Alzheimer Diagnostik im Elmshorner Krankenhaus: Ein umfassender Überblick

Die Diagnose von Alzheimer und anderen Demenzerkrankungen ist ein komplexer Prozess, der eine sorgfältige Bewertung verschiedener Faktoren erfordert. Das Regio Klinikum Elmshorn und andere Krankenhäuser in Schleswig-Holstein bieten verschiedene Dienstleistungen und Einrichtungen zur Diagnose und Behandlung von Demenz an. Dieser Artikel bietet einen umfassenden Überblick über die diagnostischen Möglichkeiten und Behandlungsansätze, die im Elmshorner Krankenhaus und anderen Einrichtungen zur Verfügung stehen.

Psychiatrische Institutsambulanzen als erste Anlaufstelle

Die Psychiatrischen Institutsambulanzen (PIA) sind eine wichtige Einrichtung zur ambulanten Behandlung von Menschen mit psychischen Erkrankungen. Das Behandlungsangebot richtet sich insbesondere an Menschen, die aufgrund der Art, Schwere oder Dauer ihrer Erkrankung eine intensive, krankenhausnahe psychiatrische Versorgung benötigen (§ 118 Abs. 2, SGB V). Die PIA arbeiten eng mit den Stationen in der Klinik in Elmshorn und den beiden Tageskliniken in Elmshorn und Pinneberg zusammen.

Die Behandlungsteams an beiden Standorten setzen sich aus Ärzten, Psychologen, Pflegekräften, medizinischen Fachangestellten sowie Ergo-, Sporttherapeuten und Sozialpädagogen zusammen. Ziel der PIA ist eine individuelle, auf die Erkrankung und soziale Situation des Einzelnen abgestimmte Behandlung. Dabei geht es insbesondere darum, eine Behandlungskontinuität zwischen stationärer, tagesklinischer und ambulanter Behandlung zu gewährleisten und stationäre Aufenthalte möglichst zu vermeiden bzw. zu verkürzen.

Individuelle Ziele sind dabei u.a.:

  • Erarbeitung eines Krankheitskonzeptes
  • Identifikation von Belastungsfaktoren und Erarbeitung von Bewältigungsstrategien
  • Entwicklung einer realistischen Perspektive für den Einzelnen
  • Beratung bezüglich weiterführender Angebote und Therapien (niedergelassene Psychiater, ambulante Psychotherapie, teil-/stationäre Behandlungen, komplementäre Einrichtungen, z.B. im Bereich Wohnen und Arbeiten)

Die PIA bieten Einzelgespräche zur medizinisch-psychiatrischen und psychologischen Diagnostik in Verbindung mit Aufklärung über die verschiedenen Krankheitsbilder und deren Behandlungsmöglichkeiten (ggf. auch Etablierung einer Psychopharmakotherapie), der Förderung des Krankheitsverständnisses sowie der Bewältigung von Einschränkungen. Die telefonische Erreichbarkeit ist von Montag bis Freitag von 8:00-12:00 Uhr sowie 12:30-14:30 Uhr gegeben. Der Eingang befindet sich gegenüber vom Parkplatz P4 (Fahltsweide).

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Demenzseminare und Fortbildungen im Regio Klinikum Elmshorn

Das Regio Klinikum Elmshorn veranstaltet regelmäßig Seminare und Workshops zum Thema Demenz. Diese Veranstaltungen richten sich an Betroffene, Angehörige und Fachkräfte. So fand beispielsweise ein Patientenseminar statt, in dem Fachärztin Dr. Ariane Postel über Ursachen, Diagnostik und Behandlung von Demenzerkrankungen sprach. Ziel dieser Seminare ist es, über Demenz zu informieren, Ängste abzubauen und Hilfestellungen für den Umgang mit der Erkrankung zu geben.

Das Regio Klinikum Elmshorn unterstützt auch die Umsetzung des Themas Demenz im Krankenhaus durch die Organisation und Moderation von Klausurtagungen und die Durchführung von Workshops.

