Alzheimer und Sehstörungen: Ein umfassender Überblick

Der Verlust der Fähigkeit, klar zu sehen und klar zu denken oder sich zu erinnern, sind zwei der am meisten gefürchteten Gesundheitsprobleme, die mit dem Älterwerden einhergehen. Es ist wichtig zu verstehen, wie diese beiden Aspekte zusammenhängen und wie man ihnen vorbeugen kann. Dieser Artikel beleuchtet die vielfältigen Aspekte von Alzheimer und seinen Auswirkungen auf das Sehvermögen.

Demenzrisiko bei Sehproblemen

Eine Studie mit fast 3.000 älteren Erwachsenen, die sich bei Hausbesuchen Sehtests und kognitiven Tests unterzogen, ergab, dass das Demenzrisiko bei denjenigen, die Sehprobleme hatten, deutlich höher war. Die Studie basiert auf den Daten einer landesweiten repräsentativen Untersuchung älterer Erwachsener, die vom U-M Institute for Social Research durchgeführt wurde. Die Studienteilnehmer waren über 71 Jahre alt, wobei das Durchschnittsalter bei 77 Jahren lag.

Untersuchung der Sehfähigkeit

Die Nah- und Fernsicht sowie die Fähigkeit, Buchstaben zu erkennen, die sich nicht stark vom Hintergrund abheben, wurden von einem Mitglied des Untersuchungsteams mit einem digitalen Tablet getestet. Etwas mehr als zwölf Prozent der gesamten Gruppe hatte eine Demenzerkrankung. Dieser Prozentsatz war höher bei Teilnehmenden, die eine Sehschwäche im Nahbereich hatten. Ein Drittel der Personen wies mit mäßiger oder schwerer Beeinträchtigung der Fernsicht, einschließlich der Blinden, Anzeichen einer Demenz auf. Gleiches gilt für 26 Prozent der Teilnehmenden, die Schwierigkeiten hatten, Buchstaben zu erkennen, die sich nicht stark vom Hintergrund abhoben. Die Forschenden berücksichtigten auch andere Unterschiede in Bezug auf den Gesundheitszustand und persönliche Merkmale.

Frühere Forschungsergebnisse

Die neue Studie knüpft an frühere Untersuchungen an, die zu ähnlichen Ergebnissen kamen. Zudem stützt sie sich auch auf frühere Arbeiten über Kataraktoperationen. Die Autoren schreiben: „Der Gesundheit des Sehvermögens Priorität einzuräumen, kann der Schlüssel zur Optimierung sowohl der Sehkraft als auch der allgemeinen Gesundheit und des Wohlbefindens sein." Dr. Sheila West, vom Wilmer Eye Institute an der Johns Hopkins Medicine, schrieb in einem begleitenden Leitartikel, dass die neue Studie zu den sich häufenden Beweisen für den Zusammenhang zwischen Sehkraft und kognitiven Problemen beiträgt.

Posteriore kortikale Atrophie (PCA): Eine seltene Variante von Alzheimer

Bei der posterioren kortikalen Atrophie, einer seltenen Variante des Morbus Alzheimer, beginnt die Erkrankung in Hirnregionen, die für die kognitive Verarbeitung von visuellen Reizen benötigt werden. Diese Form von Alzheimer manifestiert sich oft durch bizarre Sehstörungen.

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Sehprobleme als Frühindikator für Demenz

Die Sehkraft verschlechtert sich mit zunehmendem Alter. Das ist normal. Doch bestimmte Probleme mit dem Sehen können auf eine Demenz hindeuten, und zwar schon über ein Jahrzehnt bevor die Krankheit diagnostiziert wird. Das hatten auch Wissenschaftler der Universität Loughborough in Großbritannien in einer Studie herausgefunden. Für die Analyse wurden 8623 gesunde Menschen in Großbritannien über Jahre hinweg beobachtet. Am Ende dieser Beobachtungszeit erkrankten 537 Menschen von ihnen an Demenz. Anhand der gesammelten Daten konnten die Wissenschaftler analysieren, welche Faktoren der Diagnose vorausgegangen waren.

