Die Magnetresonanztomographie (MRT) hat sich zu einem unverzichtbaren Instrument in der modernen Augenheilkunde entwickelt. Die Deutsche Röntgengesellschaft e.V. (DRG) unterstreicht die wachsende Bedeutung bildgebender Verfahren, insbesondere der MRT, bei der Diagnose und Behandlung von Sehstörungen. Die MRT ermöglicht eine detaillierte Darstellung der Augenhöhle, des Sehnervs und der umliegenden Strukturen, wodurch schwerwiegende Ursachen von Sehstörungen wie Tumoren, Entzündungen oder neurologische Erkrankungen erkannt und differenziert werden können.
Die zentrale Rolle der MRT in der Augenheilkunde
Professor Sönke Langner, Facharzt für Diagnostische Radiologie und Neuroradiologie von der Universitätsmedizin Greifswald, betont, dass die MRT besonders wertvoll ist, da sie nicht nur die Augenhöhle und den Sehnerv detailliert darstellt, sondern auch mögliche Gehirnveränderungen sichtbar macht, die Sehstörungen auslösen könnten. Mit diesem Verfahren können verschiedene Erkrankungen wie Tumoren, Entzündungen, neurologische Erkrankungen wie Multiple Sklerose oder Gefäßerkrankungen voneinander unterschieden werden. Somit wird die MRT zu einem unverzichtbaren Instrument in der Diagnostik bei Sehstörungen.
Die MRT ermöglicht durch ihre Fähigkeit, feine Gewebestrukturen und Flüssigkeitsdichten differenziert darzustellen, eine exakte Charakterisierung intraorbitaler Gefäßmalformationen, also Gefäßveränderungen im Bereich der Augenhöhle. Diese Malformationen lassen sich aufgrund ihrer typischen Bildmerkmale - wie besondere Formen, Lage und Signalintensitäten - gut erkennen und von anderen Erkrankungen abgrenzen.
Präzise Darstellung von Gefäßveränderungen und Therapieplanung
Eine der größten Stärken der MRT liegt in der präzisen Darstellung von Gefäßveränderungen in der Augenhöhle. Die detaillierten Informationen über Form, Lage und Ausdehnung solcher Gefäßmalformationen sind entscheidend für die Therapieplanung. Der Operateur kann die Lagebeziehungen der Gefäße zu benachbarten Strukturen wie dem Sehnerv, den Augenmuskeln und den Gefäßen des Auges besser einschätzen und die Behandlung optimal vorbereiten.
Bei spezifischen Gefäßanomalien, wie den Karotis-Kavernosus-Fisteln, die das Sehvermögen beeinträchtigen können, bietet die interventionelle Radiologie darüber hinaus gezielte Behandlungsmöglichkeiten. Diese Anomalien, die zu Störungen im Augenbereich und in extremen Fällen zu Sehverlust führen können, lassen sich mittels endovaskulärer Eingriffe behandeln. „Mit der endovaskulären Methode können wir das betroffene Gefäß von innen schließen und so den Blutfluss normalisieren“, erklärt Langner.
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Innovative Methoden: Künstliche Intelligenz in der Radiologie
Die Radiologie zeigt sich innovativ in der Nutzung künstlicher Intelligenz (KI). In einem aktuellen Projekt analysiert die Universitätsmedizin Greifswald zusammen mit der Universität Rostock und dem Centre de Recherche en Radiologie in Lausanne über 1000 MRT-Bilder aus einer Bevölkerungsstudie. Ziel ist es, durch KI-Analysen Biomarker zu definieren, die Hinweise auf bestimmte Augenerkrankungen geben. Diese Forschungsdaten stehen auch anderen Wissenschaftlergruppen zur Verfügung und tragen dazu bei, die Diagnostik von Sehstörungen weiter zu verbessern.
