Schmerztherapie bei Migräne: Eine kritische Analyse der Sommerfeld-Methoden

Die Behandlung von Migräne ist ein komplexes Feld, in dem verschiedene Therapieansätze zur Anwendung kommen. Die Sommerfeld-Methoden, die in der Schmerzklinik Sommerfeld angeboten werden, sollen hier kritisch beleuchtet werden. Dabei werden sowohl positive als auch negative Erfahrungen von Patienten berücksichtigt, um ein umfassendes Bild der Wirksamkeit und Patientenzufriedenheit zu erhalten.

Aufnahme und Erstuntersuchung

Einige Patienten berichten von einer gründlichen Erstuntersuchung durch die Stationsärzte bei der medizinischen Aufnahme. Dies wird als positiv hervorgehoben, da es den Eindruck erweckt, dass die Klinik sich Zeit nimmt, das individuelle Krankheitsbild zu erfassen.

Kritik an der Behandlung

Trotz anfänglich positiver Eindrücke äußern viele Patienten erhebliche Kritik an der weiteren Behandlung. Ein häufig genannter Kritikpunkt ist das Gefühl, nicht ernst genommen zu werden. Dies äußert sich beispielsweise darin, dass Therapiewünsche ignoriert oder Schmerzen nicht ausreichend berücksichtigt werden.

Fehlende Individualisierung der Therapie

Ein zentrales Problem scheint die mangelnde Individualisierung der Therapie zu sein. Patienten mit spezifischen Beschwerden, wie beispielsweise Knieschmerzen aufgrund von Arthrose, erhielten oft standardisierte Therapien, die primär auf Rückenbeschwerden ausgerichtet waren. Dies führte dazu, dass die eigentlichen Schmerzquellen nicht adäquat behandelt wurden. So berichtet ein Patient, dass er trotz Arthrose 3. Grades im Knie hauptsächlich Gruppentherapien für den Rücken erhielt und keine spezifischen Anwendungen für das Knie, wie Akupunktur oder Hydrotherapie.

Mangelnde Kommunikation und Aufklärung

Auch die Kommunikation zwischen Ärzten und Patienten wird kritisiert. Patienten bemängeln, dass sie nicht ausreichend über ihre Behandlung aufgeklärt wurden und ihre Fragen nicht beantwortet wurden. Ein Patient berichtet beispielsweise, dass er erst durch seine Neurochirurgin über die Infiltration aufgeklärt wurde, nachdem er von einem Oberarzt lediglich zwei Zettel mit Informationen erhalten hatte.

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Psychosomatisierung der Beschwerden

Ein weiterer Kritikpunkt ist die Tendenz, Schmerzen als psychosomatisch abzutun, insbesondere wenn keine eindeutige organische Ursache gefunden werden kann. Dies wird von Patienten als entwertend erlebt und führt zu dem Gefühl, nicht ernst genommen zu werden. Ein Patient berichtet, dass seine Ärzte und Spezialisten, die ihn behandeln, sicher unfähig seien, da seine Beschwerden als psychosomatisch abgetan wurden.

Organisatorische Mängel

Neben den medizinischen Aspekten werden auch organisatorische Mängel kritisiert. Dazu gehören lange Wartezeiten auf Termine, unzureichende Informationen über Therapieorte und Essensbestellungen sowie unfreundliches Personal. Ein Patient berichtet, dass er aufgrund eines Corona-Tests den ganzen Tag im Zimmer bleiben musste und keine Einweisung in die Klinikabläufe erhielt.

Positive Erfahrungen

Trotz der Kritik gibt es auch positive Erfahrungen. Einige Patienten loben die gründliche Aufnahmeuntersuchung und die Freundlichkeit des Pflegepersonals. Besonders hervorgehoben wird die Betreuung durch einzelne Ärzte, die sich Zeit für ihre Patienten nehmen und auf ihre individuellen Bedürfnisse eingehen. So wird beispielsweise die Aufnahme auf Station 8 durch Dr. Weißenh. als "Traum" beschrieben, da er sich gründlich um seine Patienten gekümmert und Blockaden gelöst habe.

