Die Betreuung von Menschen mit Demenz stellt eine besondere Herausforderung dar, die sowohl Fachkräfte als auch Angehörige vor vielfältige Aufgaben stellt. Um diesen Anforderungen gerecht zu werden, sind fundierte Schulungen und Weiterbildungen unerlässlich. Im Raum Gummersbach und im Bergischen Land gibt es ein breites Spektrum an Angeboten, die darauf abzielen, die Kompetenzen von Betreuungskräften, Pflegepersonal und Angehörigen im Umgang mit Demenzerkrankten zu stärken.
Bedeutung von Schulungen in der Alzheimer-Begleitung
Um Menschen mit körperlicher oder geistiger Beeinträchtigung umfassend zu betreuen, ist mehr als reine körperliche Pflege erforderlich. Schulungen vermitteln das notwendige Wissen und die praktischen Fähigkeiten, um den besonderen Bedürfnissen von Menschen mit Demenz gerecht zu werden. Sie tragen dazu bei, das geistige und seelische Wohl der Betroffenen durch zwischenmenschliche Beschäftigung zu fördern und eine würdevolle Betreuung sicherzustellen.
Zielgruppen der Schulungen
Die Schulungsangebote richten sich an unterschiedliche Zielgruppen:
- Betreuungskräfte: Personen, die in Pflegeeinrichtungen oder ambulanten Diensten tätig sind und Menschen mit Demenz betreuen.
- Pflegepersonal: Fachkräfte, die ihre Kenntnisse und Fertigkeiten im Bereich der Demenzpflege vertiefen möchten.
- Angehörige: Familienmitglieder, die einen Angehörigen mit Demenz zu Hause betreuen und Unterstützung suchen.
- Ehrenamtliche: Engagierte Menschen, die sich ehrenamtlich in der Betreuung von Menschen mit Demenz einbringen möchten.
Inhalte und Schwerpunkte der Schulungen
Die Inhalte der Schulungen sind vielfältig und umfassen unter anderem:
- Grundlagenwissen über Demenzerkrankungen: Vermittlung von Informationen über die verschiedenen Formen der Demenz, ihre Ursachen, Symptome und den Verlauf der Erkrankung.
- Veränderungen der Lebensbedingungen im Alter: Verständnis für die besonderen Herausforderungen und Bedürfnisse älterer Menschen.
- Umgang mit veränderten Verhaltensweisen: Erlernen von Strategien zur Bewältigung von herausfordernden Verhaltensweisen wie Aggression, Unruhe oder Orientierungslosigkeit. Ein Kurs beschäftigt sich intensiv mit dem Umgang mit Aggressionen und dem Erkennen von Emotionen.
- Kommunikation mit Menschen mit Demenz: Entwicklung von Kommunikationsstrategien, die auf die eingeschränkten sprachlichen Fähigkeiten der Betroffenen eingehen. Ein weiterer Kurs beschäftigt sich intensiv mit der Kommunikation und ist gezielt auf die Tätigkeit von Betreuungskräften ausgerichtet. Ein Kurs beschäftigt sich intensiv mit der Kommunikation mit Hörgeschädigten und ist gezielt auf die Tätigkeit von Betreuungskräften ausgerichtet, um ihren Umgang mit Betroffenen sowie deren Alltag zu erleichtern.
- Aktivierung und Beschäftigung: Kennenlernen von Beschäftigungsangeboten, die die kognitiven und motorischen Fähigkeiten der Betroffenen fördern und ihre Lebensqualität verbessern. Dieser Kurs beschäftigt sich intensiv mit der Aktivierung und Beschäftigung für Menschen mit körperlicher Beeinträchtigung und Demenz am Arbeitsplatz.
- Pflegeversicherung und rechtliche Aspekte: Informationen über Leistungen der Pflegeversicherung, Betreuungs- und Vorsorgevollmachten sowie andere rechtliche Rahmenbedingungen.
- Einfache Hilfen in der Pflege: Vermittlung von praktischen Fertigkeiten für die Unterstützung bei der Körperpflege, Ernährung und Mobilität. Der Kurs, eine einjährige Berufserfahrung in rechnerischer Vollzeit in der Pflege und ein dreimonatiges Praktikum in rechnerischer Vollzeit ermöglichen sonstigen geeigneten Kräften Behandlungspflegen der Leistungsgruppen 1 und 2. Der Kurs mit insgesamt 300 Theoriestunden und drei strukturierten Praxisblöcken von jeweils 4 Wochen in Ihrem Pflegedienst qualifiziert ambulante Pflegeassistenten/innen für die Durchführung von Behandlungspflegen der Leistungsgruppen 1 und 2. Als verantwortliche Pflegefachkraft vertiefen Sie Ihre Kenntnisse bei der Versorgung von Menschen mit chronischen Wunden.