Visueller Test zur Früherkennung

Am Anfang der Studie mussten die Probanden beispielsweise einen visuellen Test durchführen: Sobald sie auf einem Bildschirm sahen, dass sich aus beweglichen Punkten ein Dreieck bildete, mussten sie einen Knopf drücken. Diejenigen, die später an Demenz erkrankten, konnten das Dreieck erst viel später erkennen als die anderen Probanden.

Amyloid-Plaques und ihre Auswirkungen

Wie die Forscher vermuten, könnten die mit Alzheimer verbundenen Ablagerungen im Gehirn, die sogenannten Amyloid-Plaques, zuerst Bereiche des Gehirns beeinträchtigen, die mit dem Sehvermögen verbunden sind. Erst bei fortschreitender Krankheit sind dann die Bereiche, die mit dem Gedächtnis verbunden sind, betroffen. Deshalb könnten Sehtests schon Defizite erkennen, bevor Gedächtnistests das tun, folgern die Forscher.

Weitere visuelle Beeinträchtigungen bei Alzheimer

Alzheimer betrifft auch andere Aspekte des Sehens wie die Fähigkeit, Umrisse zu erkennen und zwischen Farben zu unterscheiden. Demnach sei beispielsweise die Fähigkeit, im Blau-Grün-Spektrum Farben zu erkennen, schon früh bei einer Demenz beeinträchtigt - ohne dass die Betroffenen selbst etwas bemerken.

Beeinträchtigung der Augenbewegungen

Auch bezüglich der Augenbewegungen kann sich die neurodegenerative Erkrankung schon früh bemerkbar machen: So könnten Menschen mit Alzheimer die Augenbewegungen bei ablenkenden Reizen weniger kontrollieren. Das wiederum könnte beispielsweise im Straßenverkehr zu Unfällen führen. Dieses Phänomen untersuchen die Loughborough-Forscher gerade.

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Defizite beim Erkennen von Gesichtern

Auch beim Erkennen von Gesichtern scheinen Alzheimer-Betroffene Defizite zu haben: „Wir haben einige Hinweise darauf, dass Menschen mit Demenz dazu neigen, die Gesichter neuer Menschen ineffizient zu verarbeiten“, heißt es weiter in der Pressemitteilung. Geistig gesunde Menschen würden das Gesicht von den Augen über die Nase zum Mund scannen, Erkrankte tun dies möglicherweise nicht. So könnten viele Ärzte, die mit Demenz-Patienten arbeiten, oft schon beim ersten Treffen erkennen, ob eine Person daran leidet.

Zusammenhang zwischen Augenbewegung und Gedächtnisleistung

„Menschen mit Demenz können manchmal verloren wirken, weil sie ihre Augen nicht gezielt bewegen, um die Umgebung abzusuchen, auch nicht das Gesicht der Menschen, die sie gerade kennengelernt haben", so die Forscher. Dass sie Gesichter nicht wiedererkennen, könnte also eher mit der fehlenden Augenbewegung zu tun haben als mit einer Gedächtnisstörung - auch wenn zwischen beiden Faktoren ein Zusammenhang besteht. Die Forscher führen daher Tests durch, ob eine Verbesserung der Augenbewegung auch zu einer besseren Gedächtnisleistung führt. Einige Studien hätten dies bereits gezeigt. Das könnte auch erklären, warum Menschen, die beispielsweise viel lesen und fernsehen ein besseres Gedächtnis und auch ein geringeres Demenzrisiko hätten, so die Forscher weiter.

Früherkennung und ihre Bedeutung

In der Regel wird eine Demenz wie Alzheimer erst beim Auftreten von Symptomen diagnostiziert. Zwar gibt es noch keine Heilung für eine Demenzerkrankungen wie Alzheimer. Wie die Alzheimer Forschung Initiative betont, könne eine frühe Diagnose aber dabei helfen, das Fortschreiten dieser neurodegenerativen Erkrankung zu verzögern und die kognitiven Fähigkeiten der Betroffenen länger zu erhalten. Zumal Patienten dann auch noch selbst aktiv werden können und den Krankheitsverlauf durch Faktoren wie Bewegung, soziale Kontakte und dem Erlernen von Neuem selbst positiv beeinflussen könnten.

