Small-Fiber-Neuropathie nach Impfung: Ursachen, Symptome und aktuelle Forschungslage

Einführung

In den letzten Jahren, insbesondere seit der Einführung von COVID-19-Impfstoffen, hat das Interesse an möglichen Nebenwirkungen und Langzeitfolgen von Impfungen zugenommen. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf dem sogenannten Post-Vac-Syndrom, das eine Reihe von Symptomen umfasst, die nach einer COVID-19-Impfung auftreten können und Ähnlichkeiten mit Long Covid oder Post Covid aufweisen. Zu diesen Symptomen gehören unter anderem Missempfindungen, Dysästhesien und Neuropathien, einschließlich der Small-Fiber-Neuropathie (SFN). Dieser Artikel beleuchtet die Ursachen, Symptome und den aktuellen Forschungsstand bezüglich der Small-Fiber-Neuropathie im Zusammenhang mit Impfungen.

Das Post-Vac-Syndrom: Ein Überblick

Das Post-Vac-Syndrom ist ein Begriff, der eine Vielzahl von Symptomen zusammenfasst, die nach einer COVID-19-Impfung auftreten können. Es ist wichtig zu betonen, dass das Post-Vac-Syndrom bislang noch wenig erforscht ist und es keine offiziellen Definitionen oder anerkannte Kriterien gibt. Die Symptome ähneln denen von Long Covid oder Post Covid, also den Langzeitfolgen einer Corona-Infektion.

Symptome des Post-Vac-Syndroms

Die Symptome des Post-Vac-Syndroms sind vielfältig und können von Person zu Person unterschiedlich sein. Einige der häufigsten Symptome sind:

  • Müdigkeit (Fatigue): Anhaltende Erschöpfung und Energiemangel.
  • Kopfschmerzen: Chronische oder wiederkehrende Kopfschmerzen.
  • Kognitive Beeinträchtigungen: Konzentrations- und Gedächtnisprobleme ("Brain Fog").
  • Herz-Kreislauf-Beschwerden: Herzrasen, Herzstolpern, Blutdruckschwankungen.
  • Neuropathien: Missempfindungen, Brennen, Stechen oder Taubheitsgefühle in den Extremitäten.
  • Muskelschmerzen: Schmerzen und Steifheit in den Muskeln.
  • Riechstörungen: Veränderungen oder Verlust des Geruchssinns.
  • Schwindel: Benommenheit und Gleichgewichtsstörungen.

Einige Patienten mit Long- Covid-Symptomen oder Post-Vac-Syndrom weisen ein sogenanntes Mastzellaktivierungssyndrom auf. Entsprechend sind die Symptome oft sehr heterogen unter den Betroffenen verteilt.

Ursachen des Post-Vac-Syndroms

Die Auslöser für das Post-Vac-Syndrom sind noch nicht vollständig geklärt. Es gibt verschiedene Hypothesen, die untersucht werden, darunter:

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  • Immunreaktionen: Eine überschießende oder fehlgeleitete Immunantwort auf den Impfstoff, die zu Entzündungen und Schädigungen im Körper führt.
  • Autoimmunprozesse: Die Bildung von Autoantikörpern, die körpereigene Strukturen angreifen.
  • Reaktivierung von Infektionen: Die Reaktivierung schlummernder Infektionen wie des Epstein-Barr-Virus (EBV) oder anderer Herpesviren.
  • Persistenz des Spike-Proteins: Das Spike-Protein, das durch die Impfung im Körper produziert wird, könnte in einigen Fällen länger persistieren und zu anhaltenden Entzündungen führen.

Weshalb manche Betroffene einen Corona-Impfschaden entwickeln, andere hingegen nicht, kann entsprechend noch nicht gesagt werden. Eine weitere Möglichkeit für die belastende Impfreaktion könnte sein, dass vorherige Infektionen wie z. B. Breite Verteilung u. a. Reaktivierung schlummernder Infektionen wie z. B.

Diagnose und Behandlung des Post-Vac-Syndroms

Die Diagnose des Post-Vac-Syndroms ist schwierig, da es keine spezifischen Biomarker oder Tests gibt. Die Diagnose basiert in der Regel auf der Anamnese des Patienten, den berichteten Symptomen und dem Ausschluss anderer möglicher Ursachen. Viele Patienten haben schon verschiedene Fachärzte aufgesucht, ohne dass objektiv etwas gefunden werden konnte. Der Nachweis einer Impfkomplikation ist trotz zum Teil massiver Beschwerden oft schwierig.

