Kopfschmerzen, Übelkeit, Bauchschmerzen und ein komischer Geschmack im Mund können verschiedene Ursachen haben, von harmlosen Auslösern bis hin zu ernsthaften Erkrankungen. Besonders während der Schwangerschaft können diese Symptome auftreten und erfordern eine sorgfältige Abklärung. Dieser Artikel beleuchtet die möglichen Ursachen und gibt Hinweise zur Linderung und Behandlung.
Kopfschmerzen und Übelkeit: Mögliche Ursachen
Kopfschmerzen mit Übelkeit treten häufig bei Migräne auf. Sie können aber auch durch Stress, Schlafmangel, bestimmte Lebensmittel oder hormonelle Schwankungen verursacht werden. Die Gründe für das gleichzeitige Auftreten von Kopfschmerzen und Übelkeit können vergleichsweise harmloser, aber ebenso ernsthafter Natur sein.
- Migräne: Anfallsartige, pulsierend-pochende und häufig einseitige Kopfschmerzen, die oft mit Erbrechen und Übelkeit einhergehen, sind typisch für Migräne. Neben Spannungskopfschmerzen ist Migräne eine der häufigsten Formen von Kopfschmerzen. Menschen, in deren Familie Migräne vorkommt, haben ein erhöhtes Risiko, daran zu leiden. Fachleute gehen davon aus, dass genetische Faktoren zu den Ursachen von Migräne gehören. Eine weitere Ursache ist die Störung des Botenstoff-Gleichgewichts von Serotonin, welches in der Regel Signale für die Hemmung und Aktivierung an Blutgefäße, Muskeln, Herz oder Magen-Darm-Trakt weiterleitet. Auch eine Übererregbarkeit bestimmter Hirnregionen könnte ursächlich sein. Die Nervenfasern, die die Blutgefäße in der Hirnbasis versorgen, können sich lokal entzünden. Diverse Substanzen treten aus den Blutgefäßen aus und reizen die Schmerzrezeptoren des Trigeminusnervs, der weiter erregt wird. Eine Migräne verläuft mit oder ohne Aura. In den meisten Fällen haben die Betroffenen eine Migräne ohne Aura. Bei etwa 10 % der Migräne-Anfälligen kommen neben den klassischen Beschwerden noch neurologische Symptome hinzu. Hier spricht man von Migräne mit Aura.
- Nahrungsmittelunverträglichkeiten: Reaktionen des Körpers auf Substanzen in Nahrungsmitteln können Übelkeit und Kopfschmerzen auslösen. Bekannt hierfür sind u. a. Glutamat- und Histaminintoleranz. Bei Betroffenen, die an einer Glutamatunverträglichkeit leiden, treten die Beschwerden wie Kopfschmerzen, Magenschmerzen, Übelkeit oder Herzklopfen ca. 10 bis 30 Minuten nach einem Essen auf, das diesen Geschmacksverstärker enthält. Es gibt Menschen, die sensibel auf Histamin reagieren. Mögliche Reaktionen des Körpers sind Kopfschmerzen und Magen-Darm-Probleme sowie Übelkeit. Der Histamingehalt des Nahrungsmittels steigt insbesondere durch Verarbeitungsprozesse, Haltbarmachung oder durch Reifungsprozesse. Stark histamin- oder tyraminhaltige Lebensmittel sind lagerungsfähige Produkte wie Käse, Dauerwurst, Schinken und Sauerkraut, aber auch alkoholische Getränke oder Trockenfrüchte sowie reife Bananen und Nüsse.
- Hirnblutungen: Je nach Größe und Ort zeigen sich unterschiedliche Symptome. Die meisten Betroffenen klagen über Übelkeit, Erbrechen und Kopfschmerzen.
- Grippe (Influenza): Eine echte Grippe wird durch Viren ausgelöst und der Körper reagiert viel heftiger als bei einer einfachen Erkältung. Es ist nicht ungewöhnlich, dass Fieber bis zu 39 °C und höher auftritt und Halsschmerzen, trockener Husten, Übelkeit, Kopf- und Gliederschmerzen das Leben zusätzlich schwer machen.