Risikofaktoren für die Entstehung von Demenz

Neben dem Alter gibt es weitere Risikofaktoren, die eine Demenz im Verlauf des späteren Lebens begünstigen:

  • Bewegungsmangel
  • Kopfverletzungen
  • Alkohol
  • Feinstaubbelastung
  • geringe Bildung
  • Übergewicht
  • Bluthochdruck
  • eingeschränkte Hörfähigkeit
  • Rauchen
  • Diabetes
  • Depressionen
  • Mangel an sozialen Kontakten

Sehprobleme als Mittel zur Früherkennung?

Ein Nachlassen der Sehkraft wird als typische Alterserscheinung wahrgenommen. Doch es gibt Hinweise darauf, dass es sich bei bestimmten visuellen Problemen auch um einen Frühindikator für Alzheimer oder Demenz handeln kann, wie die Ergebnisse einer Studie nun zeigen.

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Verlust der visuellen Sensibilität

Probleme beim Sehen können ein frühes Anzeichen eines kognitiven Verfalls sein. Das hat ein Forschungsteam anhand der Analyse der Daten von mehr als 8000 gesunden Menschen herausgefunden. Die Untersuchungsergebnisse zeigen, dass ein Verlust der visuellen Sensibilität eine Demenz bereits 12 Jahre vor der Diagnose vorhersagen kann. Die Forschenden gehen aufgrund ihrer Ergebnisse davon aus, dass visuelle Verarbeitungstests zusammen mit anderen neuropsychologischen Tests Demenzrisiken bei Menschen besser erkennbar machen als bisher.

EPIC-Norfolk-Studie

Für ihre Untersuchungen nutzte das Team um Eef Hogervorst von der Loughborough University die Daten von insgesamt 8623 Personen, die bei der EPIC-Norfolk-Studie dabei sind. Von den ausgewählten 8623 Personen im Alter von 48 bis 92 Jahren hatten zum Ende der Studie 537 Teilnehmende eine Demenz entwickelt.

Visueller Test im Detail

Die Studienteilnehmer mussten zunächst einen visuellen Test am Monitor absolvieren. Sie wurden gebeten, so schnell wie möglich einen Knopf zu drücken, sobald sich in einem Feld aus bewegenden Punkten ein Dreieck bildete. Dabei wurde den Forschenden klar, dass Menschen, die später an Demenz erkranken, dieses Dreieck wesentlich langsamer auf dem Bildschirm erkennen als Menschen, die später frei von Demenz leben. Dementsprechend könnten Sehprobleme schon früh auf eine spätere Demenz hinweisen, da die mit der Alzheimer-Krankheit verbundenen toxischen Amyloid-Plaques zunächst Bereiche des Gehirns beeinträchtigen könnten, die mit dem Sehvermögen in Verbindung stünden. Die Teile des Gehirns, die mit dem Gedächtnis verbunden sind, würden mit fortschreitender Krankheit geschädigt, wird das Team in einer Mitteilung der Uni zitiert. Daher könnten Sehtests dieser Art Defizite feststellen, bevor Gedächtnistests dies tun.

Aspekte der visuellen Verarbeitung

Bei der visuellen Verarbeitung, die bei der Alzheimer-Krankheit beeinträchtigt ist, gibt es verschiedene Aspekte. So kann beispielsweise die Fähigkeit, Umrisse von Objekten zu sehen, also die Kontrastempfindlichkeit oder zwischen bestimmten Farben zu unterscheiden, vermindert sein, ohne dass sich die Betroffenen dessen bewusst sind. Bekannt ist bereits, dass die Fähigkeit, das sogenannte Blau-Grün-Spektrum zu sehen und zu differenzieren, bei Demenz schon früh beeinträchtigt ist. Auch die Kontrolle der Augenbewegungen nimmt bei Menschen, die später Alzheimer bekommen, ab, ebenso die Fähigkeit, Gesichter zu erkennen.

