Selleriesaft hat in den letzten Jahren enorm an Popularität gewonnen, insbesondere durch die Empfehlungen von Anthony William, dem "Medical Medium". Doch was steckt wirklich hinter diesem Hype? Dieser Artikel beleuchtet die gesundheitlichen Vorteile von Selleriesaft, insbesondere seine Wirkung auf das Nervensystem, und gibt praktische Tipps zur Zubereitung und Anwendung.
Sellerie: Mehr als nur ein Gemüse
Wussten Sie, dass Staudensellerie botanisch gesehen gar kein Gemüse ist, sondern zu den Heilpflanzen und Kräutern zählt? Staudensellerie gehört zur Familie der Doldenblütler, genau wie Koriander, Petersilie und Fenchel. Schon seit Jahrhunderten wird Sellerie in vielen Teilen der Welt als Heilpflanze genutzt. In der Traditionellen Chinesischen Medizin findet er Anwendung als Mittel gegen Bluthochdruck, während er in der ayurvedischen Medizin bei Verdauungsproblemen eingesetzt wird.
Der Selleriesaft-Trend: Wer steckt dahinter?
Ausverkaufte Regale in Bioläden, kaum noch Stangensellerie auffindbar - und das alles wegen Anthony William, dem selbsternannten "Medical Medium". Er hat die Selleriesaft-Kur ins Leben gerufen und damit einen regelrechten Ansturm auf das grüne Gemüse ausgelöst. Prominente wie Courteney Cox, Jenna Dewan und Pharrell Williams haben seine Kur ausprobiert und ihre Begeisterung auf Instagram geteilt.
Anthony William behauptet, Anweisungen von einer inneren Stimme namens "Spirit" zu erhalten, um Menschen zu helfen. Er ist davon überzeugt, dass chronische Krankheiten wie Hautprobleme, Autoimmunerkrankungen, Migräne, Bluthochdruck, Diabetes und Gicht durch die richtige Ernährung bekämpft werden können. Je frischer die Nahrung, desto größer der heilende Effekt, so sein Credo.
Was macht Selleriesaft so besonders?
Stangensellerie enthält neben viel Wasser wichtige Mineralsalze wie Kalium, Natrium, Magnesium und Kalzium in konzentrierter Form. Diese Mineralsalze tragen dazu bei, eine gesunde Magensäure wiederherzustellen, indem sie beispielsweise schlechte Bakterien (Heliobacter Pylori) bekämpfen. Selleriesaft unterstützt die Leber bei der Verarbeitung von Giftstoffen aus Nahrung (Pestizide), Abgasen, Alkohol, Medikamenten, Zigaretten, Parfums usw. und hat somit einen großen Einfluss auf unsere Gesundheit. Der Saft enthält Enzyme, die dem Organismus helfen, Nahrung besser aufzuspalten, zu verdauen und den Körper zu entgiften. Darüber hinaus verstärkt Selleriesaft die Gallensaftproduktion, was wichtig für die Fettaufspaltung und die Abtötung von Krankheitserregern ist.
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Selleriesaft und das Nervensystem
Der Selleriesaft ist auch antiseptisch und hilft mit seinen Mineralsalzen dem Nervensystem, toxische Stoffe durch Viren und Bakterien zu bekämpfen. Manch einer mag den Staudensellerie als farblos und uninteressant empfinden, doch der Eindruck trügt. Bei Staudensellerie ist immer sofort an Elektrolyte zu denken. Er sorgt auf der tiefsten Zellebene für Befeuchtung, was beispielsweise das Migränerisiko senkt.
