Die Ursache des Unfalls von Siegfried und Roy: Eine Analyse der Theorien und Fakten

Die "Siegfried & Roy Show" war eine Legende in Las Vegas. 44 Jahre im Show-Business, 30.000 Auftritte und 50 Millionen Zuschauer machten die Magier Siegfried Fischbacher († 81) und Roy Horn († 75) zu Weltstars. Ein wichtiger Bestandteil der Show waren die 27 weißen Tiger. Im Jahr 2003 ereignete sich jedoch ein Vorfall, der das Ende der Mega-Show bedeutete und bis heute viele Fragen aufwirft. Roy Horn wurde von seinem Lieblingstiger Montecore angegriffen und lebensgefährlich verletzt.

Der Vorfall im Detail

Am 3. Oktober 2003, an Roy Horns 59. Geburtstag, kam es während einer Vorstellung im Hotel Mirage in Las Vegas zu dem verhängnisvollen Zwischenfall. Der Tiger Mantacore, wie er richtig hieß, biss Roy in den Hals und zerrte ihn von der Bühne. Roy überlebte den Angriff, war aber seitdem halbseitig gelähmt.

Theorien und Spekulationen

Um den Vorfall ranken sich bis heute zahlreiche Theorien und Spekulationen. Ein neuer Podcast namens "Wild Things: Siegfried and Roy" geht sogar der Frage nach, ob die Tiger-Attacke ein geplantes Attentat war. Steven Leckart, der Moderator des Podcasts, erwähnt, dass es Theorien gibt, wonach jemand den Tiger getriggert hat. Als mögliche Motive werden Rache von Tierschützern, finanzielle Schäden für die Stadt Las Vegas und sogar Homophobie diskutiert.

Die Theorie des fremden Geruchs

Eine Theorie, die von den Ermittlungsbehörden besonders ernst genommen wurde, ist die, dass ein fremder Geruch den Tiger verwirrt haben könnte. Steve Wynn, der Besitzer des Hotels "The Mirage", sagte den Ermittlern, dass sich an dem Abend eine Frau mit einer ungewöhnlich hohen Beehive-Frisur im Publikum befunden habe und den Tiger Montecore abgelenkt haben könnte. Die Theorie besagt, dass die Frau einen Duft in ihrer Frisur geschmuggelt haben könnte, möglicherweise ein Pheromon oder exotischen Tierurin. Dies hätte den Tiger ablenken sollen.

Weitere mögliche Ursachen

Eine Quelle der „New York Post“ spekulierte, dass auch Roy Horn selbst anders als sonst gerochen haben könnte, möglicherweise aufgrund von ungewöhnlichem Essen oder Resten seiner Geburtstagsfeier. Es wurde auch vermutet, dass der Tiger gespürt haben könnte, dass etwas nicht stimmte, und Roy an seinen sicheren Ort, seinen Käfig, bringen wollte.

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Die Schlaganfall-Theorie

Die bis heute gängigste Theorie besagt, dass Roy auf der Bühne einen Schlaganfall erlitten hat. Der Tiger habe ihn daraufhin von der Bühne gezerrt, um ihn in Sicherheit zu bringen. Diese Theorie wurde auch von Siegfried und Roy selbst zeitlebens unterstützt.

Die Aussage des Tiertrainers Chris Lawrence

Erstmals äußerte sich nun der Tiertrainer Chris Lawrence zu dem Vorfall. Er war an diesem Abend ebenfalls auf der Bühne und erlebte den Vorfall unmittelbar. Lawrence berichtet, dass sich Horn in den Jahren vor dem Auftritt immer weniger um seine Tiger gekümmert habe und sie eher als Requisiten betrachtet habe. Er bemängelte, dass Roy an diesem Abend nicht die übliche Routine befolgt und den Tiger nicht im Kreis geführt habe, was zu Verwirrung und Rebellion geführt habe.

Lawrence gab an, dass er den Fehler gemacht habe, Horn vorzuschlagen, an diesem Abend Mantacore wegen seiner Größe und Erfahrung auf die Bühne zu holen. Er leide seit fünf Jahren an posttraumatischem Stress und habe Albträume, in denen sein Hals verletzt werde.

Siegfrieds Reaktion auf die Vorwürfe

Siegfried Fischbacher wies die Behauptungen des ehemaligen Tiertrainers Chris Lawrence zurück. Er betonte, dass es in all den Jahren nie einen negativen Vorfall mit den Tieren gegeben habe, außer dem einen mit Tiger Mantacore.

Die Folgen des Unfalls

Der Unfall beendete die Bühnenkarriere von Siegfried und Roy. Die Shows des Künstlerpaares setzten damals mehr als 45 Millionen Dollar pro Jahr um. Der Vorfall veränderte auch das Image von Las Vegas, das sich von einem von der Mafia kontrollierten Sündenpfuhl hin zu einer familienfreundlichen Glitzermetropole wandelte.

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Das Verhältnis zu den Tigern

Trotz des Angriffs ließ Roy und Siegfrieds Liebe zu den Raubkatzen nicht los. Einige der Tiere holten sie auf ihr Grundstück „Little Bavaria“ in Las Vegas. Dort lebten die Magier bis zu ihrem Tod. Roy sagte zu Lebzeiten: „Die Tiger sind meine Familie, ich fühle mich selbst wie einer. Wir haben eine magische Verbindung.“

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