Die Behandlung des Post-Vac-Syndroms ist symptomatisch und zielt darauf ab, die Beschwerden der Patienten zu lindern. Es gibt keineStandardtherapie, und die Behandlung muss individuell auf die Bedürfnisse des Patienten zugeschnitten werden. Mittlerweile haben sich einige Ärzte und Kliniken auf die Diagnostik und Behandlung von Post Vac-Beschwerden spezialisiert. Umfassende Untersuchung und etablierte Diagnostik bilden dabei die Grundlage für eine auf den Post-Vac-Patienten bzw. den Post-Covid-Patienten individuell angepasste Behandlung, die Körper, Psyche und Lebensweise in den Blick nimmt.

Einige mögliche Behandlungsansätze sind:

  • Schmerzmittel: Zur Linderung von Kopfschmerzen und Muskelschmerzen.
  • Antidepressiva oder Antikonvulsiva: Zur Behandlung von neuropathischen Schmerzen und Missempfindungen.
  • Betablocker: Zur Senkung des Blutdrucks und zur Reduktion von Herzrasen.
  • Physiotherapie: Zur Verbesserung der Muskelkraft und Ausdauer.
  • Ergotherapie: Zur Verbesserung der kognitiven Fähigkeiten und zur Bewältigung von Alltagsproblemen.
  • Psychotherapie: Zur Bewältigung von Angst, Depression und anderen psychischen Problemen.
  • Apharese: Die Apharese kann in akuten Situationen hilfreich sein, allerdings muss sie aufgrund der Persistenz der Spike-Protein-Bildung häufig mehrmals in ca. vierteljährlichem Abstand wiederholt werden. Die Apharese ist sehr kostspielig und die Kosten hierfür müssen in der Regel von den Betroffenen selbst getragen werden.
  • Weitere experimentelle Behandlungsmöglichkeiten: Die HBOT (hyperbare Sauerstofftherapie in der Druckkammer), IHHT (Intervall Hypoxie-Hyperoxie-Training).

Small-Fiber-Neuropathie (SFN): Eine detaillierte Betrachtung

Die Small-Fiber-Neuropathie (SFN) ist eine Erkrankung des peripheren Nervensystems, bei der die kleinen, unmyelinisierten Nervenfasern betroffen sind. Diese Nervenfasern sind für die Übertragung von Schmerz-, Temperatur- und autonomen Signalen verantwortlich. Eine Schädigung dieser Nervenfasern kann zu einer Vielzahl von Symptomen führen, die die Lebensqualität der Betroffenen erheblich beeinträchtigen können.

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Ursachen der Small-Fiber-Neuropathie

Die Ursachen der Small-Fiber-Neuropathie sind vielfältig. Einige der häufigsten Ursachen sind:

  • Diabetes mellitus: Hohe Blutzuckerspiegel können die Nervenfasern schädigen.
  • Autoimmunerkrankungen: Erkrankungen wie das Sjögren-Syndrom, der systemische Lupus erythematodes oder die rheumatoide Arthritis können zu einer Entzündung der Nervenfasern führen.
  • Infektionen: Bestimmte Infektionen wie Borreliose, HIV oder Hepatitis C können die Nervenfasern schädigen.
  • Medikamente: Einige Medikamente wie Chemotherapeutika oder bestimmte Antibiotika können eine Small-Fiber-Neuropathie verursachen.
  • Alkoholmissbrauch: Chronischer Alkoholmissbrauch kann die Nervenfasern schädigen.
  • Genetische Faktoren: In einigen Fällen kann eine Small-Fiber-Neuropathie genetisch bedingt sein.
  • Idiopathische SFN: In vielen Fällen kann keine eindeutige Ursache für die Small-Fiber-Neuropathie gefunden werden. In diesen Fällen spricht man von idiopathischer SFN.

Symptome der Small-Fiber-Neuropathie

Die Symptome der Small-Fiber-Neuropathie können von Person zu Person unterschiedlich sein. Einige der häufigsten Symptome sind:

  • Schmerzen: Brennende, stechende oder schneidende Schmerzen in den Füßen und Händen. Die Schmerzen können sich nachts verschlimmern.
  • Missempfindungen: Kribbeln, Taubheitsgefühle oder ein Gefühl, als würde man auf Watte laufen.
  • Temperaturwahrnehmungsstörungen: Überempfindlichkeit gegenüber Hitze oder Kälte.
  • Autonome Störungen: Störungen der Schweißproduktion (vermindertes oder vermehrtes Schwitzen), trockene Augen und Mund, Verdauungsprobleme, Herz-Kreislauf-Beschwerden (z. B. orthostatische Hypotonie).

