Sympal bei Nervenschmerzen: Was Sie wissen sollten

Nervenschmerzen, auch neuropathische Schmerzen genannt, sind eine besondere Art von Schmerz, die sich von Schmerzen unterscheidet, die durch Gewebeschäden verursacht werden. Sie entstehen durch eine Schädigung oder Verletzung der Nerven selbst. Im Gegensatz zu rezeptfreien Schmerzmitteln, die bei entzündungsbedingten Schmerzen gut wirken, sind diese bei Nervenschmerzen oft nicht wirksam. Es ist wichtig, sich frühzeitig an einen Arzt zu wenden, um eine geeignete Behandlung zu erhalten und die Entwicklung eines Schmerzgedächtnisses zu verhindern.

Was ist Sympal 25mg?

Sympal 25mg Tabletten enthalten den Wirkstoff Dexketoprofen, ein nicht-steroidales Antirheumatikum (NSAR). Es wird zur symptomatischen Behandlung von leichten bis mäßig starken Schmerzen wie Schmerzen des Bewegungsapparates, Regelschmerzen und Zahnschmerzen eingesetzt. Der Wirkstoff hemmt Entzündungsvorgänge, stillt den Schmerz und senkt Fieber, zudem hat er ausgeprägte antirheumatische Eigenschaften. Er blockiert die Bildung bestimmter Botenstoffe, so genannte Prostaglandine. Diese sind an der Entstehung von Schmerzen, Fieber und Entzündungen wesentlich beteiligt.

Dexketoprofen ist ein vielseitiges Schmerzmittel, das in verschiedenen Formen wie Tabletten und Injektionslösungen verfügbar ist. Tabletten sollten während oder nach den Mahlzeiten mit viel Wasser eingenommen werden, um Magen-Darm-Beschwerden zu vermeiden und unzerkaut ganz geschluckt werden. Injektionen bieten eine schnelle Schmerzlinderung und werden entweder intramuskulär oder intravenös von Fachpersonal appliziert. Bei jeder Anwendungsform ist eine individuelle Anpassung der Dosierung wichtig, um Nebenwirkungen zu minimieren und eine optimale Schmerzkontrolle sicherzustellen.

Dosierung und Anwendung von Sympal 25mg

Die Dosierung von Sympal 25mg Tabletten hängt von der Art, Intensität und Dauer des Schmerzes ab. Ihr Arzt wird Ihnen sagen, wie viele Filmtabletten pro Tag und wie lange Sie diese einnehmen sollen.

Empfohlene Dosierung:

  • Erwachsene:
    • Einzeldosis: ½ Tablette (12,5 mg) alle 4-6 Stunden oder 1 Tablette (25 mg) alle 8 Stunden.
    • Gesamtdosis: Nicht mehr als 3 Tabletten (75 mg) pro Tag.
    • Zeitpunkt: Im Abstand von 4-6 Stunden, vor der Mahlzeit (ca. 30 Minuten).
  • Ältere Patienten: Die Behandlung sollte mit einer Tagesgesamtdosis von nicht mehr als 2 Filmtabletten (50 mg) begonnen werden. Bei guter Verträglichkeit kann die Dosis später auf die übliche Dosis (75 mg) erhöht werden.
  • Patienten mit Leber- oder Nierenfunktionsstörung: Sie müssen in Absprache mit Ihrem Arzt eventuell die Einzel- oder die Gesamtdosis reduzieren oder den Dosierungsabstand verlängern.

Die Gesamtdosis sollte nicht ohne Rücksprache mit einem Arzt oder Apotheker überschritten werden. Nehmen Sie das Arzneimittel mit Flüssigkeit (z.B. 1 Glas Wasser) ein. Die Anwendungsdauer richtet sich nach Art der Beschwerde und/oder Dauer der Erkrankung und wird deshalb nur von Ihrem Arzt bestimmt.

