Steißbeinschmerzen nach Lumbalpunktion: Ursachen, Diagnose und Behandlung

Einführung

Rückenschmerzen nach einer Lumbalpunktion können aus verschiedenen Gründen auftreten. Der Einstich der Nadel kann das umliegende Gewebe reizen und zu Schmerzen führen. Darüber hinaus kann es zu einer Irritation der Nerven kommen, was die Beschwerden verstärken kann. Es ist wichtig, die Ursachen, Symptome und Behandlungsmöglichkeiten zu verstehen, um die Beschwerden effektiv zu lindern und den Alltag trotz der Schmerzen zu meistern.

Was ist eine Lumbalpunktion?

Eine Lumbalpunktion, auch als Rückenmarkspunktion bekannt, ist ein medizinisches Verfahren, bei dem eine kleine Menge Flüssigkeit aus dem Rückenmarkskanal entnommen wird. Dieser Eingriff wird häufig durchgeführt, um neurologische Erkrankungen zu diagnostizieren oder den Druck im Gehirn zu messen. Die Lumbalpunktion dient der Gewinnung des Liquors (Nervenwasser), welches dann im Labor auf Erkrankungen im Gehirn und im Rückenmark analysiert wird. Lumbalpunktionen werden nicht nur in der Diagnostik, sondern auch in therapeutischen Bereichen angewendet.

Ursachen von Steißbeinschmerzen nach Lumbalpunktion

Die Ursachen für Rückenschmerzen nach einer Lumbalpunktion sind vielfältig und hängen oft mit der physikalischen Wirkung des Eingriffs zusammen. Eine der häufigsten Ursachen ist die Gewebereizung im Bereich des Einstichs. Die Nadel kann das umliegende Gewebe und die Nervenenden reizen, was zu Schmerzen führt. Ein weiterer Faktor ist der Verlust von Liquorflüssigkeit, der während des Eingriffs auftreten kann. Diese Flüssigkeit spielt eine wichtige Rolle bei der Dämpfung des Gehirns und der Wirbelsäule. Ihr Verlust kann zu einem Druckabfall führen, der nicht nur Kopfschmerzen, sondern auch Rückenschmerzen verursachen kann.

  • Gewebereizung: Der Einstich der Nadel kann das umliegende Gewebe und die Nervenenden reizen.
  • Liquorverlust: Der Verlust von Liquorflüssigkeit kann zu einem Druckabfall führen, der Schmerzen verursacht.

Symptome von Steißbeinschmerzen nach Lumbalpunktion

Rückenschmerzen nach einer Lumbalpunktion treten meist innerhalb von 24 Stunden nach dem Eingriff auf. Die Schmerzen sind typischerweise im unteren Rücken lokalisiert, können aber auch in die Beine ausstrahlen. Im Vergleich zu anderen Nebenwirkungen wie Kopfschmerzen, die bei bis zu 30 % der Patienten auftreten, sind Rückenschmerzen weniger häufig, aber dennoch signifikant. Während Kopfschmerzen oft einen stechenden Charakter haben, sind Rückenschmerzen eher dumpf und konstant.

Diagnose des Liquorunterdrucksyndroms

Die Diagnose des Liquorunterdrucksyndroms beginnt in der Regel mit einer gründlichen Anamnese (Erhebung der Krankengeschichte) und einer körperlichen Untersuchung. Dabei ist es besonders wichtig, zu erfragen, ob kürzlich eine Lumbalpunktion oder ein Trauma (z.B.: ein Unfall) stattgefunden hat. Die Ärzte erkundigen sich nach den typischen Symptomen, wie zum Beispiel, ob sich die Kopfschmerzen im Stehen verschlimmern und im Liegen bessern. Zudem interessieren sie sich für Begleiterscheinungen wie Übelkeit oder Nackensteifigkeit. Zur Bestätigung der Diagnose werden häufig bildgebende Verfahren eingesetzt, wie beispielsweise eine MRT-Untersuchung des Gehirns und der Wirbelsäule, um Hinweise auf einen Liquoraustritt zu erkennen. Sollte es bereits zu einem „Absinken“ des Gehirns und einer Einklemmung der unteren Gehirnregionen gekommen sein, lässt sich dies ebenfalls gut im MRT darstellen. Eine weitere diagnostische Methode ist das sogenannte CT-Myelogramm. Dabei wird vor der Bildgebung ein Kontrastmittel in den Wirbelsäulenkanal injiziert, um die genaue Stelle des Lecks zu identifizieren. Wenn die bildgebenden Untersuchungen nicht eindeutig sind, kann eine vorsichtige Lumbalpunktion durchgeführt werden - nicht, um weiteren Liquor zu entnehmen, sondern um den Liquordruck zu messen.

