Selbsthilfegruppen für Demenz und Alzheimer in Glauchau: Unterstützung und Angebote für Betroffene und Angehörige

Die Diagnose Demenz oder Alzheimer stellt Betroffene und ihre Familien vor große Herausforderungen. Umso wichtiger ist es, Unterstützung und Austausch zu finden. In Glauchau und Umgebung gibt es verschiedene Angebote, die Betroffenen und Angehörigen helfen, mit der Krankheit umzugehen. Dieser Artikel gibt einen Überblick über Selbsthilfegruppen, Beratungsangebote und weitere Unterstützungsleistungen in der Region.

Die Bedeutung von Selbsthilfegruppen

Selbsthilfegruppen bieten einen geschützten Rahmen, in dem sich Betroffene und Angehörige austauschen und gegenseitig unterstützen können. Hier können Erfahrungen und Wissen geteilt werden, was besonders für Angehörige von Alzheimer- und Demenzerkrankten wertvoll ist.

Vorteile von Selbsthilfegruppen:

  • Erfahrungsaustausch: Betroffene und Angehörige profitieren von den Erfahrungen anderer.
  • Wissensvermittlung: Fachkräfte stehen in Selbsthilfegruppen oft beratend zur Seite und informieren über Krankheitsbilder und Verhaltensauffälligkeiten.
  • Emotionale Unterstützung: In der Gruppe finden Betroffene und Angehörige Verständnis und Trost.
  • Praktische Tipps: Teilnehmer erhalten praktische Ratschläge für den Umgang mit der Krankheit im Alltag.
  • Entlastung: Der Austausch in der Gruppe kann Angehörige emotional entlasten.

Angebote in Glauchau und Umgebung

Selbsthilfegruppe in Glauchau

In Glauchau trifft sich eine Selbsthilfegruppe für Angehörige von Demenzkranken jeden zweiten Dienstag im Monat von 16:00 bis 17:00 Uhr. Ein besonderes Angebot dieser Gruppe ist die Möglichkeit, den erkrankten Angehörigen mitzubringen. Während des Treffens wird eine fachgerechte Betreuung der Betroffenen sichergestellt, sodass sich die Angehörigen ungestört austauschen können.

Pflegezentrum "Am Lehngrund"

Das Pflegezentrum „Am Lehngrund" in Glauchau hat sich auf die Betreuung von Menschen mit Demenz spezialisiert. Die Einrichtung wurde im Jahr 2001 als eines der ersten modernen Häuser in Sachsen eröffnet und ist speziell auf die Bedürfnisse von Demenzerkrankten zugeschnitten.

Besonderheiten des Pflegezentrums:

  • Spezialisierung: Das Pflegezentrum ist speziell für die Betreuung von demenzerkrankten, pflegebedürftigen Personen konzipiert.
  • Erfahrung: Das Pflegepersonal verfügt über viel Einfühlungsvermögen, Erfahrung und Wissen über das Krankheitsbild sowie entsprechende Verhaltensauffälligkeiten.
  • Individuelle Betreuung: In Absprache mit den Angehörigen wird jeder Bewohner individuell begleitet, unterstützt und gefördert.
  • Familiäre Atmosphäre: Eine Wohngruppe umfasst höchstens 15 Heimbewohner, was eine familiäre Gestaltung der Betreuung und Pflege ermöglicht.
  • Wohnküche: Entsprechend früheren Gewohnheiten spielen sich die meisten Aktivitäten in der Wohnküche ab, was den Bewohnern ein Gefühl von Normalität vermittelt.

Weitere Beratungs- und Unterstützungsangebote

Neben der Selbsthilfegruppe und dem Pflegezentrum gibt es in Glauchau und Umgebung weitere Anlaufstellen für Betroffene und Angehörige.

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Pflege- und Demenzberatung

Unter dem Dach der Pflege- und Demenzberatung werden verschiedene Angebote rund um die Themen Pflege, Alter, Demenz, Beratung und Schulung angeboten. Die Mitarbeiterinnen stehen insbesondere bei der Diagnose Demenz zur Seite und vermitteln bei Bedarf an die Pflegekassen zur Pflegeberatung nach § 7 a SGB XI.