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Pharmakokinetik

  • Resorption: Nach oraler Gabe wird die maximale Konzentration (Cmax) durchschnittlich nach 30 Minuten erreicht. Die Nahrungsaufnahme beeinflusst die Resorptionsgeschwindigkeit und die maximale Konzentration, jedoch nicht die Gesamtexposition (AUC). Die Bioverfügbarkeit steigt dosisproportional sowohl bei intramuskulärer als auch bei intravenöser Anwendung für Einzeldosen zwischen 25 und 50 mg.
  • Verteilung: Dexketoprofen hat ein mittleres Verteilungsvolumen von weniger als 0,25 l/kg, was auf eine ausgeprägte Plasmaproteinbindung von 99% zurückzuführen ist.
  • Metabolismus: Dexketoprofen wird hauptsächlich durch Glucuronidierung metabolisiert.
  • Elimination: Der größte Teil von Dexketoprofen wird durch renale Ausscheidung als Glucuronide eliminiert. Die Eliminationshalbwertszeit liegt zwischen 1 und 2,7 Stunden.

Überdosierung

Bei einer Überdosierung kann es zu Kopfschmerzen, Schwindel, Desorientierung, Bauchschmerzen und Erbrechen kommen. Setzen Sie sich bei dem Verdacht auf eine Überdosierung umgehend mit einem Arzt in Verbindung.

Einnahme vergessen?

Setzen Sie die Einnahme zum nächsten vorgeschriebenen Zeitpunkt ganz normal (also nicht mit der doppelten Menge) fort.

Generell gilt: Achten Sie vor allem bei Säuglingen, Kleinkindern und älteren Menschen auf eine gewissenhafte Dosierung. Im Zweifelsfalle fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker nach etwaigen Auswirkungen oder Vorsichtsmaßnahmen.

Eine vom Arzt verordnete Dosierung kann von den Angaben der Packungsbeilage abweichen. Da der Arzt sie individuell abstimmt, sollten Sie das Arzneimittel daher nach seinen Anweisungen anwenden.

Das Präparat ist in 2 dosisgleiche Hälften teilbar.

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Gegenanzeigen von Sympal 25mg

Sympal 25mg Tabletten dürfen nicht eingenommen werden, wenn Sie:

  • Überempfindlich (allergisch) gegen Dexketoprofen-Trometamol oder einen der sonstigen Bestandteile des Arzneimittels sind.
  • Allergisch gegen Acetylsalicylsäure oder andere NSAR sind.
  • Asthma haben oder nach der Einnahme von Acetylsalicylsäure oder anderen NSAR unter Asthmaanfällen, kurzzeitiger Entzündung der Nasenschleimhaut (akute allergische Rhinitis), Nasenpolypen (allergiebedingte Ausstülpungen der Nasenschleimhaut), Nesselsucht (Urtikaria), Schwellungen des Gesichts, der Augenlider, der Lippen und/oder der Zunge, oder Atemnot (angioneurotisches Ödem) oder einem pfeifenden Atemgeräusch in der Brust gelitten haben.
  • Derzeit oder in der Vergangenheit unter Magen /Zwölffingerdarm-Geschwüren oder Magen-Darm-Blutungen leiden/gelitten haben oder chronische Magen-Darm-Erkrankungen haben (z.B. Verdauungsstörungen [Dyspepsie], Sodbrennen [Refluxkrankheit]).
  • Bei Ihnen in der Vergangenheit im Zusammenhang mit der Anwendung von NSAR zur Schmerzbehandlung Magen-Darm-Blutungen oder ein Magen-Darm-Durchbruch (Perforation) auftraten.
  • An chronisch-entzündlichen Darm-Erkrankungen leiden (Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa).
  • Eine schwere Herzmuskelschwäche (Herzinsuffizienz), eine mäßig schwere bis schwere Nierenfunktionsstörung oder eine schwere Leberfunktionsstörung haben.
  • Eine krankhafte Blutungsneigung oder eine Blutgerinnungsstörung haben.
  • Schwanger sind oder stillen.
  • Jünger als 18 Jahre sind.
  • Erhöhte Lichtempfindlichkeit der Haut (Photosensibilisierung), auf diesen Wirkstoff in der Vorgeschichte haben.
  • Aktive Blutungen oder ungewöhnliche Blutungswerte haben.
  • Schweren Flüssigkeitsmangel haben.