Forschung zu Augenbewegungen und Gedächtnisleistung

Die Forschenden, die in einer früheren Untersuchung den Zusammenhang zwischen Augenbewegungen und Gedächtnisleistung untersucht haben, sind sich sicher, dass in künftigen Untersuchungen die Frage, ob man durch Augenbewegungen das Alzheimer-Risiko beeinflussen kann, beantwortet werden kann. Bis man Augenbewegungen oder visuelle Verarbeitungsgeschwindigkeiten als Werkzeug zur Klärung des Alzheimer-Risikos einsetzt, müssen jedoch sogenannte Eye-Tracker günstiger und benutzerfreundlicher sein.

EPIC-Studie: Ein Überblick

Zu Beginn der EPIC-Studie zwischen konnten mehr als 30.000 Männer und Frauen im Alter von 40 bis 79 Jahren aus 35 teilnehmenden allgemeinmedizinischen Praxen in Norfolk gewonnen werden. Neben den Erkenntnissen zu Krebserkrankungen soll es bei der sogenannten Kohortenstudie auch um das Verständnis zur Biologie des Alterns gehen. Die Teilnehmer liefern seit über 25 Jahren Daten und nehmen an zusätzlichen Gesundheitschecks teil. Sie stimmten einer künftigen Verknüpfung mit Informationen aus Krankenakten zu.

Das Auge als Fenster zum Gehirn

Oft sind Ärztinnen und Ärzte erst in der Lage, Demenz zu diagnostizieren, wenn das Gehirn schon stark angegriffen ist und Patienten unter Beeinträchtigungen leiden. Dass sich diverse Erkrankungen am Auge ablesen lassen, darunter zum Beispiel auch Depressionen, wissen Forschende schon länger. Nun fand ein britisches Wissenschaftlerteam heraus: Das menschliche Auge gibt Aufschluss über die Gesundheit des Gehirns. Wie gut jemand sehen kann und wie schnell die Reaktionszeit der Augen ist, könne ein Frühindikator für eine spätere Demenzerkrankung sein, schreiben Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Loughborough University im Fachmagazin "Scientific Reports". Für seine Studie beobachtete das Team um Professorin Eef Hogervorst über Jahre hinweg insgesamt 8623 gesunde Personen aus England zwischen 48 und 92 Jahren. Von diesen Probandinnen und Probanden entwickelten 537 Personen zum Ende der Studienlaufzeit nach zwölf Jahren eine Demenz.

Visueller Sensibilitätstest

Mit den Teilnehmenden wurde deshalb ein visueller Sensibilitätstest durchgeführt. Dabei mussten die Probandinnen und Probanden einen Knopf drücken, sobald sie auf einem Bildschirm ein Dreieck in einem Feld mit sich bewegenden Punkten sahen. Wie die Forschenden in einer Mitteilung der Universität Loughborough berichten, könnte der Grund dafür sein, dass sich die für Alzheimer-Demenz typischen Ablagerungen fehlgefalteter Proteine zuerst in den Hirnbereichen bilden, die in direkter Verbindung mit dem Sehvermögen stehen. Die Teile des menschlichen Gehirns, die mit der Gedächtnisleistung einhergehen, würden hingegen erst mit dem Fortschreiten der Krankheit immer weiter geschädigt.

Veränderungen der Augenbewegung

Schon länger gibt es Hinweise darauf, dass an Demenz erkrankte Personen bereits vor dem Auftreten erster kognitiver Einschränkungen ihre Augen in einer anderen Art und Weise bewegen als gesunde Menschen. Die Augen von Demenzerkrankten folgen nicht mehr den üblichen, standardisierten Mustern, nach denen Gesunde neue Gesichter betrachten, um sie abzuspeichern und später wiederzuerkennen. Gesunde Menschen betrachten ein Gesicht von den Augen über die Nase bis zum Mund, um es sich einzuprägen. Demenzkranke tun dies nicht.

