Die Wirbelsäule einer Katze ist ein komplexes und wichtiges System, das Schutz für das Rückenmark bietet und gleichzeitig Flexibilität für Bewegung ermöglicht. Wie bei allen Lebewesen kann es jedoch auch bei Katzen zu Problemen mit der Wirbelsäule kommen, einschließlich Verkalkungen. Dieser Artikel befasst sich eingehend mit den Ursachen, Diagnose, Behandlung und Prävention von Wirbelsäulenverkalkungen bei Katzen, um Katzenbesitzern ein umfassendes Verständnis dieser Erkrankung zu vermitteln.
Einführung in die Wirbelsäulenverkalkung
Wirbelsäulenverkalkung, auch bekannt als Spondylose deformans, ist eine degenerative Erkrankung der Wirbelsäule, die durch die Bildung von Knochenspornen (Osteophyten) entlang der Wirbelkörper gekennzeichnet ist. Diese Osteophyten entstehen als Reaktion auf Instabilität oder Schäden an den Bandscheiben und Gelenken der Wirbelsäule. Im Laufe der Zeit können diese Knochensporne größer werden und benachbarte Wirbel miteinander verbinden, was zu einer Versteifung der Wirbelsäule führt.
Ursachen von Wirbelsäulenverkalkung bei Katzen
Die genauen Ursachen der Wirbelsäulenverkalkung bei Katzen sind nicht vollständig geklärt, aber es gibt mehrere Faktoren, die zur Entwicklung dieser Erkrankung beitragen können:
- Alter: Wie bei vielen degenerativen Erkrankungen ist das Alter ein wichtiger Risikofaktor für Wirbelsäulenverkalkung bei Katzen. Mit zunehmendem Alter der Katze unterliegen die Bandscheiben und Gelenke der Wirbelsäule einem natürlichen Verschleiß, der zu Instabilität und der Bildung von Osteophyten führen kann. Von Spondylosen sind vor allem alte Katzen betroffen. In seltenen Fällen tritt die Knochenveränderung bereits in jungen Jahren auf. Das ist zum Beispiel bei einer starken Überbelastung oder angeborenen Defekten der Knochen der Fall.
- Genetische Veranlagung: Einige Katzenrassen scheinen anfälliger für Wirbelsäulenverkalkung zu sein als andere. Dies deutet darauf hin, dass genetische Faktoren eine Rolle bei der Entwicklung dieser Erkrankung spielen können.
- Übergewicht: Übergewicht belastet die Wirbelsäule zusätzlich und beschleunigt den Verschleißprozess. Dies erhöht das Risiko für die Entwicklung von Wirbelsäulenverkalkung.
- Überlastung: Übermäßige oder wiederholte Belastung der Wirbelsäule, z. B. durch Springen oder andere anstrengende Aktivitäten, kann zu Mikrotraumata und Schäden an den Bandscheiben und Gelenken führen. Dies kann die Bildung von Osteophyten auslösen. Freigänger haben normalerweise genug Auslauf. Einer Wohnungskatze sollten Sie jedoch genügend Möglichkeiten zum Spielen bieten und sie dazu animieren, sich regelmäßig zu bewegen. Das gelingt Ihnen beispielsweise mit Katzenspielzeug oder einem Kratzbaum. Zusätzlich können Sie Ihrer Wohnungskatze beibringen, an der Leine zu laufen. Das ist nicht nur gut für die Gesundheit des Stubentigers, sondern macht auch viel Spaß und stärkt die Bindung. Bewegung ja, Überlastung nein. Gönnen Sie Ihrer Katze ausreichend Ruhephasen. Lassen Sie sportliche Aktivitäten aus, sobald Ihre Katze lahmt oder Schmerzen zeigt.
- Vorherige Verletzungen: Verletzungen der Wirbelsäule, wie z. B. Frakturen oder Luxationen, können die Stabilität der Wirbelsäule beeinträchtigen und die Entstehung von Osteophyten fördern.
Symptome von Wirbelsäulenverkalkung bei Katzen
Die Symptome der Wirbelsäulenverkalkung bei Katzen können je nach Schweregrad der Erkrankung und der Lokalisation der Osteophyten variieren. Einige Katzen zeigen möglicherweise nur milde oder gar keine Symptome, während andere erhebliche Schmerzen und Bewegungseinschränkungen erfahren. Zu den häufigsten Symptomen gehören:
- Rückenschmerzen: Rückenschmerzen sind ein häufiges Symptom der Wirbelsäulenverkalkung. Die Katze kann empfindlich auf Berührungen im Rückenbereich reagieren, eine gekrümmte Haltung einnehmen oder Schwierigkeiten beim Springen oder Klettern haben. Schubweise verursachen Spondylosen starke Schmerzen bei den felligen Betroffenen. Das führt dazu, dass manche Katzen während eines Anfalls laut aufschreien. Für Katzenbesitzer erscheinen Spondylosen deshalb besonders schmerzhaft.