Seelsorge

Seelsorge bietet persönliche Begleitung und Beistand in Krisen, Konflikten und Veränderungsprozessen. Pfarrerinnen und Pfarrer sowie andere Seelsorger stehen für Gespräche, Gebete und seelsorgerliche Begleitung zur Verfügung. Die Seelsorge ist offen für alle Menschen, unabhängig von ihrer Kirchenzugehörigkeit.

Diakonie Sachsen

Die Diakonie Sachsen bietet ebenfalls Unterstützung für Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen. Über die Hilfesuche der Diakonie Sachsen können Betroffene und Angehörige Beratungsangebote, Informationen und Vermittlung zu weiterführenden Hilfen finden. Die Beratungen sind anonym, vertraulich und kostenfrei.

Gottesdienste für Menschen mit Demenz

Einmal pro Quartal werden besondere Gottesdienste für Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen gefeiert. Diese Gottesdienste sind geprägt von vertrauten Klängen und Abläufen und bieten die Möglichkeit, Themen mit unterschiedlichen Sinnen zu erfahren.

Unterstützung durch die Deutsche Alzheimer Gesellschaft (DAlzG)

Die Deutsche Alzheimer Gesellschaft (DAlzG) engagiert sich bundesweit für ein besseres Leben mit Demenz. Sie unterstützt und berät Menschen mit Demenz und ihre Familien, informiert die Öffentlichkeit über die Erkrankung und setzt sich für eine bessere Diagnose, Behandlung, Betreuung und Pflege ein.

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Angebote der DAlzG:

  • Beratung und Unterstützung: Die DAlzG bietet umfassende Informationen und Beratung für Betroffene und Angehörige.
  • Öffentlichkeitsarbeit: Die DAlzG informiert die Öffentlichkeit über Demenz und setzt sich für eine demenzfreundliche Gesellschaft ein.
  • Forschungsförderung: Die DAlzG unterstützt wissenschaftliche Forschungsprojekte, die zur Verbesserung der Situation von Menschen mit Demenz beitragen.

Aktuelle Forschungsprojekte der DAlzG (Auswahl):

  • MIF als molekulare Schnittstelle: Ein Forschungsprojekt an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf untersucht den Macrophage Migration Inhibitory Factor (MIF) als molekulare Schnittstelle zwischen externen, entzündlichen Faktoren und der Alzheimer-Pathologie.
  • Einfluss des oralen Mikrobioms: Ein Projekt am LVR-Klinikum Düsseldorf untersucht den Zusammenhang zwischen Erkrankungen des Mundraums und der Entwicklung einer Alzheimer-Demenz.
  • Stuhlanalyse zur Diagnose: Forschende an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf arbeiten an einem diagnostischen Test für die Alzheimer-Krankheit auf der Grundlage einer Stuhlanalyse.
  • Früherkennung durch rekognitionsbasiertes Testing: An der Neurologischen Universitätsklinik Ulm wird ein neues Paradigma zur Früherkennung von Demenz entwickelt.
  • Erfassung von Alltagsbeeinträchtigungen: Ein Projekt des Instituts für Sozialmedizin in Nordhausen und Leipzig entwickelt ein Instrument zur differenzierten Erfassung von Alltagsbeeinträchtigungen aufgrund kognitiver Abbauprozesse.
  • Validierung der Checkliste für leichte Verhaltensbeeinträchtigungen: Das Institut für Sozialmedizin in Leipzig validiert die Checkliste für leichte Verhaltensbeeinträchtigungen (C-LVB), um Personen mit einem erhöhten Demenzrisiko frühzeitig zu identifizieren.
  • DemTect Eye+Ear: An der Universität Köln wird der DemTect für Menschen mit sensorischen Einschränkungen weiterentwickelt.
  • Ernährungsintervention und Epigenetik: Ein Projekt des Universitätsklinikums Köln untersucht die Wechselwirkungen zwischen Ernährung, Umwelteinflüssen und (Epi-)Genetik zur Prävention von Demenzerkrankungen.
  • Demenzprävention durch Hörgeräteversorgung: Die Universitätsmedizin Göttingen untersucht, ob eine angepasste Versorgung mit Hörgeräten die geistige Leistungsfähigkeit verbessert.
  • Dementia Isolation Toolkit (DIT): Die Uniklinik Köln übersetzt, evaluiert und disseminiert das Dementia Isolation Toolkit (DIT-G), um eine personzentrierte Isolation und Quarantäne von Bewohnern in Altenpflegeeinrichtungen zu fördern.
  • EMPOR: Das Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf entwickelt einen Leitfaden für Gespräche zwischen Pflegefachpersonen und Angehörigen von Menschen mit Demenz in Pflegeheimen.
  • Kognitive Stimulation in der Langzeitpflege: Die Universitätsmedizin Köln entwickelt und pilotiert ein 24-Stunden-Konzept zur kognitiven Stimulation in der stationären Langzeitpflege.
  • Schutzkonzepte in Pflegeheimen: Die Universität Hildesheim beschäftigt sich mit dem Thema Gewalt in der Pflege von Menschen mit Demenz und entwickelt Schutzkonzepte für stationäre Pflegeeinrichtungen.
  • Optimierung der Medikation: Die Technische Universität München führt eine Interventionsstudie zur Reduktion von Antipsychotika bei Heimbewohnern mit fortgeschrittener Demenz durch.