- Cluster-Kopfschmerzen: Diese zeichnen sich durch heftige Schmerzattacken aus, die immer einseitig im Augenbereich auftreten und bis zur Schläfe ausstrahlen können. Typische Begleitsymptome sind tränende, gerötete Augen, ein hängendes Augenlid und Schwitzen im Bereich der Stirn.
- Hormonelle Schwankungen: Insbesondere die Konzentration der Hormone Östrogen und Progesteron verändert sich erheblich. Wissenschaftler gehen davon aus, dass Östrogen die Blutgefäße erweitert und Progesteron sie hingegen verengt. Durch die Hormonschwankungen dehnen sich ständig die Blutgefäße und ziehen sich wieder zusammen. Dies hat Druckänderungen im Kopf zur Folge, die Kopfschmerzen verursachen können.
- Fasten: Für den Körper bedeutet Fasten zugleich aber auch eine enorme Umstellung, die neben Hunger zu einer Reihe weiterer Befindlichkeitsstörungen führen kann. Fastende entwickeln häufig Kreislaufprobleme, Kopfschmerzen, Konzentrationsstörungen, Übelkeit oder Müdigkeit.
- Kater: Der Kater wird durch das im Alkohol enthaltene Methanol verursacht. Die Folgen dieses Abbauprozesses sind dann Kopfweh, Übelkeit sowie Lichtempfindlichkeit.
- Hirntumore: Man sollte einen Arzt oder eine Ärztin aufsuchen, wenn die Kopfschmerzen ungewöhnlich stark sind, nach einiger Zeit nicht von selbst wieder verschwinden und man selbst keinen Zusammenhang mit einer möglichen Ursache sieht. Mit dem Arztbesuch darf nicht gezögert werden, wenn zu den Kopfschmerzen und zur Übelkeit noch Verwirrung, Sprachstörungen oder Krämpfe hinzukommen. Kopfschmerzen und Übelkeit, zu denen ein Schwindelgefühl hinzutritt, können ebenfalls auf einen möglichen Hirntumor hindeuten.
- Morbus Menière: Kommen als weitere Symptome Druck in den Ohren, Hörstörungen oder Hörgeräusche hinzu, kann dies auf Morbus Menière hindeuten. Bei dieser Erkrankung des Innenohrs treten Schwindelepisoden auf, bei denen die Übelkeit bis zum Erbrechen führen kann.
- Nackenschmerzen: Eingeschränkte bzw. Nackenschmerzen können eine mögliche Ursache für Kopfschmerzen mit Übelkeit sein. Meist beruhen Nackenschmerzen auf Verspannungen der Muskulatur im Bereich der Schultern und des Halses, die dann zu Kopfschmerzen führen können. Bei manchen Personen gehen diese mit einer ausgeprägten Übelkeit und/oder Schwindel einher. Diese Gesamtsymptomatik kann zu Müdigkeitszuständen führen.
- Sonnenstich: Sehr viele Migränepatient:innen leiden bei einer akuten Attacke neben den starken Kopfschmerzen zusätzlich noch unter Übelkeit und Erbrechen.
- Magen-Darm-Infekt: Kopfschmerzen zusammen mit Übelkeit, Bauchschmerzen und sogar Durchfall deuten meist auf eine Infektion des Magen-Darm-Trakts hin. Die Infektion wird durch bestimmte Erreger, z. B. Bakterien, ausgelöst, die durch die Nahrung aufgenommen werden. Schlimmstenfalls handelt es sich dabei um eine Lebensmittelvergiftung. Die Beschwerden dauern in der Regel 1 bis 3 Tage an. Durchfall selbst kann ebenfalls Kopfschmerzen auslösen.
- Hirnhautentzündung (Meningitis): Die Kombination aus Kopfschmerzen, Übelkeit und Fieber kann im Zusammenhang mit einer Erkältung oder einer Grippe auftreten. Es kann sich aber auch um die ersten Anzeichen einer beginnenden Hirnhautentzündung handeln. Vorsicht ist geboten, wenn mit diesen Anzeichen eine starke Nackensteifheit, eine Überempfindlichkeit gegenüber Lärm und Licht und/oder zuweilen auch eine Bewusstseinstrübung bzw.
