Selleriesaft hat sich in den letzten Jahren zu einem beliebten Getränk entwickelt, das von vielen als gesundheitsfördernd angepriesen wird. Besonders im Fokus steht dabei die angebliche Wirkung auf das Nervensystem. Dieser Artikel beleuchtet die potenziellen Vorteile von Selleriesaft, insbesondere im Hinblick auf das Nervensystem, und untersucht die wissenschaftlichen Belege für diese Behauptungen.
Was ist Selleriesaft?
Selleriesaft wird in der Regel aus grünem Staudensellerie gewonnen, indem dieser entsaftet wird. Das resultierende Getränk wird oft morgens auf nüchternen Magen konsumiert und soll eine Vielzahl von gesundheitlichen Vorteilen bieten, von der Ankurbelung der Verdauung bis zur Stärkung des Immunsystems.
Inhaltsstoffe und ihre potenzielle Wirkung
Sellerie enthält eine Reihe von Inhaltsstoffen, die potenziell positive Auswirkungen auf den Körper haben können:
- Ballaststoffe: Fördern die Verdauung.
- Mineralstoffe: Kalium, Eisen und Kalzium sind wichtig für verschiedene Körperfunktionen.
- Antioxidantien: Carotinoide schützen den Körper vor freien Radikalen, die eine Rolle bei der Hautalterung spielen.
- Vitamine: Vitamin C und Vitamine der B-Gruppe sind essenziell für viele Stoffwechselprozesse.
- Ätherische Öle und Bitterstoffe: Wirken antibakteriell und verleihen Sellerie seinen typischen Geschmack.
- Betacarotin: Kann vom Körper in Vitamin A umgewandelt werden, wichtig für Augen, Schleimhäute und Knochen.
- Phenolsäuren, Flavonoide (z.B. Apigenin), Phytosterine, Phthalid: Pflanzenstoffe mit potenziell gesundheitsfördernden Eigenschaften.
Selleriesaft und das Nervensystem
Es wird behauptet, dass Selleriesaft einen beruhigenden Effekt auf das Nervensystem haben kann. Einige Quellen deuten darauf hin, dass dies auf den hohen Wasseranteil und das enthaltene Vitamin A zurückzuführen sein könnte. Vitamin A versorgt die Haarspitzen mit wichtigen Nährstoffen, die das Haar gesund und glänzend aussehen lassen.
Einige Anhänger des Selleriesaft-Trends, wie Anthony William, behaupten, dass der Saft antiseptisch wirkt und mit seinen Mineralsalzen dem Nervensystem hilft, toxische Stoffe durch Viren und Bakterien zu bekämpfen. Es wird auch angenommen, dass Staudensellerie schädliche Bakterien, Hefe-, Schimmel- und andere Pilzkeime sowie Viren aushungert und ihre Toxine und Zellreste aus dem Verdauungstrakt und der Leber ausschwemmt.
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Darüber hinaus wird vermutet, dass der Pflanzenfarbstoff Apigenin, der in Sellerie enthalten ist, das Gehirn dabei unterstützt, neue Verbindungen zwischen Nervenzellen zu knüpfen. Dies könnte potenziell neurologischen Altersbeschwerden wie Demenz vorbeugen und sogar Depressionen entgegenwirken.
Wissenschaftliche Erkenntnisse
Es ist wichtig zu beachten, dass die wissenschaftliche Forschung zur Wirkung von Selleriesaft auf das Nervensystem begrenzt ist. Viele der Behauptungen beruhen auf anekdotischen Erfahrungen und den Theorien von Befürwortern wie Anthony William.
Einige Studien haben jedoch die potenziellen Vorteile von Sellerie und seinen Inhaltsstoffen untersucht:
- Eine Studie aus dem Jahr 2010 fand heraus, dass ein Extrakt aus Sellerie bei Nagetieren positive Auswirkungen auf die Magenschleimhaut und deren Regenerationsfähigkeit hatte.
- Es gibt Hinweise darauf, dass Sellerie blutdrucksenkende Eigenschaften haben kann, was indirekt das Nervensystem beeinflussen könnte. Der sekundäre Pflanzenstoff Phthalid wirkt entspannend auf die Gefäßmuskulatur. Die Gefäße weiten sich und das Blut kann besser hindurchfließen. Aber auch die cholesterinsenkende Wirkung sowie der durch das enthaltene Magnesium positive Einfluss auf das Nervensystem tragen in zweiter Instanz zur Verbesserung der Blutdruckwerte bei.
- Die antioxidativen Eigenschaften von Sellerie könnten dazu beitragen, das Nervensystem vor Schäden durch freie Radikale zu schützen.