Diagnostische Möglichkeiten im Überblick

Die Diagnostik von Demenz umfasst verschiedene Schritte und Untersuchungen, um die Ursache der kognitiven Beeinträchtigungen zu ermitteln und andere Erkrankungen auszuschließen. Zu den wichtigsten diagnostischen Verfahren gehören:

  • Anamnese und neuropsychologische Tests: Ein ausführliches Gespräch mit dem Patienten und den Angehörigen ist wichtig, um die Krankheitsgeschichte zu erfassen und die Art und den Verlauf der kognitiven Beeinträchtigungen zu beurteilen. Neuropsychologische Tests werden eingesetzt, um verschiedene kognitive Funktionen wie Gedächtnis, Aufmerksamkeit, Sprache und exekutive Funktionen zu überprüfen.
  • Körperliche und neurologische Untersuchung: Eine körperliche und neurologische Untersuchung dient dazu, andere mögliche Ursachen für die kognitiven Beeinträchtigungen auszuschließen, wie z.B. neurologische Erkrankungen, Stoffwechselstörungen oder Vitaminmangel.
  • Bildgebende Verfahren: Mithilfe von bildgebenden Verfahren wie Magnetresonanztomographie (MRT) oder Computertomographie (CT) des Gehirns können strukturelle Veränderungen im Gehirn festgestellt werden, die auf eine Demenzerkrankung hinweisen können.
  • Laboruntersuchungen: Laboruntersuchungen des Blutes und der Hirnflüssigkeit (Liquor) können helfen, andere Ursachen für die kognitiven Beeinträchtigungen auszuschließen oder spezifische Biomarker für Alzheimer-Krankheit zu identifizieren.

Einige Krankenhäuser bieten spezielle Gedächtnissprechstunden oder andere Anlaufpunkte für die Diagnostik an. Der digitale Demenzwegweiser-SH hilft, Ansprechpartner und Informationen zum Thema Krankenhausaufenthalt mit Demenz in Schleswig-Holstein zu finden.

Spezialisierte Einrichtungen und Stationen für Demenzpatienten

Einige Krankenhäuser in Schleswig-Holstein haben sich auf die Behandlung von Demenzpatienten spezialisiert und bieten spezielle Einrichtungen und Stationen an. Dazu gehören:

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  • Geriatrische Tageskliniken: Geriatrische Tageskliniken bieten eine interdisziplinäre ambulante Demenzabklärung mittels internistisch-geriatrischer Untersuchung, zerebraler Bildgebung und laborchemischer Untersuchung, neuropsychologischer Diagnostik und ergotherapeutischer Beurteilung.
  • Spezialstationen für geriatrische Patienten mit Begleitdiagnose Demenz: Diese Stationen umfassen Betten in einem abgetrennten und nach Farb-und Lichtkonzept gestalteten Bereich zur Betreuung stationär behandlungsbedürftiger Patienten mit leichter bis mittelschwerer Demenzerkrankung. Ein multiprofessionelles Team aus geschulten Mitarbeitern der Pflege, Physio-und Ergotherapeuten, Ärzten, Alltagsbegleitern, Sozialarbeitern und Seelsorgern behandelt und begleitet die Patienten während des Krankenhausaufenthaltes.
  • Zentren für Alterstraumatologie (ZAT): Diese Zentren sind auf die Behandlung von älteren Patienten mit mehreren Erkrankungen und Funktionsstörungen und einer aktuell bestehenden Erkrankung oder Verletzung des Bewegungsapparates spezialisiert. Sie bieten eine fachübergreifende Zusammenarbeit und engmaschige Betreuung, um das Risiko für Komplikationen im Behandlungsverlauf zu verringern.
  • Stationen für Patienten mit kognitiven Einschränkungen: Diese Stationen sind speziell für kognitiv eingeschränkte Patienten konzipiert und bieten ein auf kognitiv eingeschränkte Patienten ausgerichtetes therapeutisches Angebot und eine räumliche Gestaltung und Belegung der Station (Milieutherapie).