Schwangerschaft: Ein besonderer Fall
Übelkeit in Verbindung mit Kopfschmerzen werden eher mit einer Schwangerschaft als mit den Wechseljahren in Verbindung gebracht. Insbesondere im ersten Trimester der Schwangerschaft treten häufig Übelkeit und Kopfschmerzen auf.
- Frühe Anzeichen: Als Schwangerschaftsanzeichen bezeichnet man Signale des weiblichen Körpers, die bei einer Frau auf eine Schwangerschaft hindeuten. Es gibt eine Vielzahl möglicher Symptome, die zeigen, dass sich ein neuer Mensch entwickelt. Nicht jede Frau muss unter den gleichen Beschwerden leiden. Und: Die Symptome können sich bei Frauen unterschiedlich stark bemerkbar machen. Genaue Gewissheit, ob Du schwanger bist, bringt allerdings letztlich nur ein positiver Schwangerschaftstest. Dennoch bemerken Frauen oft schon vor dem Test an bestimmten frühen Symptomen, dass sie schwanger sind. Manche Frauen spüren körperliche Veränderungen bereits direkt nach der Einnistung der befruchteten Eizelle in der Gebärmutter.
- Morgenübelkeit: Ein typisches Schwangerschaftsanzeichen, dass sich unter Umständen schon vor dem vor dem Ausbleiben der Periode bemerkbar machen kann, ist, dass Dir übel ist und Du Dich morgens nach dem Aufstehen übergeben musst. Die morgendliche Übelkeit ist nicht nur ein Mythos, sondern unangenehme Realität. Manche Frauen kämpfen nicht nur morgens gegen Übelkeit, sondern den ganzen Tag lang. Angenommen wird, dass an dem Brechreiz-Dilemma das Schwangerschaftshormon hCG (humanes Choriongonadotropin) Schuld ist, das in der frühen Schwangerschaft stark ansteigt. Besonders ausgeprägt ist das Schwangerschaftsanzeichen Übelkeit in der Regel von der 6. bis zur 12. Schwangerschaftswoche. Im 2. Trimester sinkt der hCG-Spiegel wieder, wodurch dieses Symptom dann meist wieder zurückgeht.
- Unterleibsschmerzen: Zu den frühen Anzeichen einer Schwangerschaft gehören für viele Frauen Unterleibsschmerzen. Diese werden oft wie Regelschmerzen beschrieben. Betroffene Frauen spüren häufig ein Ziehen im Unterbauch, etwa zum Zeitpunkt der Einnistung der befruchteten Eizelle oder später. Typischer Grund für Unterleibsschmerzen in der Frühschwangerschaft sind die gesteigerte Durchblutung und das beginnende Wachstum der Gebärmutter.
- Müdigkeit: Bist Du schwanger, kommst Du eher als üblich an Deine Belastungsgrenze. Du fühlst Dich jetzt oft müde, auch wenn Du ausreichend geschlafen hast. Dafür sorgt das hauptsächlich in den Eierstöcken gebildete Hormon Progesteron, das u. a. beruhigend und entspannend wirkt. Dein Körper „zwingt“ Dich quasi dazu, einen Gang herunterzuschalten. Das auch als Gelbkörperhormon bekannte Zyklus- und Schwangerschaftshormon ist wichtig, um die Schwangerschaft zu erhalten. Du bist in der Frühschwangerschaft nun auch häufiger müde und erschöpft, weil Dein Körper viel Energie für die Entwicklung des Embryos benötigt. Das Knochenmark muss nun deutlich mehr Blut produzieren, um die Plazenta (Mutterkuchen) zu versorgen. Außerdem „bauen“ die Zellen in Dir einen neuen kleinen Menschen. Dein Ruhepuls erhöht sich. Der Blutdruck kann etwas erniedrigt sein.