- Verhalten in häuslichen Notfallsituationen: Schulung für den Umgang mit Notfällen im häuslichen Umfeld.
- Umgang mit Sterben und Tod: Dieser Kurs beschäftigt sich intensiv mit dem Umgang mit Sterben und Tod sowie der Trauerarbeit mit den Angehörigen.
- Umgang mit Alkohol- und Suchtkranken: Dieser Kurs beschäftigt sich intensiv mit dem Umgang von Alkohol- und Suchtkrankten.
- Selbstpflege bei psychischen Belastungen: Dieser Kurs beschäftigt sich intensiv mit der Selbstpflege bei psychischen Belastungen am Arbeitsplatz mit entsprechender Ausrichtung.
Anbieter von Schulungen im Raum Gummersbach und Bergisches Land
Ein wichtiger Akteur im Bereich der Schulungen zur Alzheimer-Begleitung ist die Alzheimer Gesellschaft im Bergischen Land e.V. mit Sitz in Wiehl. Sie bietet regelmäßig Schulungen für Betreuungskräfte, Angehörige und ehrenamtliche Helfer an. Die Schulungen umfassen in der Regel 42 Unterrichtsstunden und werden von erfahrenen Fachkräften geleitet. Nach erfolgreicher Beendigung erhalten die Teilnehmer ein Zertifikat.
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Die Alzheimer Gesellschaft im Bergischen Land bietet eine Schulung für Betreuungskräfte an, die Menschen mit Demenz begleiten und betreuen wollen. Der Kurs ist auch für pflegende Angehörige geeignet. Hier werden Grundlagen über Demenzerkrankungen und deren Auswirkungen vermittelt, ferner Möglichkeiten des Zugangs zu den Kranken, wenn die sprachliche Verständigung schwieriger wird, Hilfen im alltäglichen Umgang mit den Erkrankten sowie die wichtigsten Bestimmungen der Pflegeversicherung und einfache pflegerische Handgriffe. Die Schulung umfasst 42 Unterrichtsstunden (ab 16. September jeweils samstags (9:30 bis 15 Uhr) sowie montags (17 bis 19:30 Uhr), entspricht den Bestimmungen der Pflegeversicherung und ist anerkannt vom Oberbergischen Kreis. Nach erfolgreicher Beendigung erhalten die Teilnehmer ein Zertifikat. Die Gebühr beträgt 220 Euro. Die Alzheimer Gesellschaft im Bergischen Land e.V. mit Sitz in der Hauptraße 33, 51674 Wiehl, bietet umfassende Unterstützung für Menschen mit Demenzerkrankungen sowie deren Angehörige. Der Verein ist spezialisiert auf Beratung, Hilfe, Fortbildungen und Schulungen rund um das Thema Demenz.
Neben der Alzheimer Gesellschaft gibt es weitere Anbieter von Schulungen und Weiterbildungen im Bereich der Demenzpflege, darunter:
- Pflegedienste: Viele ambulante Pflegedienste bieten interne Schulungen für ihre Mitarbeiter an, um die Qualität der Betreuung sicherzustellen.
- Bildungseinrichtungen: Einige Bildungseinrichtungen bieten Kurse und Seminare zum Thema Demenz an, die sich an Fachkräfte und interessierte Laien richten.
- Krankenhäuser und Kliniken: Einige Krankenhäuser und Kliniken bieten Fortbildungen für ihr Pflegepersonal an, um die Versorgung von Menschen mit Demenz zu verbessern.
Eine Übersicht über aktuelle Schulungsangebote und Ansprechpartner finden Sie auf den Webseiten der genannten Organisationen sowie auf den Seiten der Gerontopsychiatrie des Klinikum Oberberg.
Weitere Unterstützungsangebote für Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen
Neben den Schulungen gibt es im Raum Gummersbach und im Bergischen Land eine Vielzahl weiterer Unterstützungsangebote für Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen:
- Beratungsstellen: Beratungsstellen der Senioren- und Pflegeberatung informieren zum Krankheitsbild Demenz, Therapien, Entlastungsmöglichkeiten, Wohnen mit Demenz oder Leistungen der Pflegeversicherung. In Wiehl erfolgt die offizielle Beratung und Unterstützung zu Demenzerkrankungen und Pflegefragen unter anderem durch die Alzheimer Gesellschaft im Bergischen Land e.V. sowie kommunale Pflegestützpunkte und Seniorenberatungsstellen.
