Sich geärgert zu fühlen, ist eine universelle Erfahrung. Ob es sich um Kleinigkeiten des Alltags oder tiefere, zwischenmenschliche Probleme handelt, das Gefühl, dass etwas "nervt", kann sehr belastend sein. Dieser Artikel untersucht die Ursachen für solche Ärgernisse und bietet Lösungsansätze, um besser damit umzugehen.
Einführung: Wenn das "Nicht-Gehört-Werden" zur Belastung wird
"Ich fühle mich nicht gehört" - ein Satz, der viele Situationen beschreibt, in denen wir uns unverstanden oder übergangen fühlen. Manchmal drücken wir etwas aus, das uns wichtig ist, und merken, dass es beim Gegenüber keine Resonanz findet. Der Gesprächspartner geht nicht auf unsere Bedürfnisse ein, versteht uns nicht oder ignoriert unser Anliegen. Dies kann frustrierend und zermürbend sein.
Versteckte Bedürfnisse als Ursache für Frustration
Wenn wir uns nicht gehört fühlen, steckt oft ein unerfülltes Bedürfnis dahinter, beispielsweise das Bedürfnis nach Anerkennung oder Verständnis. Wir tragen diesen Wunsch an unseren Gesprächspartner heran, der jedoch möglicherweise nicht darauf eingehen kann, weil er selbst mit eigenen unerfüllten Bedürfnissen beschäftigt ist. In solchen Fällen prallen unsere Anliegen ab, was zu weiterer Frustration führt.
Der Knackpunkt: Die richtigen Fragen stellen
In solchen Situationen ist es entscheidend, wohin wir unseren Fokus richten. Statt das Verhalten des anderen zu analysieren oder zu bewerten, sollten wir uns auf uns selbst konzentrieren und uns fragen:
- Habe ich meine Aussage im passenden Raum platziert?
- Brauche ich es wirklich, dass mein Gegenüber mich hört?
- Habe ich zuvor eigentlich mich selbst gehört? Oder womöglich überhört?
Die innere Ausrichtung ändern: Selbstwahrnehmung als Schlüssel
Wie wäre es, die Aussage "Ich fühle mich nicht gehört" in den inneren Raum zu stellen und dort nachklingen zu lassen? Fragen, die dabei helfen können, sind:
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- Was wäre, wenn ich selbst es bin, die sich nicht hört?
- Was, wenn mich gar niemand da draußen hören KANN, solange ich mich selbst nicht höre?
- Was passiert, wenn ich mich einmal aufmerksam mir selbst zuwende und gespannt lausche, was ich mir zu der Situation zu sagen habe?
Der Gewinn: Selbstliebe und Wachstum
Die Bereitschaft, diesen Schritt zu machen, bietet die Gelegenheit, sich selbst näher zu kommen, bisher ungeahnte Aspekte oder Bedürfnisse zu entdecken und über deren Integration zu wachsen. Die Selbstliebe wird durch diesen Prozess gefördert, und es können schwierige Gefühle zutage treten, die jedoch als Wegweiser für anstehenden Veränderungsbedarf dienen.
Selbstfürsorge als Voraussetzung für Gehörtwerden
Wenn wir uns selbst wirklich hören, lernen wir uns sehr gut kennen und werden mit Bedürfnissen konfrontiert, die uns vielleicht gar nicht so klar waren. In dem Moment, wo wir unsere Bedürfnisse jedoch hören, können wir uns aktiv um sie kümmern, sie annehmen, Verantwortung für sie übernehmen und schauen, was wir wirklich brauchen. Wenn wir beginnen, emotional für uns zu sorgen, wird sich automatisch unser Handeln entsprechend ausrichten.
Die richtige Reihenfolge in der Fürsorgekette
Es ist wie beim Fliegen: Im Fall der Fälle müssen wir zuerst uns selbst die Sauerstoffmaske anlegen, bevor wir uns um andere kümmern können. Nur wenn wir gut versorgt sind, können wir gut für andere sorgen. In dem Moment, in dem wir uns selbst hören, hören uns alle anderen - auch ohne Worte.
Probleme im Außen als Spiegel des Inneren
Alles, was uns im Leben aufregt, womit wir unzufrieden sind, die Menschen, die uns nerven - all das sind wir. Sind wir enttäuscht über etwas, sind wir unzufrieden mit uns und projizieren unsere Unzufriedenheit auf andere? Kritisieren wir beispielsweise etwas an anderen, was wir in Wahrheit selbst gerne hätten oder was wir an uns ablehnen? Wann immer uns ein Mensch als Problem begegnet, sollten wir in uns nach der Frage forschen, warum wir uns aufregen und welches Problem, das wir in uns tragen, uns gespiegelt wird.
