Naproxen bei Menstrueller Migräne: Wirkung, Anwendung und Hinweise

Naproxen ist ein nicht-steroidales Antirheumatikum (NSAR), das zur Behandlung von Schmerzen, Entzündungen und Fieber eingesetzt wird. Besonders bei menstrueller Migräne kann Naproxen eine wirksame Option sein. Dieser Artikel beleuchtet die Wirkweise, Anwendung, Dosierung und wichtige Hinweise zu Naproxen, insbesondere im Zusammenhang mit menstrueller Migräne.

Wirkweise von Naproxen

Naproxen wirkt schmerzlindernd, fiebersenkend und entzündungshemmend. Es hemmt die Bildung von Prostaglandinen, bestimmten Botenstoffen im Körper, die Entzündungen und Schmerzen verursachen. Der Arzneistoff weist zudem antirheumatische Eigenschaften auf. Naproxen blockiert die Cyclooxygenasen (COX) COX-1 und COX-2, wodurch die Bildung von Prostaglandinen reduziert wird. Da Prostaglandine auch die schützende Magenschleimhaut aufbauen, ist als Nebenwirkung eine Reduktion der Schleimschicht zu beachten. Die COX-Hemmung führt zudem zu einer vermehrten Bildung von Leukotrienen, was bei Asthmatikern das Risiko für eine Bronchokonstriktion erhöhen kann.

Anwendungsgebiete von Naproxen

Naproxen wird bei verschiedenen Erkrankungen und Beschwerden eingesetzt, darunter:

  • Akute Gelenkentzündungen
  • Gichtanfall
  • Chronische Gelenkentzündungen (z.B. chronische Polyarthritis)
  • Entzündlich-rheumatische Wirbelsäulenleiden (z.B. Morbus Bechterew)
  • Arthrose
  • Weichteilrheumatismus
  • Schmerzhafte Schwellungen nach Verletzungen
  • Schmerzen und Krämpfe während der Menstruation (Regelschmerzen)
  • Migräne

Naproxen bei Menstrueller Migräne

Migräne tritt zwei- bis dreimal häufiger bei Frauen als bei Männern auf und ist die häufigste Ursache für Behinderungen bei Frauen im Alter von 15 bis 49 Jahren. Die menstruelle Migräne ist eine besondere Form der Migräne, die im zeitlichen Zusammenhang mit der Menstruation auftritt. Bisherige Untersuchungen legen nahe, dass die Attacken um die Menstruation herum vermutlich durch den physiologischen, prämenstruellen Abfall des Östrogenspiegels getriggert werden. Die während der Menstruation freigesetzten Prostaglandine können migräneartige Kopfschmerzen auslösen.

Kurzzeitprophylaxe mit Naproxen

Bei der menstruellen Migräne kann eine Kurzzeitprophylaxe mit Naproxen sinnvoll sein. Dabei nehmen die Betroffenen zwei Tage vor Menstruationsbeginn fünf Tage lang ein- bis zweimal täglich Naproxen 500 mg ein. Studien belegen die Wirksamkeit der Triptane, allerdings ist diese bei der menstruellen Migräne vermindert. Die Kombination mit einem NSAR wie Naproxen kann deshalb von Vorteil sein.

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Dosierung von Naproxen bei Regelschmerzen

Für die Behandlung von Regelschmerzen werden folgende Dosierungen empfohlen:

  • Erstdosis: ½-1 Tablette
  • Folgedosis: ½ Tablette im Abstand von 8-12 Stunden
  • Höchstdosis: 1½ Tabletten pro Tag

Die Einnahme sollte bei Auftreten von Beschwerden und vor der Mahlzeit erfolgen.