- Tagespflege: Tagespflege eignet sich für Menschen die tagsüber Betreuung benötigen, da sie nicht in ihrer Wohnung versorgt werden können. Tagespflegeeinrichtungen sind zwischen 5 und 7 Tagen die Woche geöffnet. Zudem gibt es einen Fahrdienst. Die Alzheimer Gesellschaft engagiert sich auch für Tagespflegeangebote, die speziell auf die Bedürfnisse von Menschen mit Demenz zugeschnitten sind. Diese Tagespflege unterstützt sowohl die betroffenen Personen durch speziell geschulte Betreuung als auch ihre Angehörigen, indem sie Entlastung im Alltag bietet.
- Ambulante Pflegedienste: Viele (ambulante) Pflegedienste bieten hauswirtschaftliche Dienste (Putzen, Kochen, Einkaufen…) an. Zusätzlich angebotene häusliche Besuchsdienste können bei gegebenen Voraussetzungen nach § 45 SGB XI von der Pflegeversicherung erstattet werden. Nach dem Pflegeneuausrichtungsgesetz können außer Grundpflege und hauswirtschaftlichen Leistungen auch Betreuungsleistungen im Rahmen der Pflegesachleistung erstattet werden.
- Selbsthilfegruppen: Selbsthilfegruppen bieten die Möglichkeit zum Austausch mit anderen Betroffenen und zur gegenseitigen Unterstützung.
- Stationäre Pflegeeinrichtungen: Es gibt stationäre Pflegeeinrichtungen mit speziellen Wohnbereichen und Pflegekonzepten für Menschen mit Demenz. Sie rücken in den Fokus, wenn Menschen rund um die Uhr betreut werden müssen und nicht mehr allein in Ihrer Wohnung leben können. Leistungen der Pflegeversicherung für die stationäre Unterbringung sind abhängig von der Einstufung in einen Pflegegrad.
- Hausgemeinschaften: 8-12 Personen leben in einer gemeinsamen Wohnung mit Küche und Gemeinschaftsräumen. Die 24h-Versorung erfolgt durch Pflegekräfte ambulanter Pflegedienste. Neben der Pflege werden auch der Haushalt und das Gruppenleben organisiert. Hausgemeinschaft nennt man eine Gruppe oder einen Bereich innerhalb einer stationären Pflegeeinrichtung. Die Teilnehmenden werden in einer kleinen Gruppe rund um die Uhr betreut.
- Kurzzeitpflege: Bei Krankheit oder Urlaub der pflegenden Angehörigen kann die Pflegeversicherung die Kosten für eine Kurzzeitpflege in einer stationären Pflegeeinrichtung übernehmen. Auch in Übergangssituationen (im Anschluss an einen stationären Krankenhausaufenthalt, zur Vorbereitung auf die Pflege in der eigenen Häuslichkeit) kann sich die Kurzzeitpflege als Lösung anbieten.
- Rechtliche Betreuung: Wenn eine Volljährige Person ihre persönlichen Angelegenheiten, zum Beispiel die Vertretung bei Behörden, die Krankenversicherungsangelegenheiten oder die Einwilligung in eine ärztliche Behandlung, wegen einer Krankheit oder Behinderung nicht selber erledigen kann, kann ihr durch das Betreuungsgericht auf Antrag oder von Amts wegen ein rechtlicher Betreuer bzw. Betreuungsvereine führen keine Rechtsberatung durch.
Finanzielle Unterstützung
Es besteht für Menschen mit Demenz die Möglichkeit, die Kosten für Betreuungs- und Entlastungsangebote in Höhe von bis zu 125 € monatlich (ggf. zzgl. 40 % der Sachleistung) unter bestimmten Voraussetzungen (u.a. Feststellung durch den Medizinischen Dienst der Krankenkassen) von der Pflegeversicherung erstattet zu bekommen. Dies gilt für Angebote, die nach der AnFöVO anerkannt sind und für solche, die von ambulanten Pflegediensten durchgeführt werden.
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Bedeutung der ehrenamtlichen Unterstützung
Viele Menschen engagieren sich ehrenamtlich in der Betreuung von Menschen mit Demenz. Sie besuchen die Betroffenen zu Hause, begleiten sie bei Spaziergängen oder unterstützen sie bei der Teilnahme an Freizeitaktivitäten. Ehrenamtliche Helfer leisten einen wertvollen Beitrag zur Lebensqualität von Menschen mit Demenz und entlasten gleichzeitig die pflegenden Angehörigen. Die Alzheimer Gesellschaft im Bergischen Land e. V. bietet die Möglichkeit, stundenweise als Demenzbegleiterin tätig zu sein.
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