Die Perspektive wechseln
So wie wir in jemandem ein Problem sehen, der uns aufregt, sieht jemand in uns ein Problem, der uns persönlich angreift. Wenn uns jemand persönlich angreift und uns diese Person deshalb nervt, sollten wir uns daran erinnern: Es hat nichts mit uns zu tun. Diese Person hat ein Problem in sich. Wir sind nur der Spiegel, und sie will uns im Außen verändern, damit ihr das Problem nicht mehr begegnet. Aber es ist nicht die Lösung.
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Lösungsansätze für den Umgang mit Ärgernissen
- Akzeptanz und Loslassen: Wir können nicht erwarten, dass andere sich für uns ändern oder dass wir die Welt so drehen können, dass sie uns gefällt und wir auf keine Widerstände mehr treffen. Jeder Mensch hat das Recht, sich zu leben. Wir sollten Menschen akzeptieren, wie sie sind, und lernen, mit ihren Eigenarten umzugehen.
- Flexibilität: Wenn ein Mensch Auslöser dafür ist, dass unser Plan durcheinandergekommen ist und uns das aufregt, sollten wir lernen, von unseren starren Plänen loszulassen. Es ist, wie es ist. Wenn sich der Plan geändert hat, sollten wir uns anpassen und den geänderten Plan annehmen.
- Selbstreflexion: Wenn wir erkennen, dass wir unsere Unzufriedenheit auf andere projiziert haben, sollten wir den wirklichen Grund hinterfragen. Worüber sind wir unzufrieden, und was können wir in unserem Leben verändern, um diese Unzufriedenheit aufzulösen?
- Selbstbewusstsein stärken: Wenn wir uns darüber ärgern, dass wir so leicht beeinflussbar sind, nicht stark genug sind, wir selbst zu sein und zu uns selbst zu stehen, ist es Zeit, an unserem Selbstbewusstsein zu arbeiten. Wir sollten loslassen von dem Wunsch, anderen gefallen zu wollen, von den Gedanken, immer schuld an etwas zu sein, und aufhören, die Schuld für alles auf uns zu nehmen.
"Anderssein" als Herausforderung und Chance
Wenn man "anders" ist als die Mehrheit, bekommt man das sehr schnell mit. Je nachdem, in welchen Aspekten man anders ist, gibt es verschiedene typische Standard-Kritiken, Vorwürfe, Empfehlungen, Tipps und Ratschläge. Menschen mit ADHS hören z.B. sehr oft, sie sollten nicht so sein, wie sie sind.
Die Kritik an ADHS-Menschen: "Streng dich mehr an!"
Als ADHS-Coach habe ich nun seit über 10 Jahren Erwachsenen ADHS-Klienten zugehört und es gibt ein Thema, das immer wieder auftaucht und unter dem sehr, sehr viele ADHS-Menschen ganz still und heimlich leiden. Über das sie nicht sprechen, weil auch nie jemand danach fragt. Es gibt einen Vorwurf, eine Aufforderung, die Kinder und Erwachsene mit ADHS immer und immer wieder zu hören bekommen: "Streng dich mehr an."
Die Wahrheit: ADHS-Menschen strengen sich wahnsinnig an
Die Wahrheit ist: Menschen mit ADHS strengen sich wahnsinnig an. Von morgens bis abends. Immer und immer wieder. Es sieht für andere von aussen nur leider nicht so aus. Und wie mag es einem Menschen gehen, wie mag sich ein Mensch fühlen, der aus seiner Sicht sein Bestes gibt, sich nach seinen Möglichkeiten anstrengt - und dann erkennt man ihm diese Anstrengung einfach ab? Man sieht sie nicht? Man fordert immer noch mehr? Es reicht noch nicht?
