Sepp Maier: Ein Blick auf Gesundheit, Karriere und das Leben nach dem Fußball

Josef Dieter "Sepp" Maier, eine Ikone des deutschen Fußballs, hat im Laufe seines Lebens viele Höhen und Tiefen erlebt. Dieser Artikel beleuchtet seinen gesundheitlichen Zustand, seine beeindruckende Karriere und seine Sicht auf das Leben nach dem aktiven Fußball.

Gesundheitliche Aspekte im Leben von Sepp Maier

Auch im hohen Alter ist Sepp Maier noch aktiv und reist viel, solange es die Gesundheit erlaubt. Er selbst sagt, dass man in seinem Alter nie wisse, wie lange das noch geht. Er erwähnt seinen ehemaligen Kollegen Franz Beckenbauer, der mit seiner Krankheit zu kämpfen hat, und Sir Bobby Charlton, den englischen Weltmeister von 1966, der bereits verstorben ist.

Ein unverkrampftes Verhältnis zum Tod

Mayer, mittlerweile 84 Jahre alt, hat ein sehr unverkrampftes, fast schon freundschaftliches Verhältnis zum Tod. Der Gedanke daran mache ihm keine Angst, sondern befreie ihn. Er möchte seinem Dasein selbstbestimmt ein Ende setzen, was in Deutschland seit dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts im Februar 2020 möglich ist.

Sterbehilfe und persönliche Einstellungen

Mayer ist seit fast 40 Jahren Mitglied in der Deutschen Gesellschaft für Humanes Sterben (DGHS) und befürwortet ein menschenwürdiges und selbstbestimmtes Ausscheiden aus dem Leben. Für ihn kommt es nicht in Frage, in einem Pflegeheim auf den Tod zu warten. Er würde sich auch bei einer schweren Erkrankung, wie beispielsweise einer Krebsdiagnose, nicht behandeln lassen.

Teilnahme an Alzheimerforschung

Trotz seines fortgeschrittenen Alters nimmt Sepp Maier noch aktiv am Leben teil. An der Ludwig-Maximilians-Universität München beteiligt er sich an einem Studienprojekt zur Alzheimerforschung und lässt sein Gehirn regelmäßig untersuchen. Nach seinem Tod möchte er seinen Körper der Wissenschaft zur Verfügung stellen und seine Organe spenden, sofern sie noch brauchbar sind.

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Sportliche Karriere und Erfolge

Sepp Maier hat im Laufe seiner Karriere alles gewonnen, was es im Fußball zu gewinnen gibt. Er wurde 1974 Weltmeister und triumphierte 1972 bei der Europameisterschaft. Mit dem FC Bayern München gewann er vier Deutsche Meisterschaften, viermal den DFB-Pokal, dreimal den Europapokal der Landesmeister (heute Champions League) sowie je einmal den Europapokal der Pokalsieger und den Weltpokal.

Rekordspieler des FC Bayern München

Bis heute ist Maier mit 706 Pflichtpartien Rekordspieler des FC Bayern München, noch vor Thomas Müller. Von 1994 bis 2008 war er Torwarttrainer beim FC Bayern und von 1998 bis 2008 bei der deutschen Nationalmannschaft.

Anekdoten aus der aktiven Zeit

Sepp Maier erinnert sich gerne an seine aktive Zeit zurück, in der es noch mehr Raum für Späße gab. Eine Anekdote erzählt von einem Spiel, in dem er versuchte, eine Ente zu fangen, die sich in den Strafraum verirrt hatte. Eine andere Geschichte handelt von seinem guten Verhältnis zu Willi Lippens, Spitzname "Ente", mit dem er sich immer gut verstanden hat.

Veränderungen im Fußball

Maier sieht die jüngsten Neuerungen im Fußball, wie den Video-Assistenten, positiv. Er findet, dass der Fußball dadurch gerechter und ehrlicher geworden ist. Auch wenn es manchmal etwas länger dauert, kann man nun alles besser nachvollziehen.

Das Leben nach dem Fußball

Seit 15 Jahren ist Sepp Maier aus dem aktiven Fußballgeschäft raus und genießt sein Leben. Er verfolgt den FC Bayern zwar noch, besucht aber nur noch selten Spiele in der Allianz Arena. Stattdessen schaut er lieber Golf im Fernsehen oder verreist mit seiner Frau.

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Keine Vorfreude auf die EM 2024

Auf die Fußball-Europameisterschaft 2024 in Deutschland verspürt Maier keine große Vorfreude. Er ist zwar noch am Fußball interessiert, aber es gibt für ihn auch noch andere Dinge im Leben. Er findet es übertrieben, wie viel Aufregung um das Turnier gemacht wird.

Kritik an der Kommerzialisierung des Fußballs

Maier kritisiert die zunehmende Kommerzialisierung des Fußballs. Der Europapokal und die Champions League sind für ihn nur noch ein Milliardengeschäft. Er hat nichts dagegen, wenn auch kleinere Länder einmal mitspielen dürfen, aber die heutigen Spieler würden nur noch in Länder wie Saudi-Arabien wechseln, wo Unsummen bezahlt werden.

Die Bayern-Familie

Auf die Frage, ob der FC Bayern noch der familiäre Verein von früher sei, antwortet Maier, dass er noch nie familiär war. Er stellt die Bedeutung von "Mia san mia" in Frage und betont, dass Uli Hoeneß zwar noch seine Fäden zieht, aber auch er gesundheitlich kürzertreten sollte.

Pläne für die Zukunft

Sepp Maier möchte die Zeit, die ihm noch bleibt, nutzen, um über Sterbehilfe aufzuklären und dazu beitragen, dass die noch immer herrschende Stigmatisierung abgebaut wird. Dafür hat er sich im Kunstprojekt "Ars Moriendi" von 120 Kameras für ein 3D-Modell fotografieren lassen. Mit seinem Avatar möchte er auch nach seinem Tod noch über das Sterben aufklären.

Persönliche Gedanken zum Lebensende

Sepp Maier hat sich bereits Gedanken über sein Lebensende gemacht und konkrete Vorstellungen entwickelt. Er möchte am liebsten im Winter sterben, am besten im Februar, wenn die ersten Märzenbecher blühen. Der Dienstag sei für ihn ein guter Tag zum Sterben.

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Vorbereitungen für den Abschied

Maier hat bereits Kontakt mit einem Bestatter aufgenommen und überlegt, ob er dessen Räumlichkeiten für die Freitodbegleitung nutzen kann. Er würde gerne im Kreise seiner Familie sterben, mit seinen Kindern und seiner Ex-Frau am Tisch. Ob er im Schlafzimmer oder im Wohnzimmer mit Blick in den Garten sterben will, überlegt er noch.

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