- Steifheit: Die Versteifung der Wirbelsäule aufgrund der Knochenspornbildung kann die Beweglichkeit der Katze einschränken. Sie kann Schwierigkeiten haben, sich zu biegen oder zu drehen, und ihr Gang kann steif oder unkoordiniert wirken.
- Lahmheit: In einigen Fällen können Osteophyten auf Nervenwurzeln drücken und Lahmheit in einem oder beiden Hinterbeinen verursachen. Die Katze kann ein Bein hinter sich herziehen oder Schwierigkeiten haben, ihr Gewicht darauf zu verlagern. Sobald Ihre Katze lahmt oder Schmerzen zeigt, sollten Sie Ihren Tierarzt aufsuchen. Dieser kann die Ursache für die Veränderung herausfinden und schmerzlindernde Maßnahmen veranlassen.
- Muskelabbau: Wenn die Katze aufgrund von Schmerzen oder Steifheit weniger aktiv ist, kann es zu Muskelabbau in den betroffenen Gliedmaßen kommen.
- Verhaltensänderungen: Katzen mit Wirbelsäulenverkalkung können Verhaltensänderungen zeigen, wie z. B. vermehrtes Schlafen, vermindertes Interesse am Spielen oder Aggressivität bei Berührung. Ein Anzeichen für Rückenschmerzen kann daher sein, dass die Katze nicht mehr auf ihren Lieblingsplatz auf dem Schrank springt, sich weniger putzt, aggressiv auf Berührungen am Rücken reagiert oder einfach mehr schläft als sonst.
Diagnose von Wirbelsäulenverkalkung bei Katzen
Die Diagnose von Wirbelsäulenverkalkung bei Katzen erfordert in der Regel eine Kombination aus einer körperlichen Untersuchung, einer Anamnese und bildgebenden Verfahren.
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- Körperliche Untersuchung: Der Tierarzt wird die Katze sorgfältig untersuchen, um Anzeichen von Schmerzen, Steifheit oder Lahmheit festzustellen. Er kann auch den Rücken abtasten, um Bereiche mit Empfindlichkeit oder Muskelverspannungen zu identifizieren. Eine zuverlässige Diagnose der Spondylose erfordert zunächst eine gründliche klinische Untersuchung. Ihr Tierarzt schaut sich Ihre Katze genau an und tastet sorgfältig den Rücken und andere Körperteile ab.
- Anamnese: Der Tierarzt wird den Besitzer nach der Krankengeschichte der Katze fragen, einschließlich des Beginns und der Art der Symptome, aller vorherigen Verletzungen oder Erkrankungen und aller Medikamente, die die Katze einnimmt.
- Röntgenaufnahmen: Röntgenaufnahmen sind das am häufigsten verwendete bildgebende Verfahren zur Diagnose von Wirbelsäulenverkalkung bei Katzen. Röntgenbilder können die Anwesenheit von Osteophyten entlang der Wirbelkörper sowie andere Anomalien der Wirbelsäule zeigen. Im Anschluss ordnet der Mediziner aufgrund des typischen klinischen Bilds in der Regel eine Röntgenuntersuchung an, um sich die Wirbelsäule Ihrer Katze genauer anzusehen. Anhand des Röntgenbilds kann der Tierarzt eine Spondylosis deformans meist leicht erkennen.
- Weitere bildgebende Verfahren: In einigen Fällen können zusätzliche bildgebende Verfahren wie Computertomographie (CT) oder Magnetresonanztomographie (MRT) erforderlich sein, um ein detaillierteres Bild der Wirbelsäule zu erhalten und andere mögliche Ursachen für die Symptome auszuschließen. Mit Hilfe der Magnet-Resonanz-Tomographie können andere Malformationen des Kleinhirns, wie das Dandy-Walker-Syndrom ausgeschlossen werden. In der MR- Untersuchung stellen tiefe zerebelläre Sulci mit prominentem Subarachnoidalraum einen Hinweis auf eine Unterentwicklung der Folia cerebelli dar, können aber nicht von einer Hypoplasie oder Atrophie des Kleinhirns aufgrund anderer Ursachen abgegrenzt werden.
Behandlung von Wirbelsäulenverkalkung bei Katzen
Es gibt keine Heilung für Wirbelsäulenverkalkung bei Katzen, aber es gibt verschiedene Behandlungen, die helfen können, die Symptome zu lindern und die Lebensqualität der Katze zu verbessern. Die Behandlungsoptionen hängen vom Schweregrad der Erkrankung und den individuellen Bedürfnissen der Katze ab.