Die Angst sitzt uns vielfach in den Eingeweiden. Die Nervosität macht uns Bauchkribbeln, Ängste nisten sich so tief im Nervensystem ein, dass wir uns innerlich ganz verkrampft fühlen. Staudensellerie stellt das gesamte Verdauungssystem wieder her. Zugleich sorgen Selleriestangen dafür, dass es nützlichen Bakterien gut geht. Mit Staudensellerie schaffst du im Darm ein eher basisches Milieu. Das liegt zum Teil daran, dass die Pflanze sehr reich an bioaktivem Natrium ist. Das im Staudensellerie enthaltene Natrium sorgt für eine Erhöhung des pH-Werts im Körper, sodass toxische Säuren auch aus den letzten Winkeln des Körpers … und natürlich auch aus dem Darm … vertrieben werden können.
Sellerie entgiftet, entwässert, kann Blutdruck, Cholesterin- und Blutzuckerwerte senken und schützt und regeneriert Nervengewebe im Gehirn bei Alzheimer, Parkinson und nach Schlaganfällen.
Einige weitere Vorteile für das Nervensystem sind:
- Beruhigende Wirkung: Selleriesaft kann einen beruhigenden Effekt auf unser Nervensystem haben.
- Entzündungshemmend: Staudensellerie gehört zu den besonders stark entzündungshemmenden Nahrungsmitteln, weil er schädliche Bakterien, Hefe-, Schimmel- und andere Pilzkeime sowie Viren aushungert und ihre Toxine und Zellreste aus dem Verdauungstrakt und der Leber ausschwemmt.
- Schutz vor oxidativem Stress: NPD und der Farbstoff Apigenin vermindern den oxidativen Stress, schützen vor dem zellulären Selbstabbau, aktivieren Reparaturprozesse der Zellen und fördern die Neubildung von Blutgefäßen.
- Gedächtnisleistung: Sellerieextrakt kann die Gedächtnisleistung verbessern. Er kann den Zelltod von Nervenzellen verhindern und die Entstehung einer Alzheimer Demenz verzögern. Dazu hemmt er den Abbau des Botenstoffs Acetylcholin im Gehirn.
- Stimmungsaufhellend: Sellerie kann nicht nur die Denk- und Merkfähigkeit verbessern, sondern auch die Stimmung heben.
Zubereitung von Selleriesaft: So geht's richtig
Um etwa ½ Liter reinen Selleriesaft herzustellen, benötigt man je nach Selleriesorte und Wachstum der Pflanze 1 - 1 ½ Stauden Sellerie.
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- Vorbereitung: Den Staudensellerie unter dem Wasserhahn kurz abwaschen. Wer keinen Bio-Sellerie hat, spült die Selleriestangen kurz mit ein paar Spritzern ökologischem Spülmittel unter dem Wasserhahn ab.
- Entsaften: Je nach Entsafterart die Stangen in kleine Stücke schneiden und zügig nach und nach in den Entsafter geben. Ein Slow Juicer eignet sich am besten, da durch die geringe Motorleistung mehr Mineralien und Vitamine erhalten bleiben.
- Alternative: Mixer: Auch für den Smoothie grüne Selleriestangen abwaschen mit Wasser bzw. Öko-Spülmittel und diese kleinschneiden und in den Mixer geben. Wer keinen Hochleistungsmixer hat, sollte ein Glas Wasser hinzufügen und etwa drei Minuten mixen, bis eine homogene Masse entsteht. Nun den Selleriebrei durch ein Küchentuch abseihen.
- Aufbewahrung: Den Selleriesaft in einer Glasflasche gekühlt aufbewahren und innerhalb von maximal 24 Stunden verbrauchen.
Wichtiger Hinweis: Durch die Blätter wird der Selleriesaft bitter. Je weniger Blätter, desto milder schmeckt der Saft. Bei der ersten Zubereitung so wenig Blätter wie möglich in den Entsafter geben und die Menge der Blätter mit jedem Mal steigern. Wenn der Magen sich an den bitteren Geschmack gewöhnt hat, ist die Bitterkeit kein Problem mehr.
Anthony Williams Regeln für die Selleriesaft-Kur
Anthony William empfiehlt folgende Regeln, um den höchstmöglichen Effekt des Selleriesafts zu erzielen:
- Auf Bio-Qualität achten und die Stangensellerie unter laufendem Wasserhahn abwaschen.