Dosierung von NAPROXEN AL 500 Tabletten

Die Dosierung von Naproxen AL 500 Tabletten variiert je nach Anwendungsgebiet:

  • Allgemeine Dosierungsempfehlung - Behandlungsbeginn:
    • Erwachsene: ½ bzw. 1 Tablette 2-mal täglich (morgens ½ Tablette und abends 1 Tablette oder umgekehrt) vor der Mahlzeit
    • Alternativ: 1½ Tabletten 1-mal täglich morgens oder abends vor der Mahlzeit
  • Allgemeine Dosierungsempfehlung - Folgebehandlung:
    • Erwachsene: ½ Tablette 2-mal täglich morgens und abends vor der Mahlzeit
    • Alternativ: 1 Tablette 1-mal täglich morgens oder abends vor der Mahlzeit
    • Höchstdosis: Unter ärztlicher Aufsicht kann die Dosis auf 2 Tabletten pro Tag erhöht werden.
  • Akuter Gichtanfall:
    • Erstdosis: 1½ Tabletten einmalig bei Auftreten von Beschwerden vor der Mahlzeit
    • Folgebehandlung: ½ Tablette 3-mal täglich im Abstand von 8 Stunden vor der Mahlzeit
  • Schmerzhafte Schwellungen nach Verletzungen:
    • Erstdosis: 1 Tablette einmalig bei Auftreten von Beschwerden vor der Mahlzeit
    • Folgebehandlung: ½ Tablette 1-3 mal täglich im Abstand von 6-8 Stunden vor der Mahlzeit

Anwendungshinweise

  • Die Gesamtdosis sollte nicht ohne Rücksprache mit einem Arzt oder Apotheker überschritten werden.
  • Nehmen Sie das Arzneimittel unzerkaut mit Flüssigkeit (z.B. 1 Glas Wasser) ein.
  • Die Anwendungsdauer richtet sich nach Art der Beschwerde und/oder Dauer der Erkrankung und wird deshalb nur von Ihrem Arzt bestimmt. Ohne ärztlichen Rat sollten Sie das Arzneimittel bei Regelschmerzen nicht länger als 4 Tage anwenden.
  • Die Einnahme auf nüchternen Magen fördert den Wirkungseintritt.
  • Das Präparat ist in 2 dosisgleiche Hälften teilbar.
  • Mörsern zur erleichterten Einnahme ist möglich (off-label). Suspendieren zur erleichterten Einnahme ist möglich (off-label). Die Tablette zerfällt innerhalb von 30 Minuten.

Gegenanzeigen

Naproxen sollte in folgenden Fällen nicht angewendet werden:

  • Überempfindlichkeit gegen die Inhaltsstoffe
  • Blutbildungsstörungen
  • Geschwüre im Verdauungstrakt, auch in der Vorgeschichte
  • Blutungen im Magen-Darm-Trakt
  • Magen-Darm-Durchbruch, in der Vorgeschichte in Zusammenhang mit der Einnahme bestimmter Arzneimittel (nichtsteroidale Antirheumatika/Antiphlogistika)
  • Aktive Blutungen (z.B. Hirnblutungen)
  • Stark eingeschränkte Leberfunktion
  • Stark eingeschränkte Nierenfunktion
  • Schwere Herzschwäche
  • Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren

Unter Umständen ist Vorsicht geboten bei:

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  • Magen-Darm-Beschwerden, auch in der Vorgeschichte
  • Entzündliche Darmerkrankungen, auch in der Vorgeschichte (z.B. Colitis ulcerosa, Morbus Crohn)
  • Blutgerinnungsstörung
  • Durchblutungsstörungen der Peripherie oder der Hirngefäße
  • Koronare Herzkrankheit
  • Herzerkrankungen
  • Erhöhte Risikofaktoren für Gefäßverengung (z.B. Rauchen, Diabetes mellitus, erhöhte Fettkonzentration im Blut, Bluthochdruck)
  • Porphyrie
  • Kollagenosen (z.B. Lupus erythematodes, Mischkollagenose)
  • Kurz zuvor stattgefundene größere Operation
  • Ältere Patienten (Behandlung sollte gut abgestimmt und sorgfältig überwacht werden)

Schwangerschaft und Stillzeit

Naproxen sollte während der Schwangerschaft, insbesondere im letzten Drittel, vermieden werden. Im ersten und zweiten Schwangerschaftsdrittel sowie in der Stillzeit sollten alternative Wirkstoffe wie Paracetamol oder Ibuprofen bevorzugt werden. Eine Anwendung ist bei zwingender Notwendigkeit und nach ärztlicher Konsultation aber möglich. Naproxen geht in die Muttermilch über und sollte vorsichtshalber in der Stillzeit gemieden werden. Eventuell ist ein Abstillen in Erwägung zu ziehen.