Erkennen von Demenz durch Augenbewegung

Einige Ärztinnen und Ärzte, die mit an Demenz erkrankten Personen arbeiten, könnten aus diesem Grund sofort jemandem die Erkrankung ansehen, wenn sie ihn zum ersten Mal treffen, schreibt die Professorin Eef Hogervorst. Menschen mit Demenz könnten manchmal verloren wirken, weil sie ihre Augen nicht gezielt bewegen, um die Umgebung um sich herum zu erfassen, auch nicht das Gesicht von Menschen, die sie gerade getroffen haben. In der Folge fiele es Demenzkranken später deutlich schwerer, Menschen wiederzuerkennen, weil sich deren Gesichtszüge nicht so stark eingeprägt hätten. Hinzu kommt eine sich verschlechternde Kontrastempfindlichkeit der Augen. Daraus resultiert, dass Demenzerkrankte die Umrisse und Farbunterschiede weniger gut wahrnehmen. Betroffene bemerken das oft selbst nicht.

Augenbewegungstraining zur Verbesserung der Gedächtnisleistung?

Könnte also der Schlüssel zu einer besseren Gedächtnisleistung nicht nur das bewährte Gehirnjogging sein, sondern ein spezielles Training für die Augen? Und lässt sich womöglich durch Augenbewegungen das Alzheimer-Risiko beeinflussen? Vergangene Studien konnten zum Beispiel bereits nachweisen, dass gezielte Augenbewegungen durchaus die Gedächtnisleistung verbessern, was wiederum erklären könnte, weshalb Menschen, die mehr fernsehen und lesen, ein besseres Gedächtnis und ein geringeres Demenzrisiko haben als diejenigen, die dies nicht regelmäßig tun. Eef Hogervorst plädiert aus diesen Gründen für eine weitere Forschung auf dem Gebiet. Sie betont allerdings auch, dass die bisherigen Verfahren zur Messung der Augenbewegungen aufgrund der hochkomplexen Technologie sehr teuer sind.

Die Warn-Symptome der Alzheimer-Demenz erkennen

Die Alzheimer-Krankheit ist eine irreversible, fortschreitende Erkrankung des Gehirns, die das Gedächtnis, das Verhalten und die kognitiven Fähigkeiten beeinträchtigt. Das Verständnis der frühen Warnzeichen der Alzheimer-Krankheit ist für die Lebensqualität des Einzelnen von entscheidender Bedeutung. Eine frühzeitige Diagnose erhöht die Chance, von einer Behandlung zu profitieren.

Die 10 wichtigsten Frühwarnzeichen der Alzheimer-Krankheit

  1. Erheblicher Gedächtnisverlust: Eine Person mit Alzheimer zeigt erste Anzeichen von Gedächtnisverlust, indem sie Gesprächen nicht mehr folgen kann, Schwierigkeiten hat, sich an Personen zu erinnern (sogar an geliebte Menschen) und wichtige Details wie die Adresse ihres Hauses vergisst.
  2. Verlorene Gegenstände: Während die meisten Menschen Dinge verlegen, legt eine Person mit Alzheimer diese oft an einem unpassenden Ort ab. Sie könnten zum Beispiel ihre Schlüssel ins Waschbecken legen. Außerdem fällt es ihnen schwer, ihre Schritte zurückzuverfolgen, um den Gegenstand wiederzufinden.
  3. Soziale Isolation: Eine Person mit Alzheimer-Krankheit kann beginnen, ihre Gedächtnisprobleme zu bemerken und sich zu schämen, Schwierigkeiten zu haben, Gesprächen zu folgen und anderen gegenüber misstrauisch zu werden.
  4. Schwierigkeiten bei der Planung und Problemlösung: Bei manchen Menschen mit Alzheimer verändert sich ihre Fähigkeit, zu planen und Probleme zu lösen. Eines der auffälligsten Anzeichen ist die Schwierigkeit, mit Zahlen zu arbeiten.
  5. Tägliche Aufgaben werden unmöglich: Alltägliche Aufgaben, die kritisches Denken erfordern, können mit dem Fortschreiten der Krankheit immer schwieriger werden.
  6. Veränderungen der Persönlichkeit: Menschen mit Alzheimer-Krankheit können in kurzer Zeit drastische Persönlichkeits-Veränderungen durchmachen.
  7. Zeit Management Probleme: Menschen, die an Alzheimer erkrankt sind, vergessen häufig Details, die mit Zeit und Raum zu tun haben. Sie verlieren oft den Überblick über Daten, Jahreszeiten und den Ablauf der Zeit.
  8. Probleme mit der Sprache: Bei Menschen, die an Alzheimer erkrankt sind, treten Schwierigkeiten mit der Sprache häufig auf. Sie fangen an, Dinge zu beschreiben, für die sie das Wort nicht finden können.
  9. Probleme beim Sehen: Dieses frühe Warnzeichen kann schwer zu erkennen sein, da sich bei vielen Menschen die Sehkraft im Alter verschlechtert. Vor allem können sie anfangen zu stolpern, häufiger hinfallen oder Probleme mit ihrem Gleichgewicht haben.
  10. Probleme Entscheidungen zu treffen: Bei Menschen mit Alzheimer-Krankheit kommt es häufig zu Veränderungen in der Entscheidungsfindung oder im Urteilsvermögen.