Ein weiteres Beispiel ist ein Projekt der Radiologie der Universität Greifswald, der Augenklinik der Universität Rostock und des Centre de Recherche en Radiologie in Lausanne. Dort werden mit KI über 1000 MRT-Bilder aus einer großangelegten Bevölkerungsstudie analysiert, um Biomarker für bestimmte Erkrankungen im Augenbereich zu definieren. Diese Daten sind öffentlich zugänglich und bieten auch anderen Forschergruppen die Möglichkeit, neue Erkenntnisse zu gewinnen.
Radiologische Behandlungen von Gefäßanomalien
Bei bestimmten Gefäßanomalien, insbesondere bei sogenannten Karotis-Kavernosus-Fisteln, ist die interventionelle Radiologie sehr hilfreich. Diese Fisteln führen zu einem Rückstau von Blut im Augenbereich, was Beschwerden wie Schwellungen, Bewegungsstörungen des Auges und sogar Sehverlust auslösen kann. Hier ist die endovaskuläre Therapie das Mittel der Wahl. Dabei gelangen die Radiologen über einen arteriellen oder venösen Zugang zum betroffenen Gefäß und können es von innen her schließen, um die Durchblutung wieder zu normalisieren und die Symptome zu lindern.
Keine direkte Verbesserung der Sehkraft bei Augentumoren
Bei Tumoren im Augenbereich gibt es mit radiologischen Interventionen keine direkte Möglichkeit, die Sehkraft zu verbessern. Tumoren werden hier in der Regel entweder operativ entfernt oder bestrahlt.
Fortschritte bei der Erkennung von Nervenerkrankungen
Die Entwicklungen in der Radiologie sind sehr spannend, insbesondere bei der frühzeitigen Erkennung von Nervenerkrankungen, die Sehstörungen verursachen. Zum einen haben sich die Bildqualität und die Auflösung durch neue Spulentechnologien und KI-basierte Bildrekonstruktionen enorm verbessert.
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Die Optikusneuritis im Fokus
Die Optikusneuritis ist eine entzündliche Erkrankung des Sehnervs, die vor allem junge Erwachsene betrifft. Typische Anzeichen sind ein akut auftretender Visusverlust und Augenschmerzen. Die Ursachen, klinische Präsentation und Therapiemaßnahmen sind heterogen. Die typische Form zeigt sich meist als einseitige autoimmune Optikusneuritis, die häufig im Rahmen einer Multiplen Sklerose (MS) auftritt. Atypische Sehnervenentzündungen sind Folge anderer Ursachen, beispielsweise Infektionen wie Lyme-Borreliose, Autoimmunerkrankungen wie Lupus erythematodes und andere Pathologien - vor allem Neuromyelitis-optica-Spektrum-Störungen (NMOSD) und die Myelin-Oligodendrozyten-Glykoprotein-Antikörper-assoziierte Erkrankung (MOGAD).
Ursachen und Risikofaktoren der Optikusneuritis
Die Ursachen einer Optikusneuritis sind vielfältig und unterscheiden sich nach der Form der Sehnervenentzündung.
Typische Optikusneuritis:
- MS-assoziiert: Multiple Sklerose ist die häufigste Ursache für eine Optikusneuritis in westlichen Ländern.
- Idiopathisch: In einigen Fällen kann trotz gründlicher Evaluation keine Ursache gefunden werden.
Atypische Optikusneuritis:
- Autoimmunbedingt: Manifestation einer Autoimmunerkrankung, zum Beispiel bei NMOSD, MOGAD, CRION, Sarkoidose oder SLE.
- Infektiös/parainfektiös: Unter anderem bei Lyme-Borreliose, Syphilis, Neuroretinitis, ADEM, Meningitis, Tuberkulose oder Infektion mit dem Epstein-Barr-Virus (EBV).
- Postinfektiös bzw. postvakzinal.
- Seltene Ursachen: Diabetes, perniziöse Anämie, Arteriitis temporalis, Insektenstiche, Traumata, Tumormetastasen im Sehnerv, Strahlentherapie im Schädelbasisbereich, Noxen oder Arzneimittel.
Risikofaktoren, die mit einer erhöhten Wahrscheinlichkeit für das Auftreten einer Optikusneuritis in Verbindung gebracht werden, sind:
- Geschlecht: Frauen sind häufiger betroffen als Männer.