- Schmerzmanagement: Schmerzmittel sind ein wichtiger Bestandteil der Behandlung von Wirbelsäulenverkalkung bei Katzen. Nichtsteroidale Antiphlogistika (NSAIDs) können helfen, Schmerzen und Entzündungen zu reduzieren. In einigen Fällen können stärkere Schmerzmittel wie Opioide erforderlich sein, um die Schmerzen zu kontrollieren. Hilfreich ist etwa eine Schmerztherapie mit Schmerzmitteln. Damit befreien Sie Ihre Samtpfote von den Schmerzen und ermöglichen ihr eine bessere Lebensqualität.
- Physiotherapie: Physiotherapie kann helfen, die Beweglichkeit der Wirbelsäule zu verbessern, Muskelverspannungen zu lösen und die Muskelkraft zu erhalten. Physiotherapeutische Maßnahmen können Massagen, Dehnübungen, Unterwasserlaufbandtherapie und andere Übungen umfassen. Zusätzlich ist eine Physiotherapie ratsam, um Fehlbelastungen und Verspannungen der Muskulatur zu lindern.
- Gewichtsmanagement: Wenn die Katze übergewichtig ist, ist es wichtig, ihr zu helfen, Gewicht zu verlieren, um die Belastung der Wirbelsäule zu reduzieren. Eine ausgewogene Ernährung und regelmäßige Bewegung können dazu beitragen, ein gesundes Gewicht zu erhalten. Damit die Wirbel entlastet werden, sollte Ihre Katze außerdem gut in Form sein. Vermeiden Sie unbedingt Übergewicht und achten Sie auf eine ausgewogene Ernährung.
- Ergänzende Therapien: Einige Katzenbesitzer berichten von positiven Ergebnissen mit ergänzenden Therapien wie Akupunktur, Chirotherapie oder Kräutermedizin. Es ist wichtig, diese Therapien mit dem Tierarzt zu besprechen, bevor sie angewendet werden.
- Chirurgie: In seltenen Fällen kann eine Operation erforderlich sein, um Osteophyten zu entfernen, die auf Nervenwurzeln drücken oder das Rückenmark komprimieren. Eine Operation ist jedoch in der Regel nur dann eine Option, wenn andere Behandlungen nicht erfolgreich waren.
Prognose für Katzen mit Wirbelsäulenverkalkung
Die Prognose für Katzen mit Wirbelsäulenverkalkung ist unterschiedlich und hängt vom Schweregrad der Erkrankung, dem Ansprechen auf die Behandlung und dem allgemeinen Gesundheitszustand der Katze ab. Viele Katzen können mit angemessener Behandlung und Pflege ein komfortables und aktives Leben führen. Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass Wirbelsäulenverkalkung eine fortschreitende Erkrankung ist und die Symptome im Laufe der Zeit fortschreiten können.
Prävention von Wirbelsäulenverkalkung bei Katzen
Es gibt keine Möglichkeit, Wirbelsäulenverkalkung bei Katzen vollständig zu verhindern, aber es gibt einige Maßnahmen, die ergriffen werden können, um das Risiko zu verringern:
- Gewichtskontrolle: Übergewicht belastet die Wirbelsäule zusätzlich, daher ist es wichtig, die Katze auf einem gesunden Gewicht zu halten.
- Regelmäßige Bewegung: Regelmäßige Bewegung kann helfen, die Muskeln zu stärken und die Flexibilität der Wirbelsäule zu erhalten.
- Vermeidung von Überlastung: Vermeiden Sie übermäßige oder wiederholte Belastung der Wirbelsäule, z. B. durch Springen oder andere anstrengende Aktivitäten.
- Früherkennung und Behandlung von Verletzungen: Verletzungen der Wirbelsäule sollten frühzeitig erkannt und behandelt werden, um die Stabilität der Wirbelsäule zu erhalten.
- Regelmäßige tierärztliche Untersuchungen: Regelmäßige tierärztliche Untersuchungen können helfen, Anzeichen von Wirbelsäulenverkalkung frühzeitig zu erkennen und eine rechtzeitige Behandlung einzuleiten. Einer Spondylose lässt sich nicht vollständig vorbeugen, da diese unter anderem eine Begleiterscheinung des Alterungsprozesses ist. Sie tritt zum Beispiel als Folge von Gelenkverschleiß (Arthrose) auf. Manche Faktoren wie Übergewicht oder eine Überbelastung der Wirbelsäule können Sie allerdings reduzieren, indem Sie folgende Hinweise beachten.
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