Dieser Artikel taucht ein in die vielfältige Welt der Musik, abseits der ausgetretenen Pfade des Mainstreams. Im Fokus stehen aktuelle Veröffentlichungen auf Plattformen wie Bandcamp, aber auch andere musikalische Fundstücke, die eine nähere Betrachtung verdienen. Von energiegeladenem Punkrock über experimentellen Death Metal bis hin zu melancholischen Klängen ist für jeden Geschmack etwas dabei - nur eben nichts für schwache Nerven.
Schwache Nerven und Streit: Eine explosive Split-LP
Die Split-LP von Schwache Nerven und Streit ist ein Paradebeispiel für die Energie und Vielfalt der Punkrock-Szene. Zwei Bandnamen, die treffender nicht zusammenpassen könnten, liefern hier einen Schlagabtausch der Extraklasse.
Streit überzeugt mit rasend schnellem Punk, der nach vorne treibt und dabei auch noch Spaß macht. Die klugen Texte kritisieren Leistungsgesellschaft, Polizeistaat und Machogehabe.
Schwache Nerven legen noch eine Schippe drauf und präsentieren „sometimes powersilence“, wie die Band aus Göttingen sich selbst auf ihrer Bandcamp-Seite beschreibt. 15 Songs in knappen elf Minuten - ein kraftvolles Geballer mit cleveren Texten, die mehr als nur persönlich sind. Die Produktion ist gut und die Texte sind clever.
Turbostaat: Punkrock mit Haltung
Turbostaat, eine Band, die wahrscheinlich keine Promos mehr an kleine Fanzines verschickt, bekommt hier trotzdem ein Review „aufgedrückt“. Der Opener „affenstrasse“ kommt mit trockener, klirrender Gitarre daher. Alles klingt erwartbar, denn warum sollte Turbostaat auch etwas an ihrem Signature-Sound ändern?
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Die Band ist eher dem Indie als dem Punk zuzuordnen. Unabhängig von Turbostaat fällt auf, dass Punkrock schlechte Laune haben darf, ja sogar muss. Gute Laune ist Popmusik und Kritik an sozialen und politischen Missständen macht mit guter Laune wenig Sinn. Turbostaat sind in Haltung und Herangehensweise Punk. Das wird wohl auch immer so bleiben. Die Band macht eher Midtempo-Punk, ähnlich wie Duesenjaeger, mit wenigen temporeichen Ausbrechern. Wut auszudrücken hat nicht unbedingt etwas damit zu tun, die Verstärker so laut wie möglich aufzudrehen und das Publikum anzuschreien.
Die Lyrics drehen sich viel um das, was die Menschen in der Turbostaat’schen Heimat umtreibt, um den „Stillstand tief in ihrem Gesicht“. Es geht viel um Glauben, um ein „altes Bild, das ständig von der Wand“ fällt. Das Songwriting hat sich ein wenig verändert. Ein paar neue Sounds auf den Gitarren, minimalistisch weiterhin, aber man kann ihnen einfach folgen. Da ist ein „Peitschen“-Sound auf der Snare. Taktwechsel gibt es in „nachschimmel“, der Ausbruch ist auf Seite 2 in „winograd“. Die Platte endet mit „jedermannsend“, einem Abschied von einer sehr liebgewonnenen Person. Eine schöne Platte mal wieder, mit Booklet und einem außergewöhnlichen Cover.
Ostsaarzorn #5: Ein Fachjournal für Punk global
Das Ostsaarzorn #5 ist die Ausgabe „punk global“ vom Sommer 2024. Ein Fachjournal für Punk mit 216 Seiten. Nach dem Durchblättern und Checken der Reviews fällt der erste Eindruck „viel Oi“ auf. Überraschend und erfreulich sind die Artikel über Südafrika, insbesondere der Bericht über NATIONAL WAKE, eine Band mit zwei schwarzen und zwei weißen Musikern, was zur Zeit der Apartheid sehr mutig war. Ein Interview-Bericht mit Ivan Kadey, Gitarre, Vocals. Außerdem eine ausgiebige Lesetour durch diverse AZ’s für die Ausgabe #4 zum Thema „jewishness“. Eine klare Kaufempfehlung.