- Alter: Junge Erwachsene sind häufiger betroffen.
- Rauchen.
- Bestimmte Infektionen: Eine Infektion mit dem Epstein-Barr-Virus oder Mycoplasma pneumoniae.
- Autoimmunerkrankungen.
- Familienanamnese: Eine positive Familienanamnese von Optikusneuritis oder Multipler Sklerose.
- Bestimmte HLA-Polymorphismen.
Pathogenese der Optikusneuritis
Die Pathogenese hängt davon ab, ob es sich um eine typische oder atypische Optikusneuritis handelt.
Typische Optikusneuritis:
Es kommt zu einer T-Zell-vermittelten Immunreaktion gegen Myelinproteine, die den Sehnerv umgeben. Aktivierte T-Zellen produzieren proinflammatorische Zytokine, die eine lokale Entzündungsreaktion verursachen und die Myelinscheide und Axone des Sehnervs schädigen. Aktivierte Mikrogliazellen unterhalten das Entzündungsgeschehen weiter. Zusätzlich werden B-Zell-vermittelte Autoantikörper gegen Myelinproteine produziert, die ihrerseits die Myelinscheide und Axone zerstören.
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Atypische Optikusneuritis:
Die pathogenetischen Mechanismen hängen von der Art der zugrunde liegenden Erkrankung bzw. Ursache ab. Bei MOGAD und insbesondere bei der NMOSD spielen AQP4-Antikörper eine wichtige Rolle. Diese Antikörper sind gegen das Aquaporin-4-Protein gerichtet, das in hoher Konzentration in den Astrozyten des zentralen Nervensystems exprimiert wird. Bei Infektionen wird die Optikusneuritis vor allem durch eine T-Zell-vermittelte Immunreaktion gegen den Erreger ausgelöst. Toxine können auf verschiedene Arten eine atypische Optikusneuritis verursachen. Vaskuläre Störungen, wie bei der Arteriitis temporalis, können zu einer Ischämie des Sehnervs führen. Perniziöse Anämie, verursacht durch einen Mangel an Vitamin B12, kann das Wachstum und die Differenzierung von Oligodendrozyten beeinträchtigen.
Symptome der Optikusneuritis
Eine typische Optikusneuritis ist mit einer subakuten unilateralen Sehstörung und schmerzenden Augenbewegungen assoziiert. Der Patient sieht die Umgebung dunkler, unscharf und kontrastarm. Das Gesichtsfeld ist in der Hälfte der Fälle diffus beeinträchtigt, charakteristisch sind zentrale oder parazentrale Schatten. Farben werden weniger intensiv wahrgenommen. Die Sehverschlechterung entwickelt sich innerhalb von Stunden bis Tagen. Die überwiegende Mehrzahl der Betroffenen gibt Schmerzen bei der Augenbewegung an. Etwa 30% der Menschen mit einer Optikusneuritis nehmen positive visuelle Phänomene (sogenannte Phosphene) wahr. Eine Optikusneuritis ist mit dem Pulfrich-Phänomen und dem Uhthoff-Phänomen assoziiert.
Abweichende Beschwerden der beschriebenen Klinik können auf eine atypische Form hinweisen. Postinfektiöse oder postvakzinale Sehnervenentzündungen treten vor allem bei Kindern auf. Im Gegensatz zur typischen Form verschwinden atypische Optikusneuritiden oft nicht spontan und können nach Absetzen von Glukokortikoiden erneut auftreten. Auch andere, nicht entzündliche Optikusneuropathien zeigen meist eine von der typischen Optikusneuritis abweichende Klinik.
Diagnose der Optikusneuritis
Bei Verdacht auf eine Optikusneuritis folgen eine klinische Anamnese und die neuro-ophthalmologische Untersuchung. Zur Unterscheidung zwischen den verschiedenen Ursachen der Optikusneuritis sind vielschichtigere Untersuchungen nötig. Dazu gehören eine Gesichtsfeldperimetrie sowie die multimodale Bildgebung des Sehnervs, einschließlich Fundusfotografie, optischer Kohärenztomographie (OCT) und Magnetresonanztomografie (MRT). Weitere paraklinische Tests, die Bildgebung des Gehirns, der Augenhöhle und der Netzhaut, Liquoranalysen sowie Antikörper- und andere Protein-Biomarkerdaten können die Diagnosefindung und Abgrenzung zu Differenzialdiagnosen ergänzen.
