Nach einer Kataraktoperation, bei der die natürliche, getrübte Linse durch eine künstliche Linse ersetzt wird, erleben viele Patienten eine deutliche Verbesserung ihres Sehvermögens. Allerdings kann es in einigen Fällen zu einer erneuten Sehverschlechterung kommen, die durch den sogenannten Nachstar verursacht wird. Dieser Artikel beleuchtet die Entstehung, Symptome und Behandlungsmöglichkeiten des Nachstars, um Betroffenen ein umfassendes Verständnis dieser häufigen Komplikation zu ermöglichen.
Was ist ein Nachstar?
Der Nachstar ist eine Trübung der hinteren Linsenkapsel, die nach einer Kataraktoperation auftreten kann. Bei der Kataraktoperation wird die natürliche Linse entfernt, aber die hintere Linsenkapsel bleibt bewusst erhalten, um die künstliche Linse zu stabilisieren. In den Wochen, Monaten oder sogar Jahren nach dem Eingriff können verbliebene Linsenepithelzellen auf dieser Kapsel wachsen und eine dünne, milchige Schicht bilden. Diese Schicht streut das Licht, ähnlich wie beim Grauen Star, wodurch die Strahlen nicht mehr gebündelt auf die Netzhaut treffen.
Im Gegensatz zum Grauen Star, der eine Trübung der natürlichen Linse selbst darstellt, betrifft der Nachstar also die Kapsel, die die Linse umgibt. Er ist eine häufige Reaktion des Auges auf die Operation und tritt bei etwa 20 bis 50 Prozent der Katarakt-Operierten auf.
Ursachen und Risikofaktoren
Die Hauptursache für den Nachstar sind die verbliebenen Linsenepithelzellen im Kapselsack nach der Kataraktoperation. Diese Zellen können sich vermehren und auf die hintere Linsenkapsel wandern, wo sie die Trübung verursachen.
Das Auftreten eines Nachstars hat nichts mit der Qualität der Grauen Star-Operation zu tun und ist nicht vollständig vermeidbar, da es sich um eine natürliche Reaktion des Körpers handelt. Allerdings gibt es einige Faktoren, die das Risiko für die Entwicklung eines Nachstars erhöhen können:
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- Alter: Jüngere Patienten neigen eher zur Entwicklung eines Nachstars als ältere.
- Art der Kunstlinse: Bestimmte Arten von Kunstlinsen, insbesondere Mehrstärkenlinsen (Multifokallinsen), können das Risiko erhöhen.
- Entzündungen: Entzündungen im Auge nach der Operation können die Vermehrung der Epithelzellen begünstigen.
- Vorerkrankungen: Stoffwechselstörungen wie Diabetes (Zuckerstar) oder die Einnahme von hochdosiertem Kortison können ebenfalls das Risiko erhöhen.
Symptome
Die Symptome des Nachstars ähneln oft denen des Grauen Stars vor der Operation. Betroffene bemerken häufig:
- Verschwommenes Sehen: Die Sehschärfe nimmt allmählich wieder ab.
- Erhöhte Blendempfindlichkeit: Insbesondere bei hellem Licht oder nachts kann es zu vermehrter Blendung kommen.
- Schleiersehen: Das Sehen wirkt wie durch einen Schleier getrübt.
- Reduzierte Kontrastwahrnehmung: Farben und Konturen erscheinen weniger deutlich.
- Doppelbilder: In manchen Fällen können Doppelbilder auftreten.
Viele Patienten kommen uninformiert zum Augenoptiker, im Glauben, sie benötigten eine neue Brille. Ein Blick durchs Spaltlampenmikroskop nach einer Augenglasbestimmung kann jedoch schnell Aufschluss geben.
Diagnose
Wenn Patientinnen und Patienten nach einer Grauen Star-Operation eine Sehverschlechterung bemerken, ist eine augenärztliche Untersuchung erforderlich. Diese umfasst in der Regel:
- Sehschärfenprüfung: Messung der Sehschärfe mit und ohne Korrektur.
- Spaltlampenuntersuchung: Untersuchung der vorderen und hinteren Augenabschnitte mit einem speziellen Mikroskop, um die Trübung der Linsenkapsel zu beurteilen.
- Augenhintergrunduntersuchung: Untersuchung der Netzhaut, um andere Ursachen für die Sehverschlechterung auszuschließen. In manchen Fällen wird die Pupille hierfür erweitert.
- Messung des Augeninnendrucks: Um einen vorübergehenden erhöhten Augeninnendruck nach der Behandlung mit dem Yag Laser auszuschließen.
Die Diagnose ist in der Regel schmerzfrei und erfordert keine aufwendigen Tests.
Behandlung
Die Standardbehandlung für den Nachstar ist die YAG-Laser-Kapsulotomie. Dabei handelt es sich um einen schmerzlosen, ambulanten Eingriff, der nur wenige Minuten dauert.
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YAG-Laser-Kapsulotomie
Bei der YAG-Laser-Kapsulotomie wird mit einem speziellen Laser (YAG-Laser) eine kleine Öffnung in die getrübte hintere Linsenkapsel gelasert. Dadurch wird der zentrale Teil der Nachstarmembran eröffnet und das Licht kann wieder ungehindert auf die Netzhaut fallen.
Ablauf der Behandlung:
- Pupillenerweiterung: Die Pupille wird mit Augentropfen erweitert.
- Betäubung: Die Augenoberfläche wird mit Augentropfen betäubt.
- Kontaktglas: Ein Kontaktglas wird auf das Auge aufgesetzt, um die Sicht zu verbessern und Augenbewegungen zu minimieren.
- Laserung: Der Laserstrahl wird auf die eingetrübte Linsenkapsel gerichtet und erzeugt kleine Löcher.
Die meisten Patienten bemerken bereits kurz nach der Behandlung eine deutliche Verbesserung ihres Sehvermögens. Da der Nachstar dauerhaft entfernt wird, ist in der Regel keine weitere Behandlung erforderlich.
Alternative Behandlungsmethoden
In seltenen Fällen, insbesondere wenn die YAG-Laser-Kapsulotomie nicht möglich ist oder nicht den gewünschten Erfolg bringt, kann eine chirurgische Entfernung des Nachstars (Nachstarabsaugung) in Erwägung gezogen werden. Diese Methode kommt jedoch nur noch selten zum Einsatz.
Risiken und Komplikationen
Die YAG-Laser-Kapsulotomie ist ein risikoarmer Eingriff. Mögliche, aber seltene Komplikationen sind:
- Vorübergehender erhöhter Augeninnendruck: Dieser sollte am Tag nach der Laserung kontrolliert werden.
- Glaskörpertrübungen: Im Glaskörper schwimmende Nachstarreste können als schwarze Punkte oder Flusen wahrgenommen werden.
- Zystoides Makulaödem: In sehr seltenen Fällen kann es zu Flüssigkeitseinlagerungen im Bereich der Netzhautmitte kommen.
- Netzhautablösung: Eine Netzhautablösung ist extrem selten.
Vorbeugung
Da der Nachstar eine natürliche Reaktion des Körpers auf die Kataraktoperation ist, lässt er sich nicht vollständig vermeiden. Es gibt jedoch einige Maßnahmen, die das Risiko möglicherweise reduzieren können:
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- Sorgfältige Operationstechnik: Eine schonende Operationstechnik kann die Anzahl der verbleibenden Epithelzellen reduzieren.
- Bestimmte Kunstlinsen: Einige Kunstlinsen sind so konzipiert, dass sie das Anwachsen von Epithelzellen auf die hintere Kapsel reduzieren.
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