Neue Demenz-Risikofaktoren: Abnehmendes Sehvermögen und hohes Cholesterin

Ein abnehmendes Sehvermögen und ein zu hohes Cholesterin - das sind zwei neue Demenz-Risikofaktoren, welche die Lancet-Kommission zur Prävention, Intervention und Pflege von Demenz in ihrer neuen Studie vorstellt. Damit steigt die Anzahl der vermeidbaren Erkrankungsrisiken für Demenz laut Lancet-Kommission auf nunmehr 14 Punkte.

Abnehmendes Sehvermögen

Sehbehinderungen können das Demenzrisiko insbesondere im späten Lebensalter erhöhen. Laut Lancet-Studie kann man das Erkrankungsrisiko um zwei Prozent senken, wenn besonders im hohen Alter Sehschwächen ausgeglichen werden. Weltweit bleiben bei 12,5 Prozent der Menschen über 50 Jahren Sehschwächen unbehandelt.

Soziale Isolation und Depressionen

„Ein abnehmendes Sehvermögen kann ähnliche Folgen haben, wie Schwerhörigkeit. Menschen, die schlechter sehen oder hören ziehen sich oft zurück und sind sozial weniger aktiv. Durch die soziale Isolation verarbeitet das Gehirn weniger Reize und wird weniger stimuliert. Die Leistungsfähigkeit nimmt ab und die Betroffenen haben ein höheres Risiko, an Alzheimer zu erkranken“, erklärt Dr. Anne Pfitzer-Bilsing, Leiterin der Abteilung Wissenschaft von der gemeinnützigen Alzheimer Forschung Initiative. „Außerdem kann soziale Isolation zu Depressionen führen, die ebenfalls zu den Demenz-Risikofaktoren zählen.“

Hohes Cholesterin

Zu hohe Cholesterinwerte gehören laut Lancet zu den vermeidbaren Risikofaktoren im mittleren Lebensalter und beeinflussen das Erkrankungsrisiko um sieben Prozent. Ist der Cholesterinwert im Normalbereich, zum Beispiel durch die Einnahme von Cholesterinsenker, sinkt das Risiko auf Null.

Cholesterin und Amyloid-Plaques

Ein hoher Cholesterinspiegel kann die Bildung von schädlichen Proteinablagerungen fördern. Diese Amyloid-Plaques sind ein charakteristisches Merkmal der Alzheimer-Krankheit. „Ein hoher Cholesterinspiegel kann aber auch andere Demenzerkrankungen begünstigen. Hohe Cholesterinwerte können zu Ablagerungen in den Blutgefäßen führen, die die Blutversorgung des Gehirns beeinträchtigen. Dadurch steigt das Risiko für eine vaskuläre Demenz“, erläutert Pfitzer-Bilsing. „Mit Aufnahme des Cholesterins in die Liste der Risikofaktoren unterstreicht die Lancet-Kommission die Wichtigkeit der Herz-Kreislauf-Gesundheit für die Demenzprävention. Denn Herz- und Kreislauf-Erkrankungen stehen in Zusammenhang mit einem weiteren Risikofaktor für Demenz, dem Bluthochdruck.“