Anamnese bei Verdacht auf Optikusneuritis
Bei Verdacht auf Optikusneuritis sind folgende Punkte zu erfragen bzw. zu verifizieren:
- Kardinalsymptome (subakute unilaterale Sehstörung und Augenbewegungsschmerz)
- Mögliche Assoziation mit Multipler Sklerose
- Hinweise auf andere Optikusneuropathien/Ursachen, unter anderem schwere Augenerkrankungen in der Familie, Tumorerkrankungen, rheumatologische Beschwerden oder sonstige internistische Erkrankungen/Symptome.
MRT der Augenhöhle (MRT Orbita)
Die MRT der Augenhöhle, auch MRT Orbita genannt, ist ein bildgebendes Verfahren, das eine detaillierte Darstellung der Strukturen in der Augenhöhle ermöglicht. Sie wird umgangssprachlich auch als MRT des Auges bezeichnet. Die MRT der Augenhöhle basiert auf der Anwendung von Magnetfeldern und Radiowellen und ist eine sichere und schmerzfreie Methode ohne Strahlenbelastung.
Indikationen für eine MRT der Augenhöhle
Eine MRT der Augenhöhle dient der Diagnose von Erkrankungen oder Schäden in der Augenhöhle. Dazu gehören:
- Entzündung des Sehnervs (Optikusneuritis)
- Entzündung der Augenmuskeln oder des Bindegewebes hinter dem Augapfel
- Tumor hinter dem Augapfel (meistens gutartig)
- Weichteilinfektionen hinter dem Augapfel
- Anlageanomalie des Augapfels oder der anderen Weichteilstrukturen
- Verletzung/Fremdkörper (meistens zunächst Computertomografie)
Eine MRT der Augenhöhle kann sinnvoll sein, wenn folgende Symptome auftreten:
- Schmerzen oder Schwellungen im Bereich der Augenhöhle
- Doppelbilder oder Sehstörungen
- Einschränkungen der Augenbeweglichkeit
- Exophthalmus (hervortretende Augen)
Die hohe Auflösung der MRT-Bilder ermöglicht es, bereits kleine Veränderungen zu erkennen. Dadurch kann eine frühzeitige Behandlung eingeleitet werden. Erkrankungen im Augapfel selber werden meistens durch den Augenarzt mit noch höherer Empfindlichkeit erkannt.
Ablauf einer MRT-Untersuchung der Augenhöhle
Während der Untersuchung liegt der Patient auf einer Liege in einer Röhre mit einem starken Magnetfeld. Das Gerät verursacht während der Untersuchung starke Geräusche. Daher bekommt der Patient bei jeder Untersuchung einen Gehörschutz. Außerdem erhält der Patient eine Notfallklingel. In einigen Fällen wird während der Untersuchung ein Kontrastmittel in die Vene injiziert, um bestimmte Strukturen besser darstellen zu können.
Die Dauer der Untersuchung beträgt etwa 20 Minuten. Metallische Fremdkörper im oder am Patienten müssen entfernt werden. Gegebenenfalls Rücksprache bei der Terminvereinbarung zur Untersuchung (Herzschrittmacher, Schmerzmittelpumpe, Insulinpumpe). Bei Platzangst kann mit einem Beruhigungsmittel eine MRT-Untersuchung stressfrei durchgeführt werden. Der Patient darf danach nicht eigenständig am Straßenverkehr teilnehmen. Vor der MRT-Untersuchung der Augenhöhle dürfen in der Umgebung keine Farbstoffe angebracht werden, der Patient muss ungeschminkt erscheinen.
