Die Diagnose Epilepsie stellt Betroffene und ihr Umfeld vor große Herausforderungen. Umso wichtiger ist es, aufgeklärt zu sein und zu wissen, wie man im Alltag Normalität schaffen kann. Hier können Selbsthilfegruppen eine wertvolle Unterstützung bieten. Sie ermöglichen den Austausch mit anderen Betroffenen, das Teilen von Erfahrungen und das Knüpfen von Kontakten. Im Raum Böblingen gibt es verschiedene Anlaufstellen für Menschen mit Epilepsie und ihre Angehörigen.
Was sind Selbsthilfegruppen?
Selbsthilfegruppen sind Zusammenschlüsse von Menschen, die ähnliche Erfahrungen oder Probleme haben. Im Fall von Epilepsie-Selbsthilfegruppen sind dies Menschen mit Epilepsie, ihre Angehörigen oder Freunde. Ziel ist es, sich gegenseitig zu unterstützen, Informationen auszutauschen und gemeinsam Strategien zur Bewältigung der Erkrankung zu entwickeln.
Ziele und Aufgaben von Selbsthilfegruppen
- Austausch und Verständnis: In den Treffen können sich die Teilnehmer offen über ihre Erfahrungen, Ängste und Sorgen austauschen. Das Gefühl, nicht allein zu sein und von anderen verstanden zu werden, kann sehr entlastend sein.
- Information und Aufklärung: Die Gruppen bieten eine Plattform, um sich über verschiedene Aspekte der Epilepsie zu informieren, z. B. über Behandlungsmöglichkeiten, Medikamente, rechtliche Fragen oder den Umgang mit der Erkrankung im Alltag.
- Unterstützung und Stärkung: Die Teilnehmer können sich gegenseitig Mut machen, neue Perspektiven gewinnen und Strategien zur Bewältigung der Erkrankung entwickeln.
- Interessenvertretung: Einige Selbsthilfegruppen engagieren sich auch für die Interessen von Menschen mit Epilepsie, z. B. durch Öffentlichkeitsarbeit oder die Zusammenarbeit mit Ärzten und Therapeuten.
Angebote von Epilepsie-Selbsthilfegruppen
Die Angebote von Epilepsie-Selbsthilfegruppen sind vielfältig und richten sich nach den Bedürfnissen der Teilnehmer. Dazu gehören:
- Regelmäßige Treffen: Die Treffen finden in der Regel in einer ungezwungenen Atmosphäre statt und bieten Raum für Gespräche, Erfahrungsaustausch und gegenseitige Unterstützung.
- Vorträge und Workshops: Experten informieren über verschiedene Themen rund um die Epilepsie, z. B. über neue Behandlungsmethoden, rechtliche Fragen oder den Umgang mit der Erkrankung im Alltag.
- Gemeinsame Aktivitäten: Ausflüge, Grillnachmittage oder andere Freizeitaktivitäten fördern den Zusammenhalt und ermöglichen es den Teilnehmern, sich auch außerhalb der Gruppentreffen kennenzulernen.
- Informationsmaterialien: Die Gruppen stellen Informationsmaterialien zur Verfügung, z. B. Zeitschriften, Bücher oder Broschüren.
- Beratung und Vermittlung: Einige Gruppen bieten auch individuelle Beratung an oder vermitteln Kontakte zu Ärzten, Therapeuten oder anderen Fachstellen.
Selbsthilfegruppen im Raum Böblingen
Im Raum Böblingen gibt es verschiedene Epilepsie-Selbsthilfegruppen, die sich an unterschiedliche Zielgruppen richten.
Landesverband der Epilepsie-Selbsthilfegruppen Baden-Württemberg e.V.
Der Landesverband der Epilepsie-Selbsthilfegruppen Baden-Württemberg e.V. wurde 1989 in Stuttgart gegründet. Er koordiniert die regionale, überregionale und landesweite Selbsthilfearbeit. Eine Mitgliedschaft unterstützt die Arbeit des Verbandes und ermöglicht den Zugang zu einem Netzwerk von Betroffenen und Experten. Der Verband gibt auch die Publikation „Wie ein Gewitter im Kopf“ heraus, die sich speziell an Kinder im Grundschulalter richtet und auf kindgerechte Weise über Epilepsie aufklärt.
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SHG für Epileptiker Karlsruhe e. V.
Die SHG für Epileptiker Karlsruhe e. V. trifft sich jeden 3. Dienstag im Monat um 18:00 Uhr.
Epilepsie - SHG Nürtingen
Die Epilepsie-Selbsthilfegruppe Nürtingen wird von Rosemarie Keller geleitet. Die Treffen finden jeden 3. im Monat statt.
F.A.K.T. Tübingen
Die F.A.K.T. Tübingen trifft sich jeden 2..
