassen bieten hierzu inzwischen speziell auf Kinder zugeschnittene Kurse an beziehungsweise übernehmen anteilig die Kurskosten.
Maßnahmen zur Vorbeugung
Migräne ist bisher nicht heilbar, aber mittlerweile kann man durch eine medikamentöse Behandlung und verschiedene Präventionsmöglichkeiten die Attacken verringern und die Symptome mildern. Zu den wichtigsten vorbeugenden Maßnahmen zählen eine gesunde Lebensweise mit:
- regelmäßigen sportlichen Aktivitäten wie Joggen, Schwimmen oder Walken, im Idealfall an der frischen Luft.
- einer ausgewogenen und vitaminreichen Ernährung
- eine tägliche Flüssigkeitsversorgung von mindestens zwei Litern
- Bildschirme aller Art sind mit dem grellen Licht sehr anstrengend für unsere Augen. Verbringen Sie beruflich viel Zeit vor dem Laptop oder Handy, bauen Sie genug Pausen für Ihre Augen ein.
- Regelmäßigen Entspannungsübungen oder Entspannungstechniken.
Wann sollte man einen Arzt aufsuchen?
Kopfschmerzen sollten auf jeden Fall ärztlich abgeklärt werden bei:
- Auftreten von Kopfschmerzen mehr als einmal im Monat,
- starken, sich ständig verschlimmernden Kopfschmerzen, die länger als drei Tage anhalten,
- Kopfschmerzen nach einer Kopfverletzung,
- Aufwachen durch Kopfschmerzen oder beim Aufwachen,
- Einschränkung der sozialen Aktivitäten aufgrund von Kopfschmerzen,
- plötzlich auftretenden Kopfschmerzen,
- Kopfschmerzen, die von der Symptomatik her auf Migräne hindeuten könnten,
- starken Kopfschmerzen mit Symptomen wie Erbrechen, Sehproblemen, Gleichgewichtsproblemen.
Eltern können viel dazu beitragen, das Risiko von Kopfschmerzen zu senken und akute Phasen zu erleichtern. An den oben genannten Auslösern kann man gut ansetzen. Wenn diese reduziert werden, können viele Fälle von Kopfschmerzen reduziert werden.
Bei wiederholten Attacken oder starken Einschränkungen können in Rücksprache mit dem Kinderarzt auch Medikamente wie Paracetamol oder Ibuprofen (niemals ASS bei Kindern) eingesetzt werden.
Es gibt aber Warnzeichen, die eine ärztliche Abklärung erfordern:
- Plötzlich auftretender, sehr starker Kopfschmerz („Donnerschlagkopfschmerz“).
- Schmerzen, die länger als drei Tage anhalten.
- Neurologische Auffälligkeiten wie Lähmungen, Gangunsicherheit, Sprach- oder Sehstörungen, Krampfanfälle.
- Begleitendes Fieber, Nackensteife, Hautausschlag oder ausgeprägter Krankheitsdruck.
- Kopfschmerzen nach einer Kopfverletzung, besonders mit Erbrechen oder Bewusstseinsstörungen.
- Wiederholte nächtliche Kopfschmerzen oder morgendliches Erbrechen.
- Zunehmende Häufigkeit oder Intensität trotz Maßnahmen zu Hause.
Faustregel: Wenn Kopfschmerzen regelmäßig den Alltag deines Kindes einschränken oder dein Bauchgefühl dich warnt, lass dein Kind ärztlich untersuchen.
Was passiert beim Kinderarzt?
Der Kinderarzt wird zuerst ein ausführliches Gespräch mit dir und deinem Kind führen. Dabei geht es um Häufigkeit, Dauer, Auslöser, Begleitsymptome und die Familienanamnese. Ein Kopfschmerztagebuch ist hier besonders wertvoll. Anschließend folgen eine körperliche Untersuchung, die Kontrolle von Augen, Zähnen, Kiefer und Haltung sowie eine kleine neurologische Untersuchung. Je nach Befund können weitere Fachärzte eingebunden werden, zum Beispiel Augenarzt, Orthopäde oder Psychotherapeut. In seltenen Fällen sind auch bildgebende Verfahren (MRT/CT) notwendig.