Finding Harbours und Losing Sleep: Eine Split MC im Emo-Gewand
Finding Harbours und Losing Sleep, zwei Bands, die sich schon lange kennen und einige Konzerte zusammen gespielt haben, präsentieren eine Split MC. Finding Harbours sind eine professionelle Weiterentwicklung mit zeitgemäßem Sound und coolem Songwriting. Jables, ein Multitalent an vielen Instrumenten, spielt hier den Bass und gibt diesem durch die Instrumentenauswahl einen ganz besonderen Klang. Namedropping ist schwierig, da hier zu wenig Ahnung von all den Emo-Bands vorhanden ist, die mit Gitarren und ohne große Effekt-Unterstützung ihren Sound machen. Die Refrains der einzelnen Songs werden repetitiv wiederholt, was wohl zu dem Teil Emo gehört, der aus dem Pop kommt. Der erste Song „fear of missing out“ hat eine super Bass-Line und ist mega-cachy. Beide EPs sind super. Manchmal erinnert das an Blink812.
Losing Sleep auf Seite zwei sind etwas zu poppig geraten. Ein sehr schmeichelhafter Sound, schön gespielt und mit schönen Kompositionen. Zum Abschluss ein toller Song „tiny footsteps“, sehr schön atmosphärisch.
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EA80: Düster und sperrig wie eh und je
Die TAZ schrieb schon über die Platte. EA80 nutzen die Gelegenheiten nach dem Motto „wenn nicht jetzt, wann dann“ und spielen reichlich Konzerte. Die Musik auf der Platte ist typisch für EA80: „radar“ auf der zweiten Seite ist das, was viele Bands inspiriert hat, diesen düsteren Sound zu machen. Im OX #39 aus dem Jahr 2000 gab es eines der seltenen Interviews mit Joachim Hiller, in dem er etwas über die Zukunft der Band verriet. „scherbe“ ist auch ein typischer EA80 Song, der einige Gemüter begeistern wird, aber nicht das eigene. „kapitulation“ macht einen Abschluss, der so ist, wie er sein muss: sperrig, kleine Momente, die erfreuen, Abwandlungen von dem, was sie eigentlich schon immer machen.
Pöbel & Gesocks und die Oetinger Villa: Ein Konzertabend in Darmstadt
Ein Ausflug nach Darmstadt zu einem Konzert von Pöbel & Gesocks. Da die Gastronomen der Pizzaria Da Guiseppe die letzten zwei Male in der Oetinger Villa immer in Urlaub waren, gelang es diesmal endlich, dort einzukehren. Die Pizza war „nur ok“, aber es gab Bier aus der Brauerei Faust. .n stellte sich eine „Pizza .n“ zusammen, mit Thunfisch, Salami, Sardellen und schwarzen Oliven.
Opener waren Kommando Schimmelkotze aus Darmstadt, eine stabile Deutschpunk-Geschichte. Die Sängerin quietscht und zetert irgendwo zwischen Hans-A-Plast und Östro 430, der schnelle Gesang bringt eine peppige Hektik in das vier-Viertel-Deutschpunk-Gefüge der Band. Auch der Drummer übernimmt bemerkenswert kräftig dargebotene Vocalparts. Detlef zum ersten Mal live zu sehen war eine große Freude. Es war geil zu erleben, wie toll die Band die mehrstimmig komponierten Gesänge auch auf der Bühne zur Geltung bringt. Detlef Damm am Bass steht voll im Saft - solides Bassspiel auf dem Rickenbacher, voller Gesang und Ansagen, die auch bei einer Coverband auf einer Ü40 Party für Stimmung gesorgt hätten. Chefdenker heizten dem Saal in jeglichem Sinne ein. Sie spielten die alten Hits und auch viele neue. Das aktuelle Album der Band hatte ich mir mit etwas Verzögerung sehr intensiv eingefahren, nachdem ich nach anfänglichen Einstiegsschwierigkeiten dann doch großen Gefallen daran gefunden hatte. Die Bude war bei allen drei Bands gerammelt voll und Chefdenker als Headliner brannten erfolgreich ein stadionpunkrockiges Feuerwerk vor einem tanzlustigen Publikum ab.