Das ANOA-Konzept

Die Klinik und Tagesklinik für Manuelle Medizin in Sommerfeld arbeitet nach dem ANOA-Konzept (Arbeitsgemeinschaft nicht operativer orthopädisch manualmedizinischer Akutkliniken). Dieses Konzept basiert auf einer individualisierten, befundorientierten Behandlung auf neuroorthopädischer Grundlage unter Einbeziehung manualmedizinisch-funktioneller, schmerzmedizinischer und psychotherapeutischer Methoden. Die ANOA ist der Auffassung, dass nur im Rahmen einer ganzheitlichen Betrachtung langfristig wirksame Therapiekonzepte umgesetzt werden können.

Interventionelle Schmerztherapie

Die interventionelle Schmerztherapie ist ein weiterer wichtiger Bestandteil der Behandlung in Sommerfeld. Dabei werden modernste radiologische Diagnoseverfahren eingesetzt, um die Ursache der Schmerzen präzise zu lokalisieren und gezielt zu behandeln. Die Therapien finden meist unter Bildsteuerung moderner Computer- sowie Kernspintomographen statt, um ein Höchstmaß an Effektivität und Sicherheit zu gewährleisten.

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Studien und Veröffentlichungen

Die Schmerzklinik Sommerfeld und ihre Mitarbeiter sind aktiv in der Forschung und Lehre im Bereich der Schmerztherapie tätig. Zahlreiche Studien und Veröffentlichungen dokumentieren die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit verschiedenen Therapieansätzen und deren Wirksamkeit.

Beispiele für Publikationen

  • Scheller JS, Komann M, Weinmann C, Weinmann J, Heitfeld S, Mielke A, Scharnagel S, Pogatzki-Zahn E, Meissner WAuf der Sonnenseite des Lebens - Die Auswirkungen der Umgebungslichtintensität auf postoperatives Schmerzempfinden: Diese Studie untersucht den Einfluss der Umgebungslichtintensität auf das postoperative Schmerzempfinden.
  • Kaiser U, Schouten L, Hoffmann G, Preissler A, Adler F, Zinndorf L, Kästner A, Metz-Oster B, Höfner E, Lindena G, Pain 2.0-Team, Kohlmann T, Meyer-Moock S, Szczotkowski D, Geber C, Petzke F, Milch L, Gärtner AWie wirkt eine Intervention?: Diese Studie untersucht die Wirkungsweise einer Intervention im Bereich der Schmerztherapie.
  • Sabatowski R, Lux MP, Quandel THarnessing high-concentration (179mg) capsaicin patches for chemotherapy-induced peripheral neuropathy: Diese Studie untersucht die Wirksamkeit von hochkonzentrierten Capsaicin-Pflastern bei chemotherapieinduzierter peripherer Neuropathie.
  • Ruscheweyh R, Gaul C, Dresler T, Jürgens PT, Lewis D, Kraya T, Neeb L, Ruschil V, Goßrau GDer DMKG-Kopfschmerzkalender: Diese Publikation stellt den DMKG-Kopfschmerzkalender vor.
  • Lützner J, Deckert S, Lange T, Postler AE, Aringer M, Berth H, Bork H, Dreinhöfer KE, Günterh KP, Heller KD, Huber R, Kirschner S, Kladny B, Kopkow C, Sabatowski R, Stoeve J, Wagner R, Lützner CEvidenzbasierte und patientenzentrierte Indikationsstellung zur Knieendoprothese: Diese Publikation befasst sich mit der evidenzbasierten und patientenzentrierten Indikationsstellung zur Knieendoprothese.

Fazit

Die Schmerzklinik Sommerfeld bietet ein breites Spektrum an Therapieansätzen zur Behandlung von Migräne und anderen Schmerzerkrankungen. Während einige Patienten positive Erfahrungen machen und die gründliche Aufnahmeuntersuchung sowie die Betreuung durch einzelne Ärzte loben, äußern andere erhebliche Kritik an der mangelnden Individualisierung der Therapie, der Kommunikation und Aufklärung sowie organisatorischen Mängeln. Es ist daher ratsam, sich vor einer Behandlung in der Schmerzklinik Sommerfeld umfassend zu informieren und die eigenen Erwartungen realistisch einzuschätzen.

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tags: #schmerztherapie #migrane #sommerfeldt