Erfahrungen von Betroffenen
Eine Blogleserin hat neulich unter einem anderen Beitrag genau das sehr anschaulich zum Ausdruck gebracht, was ich in meinen Coachings schon unzählige Male von meinen Klienten gehört habe:
"Mein ganzes Leben hindurch muss/te ich Disziplin aufbringen. Disziplin, nicht negativ aufzufallen, von allen gemocht zu werden. Disziplin, ordentlich zu sitzen und zu essen. Disziplin, nicht wütend zu werden. Disziplin, aufzupassen, nicht zu träumen, Dinge auswendig zu lernen obwohl ich den Sinn dahinter nicht verstehe (ein nahezu unmögliches Unterfangen, sehr schmerzhaft und energieraubend - wie alles eigentlich in meinem Leben). Disziplin andere Mitmenschen mit meiner Denkweise nicht zu überfordern. Disziplin micht deutlich auszudrücken und dabei nicht beleidigend zu wirken (obwohl ich das nie so meine). Disziplin alles ordentlich zu halten, mich zu verwalten, meine Familie, für jeden da zu sein. Disziplin gedanklich nicht immer abzuschweifen und meinen wirklich ernsthaften Gedanken nachzuhängen. Zusammenhänge zu ergründen, wo andere gar nichts sehen/erfassen können. Disziplin nichts zu vergessen oder mich nur auf ganz Banales zu konzentrieren. Disziplin keine Fehler zu machen (dazu muss man besonders gut organisiert sein). Disziplin, Disziplin, Disziplin, Motivation, Selbstreflexion usw. usw. usw. Das ist soooo anstrengend. Es raubt mir die letzten Kräfte."
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Rückenschmerzen als Beispiel für unterschätzte Ursachen
Rückenschmerzen sind für viele ein ständiger Begleiter und trotzdem werden sie oft nicht ernst genommen. Dabei können sie das Leben nicht nur einschränken, sondern komplett auf den Kopf stellen.
Die Komplexität der Diagnose
Es gibt bis heute kein Gerät, wo man jemanden rein tut, und da kommt zum Schluss raus, der Rückenschmerz entsteht genau hier. Sehr häufig haben wir strukturelle Veränderungen ab 20, 30 Jahren, wie zum Beispiel eine Bandscheibenvorwölbung, einen Bandscheibenvorfall. Nun ist das Problem, dass wir eine Diagnose im Raum haben, die auch operativ behandelt werden kann. Und das Dilemma fängt sozusagen jetzt an.
Das Problem der Überweisung und Spezialisierung
Das Einfachste ist dann natürlich eine Überweisung auszustellen, wenn man jetzt nicht spezialisiert ist in dieser Materie Rückenschmerz. In der Regel kommt der Schmerz jedoch meistens von Muskelfaszien, Sehne. Das heißt, das eine ist unwichtig, weil es keine Konsequenz hat für den Arzt. Das andere ist wichtig. Wir sehen immer wieder, oder wir hören immer wieder Patienten, die kommen zu uns mit Rückenschmerzen, sagen, ich war vorher bei Dr. A, und dann war ich bei Dr. B, und Dr. A hat den Bandscheibenvorfall übersehen. Der hat mir gar kein MRT gemacht. Das war ein ganz schlechter Arzt. Da Bandscheibenprobleme zu 90 Prozent eh keine Schmerzen machen, spielt es eigentlich auch keine Rolle.
Die persönliche Erfahrung eines Experten
Als Schulmediziner, zu dem Zeitpunkt, also zu der Zeit des Wendepunktes, war ich ja Professor der Medizinischen Hochschule Hannover, war durch und durch ein Schulmediziner. Ich habe davor fast alle schulmedizinischen Therapien ausprobiert, sage ich mal. Und was mir hier aufgefallen ist, es war halt immer super ein erleichterndes Gefühl. Und irgendwann mal wurden die Abstände, wo ich das Einrenken brauchte, immer kürzer und kürzer und kürzer. Und dann war mein Chiropraktor nicht da und er hatte eine Vertretung. Und dann hat er mich eingerenkt, dann wurde es plötzlich nicht besser.
Fehldiagnosen und alternative Behandlungsmethoden
Ich habe plötzlich gemerkt, ich bin dort falsch. Ich meine, ich bin kein Profisportler, ich kann kaum fünf Schritte ohne Schmerz gehen. Und dann hatte ich nochmal eine Physiotherapie bekommen. Da habe ich gesagt, okay, jetzt suche ich mir den nahesten aus meinem Haus. Da habe ich gesagt, okay, da gehst du jetzt hin und arbeitest dieses Rezept ab. Da bin ich hingegangen. Ich habe gedacht, hier bist du falsch. Ich gehe schnell raus und als ich gerade rausgehen wollte, kam eine nette Dame, hat gesagt, Sie müssen ja Herr Citak sein. Da habe ich in meinem Kopf gedacht, Mist, die hat mich erwischt. Und dann kam sie rein, hat mich hingesetzt, war auch total nett. Sie hat mir an die Zunge geguckt. Und ich habe gedacht, ich bin doch nicht zum Arzt gekommen. Und dann hat sie gesagt, also ich habe gedacht, die ist irre. Ja, Akupressur mit einem Stift. Das ist so ähnlich wie Akupunktur, nur ohne Nadeln, weil ich ja keine Nadeln machen darf. Ich muss eigentlich sofort raus, aber ich bin ja ein höflicher Mann. Bleibe ich hier. Und dann komme ich nie wieder hierher, weil ich bin Schulmediziner. Das funktioniert nur bei Verrückten. Während der Therapie habe ich gedacht, du bist dumm. Wieso bist du, hast du gesagt, Akupunktur ist nichts für dich? Bist du rausgegangen? Ich habe es einfach über mich hergehen lassen. Am nächsten Tag bin ich aufgestanden. Es wurde besser.