Weitere Anlaufstellen und Angebote
- Arbeitskreis Leben Böblingen e. V.: Begleitung in Lebenskrisen, bei Selbsttötungsgefahr, Trauergruppe für Hinterbliebene nach Suizid, (0 70 31) 3 04 92 59
- Beratungsstelle bei häuslicher Gewalt: Stuttgarter Straße 17, 71032 Böblingen, (0 70 31) 63 28 08
- Ambulanter Kinder- und Jugendhospizdienst Landkreis Böblingen: Begleitung von Familien mit schwerstkrankem und sterbendem Kind und Jugendlichen oder schwerstkrankem und sterbendem Elternteil. (0 70 31) 6 59 64 01, www.hospizdienst-bb.de
- Psychologische Beratungsstelle: Herrenberg, Tübinger Straße 48,(0 70 31) 6 63 24 20, Sprechzeiten: Mo. bis Fr. 8.30 bis 12 Uhr, Mo. bis Mi. 13.30 bis 17 Uhr, Do. 13.30 bis 18 Uhr; offene Sprechstunde: Mi. 13.30 Uhr für Jugendliche und deren Eltern (in den Ferien findet keine offene Sprechstunde statt)
- Familienbildungsstätte Herrenberg: Vorbereitung auf die Geburt eines Kindes und die Zeit danach; Eltern-Kind- Gruppen; Orientierung über Erziehungsfragen und Begleitung in verschiedenen Lebenslagen; Kreativität und Gesundheit; Babysittervermittlung: Geschäftsstelle Erhardtstraße 27, Herrenberg, (0 70 32) 2 11 80,Fax (0 70 32) 50 82 24; Öffnungszeiten: Di. 9 bis 11.30 Uhr und 14 bis 16 Uhr, Fr. 9 bis 11.30 Uhr
- Beratungsstelle des Gesundheitsamtes Böblingen für psychisch veränderte alte Menschen und ihre Angehörigen: Gesundheitsamt Böblingen, Parkstraße 4, (0 70 31) 6 63-17 40, Sprechstunde Di. 14 bis 15.30 Uhr
- Kreisdiakoniestelle Böblingen: Gesprächskreis für ältere Menschen (0 70 31) 60 94 75 oder ( (0 70 31) 21 65 32
- Sozialpsychiatrischer Dienst (0 70 32) 7 99 92 04
- Integrationsfachdienst für Menschen mit Behinderungen (0 70 31) 21 65 18
- Schuldnerberatung Termine nach Vereinbarung (0 70 32) 54 38 oder unter (0 70 31) 21 65 39
- Schwangerenberatung (anerkannte Beratungsstelle gem. § 219) Termine nach Vereinbarung unter (0 70 32) 7 99 92 08
Epilepsie und psychische Gesundheit
Epilepsiepatienten leiden häufig an Ängsten, die einen erheblichen Einfluss auf die Lebensqualität haben können. Diese Ängste können sich als Angst vor dem nächsten Anfall, als Panik oder soziales Vermeidungsverhalten äußern. Es ist wichtig, dass diese Ängste in der medizinischen Versorgung ausreichend berücksichtigt werden.
Leben mit Epilepsie: Normalität im Alltag schaffen
Die Diagnose Epilepsie kann das Leben von Betroffenen und ihren Familien stark verändern. Umso wichtiger ist es, Strategien zu entwickeln, um Normalität im Alltag zu schaffen. Dazu gehören:
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- Aufklärung: Informieren Sie sich umfassend über die Erkrankung und ihre Auswirkungen.
- Offenheit: Sprechen Sie offen über Ihre Erkrankung und suchen Sie den Austausch mit anderen Betroffenen.
- Akzeptanz: Akzeptieren Sie die Erkrankung als Teil Ihres Lebens und konzentrieren Sie sich auf Ihre Stärken und Fähigkeiten.
- Unterstützung: Nehmen Sie professionelle Hilfe in Anspruch, wenn Sie sich überfordert fühlen.
- Selbstfürsorge: Achten Sie auf Ihre Gesundheit und Ihr Wohlbefinden.
Die Rolle der Familie
Die Familie spielt eine wichtige Rolle bei der Bewältigung der Epilepsie. Sie kann den Betroffenen unterstützen, Mut machen und ihm helfen, ein selbstbestimmtes Leben zu führen. Es ist wichtig, dass die Familie gut informiert ist und weiß, wie sie sich im Falle eines Anfalls verhalten soll.
Fazit
Selbsthilfegruppen sind eine wertvolle Unterstützung für Menschen mit Epilepsie und ihre Angehörigen. Sie bieten die Möglichkeit, sich auszutauschen, Informationen zu erhalten und gemeinsam Strategien zur Bewältigung der Erkrankung zu entwickeln. Im Raum Böblingen gibt es verschiedene Anlaufstellen, die sich an unterschiedliche Zielgruppen richten. Es lohnt sich, Kontakt aufzunehmen und sich über die Angebote zu informieren.
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