- Schwindel: Die Ursache dafür ist oft ein niedriger Blutdruck. Der entsteht dadurch, dass Dein Körper sich an ein erhöhtes Blutvolumen anpasst. Bis zur Geburt nimmt es ca. 40 Prozent zu. Der niedrigere Blutdruck und die damit einhergehende eventuell beeinträchtigte Sauerstoffversorgung führen dazu, dass Du unter Umständen schon beim Aufstehen bzw. bei kleinen körperlichen Anstrengungen Kreislaufprobleme bekommst.
- Veränderte Brüste: Bist Du schwanger, dann sind vielleicht Deine Brüste größer, fester und fühlen sich gespannt an. Grund: die hormonelle Umstellung. Die Milchdrüsen bereiten sich auf die Milchbildung und das Stillen vor. Ungefähr 70 Prozent der Frauen bemerken diese Brustveränderungen in der Frühschwangerschaft. Neben einem Spannungsgefühl in den Brüsten kann es durch eine verstärkte Pigmentierung zu dunkleren Brustwarzenhöfen sowie vergrößerten Warzenhöfen oder Brustwarzen kommen.
- Veränderte Geruchs- und Geschmackswahrnehmungen: Denn in der frühen Schwangerschaft sind Geruchs- und Geschmackssinn deutlich sensibler. Der Duft des soeben noch heißgeliebten Kaffees, Deines Lieblingskäses oder Parfüms lassen Deinen Magen plötzlich Loopings schlagen. Auch möglich: ungewöhnliche Speisenkombinationen. Manche Schwangere brauchen jetzt das Brötchen samt Schokoaufstrich, Wurst und Käse drauf.
- Vermehrter Ausfluss: Durch die vermehrte Produktion von Östrogen kommt es zu einer gesteigerten Durchblutung der Scheidenschleimhaut und einer gesteigerten Drüsentätigkeit, wodurch mehr Sekret ausfließt. Ein vermehrter Ausfluss hat auch eine reinigende Funktion zum Schutz vor Krankheitserregern.
- Häufiger Harndrang: Die Hormone Progesteron und hCG sorgen dafür, dass die Muskulatur und Gewebe während der Schwangerschaft weicher und flexibler werden, damit das Baby sich "ausbreiten" kann. Dabei entspannt sich auch die Muskulatur der Harnblase, was zu einem gesteigerten Harndrang führen kann. Auch müssen schwangere Frauen häufiger zur Toilette, da der Unterbauch besser durchblutet und die Nierentätigkeit angeregt wird, wodurch sich die Harnmenge erhöht.
- Verdauungsprobleme: Da die Verdauungsorgane der wachsenden Gebärmutter Platz machen müssen, können Verdauungsprobleme wie Blähungen oder Bauchschmerzen in der frühen Schwangerschaft auftreten. Auch das schwangerschaftserhaltende Hormon Progesteron trägt zu Problemen im Magen-Darm-Trakt bei, denn es entspannt nicht nur die Gebärmuttermuskeln, sondern auch die der anderen Organe.
- Leichte Blutung: Eine kurze Zwischenblutung als Folge der Einnistung der befruchteten Eizelle ist nicht ungewöhnlich. Sie kommt durch die Verletzung kleiner Blutgefäße zustande. Besonders häufig ist eine leichte Schmierblutung zwischen der 5. und 8. Schwangerschaftswoche zu beobachten. Dieses Schwangerschaftssymptom hat hormonelle Ursachen und ist in der Regel ungefährlich.
- Kopfschmerzen: In dem Fall sind etwa hormonelle Veränderungen Schuld an den unangenehmen Beschwerden. Aber auch Stress und Anspannung fördern Kopfschmerzen.
Bauchschmerzen: Ursachen und Differenzierung
Bauchschmerzen können vielfältige Ursachen haben und sollten, insbesondere in Kombination mit anderen Symptomen, ärztlich abgeklärt werden.
- Magen-Darm-Infekt: Kopfschmerzen zusammen mit Übelkeit, Bauchschmerzen und sogar Durchfall deuten meist auf eine Infektion des Magen-Darm-Trakts hin. Die Infektion wird durch bestimmte Erreger, z. B. Bakterien, ausgelöst, die durch die Nahrung aufgenommen werden. Schlimmstenfalls handelt es sich dabei um eine Lebensmittelvergiftung. Die Beschwerden dauern in der Regel 1 bis 3 Tage an.