Unter Umständen - sprechen Sie hierzu mit Ihrem Arzt oder Apotheker:

  • Allergien in der Vorgeschichte
  • Erkrankungen der Speiseröhre, auch in der Vorgeschichte
  • Magenschleimhautentzündung, auch in der Vorgeschichte
  • Eingeschränkte Nierenfunktion
  • Eingeschränkte Leberfunktion
  • Bluthochdruck
  • Leichte bis mittelschwere Herzschwäche
  • Koronare Herzkrankheit (Durchblutungsstörungen des Herzmuskels)
  • Durchblutungsstörungen der Peripherie (z.B. Arme, Beine)
  • Durchblutungsstörung der Hirngefäße
  • Mögliche Gefahr einer Gefäßverengung am Herzen, wie bei:
    • Erhöhte Fettkonzentration im Blut
    • Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit)
    • Rauchen
  • Windpocken
  • Hämoglobin-Aufbaustörung (Porphyrie)
  • Nach größeren Operationen
  • Asthma bronchiale
  • Blutbildungsstörungen
  • Autoimmunerkrankung mit Entzündungen der Haut und Organe (SLE)
  • Mischkollagenose (entzündlich-rheumatische Kollagenose)

Ist Ihnen das Arzneimittel trotz einer Gegenanzeige verordnet worden, sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker. Der therapeutische Nutzen kann höher sein, als das Risiko, das die Anwendung bei einer Gegenanzeige in sich birgt.

Wichtige Hinweise zu Sympal 25mg

  • Reaktionsvermögen: Das Reaktionsvermögen kann auch bei bestimmungsgemäßem Gebrauch beeinträchtigt sein. Achten Sie vor allem darauf, wenn Sie am Straßenverkehr teilnehmen oder Maschinen (auch im Haushalt) bedienen, mit denen Sie sich verletzen können.
  • Alkohol: Vermeiden Sie die Einnahme von Alkohol.
  • Kopfschmerzen: Bei dauerhafter Anwendung von Schmerzmitteln können Kopfschmerzen auftreten, die durch das Schmerzmittel erzeugt werden. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt, um zu verhindern, dass Ihre Kopfschmerzen chronisch werden.
  • Allergien: Patienten mit Nasenpolypen, chronischen Atemwegsinfektionen, Asthma oder mit Neigung zu allergischen Reaktionen wie z.B. Heuschnupfen: Bei Ihnen kann das Arzneimittel einen Asthmaanfall oder eine starke allergische Hautreaktion auslösen. Fragen Sie daher vor der Anwendung Ihren Arzt.
  • Nierenschädigung: Die gewohnheitsmäßige Anwendung von Schmerzmitteln kann zu einer dauerhaften Nierenschädigung führen. Werden mehrere Schmerzmittel kombiniert, oder sind in einem Schmerzmittel mehrere Wirkstoffe enthalten, erhöht sich das Risiko dafür.
  • Wechselwirkungen: Es kann Arzneimittel geben, mit denen Wechselwirkungen auftreten. Sie sollten deswegen generell vor der Behandlung mit einem neuen Arzneimittel jedes andere, das Sie bereits anwenden, dem Arzt oder Apotheker angeben. Das gilt auch für Arzneimittel, die Sie selbst kaufen, nur gelegentlich anwenden oder deren Anwendung schon einige Zeit zurückliegt.
  • Alkoholgenuss: Alkoholgenuss soll während einer Dauerbehandlung möglichst vermieden werden. Gelegentlicher Alkoholkonsum in kleinen Mengen ist erlaubt, aber nicht zusammen mit dem Medikament.

Nebenwirkungen von Sympal 25mg

Nebenwirkungen sind unerwünschte Wirkungen, die bei bestimmungsgemäßer Anwendung des Arzneimittels auftreten können.

Häufige Nebenwirkungen:

  • Übelkeit
  • Erbrechen
  • Bauchschmerzen
  • Durchfälle
  • Verdauungsbeschwerden

Gelegentliche Nebenwirkungen:

  • Schlaflosigkeit
  • Angstzustände
  • Kopfschmerzen
  • Schwindel
  • Benommenheit
  • Schläfrigkeit
  • Drehschwindel
  • Herzklopfen
  • Flüchtige, spontan auftretende Hautrötung mit Hitzegefühl, vor allem im Gesicht (Flush)
  • Magenschleimhautentzündung
  • Verstopfung
  • Mundtrockenheit
  • Blähungen
  • Hautausschlag
  • Müdigkeit
  • Schmerzen
  • Kraftlosigkeit bzw. Schwäche
  • Schüttelfrost
  • Unwohlsein