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Behandlung von Steißbeinschmerzen nach Lumbalpunktion

Die Behandlung von Rückenschmerzen nach einer Lumbalpunktion umfasst sowohl medikamentöse als auch nicht-medikamentöse Ansätze. Zu den gängigen Medikamenten gehören rezeptfreie Schmerzmittel wie Paracetamol und Ibuprofen, die helfen können, die Schmerzen zu lindern. Nicht-medikamentöse Methoden zur Schmerzlinderung sind ebenfalls effektiv. Ruhe und Schonung sind entscheidend, um dem Körper Zeit zur Heilung zu geben. Eine ausreichende Flüssigkeitsaufnahme kann helfen, den Druck im Rückenmarkskanal zu stabilisieren und so die Schmerzen zu reduzieren. Darüber hinaus können Wärme- und Kälteanwendungen helfen, die Schmerzen zu lindern. Ergonomische Unterstützung kann ebenfalls eine wichtige Rolle spielen. Die Verwendung von ergonomischen Sitzkissen und Stützen kann helfen, den Druck auf den Rücken zu minimieren und die Heilung zu fördern.

Nicht-medikamentöse Behandlungsmethoden:

  • Ruhe und Schonung: Vermeiden Sie anstrengende Aktivitäten und geben Sie Ihrem Körper Zeit zur Erholung.
  • Flüssigkeitsaufnahme: Trinken Sie ausreichend Wasser, um den Druck im Rückenmarkskanal zu stabilisieren.
  • Wärme- und Kälteanwendungen: Nutzen Sie Wärmflaschen oder Kühlpacks, um die Schmerzen zu lindern.
  • Ergonomische Unterstützung: Verwenden Sie ergonomische Sitzkissen und Stützen, um den Druck auf den Rücken zu minimieren.

Medikamentöse Behandlungsmethoden:

  • Rezeptfreie Schmerzmittel: Paracetamol und Ibuprofen können helfen, die Schmerzen zu lindern.

Liquorunterdrucksyndrom

Ein Liquorunterdrucksyndrom kann nach einer Lumbalpunktion auftreten und äußert sich durch starke Kopfschmerzen. Kennzeichnend für das Liquorunterdrucksyndrom ist ein starker, lageabhängiger Kopfschmerz, der sich oft im Stehen verschlimmert und im Liegen bessert. Begleitsymptome können Übelkeit, Erbrechen, Nackensteifigkeit sowie eine erhöhte Empfindlichkeit gegenüber Licht und Geräuschen sein. Einige Patienten klagen auch über Schwindel, Müdigkeit oder ein Druckgefühl im Kopf. Die mit dem Liquorunterdrucksyndrom verbundenen Schmerzen äußern sich häufig als starke, pochende oder klopfende Kopfschmerzen. Typischerweise verschlimmern sich diese im Stehen oder Sitzen und bessern sich im Liegen. Der Kopfschmerz wird meist im Hinterkopf oder Nacken wahrgenommen und kann von einem Druck- oder Spannungsgefühl begleitet werden. In einigen Fällen strahlt der Schmerz bis in die Schultern oder den oberen Rücken aus.