- Gastritis: Bei einer Gastritis ist die Magenschleimhaut entzündet. Leiden Sie unter Magenschmerzen, Übelkeit oder Völlegefühl? Dann könnte es sein, dass Sie unter einer Gastritis leiden. Bei der Gastritis oder Magenschleimhautentzündung ist die Schleimhaut des Magens entzündet. Es kann sich dabei um eine akute oder chronische Entzündung handeln.
- Blinddarmentzündung (Appendizitis): Auch wenn die Beschwerden nicht immer eindeutig sind, können anfangs Appetitlosigkeit und wandernde Bauchschmerzen, die sich nach gewisser Zeit im rechten Unterbauch festsetzen, auf eine Blinddarmentzündung hinweisen. Häufiger kommen auch Übelkeit, Erbrechen, Verstopfung und Fieber dazu.
- Chronisch-entzündliche Darmerkrankung, hier: Morbus Crohn: Die Crohn-Krankheit kann absc…
Komischer Geschmack im Mund (Dysgeusie): Ursachen und Behandlung
Eine Dysgeusie (Schmeckstörung) kann viele Ursachen haben. Nach dem dahinterstehenden Mechanismus kann man drei Gruppen von Ursachen unterscheiden: epitheliale, nervale und zentrale Ursachen.
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- Formen von Dysgeusie: Qualitative Dysgeusien sind Parageusie (veränderte Geschmackswahrnehmung) und Phantogeusie (halluzinatorische Geschmackswahrnehmung). Quantitative Dysgeusien sind Hypogeusie (verminderter Geschmacksinn), Hypergeusie (überempfindlicher Geschmacksinn) und Ageusie (aufgehobener Geschmacksinn).
- Infektionen: Oftmals sind Infektionen der oberen Atemwege die Ursache für eine Dysgeusie, etwa eine chronische Nasennebenhöhlenentzündung (Sinusitis) oder eine Infektion mit Sars-CoV-2 (Covid-19). Dabei kann der Geschmackssinn auf unterschiedliche Weise gestört werden: Bei manchen Infektionen werden die Schmeckrezeptoren im Mund geschädigt. In anderen Fällen kommt es zu einer Schädigung jener Nerven, die für die Geschmackswahrnehmung wichtig sind - am häufigsten betroffen sind die Nervenfasern des Gesichtsnervs, die durch das Mittelohr verlaufen (z.B. bei einer Infektion mit Herpes-Zoster-Viren, den Erregern der Gürtelrose). Nicht zuletzt können Infektionen der oberen Atemwege auch durch eine Schädigung des zentralen Nervensystems eine Dysgeusie nach sich ziehen.
- Schädel-Hirn-Trauma: Bei einem Schädel-Hirn-Trauma können jene Bereiche des Gehirns geschädigt werden, die für das Verarbeiten von Schmeckreizen wichtig sind.
- Burning-Mouth-Syndrome (BMS): Das Syndrom des "brennenden Mundes" ist eine komplexe, auf mehreren Faktoren beruhende (multifaktorielle) Erkrankung, deren Ursache ungeklärt ist. Sie geht mit unangenehmen, brennenden Missempfindungen der Mundschleimhaut und besonders der Zunge (Zungenbrennen) einher. Außerdem plagt oft auch ein anhaltend bitterer oder metallener Geschmack im Mund die Betroffenen - also eine Dysgeusie.