Die Sechs-Quadranten-Methode
Das Schwierigste ist herauszufinden, kommt der Schmerz von der Bandscheibe oder ist der Muskel, Faszien, Sehne? Irgendwann mal, ich habe sehr intensiv Patienten untersucht und nach jedem Patienten reflektiert und nachgedacht, und mir Notizen gemacht. Einen Schmerz, der von der Bandscheibe ausgelöst wird, den kannst du in der Peripherie durch Drücken nicht reproduzieren. Das heißt, der Muskel tut ja gar nicht weh.
Die Bedeutung der Tiefenmuskulatur
In seinem Fall hat er es durch den Aufbau der Tiefenmuskulatur, also durch einen gezierten Aufbau der Tiefenmuskulatur, geschafft, dieses Problem zu lösen. Das ist genau das, was du gerade sagst.
Mythen über Rückenschmerzen
Es ist ja auch super, Krafttraining, wir sagen ja nicht, dass Krafttraining schlecht ist, sondern der Mythos ist, dass man mit Krafttraining den Rückenschmerz los wird. Wenn wir Patienten, also Krafttraining ist super, Krafttraining bei muskulären Problemen reduziert auch massiv den Rückenschmerz, aber es löst das Problem nicht. Das heißt, wenn man irgendwann mal zeitlich, beruflich weniger Sport macht, kommt der wieder zurück, der Schmerz.
Die Bedeutung der Ursachenforschung
Die Ursache zu finden. Und die Ursache zu beheben. Kann eine Sehnenentzündung sein. Kann vielleicht auch Rheuma sein. Es gibt so viele Ursachen. Und wenn man diese primär, also wenn man jetzt diese Ursachen nicht findet, dann ist Krafttraining super, weil der Schmerz wird ja wirklich deutlich besser.
Das Schlechtmachen von Mitmenschen: Ursachen und Strategien
Was führt überhaupt dazu, dass Personen ihre Mitmenschen schlechtmachen? Häufig fühlen sich Menschen, die andere mit voller Absicht minderwertig behandeln, selbst minderwertig. Dieses Minderwertigkeitsgefühl basiert auf mangelndem Selbstbewusstsein und geringer Selbstsicherheit. Weitere Ursachen können Neid, negative Gefühle wie Frust, Ärger, Wut und Enttäuschung sein. Diese Emotionen werden dann unmittelbar an dem Umfeld ausgelassen oder bei entsprechender Gelegenheit gezielt an bestimmte Personen. Das eigene Unvermögen und die daraus resultierende Unzufriedenheit werden auf andere projiziert - nur nicht Eigenverantwortung übernehmen.
Strategien für den Umgang mit "Runtermachern"
- Klare Grenzen setzen: Machen Sie deutlich, welche Verhaltensweisen für Sie nicht akzeptabel sind.
- Gleichgültigkeit zeigen: Wird auf die persönlichen verbalen Angriffe nicht oder gleichgültig reagiert, verlieren diese ihren Reiz.
- Konfrontation suchen: Suchen Sie bewusst die Konfrontation, vielleicht auch einmal im Beisein anderer Personen. Aber werden Sie dabei nicht emotional oder laut.
- Kontakt einschränken oder abbrechen: Gehen Sie auf Distanz - auch wenn das nur innerlich möglich ist.
Depressionen als Beispiel für innere Belastungen
"Anfang 1996 merkte ich, dass mit mir was nicht stimmt. Schlaflosigkeit, überall Schmerzen, der Tag erschien zerknüllt wie eine alte Zeitung. Ich wusste nur noch, dass ich zum Arzt musste. Der war ziemlich jung und hatte die Praxis gerade übernommen. Er verschrieb mir Medikamente und die Sprechstundenhilfe riet mir, dass ich viel laufen solle. Meine Diagnose sagte man mir nicht. Ich und Depression? Hatte er nicht. Einige Blicke in Bücher bestätigten: Ich hatte eine Depression."