Prävention von Demenz

In Deutschland leben 1,8 Millionen Menschen mit Demenz. Die häufigste Demenzerkrankung ist die Alzheimer-Krankheit. Alzheimer und viele andere Demenzerkrankungen sind noch nicht heilbar und wirksame Therapien kurzfristig noch nicht in Sicht. „Deshalb ist es so wichtig, dass wir immer besser verstehen, wie wir Demenzerkrankungen vorbeugen können.

Können Sehprobleme durch Alzheimer verursacht werden?

Alzheimer gehört zu den häufigsten Demenzerkrankungen und äußert sich vor allem durch Gedächtnis- und Orientierungseinbußen. Weniger häufig thematisiert wird, dass die Erkrankung auch die visuelle Wahrnehmung beeinträchtigen kann. Ein grundlegendes Verständnis des Zusammenspiels von Alzheimer und Sehbeeinträchtigungen hilft, die Auswirkungen besser einzuordnen und den Alltag der Betroffenen gezielt zu unterstützen.

Veränderungen der visuellen Wahrnehmung

Bei Alzheimer verändern sich nicht nur kognitive Fähigkeiten, sondern häufig auch die Wahrnehmung visueller Reize. Betroffene zeigen dadurch häufig Schwierigkeiten bei der räumlichen Orientierung, beim Erkennen von Objekten oder beim Einschätzen von Entfernungen. Diese Probleme entstehen in der Regel nicht durch Erkrankungen der Augen selbst, sondern durch veränderte Informationsverarbeitung im Gehirn.

Subtile Veränderungen im Alltag

Zu Beginn einer Alzheimer-Erkrankung zeigen sich häufig Veränderungen der visuellen Wahrnehmung, die zunächst subtil im Alltag auffallen. Sehprobleme bei Alzheimer resultieren häufig aus neurobiologischen Veränderungen im Gehirn.

Neurobiologische Veränderungen im Gehirn

Nicht nur Gedächtnisbereiche, sondern auch Regionen, die für die Verarbeitung visueller Informationen zuständig sind, werden beeinträchtigt. Besonders betroffen ist der visuelle Kortex im Hinterhauptslappen, wo Nervenzellen absterben und die Kommunikation zwischen Hirnarealen gestört sein kann. Typische Merkmale sind Ablagerungen von Eiweißstoffen wie Beta-Amyloid, die sowohl in für das Sehen relevanten als auch in anderen Hirnregionen zu Funktionsstörungen führen. Die daraus resultierende Schrumpfung bestimmter Gehirnabschnitte (Hirnatrophie) stört die reibungslose Verarbeitung von Sinneseindrücken.

Professionelle augenärztliche Untersuchung

Bei Sehproblemen im Alter ist eine professionelle augenärztliche Untersuchung besonders wichtig. Spezialisierte Fachkräfte können präzise einschätzen, wenn Sehveränderungen auftreten, deren Ursache nicht sofort erkennbar ist. Mit hochentwickelten Verfahren, etwa bildgebender Diagnostik oder funktionellen Sehtests, lassen sich Veränderungen erfassen, die bei älteren Menschen häufig auftreten.

Maßnahmen und Betreuungsstrategien

Alltagsaktivitäten können für Menschen mit Alzheimer durch beeinträchtigtes Sehen erheblich erschwert werden. Frühzeitige Maßnahmen und gezielte Betreuungsstrategien tragen dazu bei, das Fortschreiten von Sehproblemen zu verlangsamen. Eine klar strukturierte Alltagsgestaltung und die Aktivierung der Sinneswahrnehmung fördern Sicherheit und Orientierung im täglichen Leben. Zusätzlich unterstützen positive Sinneserfahrungen die Erhaltung visueller Fähigkeiten. Behutsame Anpassungen im Alltag helfen Betroffenen, ihre Selbstständigkeit zu bewahren und Unsicherheiten zu reduzieren.

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