Vorteile der MRT der Augenhöhle
- Schnelle und präzise Diagnose von Erkrankungen der Augenhöhle/Orbita
- Moderne Geräte und erfahrene Radiologen
- Sichere und schmerzfreie Untersuchung
- Individuelle Betreuung und Beratung der Patienten
Weitere Aspekte der MRT-Untersuchung
Die Untersuchung ist völlig schmerzfrei und der Patient kann sich entspannen. In der Röhre kommt es durch die Magnetfelder allerdings zu lauten Klopfgeräuschen, daher bekommt der Patient Kopfhörer aufgesetzt. Manche Patienten können unter Platzangst leiden, wenn sie in der engen Röhre des MRT-Gerätes liegen müssen. Es gibt jedoch Möglichkeiten, dies zu minimieren, z.B. durch das Hören von Musik, durch Entspannungstechniken oder durch Verabreichung eines Beruhigungsmittels. Die Kosten einer MRT der Augenhöhle werden in der Regel nicht von der Krankenkasse übernommen, außer der Patient hat eine Überweisung für die MRT-Augenhöhle erhalten.
Auswertung und Weiterbehandlung
Wird bei der Untersuchung etwas entdeckt, werden die Ergebnisse von erfahrenen Radiologen beurteilt und an den behandelnden Augenarzt weitergeleitet. Der behandelnde Arzt entscheidet dann, welche weiteren Schritte notwendig sind und wie die Behandlung fortgesetzt wird. Wichtig ist, dass die MRT der Augenhöhle nur ein diagnostisches Verfahren ist und keine Therapie darstellt. Die Auswertung der Ergebnisse dauert in der Regel einige Tage. Der behandelnde Arzt bespricht die Ergebnisse mit dem Patienten und erklärt ihm die Diagnose und das weitere Vorgehen.
MRT der Orbita vs. MRT des Schädels
Die MRT der Orbita konzentriert sich auf die Augenhöhle und das Auge selbst. Die MRT des Schädels umfasst generelle Bereiche des Gehirns und wird bei neurologischen Fragestellungen genutzt.
Kontrastmittel bei der MRT der Orbita
Ein Kontrastmittel wird bei einer MRT-Untersuchung der Orbita dann eingesetzt, wenn es notwendig ist, bestimmte Strukturen wie beispielsweise Tumore oder Entzündungen genauer darzustellen. Das Kontrastmittel wird meist über eine Injektion in eine Vene im Arm verabreicht und ist in der Regel gut verträglich.
Optikusnervenscheiden-Sonografie (ONSD)
Die Optikusnervenscheiden-Sonografie ist ein einfach anwendbares, nicht-invasives und hochrelevantes Verfahren, mit dem sich ein erhöhter Hirndruck frühzeitig feststellen lässt. Beim ONSD-Ultraschall wird ein passender Schallkopf sanft auf das geschlossene Augenlid aufgesetzt. Die Untersuchung macht sich zunutze, dass sich Veränderungen in der Regel an der Hülle des Sehnervs zeigen, wenn der Druck im Schädelinneren steigt. Bislang wurde ein erhöhter Hirndruck meist mit computertomografischen oder magnetresonanztomografischen Aufnahmen (CT oder MRT) oder durch eine invasive Liquordruckmessung über eine Lumbalpunktion festgestellt.
Ein Beispiel für eine Erkrankung, bei der der ONSD-Ultraschall besonders hilfreich ist, ist der sogenannte Pseudotumor cerebri (medizinisch: idiopathische intrakranielle Hypertension). Dabei kommt es zu einem erhöhten Hirndruck, ohne dass ein Tumor, eine Blutung oder eine andere erkennbare Ursache vorliegt. Typische Symptome sind lageabhängige Kopfschmerzen, die im Liegen zunehmen sowie Sehstörungen durch den Druck auf den Sehnerv.
MRT der Orbita bei ARISTRA
ARISTRA bietet eine schonende und hochauflösende Untersuchung der Augenhöhle (Orbita), des Sehnervs und angrenzender Strukturen. Dank moderner MRT-Technologie und spezialisierter Radiologen wird eine fundierte Abklärung ermöglicht.