Horstklub Konstanz: 10 Jahre DIY-Kultur
Der Horstklub in Kreuzlingen, direkt angrenzend an Konstanz in der Schweiz, feierte sein 10-jähriges Bestehen mit einer Compilation. Unfassbar viele internationale Bands haben den Horstklub angesteuert. Alles DIY, alles ein Kollektiv von Menschen, die Bock haben, einer grauen Stadt einen bunten Sinn zu geben. Kraus Glucke Weltverschwörung aus Konstanz haben den Titeltrack zur Compilation beigetragen. Ebenso gibt es von den Pershing Boys einen „Horst-Track“, auch von Ravage Fix. Die Compilation gibt es im Doppelpack, entweder in rot-transparent oder in schwarz, mit 10-seitigem Booklet.
Geschrei, Gebrüll und Geballer: Ein Tape von Puzzle Records
Ein Tape von Puzzle Records bietet Geschrei, Gekeife, Gebrüll, Gezeter und dazu Geballer. Eine Drummachine from Hell. Zwischendurch immer mal elektronische Beats, man wird hin und hergeworfen zwischen Ernsthaftigkeit der Themenauswahl und der Ironie, die darin steckt. Die Dosis schillernder Abnormität wurde erhöht, die Emotionen arbiträrer denn je kanalisiert, die Grenzen erneut erreicht. Songs über alltägliche sexistische Erfahrungen von FLINTAs, die Ausbeutung menschlicher Gesundheit, den globalen Rechtsrutsch samt seiner zahlreichen horrenden Ereignisse, die Zerstörung unserer Biosphäre und damit das Ende des Planeten Erde. Es geht um die Unerträglichkeit des Mackertum, ein Aufruf zur Gottlosigkeit, die Unerschöpflichkeit des Wesen Mensch seinen Planeten zu zerstören.
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Dead Pioneers: Indigenous Fronted Punk mit Tiefgang
Die Dead Pioneers, eine Band, die sich selbst als „indigenous fronted“ beschreibt, haben mit ihrer Platte im Herbst 2023 etwas zu sagen. Ein Interview im OX-Fanzine ist der richtige Platz dafür. Nicht wegen der schieren Größe der Crowd, die die Band abfeiert, sondern weil sie wirklich Menschen erreichen für ihre Inhalte. „we were punk first“ startet als klassischer Punksong, der in ein paar Zeilen nach vorne ballert, dann in Spoken Word übergeht. Schwarze haben wohl diesen Proto-Punk mit erfunden. Der Bandname ist in Anlehnung an The Last Poets, eine afroamerikanische Gruppe von Dichterinnen und Künstlerinnen, die in den 1960er Jahren gegründet wurde. Einige Stücke sind einfach nur unterlegt mit Gitarren-Sounds. Das ist nicht meganoisig und krass, sondern einfach eine Atmosphäre. „bad indian“ ist ein wahrlich zynischer und harter Track. Gregg erzählt in den Songs über seine Erlebnisse, den Alltagsrassismus, der ihm überall begegnet. Er formt in seinen Worten die Sozialkritik um in politische Statements, ohne je eine hohle Phrase gedroschen zu haben. Er besitzt die Selbstreflektiertheit, über sich selbst ironisch zu sprechen und dann einen Text rauszuhauen wie „this is not a political song“. Ein fast 5 minütiges Stück, groovy, sehr gut zu folgen, man hat nie das Gefühl, dass einem hier eine Meinung aufgedrückt wird, ein politischer Wunsch geäußert wird, was man zu tun hat. Der letzte Track „noone owns anything and death is real“ erinnert an Bad Brains oder Dead Kennedys. Es geht nur nie ums Gitarrenriff, dass das hängenbleibt. Trotz des einen sehr langen Tracks ist die Platte nur 22 Minuten lang, beinhaltet viele Worte in 12 Songs.
Drachenmädchen Nummer 15: Kolumnen, Gedichte und mehr
Das Drachenmädchen Nummer 15 hat sich mehr zu einer Sammlung von Kolumnen, Gedichten, Berichten und ein paar Reviews verändert. Früher war da mehr Interview.