Es sind jedoch weitere Studien erforderlich, um die spezifischen Auswirkungen von Selleriesaft auf das Nervensystem beim Menschen zu bestätigen.
Mögliche Nebenwirkungen und Risiken
Obwohl Selleriesaft im Allgemeinen als sicher gilt, gibt es einige mögliche Nebenwirkungen und Risiken zu beachten:
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- Allergische Reaktionen: Sellerie ist ein häufiges Allergen und kann Juckreiz, Schwellungen im Mund- und Rachenraum, Hautausschläge und Atembeschwerden verursachen.
- Magenprobleme: Bei manchen Menschen kann der Konsum von Selleriesaft, insbesondere auf nüchternen Magen, zu Magenproblemen führen.
- Phototoxische Reaktionen: Der Verzehr größerer Mengen Sellerie in Verbindung mit Sonneneinstrahlung kann zu Hautausschlägen oder Sonnenbrand führen.
- Pestizidbelastung: Staudensellerie kann stark mit Pestiziden belastet sein, daher ist es ratsam, Bio-Qualität zu wählen oder die Stangen gründlich abzuwaschen.
- Entgiftungserscheinungen: Kopfschmerzen oder leichte Bauchschmerzen können auftreten, werden aber von einigen als normale Entgiftungserscheinungen interpretiert.
- Wechselwirkungen mit Medikamenten: Menschen, die blutdrucksenkende Medikamente einnehmen oder an einer Nierenerkrankung leiden, sollten vor dem Konsum von Selleriesaft ihren Arzt konsultieren.
- Blähungen: Bei manchen Menschen kann es zu Blähungen nach dem Genuss von Selleriesaft kommen, insbesondere wenn der Verdauungstrakt stark belastet ist.
Zubereitung und Konsum
Wer Selleriesaft selbst herstellen möchte, sollte folgende Tipps beachten:
- Bio-Qualität: Verwenden Sie möglichst frischen Sellerie in Bio-Qualität, um die Pestizidbelastung zu minimieren.
- Gründliches Waschen: Waschen Sie den Sellerie gründlich, um Schmutz, Keime und Rückstände zu entfernen.
- Entsafter oder Mixer: Verwenden Sie einen Entsafter, um den Saft zu gewinnen, oder pürieren Sie den Sellerie mit Wasser in einem Mixer und seihen Sie die Masse anschließend ab.
- Frischer Konsum: Trinken Sie den Selleriesaft idealerweise sofort nach der Zubereitung, um den Verlust von Nährstoffen zu minimieren.
- Pur oder gemischt: Trinken Sie den Saft pur, um die volle Wirkung zu erzielen, oder mischen Sie ihn mit Gurken-, Apfel- oder Karottensaft, um den Geschmack zu verbessern.
- Menge: Beginnen Sie mit einer kleineren Menge, um zu testen, wie Ihr Körper reagiert, und steigern Sie die Menge allmählich auf etwa 500 ml pro Tag.
- Nüchterner Magen: Trinken Sie den Selleriesaft idealerweise morgens auf nüchternen Magen, bevor Sie etwas anderes als Wasser oder Zitronenwasser zu sich nehmen.
Alternativen und Ergänzungen
Es ist wichtig zu betonen, dass Selleriesaft kein Allheilmittel ist und eine ausgewogene Ernährung und ein gesunder Lebensstil für das Wohlbefinden unerlässlich sind. Anstatt sich ausschließlich auf Selleriesaft zu verlassen, sollten Sie eine Vielzahl von Obst, Gemüse und anderen gesunden Lebensmitteln in Ihre Ernährung integrieren.
Wenn Sie den Geschmack von Selleriesaft nicht mögen oder ihn nicht vertragen, gibt es viele andere Möglichkeiten, Ihr Nervensystem und Ihre allgemeine Gesundheit zu unterstützen:
- Andere Gemüsesäfte: Karotten-, Gurken- oder Rote Bete-Saft sind ebenfalls reich an Nährstoffen und können eine gute Alternative sein.
- Kräutertees: Kamille, Lavendel oder Zitronenmelisse können beruhigend wirken und das Nervensystem unterstützen.
- Entspannungsübungen: Meditation, Yoga oder Atemübungen können helfen, Stress abzubauen und das Nervensystem zu beruhigen.
- Ausreichend Schlaf: Ein regelmäßiger Schlafrhythmus und ausreichend Schlaf sind entscheidend für die Gesundheit des Nervensystems.
- Regelmäßige Bewegung: Körperliche Aktivität kann Stress abbauen und die Stimmung verbessern.
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