Wann ist eine MRT der Augenhöhle sinnvoll?
Eine MRT der Augen (Orbita) ist dann sinnvoll, wenn unklare oder anhaltende Symptome auftreten, wie zum Beispiel:
- Plötzliche oder fortschreitende Sehstörungen
- Doppeltsehen oder verschwommenes Sehen
- Druckgefühl oder Schmerzen hinter dem Auge
- Hervortreten des Auges (Exophthalmus)
- Gesichtsfeldausfälle oder auffällige Lichtblitze
- Lähmungen oder Bewegungseinschränkungen des Auges
- Unklare Veränderungen des Sehnervs - etwa bei Verdacht auf AION, Multiple Sklerose oder Tumoren
Ablauf einer MRT der Orbita bei ARISTRA
- Vorgespräch: Klärung, ob ein Kontrastmittel erforderlich ist. Der Kopf wird leicht fixiert, um Bewegungen zu vermeiden. Je nach Fragestellung wird der Patient gebeten, die Augen geschlossen oder offen zu halten.
- Bildgebung: Die eigentliche Aufnahme dauert etwa 20 bis 30 Minuten. Moderne MRT-Geräte arbeiten besonders geräuscharm und bieten durch die 70 cm große Öffnung mehr Platz und Komfort.
- Ergebnisse: Nach der Untersuchung besprechen Radiologen erste Ergebnisse direkt mit dem Patienten. Ein ausführlicher, schriftlicher Befund wird später bequem per QR-Code zur Verfügung gestellt. Zusätzlich erhält der Patient Zugang zu den Aufnahmen auf einem Downloadportal.
Indikationen für eine MRT der Orbita bei ARISTRA
- Sehstörungen unklarer Ursache
- Verdacht auf Tumore in der Augenhöhle
- Exophthalmus (herausgetretenes Auge)
- Entzündliche Erkrankungen wie die endokrine Orbitopathie (z. B. bei Morbus Basedow)
- Nachweis einer ischämischen Optikusneuropathie (AION)
- Verletzungen oder Frakturen im Bereich der Orbita
- Abklärung von Sehnervveränderungen bei Multipler Sklerose
- Verdacht auf Stent im Auge (z. B. bei Glaukom)
Vorteile bei ARISTRA
- Untersuchung auf modernen MRT-Geräten mit 70 cm Röhrenöffnung
- Fachärztliche Kompetenz im gesamten ARISTRA-Netzwerk
- Zweitmeinung bei unklaren Befunden
- Schnelle Terminvergabe, auch kurzfristig
- Auswertung und Besprechung direkt im Anschluss an die Untersuchung
Anatomie der Augenhöhle im MRT
Die Augenhöhle umfasst den Augapfel, die äußere Augenmuskulatur, den Tränenapparat und den Sehnerv. In diesem Anatomiemodul werden insbesondere normale anatomische Befunde des Auges dargestellt, einschließlich der knöchernen Augenhöhle, der Schädelknochen, der äußeren Augenmuskulatur, der Faszien von Augenhöhle und Augapfel, der Augenlider und der sechs Hirnnerven, die die motorischen, sensorischen und autonomen Strukturen der Augen versorgen (Nervus opticus (CN II), Nervus oculomotorius (N. III), Nervus trochlearis (N. IV), Nervus trigeminus (N. V), Nervus abducens (N. VI) und Nervus facialis (N. VII)).
Dieser Augenanatomie-Atlas wurde erstellt, um Fachärztinnen und -ärzte der Radiologie, Augenheilkunde und neurologischen Chirurgie im Praxisalltag zu unterstützen, insbesondere bei der magnetresonanztomografischen Untersuchung von Augenkrankheiten wie Augenmuskelerkrankungen (Schilddrüsen-assoziierte Orbitopathie oder Morbus Basedow), intrakonalen Läsionen (Gefäßanomalien, Entzündung oder Gliom des Sehnervs) sowie extrakonalen Läsionen (Abszesse, Aderhauttumore und Knochenläsionen).