REPUKED: Death Metal mit schwarzem Humor
Mit ihrem vierten Studioalbum "Club Squirting Blood" melden sich die verrückten schwedischen REPUKED eindrucksvoll zurück. Das Album bietet rohen Death Metal, durchsetzt mit schwarzem Humor und provokativen Themen. REPUKED liefern wieder einmal ein starkes Old-School-Death-Metal-Brett, jedoch anständig mit einer extra Portion Dreck und Groove beschmiert. Tracks wie „Dark Purge Fluid“ und „Crotch Rot“ heben sich durch ihre dichte Produktion hervor. Die Texte und Songtitel sind nichts für zarte Gemüter. Die Atmosphäre des Albums ist absichtlich überzeichnet und grotesk, mit einem Augenzwinkern an das Publikum, das diese Art von „kranker“ Unterhaltung zu schätzen weiß. Der Titeltrack „Club Squirting Blood“ sticht als ein Höhepunkt des Albums heraus, mit einem treibenden Rhythmus und besonders einprägsamen Riffs. "Club Squirting Blood" ist ein Album, das nichts zurückhält. REPUKED haben ein Werk geschaffen, das die Extreme des Death Metals auslotet, ohne Angst vor Tabubrüchen. Fans des Genres, die Bands wie AUTOPSY oder PUNGENT STENCH schätzen, werden hier voll auf ihre Kosten kommen. Es ist ein schmutziges, ehrliches und unterhaltsames Album, das die rohe Energie des Death Metals zelebriert.
Kirlian Camera interpretiert Pink Floyd
Kirlian Camera haben ihre ganz eigene Version des Pink Floyd-Klassikers „Julia Dream“ auf Bandcamp veröffentlicht. Wer auf spacigen Sound mit einer Prise Melancholie steht, sollte sich das nicht entgehen lassen. Die ursprüngliche Aufnahme entstand bereits 2001 im Uranium Studio in Italien. Nach einem ersten klanglichen Feinschliff 2021 in Paris für das offiziell von Pink Floyd abgesegnete Tribute-Album Pink Floyd in Jazz, bekam die Nummer 2025 ein brandneues Remastering von Irene Shapes bei Shapes Records Studio. Eine limitierte 7"-Vinyl-Edition in einem atemberaubenden Purple Deluxe-Design, streng auf 300 handnummerierte Exemplare begrenzt.
Claude9: Ambient und Downtempo aus Austin
Sanfte Breakbeats, verträumte Synth-Pads und ein Hauch von The Orb - 'Claude9' aus Austin bringt mit 'Clouds So Low' die erste Single seines kommenden Albums 'Chords of Love' auf den Markt. Das Album erscheint am 28. März über New Human Music und verspricht eine entspannte Reise durch Ambient, Downtempo und Synthpop. Die Inspiration für Clouds So Low? Ein magischer Moment auf einer Autofahrt, als tief hängende Wolken über Texas fast greifbar schienen.
Satøri: Noisige Dystopie
'Satøri' sind zurück, und sie haben keine Blumen mitgebracht - sondern eine pulsierende, noisige Dystopie, die am 28. Februar über Cold Spring auf uns losgelassen wird. Pillars Of Salt ist kein Album für schwache Nerven, kein Soundtrack für romantische Abendessen oder besinnliche Spaziergänge im Park.
Last Leaf Down: Shoegaze, Post-Rock und Alternative im Spannungsfeld der Emotionen
Songs, die im Bereich Shoegaze, Post-Rock und Alternative durch ihre ausgeklügelte Intensität und Tiefgründigkeit ihre ganze sehnsuchtsvolle, wehmütige und atmosphärische Wirkung entfalten können. Die zehn Tracks sind der Soundtrack zum treffend ausgesuchten Titel "Weight Of Silence", zumal für viele Menschen Stille deutlich schwerer auszuhalten ist. Last Leaf Down sind ihrem Sound treu geblieben. Intensive Klangteppiche werden mit einem hohen Maß an sehnsuchtsvoller und wehmütiger Melancholie verwoben, wobei sich aber immer wieder auch energische Leidenschaftlichkeit Bahn bricht. Das kann zum einen durch die mitreißend emotionalen Vocals und durch die phasenweise tonangebenden Lead Gitarren sein ('Falling Sky'). Bisweilen kommen einem auch die niedergeschlagenden The Cure in den Sinn wie in 'Overtrust', ein überaus pittoreske melancholische Hymne, die sogar einen Hauch von Optimismus zu verbreiten vermag. 'A Quiet Lost War' besticht durch seine fast schon barocke, symphonische Attitüde mit den gekonnt wabernd, kreischenden Gitarren. 'Mislead' gemahnt im Hinblick auf die dynamische Emotionalität ein wenig an Muse, wohingegen der Opener 'Silence' der zerbrechlichen Sehnsucht ein musikalisches Denkmal errichtet und 'Reach The Sun' durch seine quirrlige Atmosphäre überzeugen kann. Last Leaf Down haben mit "Weight Of Silence" ein überaus hörenswertes Album erschaffen, das im Spannungsfeld von Shoegaze, Post und Alternative Rock alle Facetten von Sehnsucht, Melancholie, Wehmut und Hoffnung gekonnt in hypnotische, mitreißende und unter die Haut gehende Klangerlebnisse verwandelt.