Diagnose der Small-Fiber-Neuropathie

Die Diagnose der Small-Fiber-Neuropathie kann schwierig sein, da die Symptome oft unspezifisch sind und andere Erkrankungen imitieren können. Die Diagnose basiert in der Regel auf einer Kombination aus:

  • Anamnese: Erhebung der Krankengeschichte des Patienten und der berichteten Symptome.
  • Körperliche Untersuchung: Untersuchung des Nervensystems, einschließlich der Prüfung der Sensibilität und der Reflexe.
  • Quantitativ sensorische Testung (QST): Messung der Schmerz- und Temperaturwahrnehmungsschwellen.
  • Hautbiopsie: Entnahme einer kleinen Hautprobe zur Untersuchung der Nervenfaserdichte. Die Hautbiopsie gilt als Goldstandard für die Diagnose der Small-Fiber-Neuropathie.
  • Autonome Funktionstests: Messung der Herzfrequenzvariabilität, der Schweißproduktion und anderer autonomer Funktionen.

Behandlung der Small-Fiber-Neuropathie

Die Behandlung der Small-Fiber-Neuropathie zielt darauf ab, die Symptome zu lindern und die Lebensqualität der Patienten zu verbessern. Die Behandlung hängt von der Ursache der Neuropathie ab. Einige mögliche Behandlungsansätze sind:

  • Behandlung der Grunderkrankung: Wenn die Small-Fiber-Neuropathie durch eine Grunderkrankung wie Diabetes oder eine Autoimmunerkrankung verursacht wird, sollte diese Grunderkrankung behandelt werden.
  • Schmerzmittel: Zur Linderung von Schmerzen können verschiedene Schmerzmittel eingesetzt werden, darunter nicht-steroidale Antirheumatika (NSAR), Opioide und Antikonvulsiva.
  • Antidepressiva: Bestimmte Antidepressiva wie Amitriptylin oder Duloxetin können neuropathische Schmerzen lindern.
  • Antikonvulsiva: Antikonvulsiva wie Gabapentin oder Pregabalin können neuropathische Schmerzen lindern.
  • Topische Behandlungen: Cremes oder Pflaster mit Capsaicin oder Lidocain können lokale Schmerzen lindern.
  • Physiotherapie: Physiotherapie kann helfen, die Muskelkraft und Ausdauer zu verbessern und Schmerzen zu lindern.
  • Alternative Therapien: Einige Patienten berichten von einer Linderung ihrer Symptome durch alternative Therapien wie Akupunktur, Yoga oder Meditation.

Small-Fiber-Neuropathie im Zusammenhang mit Impfungen

In den letzten Jahren gab es Berichte über das Auftreten von Small-Fiber-Neuropathie nach Impfungen, insbesondere nach COVID-19-Impfungen. Es ist wichtig zu betonen, dass diese Berichte selten sind und dass ein kausaler Zusammenhang zwischen Impfungen und SFN noch nicht eindeutig bewiesen ist.

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Forschungsergebnisse und Fallberichte

Einige Studien und Fallberichte haben einen möglichen Zusammenhang zwischen COVID-19-Impfungen und SFN untersucht.

  • Eine Studie von Finsterer J. (2022) deutet darauf hin, dass eine Small-Fiber-Neuropathie der Dysautonomie bei COVID-19 und nach SARS-CoV-2-Impfung sowie bei Long-COVID-Syndromen zugrunde liegen könnte.
  • Ein Fallbericht von Waqar Waheed et. al. (2021) erörterte einen Ursachenzusammenhang zwischen Small-Fibre-Neuropathie und COVID19-Schutzimpfug anhand eines Fallberichts, allerdings halten die Autoren weitere Studien für erforderlich, um einen Ursachenzusammenhang belegen zu können.
  • In dem Fallbericht von James H. Bernheimer et. al. (2023) wird ein möglicher Zusammenhang zwischen COVID-Infektion und Small-Fibre-Neuropathie diskutiert, für einen Ursachenzusammenhang gebe es jedoch keine ausreichende Datengrundlage. Ein Zusammenhang zur Impfung wird dort nicht hergestellt.
  • Die Studie von Mastropaolo und Hasbani kommt zu dem Ergebnis, dass neurologische Erkrankungen wie das Guillane-Barré-Syndrom mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit als Folge der Schutzimpfung möglich seien. Demgegenüber handele es sich bei der Small-Fibre-Neuropathie grundsätzlich nicht um eine entzündliche Autoimmunerkrankung, so dass ein entsprechender Impfschaden nicht ursächlich sein könne. Soweit im Einzelfall eine Small-Fibre-Neuropathie eine autoimmunindizierte Ursache haben könne, bedürfe es nach dieser Studie weiterer Beobachtung und Untersuchung.