- Täglich: Direkt nach dem Aufstehen nüchtern auf leeren Magen mindestens 500 ml Selleriesaft trinken.
- Der Selleriesaft soll rein und pur, ohne Fasern oder Stückchen sein, damit die Verdauung nicht angeregt wird, sondern die puren Mineralien ins Blut gelangen.
- Den Saft nicht mit dem Saft anderer Früchte oder anderem Gemüse mischen.
- Sofort (!) nach dem Entsaften trinken. Durch den Sauerstoff oxidiert der Selleriesaft und seine wertvollen Mineralstoffe gehen verloren.
Mögliche Nebenwirkungen und was man beachten sollte
Mögliche Nebenwirkungen, die auftreten können, sind Kopfschmerzen oder leichte Bauchschmerzen. Das sind allerdings laut Anthony William Entgiftungserscheinungen, die völlig normal sind und sich wieder verflüchtigen. Wenn das Trinken von reinem Selleriesaft allerdings zu starke Nebenwirkungen wie Kopfschmerzen, Magenschmerzen erzeugt, soll die Menge an Saft zunächst verringert werden. An den folgenden Tagen kann die Menge an Selleriesaft nach und nach gesteigert werden, so dass sich der Körper behutsam daran gewöhnen kann.
Es ist wichtig zu wissen, dass Sellerie allergische Reaktionen verursachen kann. Das Gemüse zählt zu den häufigsten Auslösern einer Nahrungsmittelallergie. Juckreiz, Schwellungen im Mund- und Rachenraum, Hautausschläge und Atembeschwerden deuten auf eine Allergie hin.
Wer eine größere Menge Sellerie verzehrt hat und sich in der Sonne aufhält, muss damit rechnen, dass es zu Hautausschlägen oder einem Sonnenbrand kommt. Dahinter steckt eine sogenannte phototoxische Reaktion.
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Was passiert mit den Resten? Nachhaltige Verwertung
Anstatt die Reste, die beim Entsaften entstehen, wegzuwerfen, können Sie diese für leckere Sellerie-Cracker im Dörrautomat verwenden.
Rezept: Sellerie-Leinsamen-Cracker
- 1 Tasse Leinsamen (2h in Wasser einweichen)
- 1 Tasse Buchweizenkörner (2h einweichen und gründlich waschen)
- 4 Tassen Sellerie-Trester
- 1 TL Rosmarin (getrocknet)
- 1 TL Oregano (getrocknet)
- ½ TL Thymian (getrocknet)
Alle Zutaten mit den Händen gut vermengen und den Teig auf den Dörrfolien ausbreiten bzw. ausrollen (max. 5mm Höhe). Am besten mit einem Pizzaroller die Stücke etwas andeuten, dann lässt sich der Teig trocken gut in einzelne Stücke brechen. Nun für 6h (je nach Dörrautomat) dörren lassen und genießen! Als Alternative lassen sich die Cracker auch im Backofen bei 40 Grad mehrere Stunden trocknen.
Kritische Betrachtung und wissenschaftliche Evidenz
Obwohl viele Anwender von positiven Erfahrungen mit Selleriesaft berichten, ist es wichtig, die wissenschaftliche Evidenz kritisch zu betrachten. Expertin Gabriele Kaufmann vom Bundeszentrum für Ernährung (BZfE) betont: „Ein Allheilmittel ist Selleriesaft mitnichten.“ Ernährungsmediziner Johannes Georg Wechsler aus München ergänzt: „Es gibt keinerlei wissenschaftliche Belege dafür, dass Selleriesaft den Blutdruck senkt oder die Verdauung ankurbelt.“
Es ist ratsam, Selleriesaft als Teil einer ausgewogenen Ernährung zu betrachten und nicht als alleinige Lösung für gesundheitliche Probleme. Vielfalt in der Ernährung ist für das Wohlbefinden am wichtigsten.
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