Saturndust: Experimenteller Psychedelic Doom Noise
Sucht man auf der Plattform YouTube nach dem zweiten Album der Band Saturndust "RLC", erscheint als erster Vorschlag ein vollständiger Stream des Kanals Underrated Albums. Der musikalische Stil von Saturndust ist vor allem eines: experimentell. Die Band besteht aus Felipe Dalam (Gitarre, Gesang, Synthesizer), Guilherme Cabral (Bass) und Douglas Oliveira (Schlagzeug). Saturndust experimentieren mit Klängen und Disharmonien, deren Fundament irgendwo in Psychedelic Rock, Doom Metal und Noise verortet werden können. Was dabei herauskommt, ist eine eindrucksvolle und gelegentlich kakophonische Klangwelt, die viel vom Drone Doom der Bands Black Shape of Nexus oder Sunn o))) hat. Immer mal wieder ertönen in Übergängen auf "RLC" warme und psychedelische Passagen. Auch schleppender Doom Metal mit abwechselnd anklagend gesungener und tief geschriener Stimme ist keine Seltenheit auf diesem Album. Viel stärker setzen sich aber die kratzenden und flirrenden disharmonischen Glitches und Noise Sounds durch. Saturndust erzeugen somit eine äußerst beklemmende Stimmung. Wer sich düsteren und dornigen Klanglandschaften wie bei This Frilly Ape oder Edwar Ka-Spel & Motion Kapture problemlos anfreunden kann, wird auch an Saturndust Freude haben. Eindrucksvoll ist Saturndusts "RLC" allemal und es ist auch nicht anzuzweifeln, dass sich das Trio aus Brasilien mit viel Ernst und Bedacht an das Songwriting gesetzt hat. Wer leichte und bekömmliche Kost sucht, wird jedoch in weitem Bogen an den schwarzen Löchern dieses Albums herum steuern.
Sorry…: Depressive Suicidal Black Metal aus Griechenland
Die griechische Depressive-Suicidal-Black-Metal-Band Sorry… neckt die Fans mit ihrer neuesten Single Lying In A Pool Of Blood vom kommenden Album Self Inflicted Razor Cutting mit existenziellen Schmerzen. Lying In A Pool Of Blood verlangsamt das Tempo des Albums etwas und überrascht die Fans mit einem melodischen Gitarrenriff, während es durch Voids charakteristische Schreie am Anfang des Songs auch den existenziellen Schmerz verschärft. Das Lied ist melancholisch und emotional und stellt die Rolle sentimentaler Trauer in der existenziellen Verzweiflung dar. Mit seiner rohen Black-Metal-Produktion, den melancholischen Gitarrenlinien, dem Heulen der Verzweiflung und den Schreien der Qual hat Self Inflicted Razor Cutting alle Merkmale, um ein klassisches DSBM-Album zu werden. Das Album enthält keine Texte im herkömmlichen Sinne, da alle Gesangslinien im Studio vom beeindruckenden Sänger Void improvisiert wurden. Das Fehlen von Texten kommt der Band zugute, da einige der grundlegendsten menschlichen Emotionen nicht durch Worte ausgedrückt werden können. Sorry… ist eine Depressive-Suicidal-Black-Metal-Band (DSBM), die 2019 von Dimitris und Deplorable gegründet wurde. Die Musik wurde von Dimitris gemischt und gemastert. Das Schlagzeug wurde von Daniel Collabolletta (Troll) in den Down Below Studios in Cincinnati gemischt und gemastert.