Ursachen des Liquorunterdrucksyndroms

Die Lumbalpunktion ist die häufigste Ursache für ein Liquorunterdrucksyndrom. Sie wird meist zu diagnostischen Zwecken durchgeführt, da Krankheiten des zentralen Nervensystems anhand der gewonnenen Liquorproben im Labor identifiziert werden können. Bei einer Lumbalpunktion wird eine Hohlnadel in den Liquorraum der Lendenwirbelsäule vorgeschoben. Um diesen Raum zu erreichen, muss die schützende Hirnhaut (Dura) durchstochen werden. Bei manchen Menschen entsteht an dieser Stelle ein Leck, durch das auch nach der Punktion weiterhin Liquor (Gehirnwasser) austreten kann.

Behandlung des Liquorunterdrucksyndroms

Sollten trotz Vorsichtsmaßnahmen Symptome eines Liquorunterdrucks auftreten, ist es wichtig, diese ernst zu nehmen und umgehend einen Arzt zu informieren, bevor sie sich zu einem vollen Liquorunterdrucksyndrom entwickeln. Wird ein Leck festgestellt, kann es an der Punktionsstelle mithilfe von Eigenblut des Patienten verschlossen werden. Bei diesem Verfahren, das als "Blutpflaster" bezeichnet wird, nutzt man die Blutgerinnung zur Abdichtung - es ist in der Regel sehr wirksam. Die Dauer des Liquorunterdrucksyndroms kann stark variieren. Die Beschwerden können einige Tage bis mehrere Wochen anhalten, je nachdem, wie schnell und wie viel Liquor austritt. In schweren oder chronischen Fällen können die Symptome sogar über Monate bestehen bleiben. Der Schlüssel zu einer schnellen Genesung liegt in einer frühen Diagnose und einer raschen Behandlung, die Bettruhe, ausreichende Flüssigkeitszufuhr und gegebenenfalls das Blutpflasterverfahren umfasst. Die Folgen eines unbehandelten Liquorunterdrucksyndroms können sehr ernst sein. Neben starken Kopfschmerzen und möglichen Hörschwierigkeiten, die den Alltag erheblich beeinträchtigen, kann es auch zu „Einklemmungen“ kommen. Dabei sackt das Gehirn aufgrund des verminderten Drucks nach unten ab und kann an der Schädelbasis eingeklemmt werden. Da sich dort die Zentren für lebenswichtige Funktionen wie das Atmen befinden, kann dies zu lebensbedrohlichen Zuständen führen.

Wann sollte man einen Arzt aufsuchen?

Insgesamt ist es wichtig, auf die Signale des Körpers zu hören und bei anhaltenden oder starken Schmerzen einen Arzt zu konsultieren. Seltene, aber ernsthafte Komplikationen können Infektionen oder Blutungen sein. Rückenschmerzen treten häufig aufgrund der Gewebereizung und Nervenirritation durch den Nadeleinstich auf. In der Regel klingen die Schmerzen innerhalb weniger Tage ab.

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Cauda-equina-Syndrom

In seltenen Fällen kann eine Lumbalpunktion ein Cauda-equina-Syndrom auslösen. Das Cauda-equina-Syndrom oder Kaudasyndrom ist ein sehr seltener neurologischer Notfall, bei dem es zu einer Schädigung der Nervenwurzeln des unteren Rückenmarks kommt. Neben starken Rückenschmerzen drohen dabei u.a. Gefühlsstörungen, Lähmungen und der Verlust der Blasenkontrolle. Meist ist ein mechanisches Problem im Wirbelkanal die Ursache, z. B. ein Bandscheibenvorfall oder eine Spinalkanalstenose. Sehr selten wird das Cauda-equina-Syndrom auch durch einen ärztlichen Eingriff ausgelöst. Behandelt wird das Cauda-equina-Syndrom durch eine Operation.

Tipps zur Vorbeugung von Steißbeinschmerzen nach Lumbalpunktion

  • Schonung und Ruhe: Vermeiden Sie anstrengende Aktivitäten unmittelbar nach der Punktion.
  • Richtige Körperhaltung: Achten Sie auf eine ergonomische Haltung, insbesondere beim Sitzen.
  • Flüssigkeitszufuhr: Trinken Sie ausreichend Wasser, um den Druck im Rückenmarkskanal zu stabilisieren.

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