Weitere Hilfsangebote

Neben den bereits genannten Angeboten gibt es weitere Hilfsangebote, die Betroffene und Angehörige in Anspruch nehmen können.

Seelsorge in besonderen Lebenslagen

  • Polizeiseelsorge: Für Mitarbeitende der Polizei, die in beruflichen oder privaten Fragen ein Gespräch suchen.
  • Notfallseelsorge: Für Menschen in besonderen Not- und Krisensituationen.
  • Militärseelsorge: Für Soldatinnen und Soldaten.
  • Seelsorge in Gebärdensprache: Für schwerhörige Menschen.
  • Schwerhörigenseelsorge: Um schwerhörigen Gemeindegliedern das Verstehen des Wortes Gottes und die Teilhabe am Leben ihrer Kirchgemeinde zu erleichtern.
  • Blinden- und Sehbehindertendienst: Für blinde und sehbehinderte Menschen.
  • Gefängnisseelsorge: Für Gefangene in Justizvollzugsanstalten.
  • Flughafenseelsorge: Für Reisende an Flughäfen.
  • Circus- und Schaustellerseelsorge: Für Artisten, Schausteller, Puppenspieler und Marktkaufleute.
  • Telefonseelsorge: Anonyme Hilfe in Krisensituationen unter den Rufnummern 0800 1110111, 0800 1110222 und 0800 116 123.
  • Aussiedlerarbeit: Beratung und Unterstützung für Zuzügler aus den GUS-Staaten.

Forschungsprojekte in Sachsen

  • Harninkontinenz bei Demenzkranken: Das Städtische Altenheim Glauchau untersucht die Häufigkeit von Inkontinenz, mögliche Einflussfaktoren und die Verwendung von Inkontinenzmaterialien in einer stationären Einrichtung.
  • Risiko-Management in Altenpflegeeinrichtungen: Die Universität Osnabrück beschäftigt sich mit Risiko-Management in stationären Altenpflegeeinrichtungen.
  • Auswirkungen unterschiedlicher Wohnformen: Das Institut für sozialpolitische und gerontologische Studien (ISGOS) in Berlin untersucht die Auswirkungen unterschiedlicher Wohnformen auf Demenzkranke.
  • BB-DARS: Die Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg entwickelt einen Blut-basierten Biomarker zur Risikoabschätzung von Hirnblutungen und -ödemen im Rahmen medikamentöser Immuntherapien.
  • MagDeburger DrAinage-Reserve-Score: Die Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg entwickelt einen MRT-basierten Score zur Vorhersage der perivaskulären zerebralen Drainage bei Patienten entlang des Alzheimer-Kontinuums.

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