- Medikamente: Zahlreiche Medikamente können als Nebenwirkung eine Dysgeusie auslösen, zum Teil auch erst Wochen nach der Einnahme. Durch die Einnahme trizyklischer Antidepressiva (wie Amitriptylin, Imipramin, Doxepin) entsteht oftmals ein metallischer Geschmack im Mund. Ursache dieser Form von Dysgeusie können aber auch Neuroleptika sein - Mittel mit dämpfender und antipsychotischer Wirkung, wie sie etwa in der Behandlung von Schizophrenie eingesetzt werden. Das Gleiche gilt für manche Antibiotika. Bei der Einnahme von Schlafmitteln (Hypnotika) wie Zolpidem, Zoplicon oder Zaleplon kann ein metallisch-bitterer Geschmack im Mund resultieren. Harntreibende Mittel (Diuretika) wie Amilorid, Hydrochlorothiazid oder Spironolacton können einen salzigen Geschmack im Mund oder gar einen Ausfall der Geschmackswahrnehmung (Ageusie) auslösen. Krampflösende Mittel (Antikonvulsiva) wie Carbamazepin und Phenytoin können die Geschmackswahrnehmung abschwächen (Hypogeusie).
- Andere ärztliche Maßnahmen: Beispielsweise können bei einer Operation im Kopfbereich versehentlich Nerven verletzt werden, die für die Geschmackswahrnehmung wichtig sind. Eine Strahlentherapie im Kopfbereich kann durch Schleimhautschädigung zu einer Dysgeusie führen.
- Sonstige Ursachen: Ein veränderter (oft metallischer) Geschmack im Mund ist bei schwangeren Frauen keine Seltenheit, was auf die hormonellen Veränderungen zurückgeführt wird. Auch mangelnde Mundhygiene kann eine Dysgeusie auslösen - ebenso wie die Anwendung von Mundwasser. Blutende Wunden im Mund-Rachenraum können einen Blutgeschmack im Mund hervorrufen (wegen des im Blut enthaltenen Eisens oft auch beschrieben als metallischer Geschmack im Mund). Schilddrüse, Leber und Niere können ebenfalls für eine Dysgeusie verantwortlich sein, wenn sie in ihrer Funktion beeinträchtigt sind (Schilddrüsenunterfunktion, Leber- und Nierenversagen). Gelegentlich berichten auch Menschen mit Diabetes mellitus über einen beeinträchtigten Geschmacksinn. Eine weitere mögliche Ursache für eine Dysgeusie ist ein Überschuss des Stresshormons Cortisol. Die Geschmackswahrnehmung kann aber auch durch eine Schädigung der Geschmacksknospen beeinträchtigt sein. Manchmal sind bestimmte Autoimmunerkrankungen wie das Sjögren-Syndrom dafür verantwortlich. Vor allem aber können Zellgifte wie Nikotin und Alkohol die Geschmacksknospen schädigen und so eine Dysgeusie hervorrufen.
Behandlung und Linderung
Die Behandlung von Kopfschmerzen, Übelkeit, Bauchschmerzen und einem komischen Geschmack im Mund richtet sich nach der zugrunde liegenden Ursache.
- Kopfschmerzen und Übelkeit: Zur Linderung helfen Schmerzmittel wie Ibuprofen oder spezielle Migränepräparate. Bei schweren Migräne-Attacken erweist sich die Einnahme von Triptanen als günstig. Triptanhaltige Medikamente binden an der Andockstelle des körpereigenen Hormons Serotonin, wirken so gegen die Kopfschmerzen und bekämpfen zudem Begleiterscheinungen wie Übelkeit und Erbrechen. Um bestmöglich zu wirken, sollten Sie Triptane bei Beginn der Attacke einnehmen. Sie liegen in unterschiedlichen Darreichungsformen vor. Als Tablette, Zäpfchen, Nasenspray oder als Subkutan-Injektion. Ein Vorteil von Triptanen ist, dass Sie diese mit anderen Schmerzmitteln kombinieren können. Achten Sie auf eine kontrollierte Einnahme der Medikamente. Wenn der Körper nicht auf NSAR, Paracetamol oder Triptane anspricht, besteht die Möglichkeit einer Behandlung mit Ergotaminen, die allerdings mit stärkeren Nebenwirkungen einhergeht. Helfen Sie sich mit einem Aufenthalt in einem ruhigen, abgedunkelten Raum!