Der lange Weg zur Diagnose und Akzeptanz
"Ich lebe seit meinem 12 Lebensjahr mit Depressionen. Diagnostiziert wurde sie aber erst im Alter von 22 Jahren. Ich war 22 Jahre jung. Ich saß am Bettende, die Schultern hängend, in mich gekehrt, nachdenklich und innerlich angespannt. Um mich herum zwei weitere Betten, ein Tisch in der Mitte und um den Tisch drei Stühle. Auf den Stühlen saßen eine Pflegerin, eine Therapeutin und der Oberarzt. Es war wieder Zeit für die wöchentliche Visite. Eigentlich war es erst meine zweite Visite, doch die Worte des Oberarztes werde ich bis heute nicht vergessen: „Sie haben schwere Depressionen“ . . . Schweigen . . . Herzklopfen . . . Es war Sommer 2012."
Die Bedeutung von Therapie und Medikamenten
"Mein Theologiestudium legte ich erstmal auf Eis. Vierzehn Wochen stationärer Aufenthalt, vier Wochen Tagesklinik und im Anschluss sechs Jahre Psychotherapie. Daneben natürlich die Behandlung mit Tabletten. Denn ohne Tabletten gehts nicht. Und noch dazu bin ich willensstark: „Ich schaffe das ohne Tabletten“, so meine innere Einstellung. Doch um in der Klinik zu bleiben und den Weg der Behandlung einzuschlagen, musste ich mich auf Antidepressiva einlassen. Widerwillig nahm ich die Tabletten ein, doch ich vertraute mich den Ärzten an. Sie haben Erfahrung und wissen, was sie tun. Was blieb mir anderes übrig? Zurück wollte ich nicht. Ich wollte gesund werden."
Die Suche nach der richtigen Medikation
"2015 zogen meine Frau und ich um, und ich kam zu einem neuen Psychiater. Dieser Mann hatte Ahnung. Er war vorher in der Forschung tätig. Er führte mit mir den Test ABCB1 und Stada Diagnostik Antidepressiva durch. Dabei stellte sich heraus, dass ich die letzten vier Jahre Tabletten einnahm, die gar nichts brachten, als nur Nebenwirkungen. Folgendes kam heraus: Mein Stoffwechsel ist so hoch, dass alle Medikamente, die über die Leber verstoffwechselt werden, gar nicht im Blut ankommen. Der andere Grund ist ein Eiweiß namens Glykoprotein, das bei mir aktiv ist. Es ist im Grunde etwas Gutes, da es dafür sorgt, dass Fremdstoffe aus dem Körper ausgeschieden werden. Doch in meinem Fall nicht so gut, denn die Antidepressiva, die mein Körper als Fremdstoff identifizierte, kamen nicht im Gehirn an."
Der Umgang mit chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen (CED)
"Remicade sollte ich ja bekommen aber die ärzte in der uni wollen die mir aus einem mir unbekanten grund nicht geben. War schon bei 50 mg corti naja dann fing es wieder an und jetzt soll ich wieder 60 mg nehmen seit freitag. besser geht es mir nicht eher schlechter die schmerzen werdenvon tag zu tag mehr. ich meinte zum arzt in der klink so geht es doch nicht weiter bin fast ein jahr krankgeschrieben bis auf 2 monate ichwill arbeiten zuhause fällt mir die decke auf den kopf! und er nur ja verstehe aber ihr körper wird entscheiden wann es soweit ist … HALLO . ich bin echt am überlegen ob ich mir nicht einen anderen gastro suche oder was meint ihr ich weiß nicht mehr weiter."
Die Bedeutung einer umfassenden Diagnose
"Jetzt war ich bei dem neuen und der hat Kolo gemacht und hat festgestellt, dass 2/3 von meinem darm entzündet sind und dass ich auf jeden Fall eine längere Therapie brauche. aber das dein erster arzt nicht mal eine kolo gemacht hat ist echt das letzte!!!!!!!!!!! das kann ich nicht verstehen!"
Die Herausforderungen der Therapie
"Aza nehme ich seit August also jetzt gut 7 monate 200mg. und keine wirkung. er meinte nur mann könnte ja versuchen das aza aud 250 mg zu erhöhen aber da meine leberwert im mom nicht so toll sind werden die das eher nicht machen und eine sternose laut der letzten darmspiegelung im Januar habe ich auch nicht!"
Die Rolle des Hausarztes
"Also ich empfiende es eh so als ob mein hausarzt der einzige ist der sich dafür intressiert! er hat zwar jetzt nicht so die ahnung von MC aber er bemüht sich und versucht mir alle fragen zu beandworten die ich habe und liest zu nort auch mal nach oder ruft an wenn er was neues liest was mir helfen könnte!"