Seltene Nebenwirkungen:

  • Geschwüre im Verdauungstrakt, die sehr selten auch durchbrechen können
  • Blutungen im Magen-Darm-Bereich
  • Teerstühle
  • Bluterbrechen
  • Entzündungen der Mundschleimhaut

Bemerken Sie eine Befindlichkeitsstörung oder Veränderung während der Behandlung, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

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Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen/anwenden bzw. vor Kurzem eingenommen/angewendet haben, auch wenn es sich um nicht verschreibungspflichtige Arzneimittel handelt.

Nicht zu empfehlende Kombinationen:

  • Acetylsalicylsäure (z.B. Aspirin®), Kortikosteroide oder andere NSAR
  • Warfarin, Heparin oder andere blutgerinnungshemmende Mittel
  • Lithium (Mittel zur Behandlung psychischer Erkrankungen)
  • Methotrexat (Mittel gegen rheumatische Erkrankungen und Krebs)
  • Hydantoin-Derivate wie Phenytoin (Mittel bei Epilepsie)
  • Sulfamethoxazol (Mittel gegen bakterielle Infektionen)

Kombinationen, die eine vorsichtige Anwendung erfordern:

  • ACE-Hemmer, Diuretika, Betablocker und Angiotensin II-Antagonisten (Mittel zur Behandlung von Bluthochdruck und Herzerkrankungen)
  • Pentoxifyllin und Oxpentifyllin (Mittel zur Behandlung von chronischen Venenleiden, wie "offenes Bein“)
  • Zidovudin (HIV/AIDS-Mittel)
  • Aminoglykosid-Antibiotika (zur Behandlung bakterieller Infektionen)
  • Chlorpropamid und Glibenclamid (Mittel gegen Diabetes)

Kombinationen, die berücksichtigt werden müssen:

  • Chinolon-Antibiotika, z.B. Ciprofloxacin, Levofloxacin (Mittel gegen bakterielle Infektionen)
  • Ciclosporin oder Tacrolimus (Mittel zur Behandlung bestimmter Immunerkrankungen und gegen Transplantatabstoßungen)
  • Streptokinase und andere Thrombolytika oder Fibrinolytika (Mittel zur Auflösung von Blutgerinnseln)
  • Probenecid (Mittel gegen Gicht)
  • Digoxin (herzstärkendes Mittel)
  • Mifepriston (Mittel zum Schwangerschaftsabbruch)
  • Antidepressiva vom Typ selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRIs)
  • Thrombozytenaggregationshemmer (sog. Blutverdünner).

Alternativen bei Nervenschmerzen

Da NSAR wie Dexketoprofen bei Nervenschmerzen oft nicht ausreichend wirken, gibt es alternative Behandlungsmöglichkeiten. Bei neuropathischen Schmerzen werden verschiedene rezeptpflichtige Arzneimittel eingesetzt. Dazu zählen einige Antidepressiva wie Amitriptylin und Duloxetin sowie Arzneimittel wie Gabapentin und Pregabalin, die ursprünglich gegen Epilepsie entwickelt wurden. Diese Medikamente greifen beruhigend in die Funktion der Nervenzellen ein und beeinflussen die Aktivität der Nervenzellen und der schmerzleitenden Nervenbahnen.

Es gibt auch die Möglichkeit, einige Formen von Nervenschmerzen mit örtlicher und oberflächlicher Behandlung am Schmerzort zu therapieren. Die Medikamente werden dann in Form eines Pflasters oder als Creme auf die Haut aufgebracht, um bestimmte Bestandteile der Nervenzelloberfläche zu beeinflussen und die Schmerzentstehung oder -weiterleitung zu verhindern. Hierzu zählt das Medikament Lidocain, ein örtliches Betäubungsmittel, oder Capsaicin, ein Wirkstoff aus der Chilischote.

Lassen sich Nervenschmerzen durch die zuvor genannten Medikamente nicht ausreichend behandeln, können mittelstark oder stark wirksame Schmerzmittel aus der Gruppe der Opioide zum Einsatz kommen.

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