Wichtige Hinweise

  • Das Reaktionsvermögen kann auch bei bestimmungsgemäßem Gebrauch beeinträchtigt sein. Achten Sie vor allem darauf, wenn Sie am Straßenverkehr teilnehmen oder Maschinen bedienen.
  • Vermeiden Sie übermäßige UV-Strahlung, da die Haut während der Anwendung des Arzneimittels empfindlicher reagiert.
  • Bei dauerhafter Anwendung von Schmerzmitteln können Kopfschmerzen auftreten, die durch das Schmerzmittel erzeugt werden. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt, um zu verhindern, dass Ihre Kopfschmerzen chronisch werden.
  • Die gewohnheitsmäßige Anwendung von Schmerzmitteln kann zu einer dauerhaften Nierenschädigung führen.
  • Vorsicht bei Patienten mit Nasenpolypen, chronischen Atemwegsinfektionen, Asthma oder mit Neigung zu allergischen Reaktionen.
  • Vorsicht bei Allergie gegen Schmerzmittel!
  • Vorsicht bei einer Unverträglichkeit gegenüber Lactose.
  • Es kann Arzneimittel geben, mit denen Wechselwirkungen auftreten. Sie sollten deswegen generell vor der Behandlung mit einem neuen Arzneimittel jedes andere, das Sie bereits anwenden, dem Arzt oder Apotheker angeben.
  • Alkoholgenuss soll während einer Dauerbehandlung möglichst vermieden werden. Gelegentlicher Alkoholkonsum in kleinen Mengen ist erlaubt, aber nicht zusammen mit dem Medikament.

Nebenwirkungen

Zu den häufigsten Nebenwirkungen von Naproxen zählen Magen-Darm-Störungen wie Übelkeit, Erbrechen und Durchfall. Seltener treten Schwindel, Seh- und Hörstörungen sowie Reizbarkeit auf. Exantheme oder Angioödeme sind selten.

Weitere mögliche Nebenwirkungen sind:

  • Magen-Darm-Beschwerden (z.B. Sodbrennen, Verstopfung, Blähungen, Bauchschmerzen, Blutungen, Geschwüre, Entzündungen der Mundschleimhaut, Läsionen in der Speiseröhre)
  • Kopfschmerzen, Schwindel, Müdigkeit, Schlaflosigkeit, Erregung
  • Hörstörungen, Tinnitus
  • Sehstörungen
  • Anfälle von Atemnot, Verengung der Atemwege, Lungenentzündung
  • Überempfindlichkeitsreaktionen der Haut (z.B. Juckreiz, Hautausschlag, erhöhte Lichtempfindlichkeit, Angioneurotisches Ödem, Hautblutungen, Haarausfall)
  • Wassereinlagerungen (Ödeme)
  • Leberfunktionsstörungen
  • Nierenentzündung, Nierenfunktionsstörungen bis zum Nierenversagen
  • Verstärkung einer chronischen Entzündung von Magen-Darm-Bereichen (Morbus Crohn) oder einer chronisch-entzündlichen Darmerkrankung (Colitis ulcerosa)

Bemerken Sie eine Befindlichkeitsstörung oder Veränderung während der Behandlung, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

Wechselwirkungen

Wechselwirkungen bestehen mit Digoxin, Phenytoin und Glukokortikoiden. Wenden Sie mehrere Arzneimittel gleichzeitig an, kann es zu Wechselwirkungen zwischen diesen kommen.

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