- Schwangerschaftsübelkeit: Diese solltest Du morgens - am besten noch im Liegen - verzehren, um das flaue Gefühl im Bauch zu stoppen. Außerdem: Nimm lieber mehrere kleine Mahlzeiten über den Tag verteilt zu Dir als wenige große. Bereite Dir einen Tee aus Ingwer zu, denn die Heilpflanze kann Übelkeit abmildern. Auch Kamillen- oder Pfefferminztee können bei Übelkeit bekömmlich sein. Haselnüsse, Mandeln oder Bitterstoffe wie sie etwa in Rucola vorkommen, zu essen, kann ebenfalls guttun.
- Unterleibsschmerzen in der Schwangerschaft: Bei Schmerzen im Unterbauch kannst Du z. B. Küchenkräuter wie Petersilie oder Basilikum ausprobieren. Denn diese Heilpflanzen gelten aufgrund ihrer schmerzlindernden bzw. krampflösenden Inhaltsstoffe traditionell als ideale Hausmittel bei leichten Unterleibsschmerzen. Alternativ oder ergänzend: Lege Dir eine Wärmflasche auf den Unterleib, dort, wo Du die Schmerzen wahrnimmst.
- Müdigkeit in der Schwangerschaft: Gönne Dir in der frühen Schwangerschaft mehr Schlaf als üblich. Gegen einen schlappen Kreislauf helfen auch Wechselduschen, Bewegung und moderater Sport. Denn diese Maßnahmen regen Deinen Kreislauf an und verhelfen Dir so zu einem klaren Kopf. Bewege Dich möglichst viel an der frischen Luft, um den Körper optimal mit Sauerstoff zu versorgen. Sorge für eine gesunde Kost mit viel frischem Obst, Gemüse und Vollkornprodukten.
- Schwindel in der Schwangerschaft: Am wichtigsten ist es, Schwindelanfällen vorzubeugen, indem Du nach dem Sitzen oder Liegen langsam aufstehst, um Deinem Körper Zeit zu geben, sich an die Durchblutung anzupassen.
- Dysgeusie: Zunächst gilt es, Form und Ursache der Schmeckstörung genau abzuklären. Dann wird der behandelnde Arzt eine passende Behandlung vorschlagen, die sich - wenn möglich - nach der Ursache der Dysgeusie richtet. Unterstützende Maßnahmen können den Behandlungserfolg verbessern. Nicht zuletzt umfasst die Dysgeusie-Therapie auch eine umfassende und ausführliche Beratung der Betroffenen durch den behandelnden Arzt. Wenn möglich, wird eine Dysgeusie ursächlich behandelt. Bei (Verdacht auf) medikamentenbedingter Dysgeusie wird - wenn es medizinisch möglich ist - das betreffende Medikament abgesetzt beziehungsweise durch ein anderes Präparat ersetzt. Bei den meisten Patienten erholt sich die Geschmackswahrnehmung daraufhin spontan. Ist die Schmeckstörung die Folge eines Zinkmangels, der durch Medikamente verursacht wird, kann der behandelnde Arzt ein Zinkpräparat verordnen. Manchmal hilft in solchen Fällen auch die Zufuhr von Selen. Steht die Dysgeusie im Zusammenhang mit einer Systemerkrankung (Multiple Sklerose, Diabetes etc.), bessert sie sich oftmals, wenn die Behandlung dieser Grunderkrankung eingeleitet beziehungsweise optimiert wird. Ist die Dysgeusie durch die Ernährung bedingt (z.B. sehr einseitige Kost mit Mangel an Vitaminen etc.), ist eine Ernährungsberatung sinnvoll.
Wann zum Arzt?
Bei ungewöhnlich starken Kopfschmerzen, die nach einiger Zeit nicht von selbst wieder verschwinden, sollte ein Arzt aufgesucht werden. Dringend ist ein Arztbesuch, wenn zu den Kopfschmerzen und zur Übelkeit noch Verwirrung, Sprachstörungen oder Krämpfe hinzukommen. Auch bei Schwindelgefühlen in Kombination mit den genannten Symptomen ist Vorsicht geboten. In der Schwangerschaft sollten ungewöhnliche oder starke Beschwerden immer mit dem behandelnden Arzt besprochen werden.
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