Es ist wichtig zu beachten, dass diese Studien und FallberichteLimitations aufweisen und weitere Forschung erforderlich ist, um den Zusammenhang zwischen Impfungen und SFN besser zu verstehen.

Mögliche Mechanismen

Wenn ein kausaler Zusammenhang zwischen Impfungen und SFN besteht, sind die zugrunde liegenden Mechanismen noch unklar. Einige mögliche Mechanismen sind:

  • Direkte Schädigung der Nervenfasern durch den Impfstoff: Es ist möglich, dass bestimmte Bestandteile des Impfstoffs die Nervenfasern direkt schädigen können.
  • Indirekte Schädigung der Nervenfasern durch eine Immunreaktion: Eine überschießende oder fehlgeleitete Immunantwort auf den Impfstoff könnte zu Entzündungen und Schädigungen der Nervenfasern führen.
  • Auslösung einer Autoimmunreaktion: Die Impfung könnte eine Autoimmunreaktion auslösen, bei der Autoantikörper gebildet werden, die die Nervenfasern angreifen.

Meldung von Verdachtsfällen

Wer befürchtet an einer gravierenden Nebenwirkung des Impfstoffs zu leiden oder gar einen Impfschaden davongetragen zu haben, sollte dies unbedingt dem Paul-Ehrlich-Institut melden. Hier werden alle diesbezüglichen Informationen von Menschen, die geimpft worden sind, zusammengetragen.

Rechtliche Aspekte und Anerkennung als Impfschaden

Von einem Impfschaden spricht man immer dann, wenn eine Impfkomplikation lange anhält und für die Betroffenen längerfristige gesundheitliche und damit meist auch wirtschaftliche Beeinträchtigungen mit sich bringt.

In Deutschland ist die Entschädigung von Impfschäden im Infektionsschutzgesetz (IfSG) geregelt. Um als Impfschaden anerkannt zu werden, müssen bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein:

  1. Öffentliche Empfehlung der Impfung: Die Impfung muss von einer zuständigen Landesbehörde öffentlich empfohlen worden sein.
  2. Impfkomplikation: Es muss eine über eine übliche Impfreaktion hinausgehende gesundheitliche Schädigung (Impfkomplikation) vorliegen.
  3. Dauerhafte gesundheitliche Schädigung: Es muss eine dauerhafte gesundheitliche Schädigung (Impfschaden) vorliegen.
  4. Kausaler Zusammenhang: Es muss ein ursächlicher Zusammenhang zwischen der Impfung und der gesundheitlichen Schädigung bestehen.

Sowohl die als Impfkomplikation in Betracht kommende als auch die dauerhafte Gesundheitsstörung müssen mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit - im sog. Vollbeweis - feststehen, während für den zwischen diesen Merkmalen erforderlichen Ursachenzusammenhang der Beweismaßstab der Wahrscheinlichkeit ausreicht.

Die Anerkennung eines Impfschadens ist oft schwierig, da der kausale Zusammenhang zwischen der Impfung und der gesundheitlichen Schädigung schwer nachzuweisen sein kann. Die Gerichte berücksichtigen bei der Beurteilung des Kausalzusammenhangs den aktuellen Stand der medizinischen Wissenschaft.

Naturheilkundliche und unterstützende Maßnahmen

Auch die Natur bietet uns viele Möglichkeiten: Bitterstoffe in Löwenzahn, Schafgarbe, Mariendistel o.a. stärken die Entgiftungsfunktionen der Leber. Die Nieren können unterstützt werden mit Brennessel, Goldrute oder Petersilie. Die Kapuzinerkresse galt früher als das „Penicillin des armen Mannes“ und stärkt das Immunsystem. Basis ist immer eine gesunde, überwiegend vegetarische Ernährung. Darm und Leber müssen unbedingt beachtet werden. Die Immunzellen der Darmschleimhaut und die Darmflora haben einen großen Einfluss auf das Immunsystem. Deswegen sind die Ernährung und Ernährungsweise so wichtig. Zusätzlich zur Ernährungsumstellung hat sich sich Colon-Hydro-Therapie zur Entgiftung bewährt. Die Leber hat eine zentrale Rolle im Stoffwechsel und ist der Hauptproduzent vieler Stoffe, die wir im Stoffwechsel und Immunsystem brauchen.

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