Behandlungskonzepte und Therapieansätze

Die Behandlung von Demenz zielt darauf ab, die Symptome zu lindern, die Lebensqualität der Betroffenen und ihrer Angehörigen zu verbessern und den Krankheitsverlauf zu verlangsamen. Es gibt verschiedene Therapieansätze, die je nach Art und Stadium der Demenz eingesetzt werden können:

  • Medikamentöse Therapie: Es gibt Medikamente, die die Symptome der Alzheimer-Krankheit lindern können, indem sie die Signalübertragung im Gehirn verbessern. Diese Medikamente können jedoch den Krankheitsverlauf nicht aufhalten.
  • Nicht-medikamentöse Therapie: Nicht-medikamentöse Therapien spielen eine wichtige Rolle bei der Behandlung von Demenz. Dazu gehören:
    • Kognitives Training: Kognitives Training kann helfen, die geistigen Fähigkeiten zu erhalten und zu verbessern.
    • Ergotherapie: Ergotherapie kann helfen, die Selbstständigkeit im Alltag zu erhalten und zu fördern.
    • Physiotherapie: Physiotherapie kann helfen, die körperliche Beweglichkeit und Koordination zu verbessern.
    • Musiktherapie: Musiktherapie kann helfen, die Stimmung zu verbessern und die Kommunikation zu fördern.
    • Validation: Validation ist eine Methode, bei der die Gefühle und Bedürfnisse der Demenzkranken ernst genommen und akzeptiert werden.
    • Milieutherapie: Milieutherapie zielt darauf ab, eine positive und unterstützende Umgebung für Demenzkranke zu schaffen.

Unterstützung für Angehörige

Die Betreuung von Menschen mit Demenz ist eine große Herausforderung für die Angehörigen. Es ist wichtig, dass Angehörige Unterstützung und Entlastung erhalten, um ihre eigene Gesundheit und Lebensqualität zu erhalten. Es gibt verschiedene Angebote für Angehörige, wie z.B.:

  • Beratungsstellen: Beratungsstellen bieten Informationen und Unterstützung für Angehörige von Demenzkranken.
  • Selbsthilfegruppen: Selbsthilfegruppen bieten die Möglichkeit, sich mit anderen Betroffenen auszutauschen und gegenseitig zu unterstützen.
  • Pflegekurse: Pflegekurse vermitteln Kenntnisse und Fähigkeiten für die Pflege von Demenzkranken.
  • Betreuungsgruppen: Betreuungsgruppen bieten eine stundenweise Betreuung von Demenzkranken, um die Angehörigen zu entlasten.
  • Familiale Pflege: Speziell ausgebildete Pflegetrainer bieten den Angehörigen Hilfe in dieser scheinbar ausweglosen Situation.

Demenzsensibles Krankenhaus

Ein demenzsensibles Krankenhaus ist ein Krankenhaus, das auf die besonderen Bedürfnisse von Menschen mit Demenz eingeht. Dazu gehören bauliche Maßnahmen, wie z.B. eine angepasste Farb- und Lichtgestaltung, sowie spezielle Schulungen für das Personal. Ziel ist es, den Krankenhausaufenthalt für Demenzkranke so angenehm und sicher wie möglich zu gestalten.

Kritik und Verbesserungspotenziale

Trotz der vielfältigen Angebote und Bemühungen gibt es auch Kritik an der Versorgung von Demenzpatienten im Krankenhaus. Einige Patienten und Angehörige berichten von mangelnder Wertschätzung, unzureichender Information und fehlender Empathie. Es ist wichtig, diese Kritik ernst zu nehmen und die Versorgung von Demenzpatienten kontinuierlich zu verbessern.

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