Alzheimer-Forschung: Aktuelle Erkenntnisse und Behandlungsansätze

Die Alzheimer-Forschung ist ein dynamisches Feld, das sich mit der Aufklärung der Ursachen, der Entwicklung von Therapien und der Verbesserung der Lebensqualität von Menschen mit Demenz befasst. Angesichts der demografischen Entwicklung und der steigenden Zahl von Demenzdiagnosen gewinnt diese Forschung zunehmend an Bedeutung.

Zunehmende Demenzdiagnosen: Ein demografischer Wandel

Demenzdiagnosen nehmen zu, insbesondere in Deutschland, da die Bevölkerung in den höheren Altersklassen stark wächst. Hohes Alter ist der wichtigste Risikofaktor für eine Demenzerkrankung. Es gibt verschiedene Demenzformen, die alle durch den Verlust kognitiver Fähigkeiten und von Alltagskompetenzen gekennzeichnet sind. Behandlungsmöglichkeiten und Prognosen unterscheiden sich stark, und die Vorbeugung ist bei den meisten Demenzen schwierig.

Demenz: Definition und Formen

Demenz ist durch einen fortschreitenden Verlust erworbener kognitiver Fähigkeiten gekennzeichnet, der zu Beeinträchtigungen im Alltag führt. Der Verlauf und die Symptomausprägung können je nach Demenzform variieren. Je nach Typ treten zu verschiedenen Zeitpunkten zusätzlich Persönlichkeitsveränderungen, Verhaltensstörungen und körperliche Symptome auf.

Es wird zwischen primären und sekundären Demenzen sowie ihren Unterformen unterschieden. Sekundäre Demenzen entstehen in Folge anderer Erkrankungen wie Schlaganfällen, Schilddrüsenerkrankungen oder Depressionen und können durch die Behandlung der Grunderkrankung geheilt werden. Primäre Demenzen sind eigenständige Krankheiten mit vielseitigen Ursachen, die fortschreitend verlaufen und nicht heilbar sind, was die Lebenserwartung begrenzt. Am häufigsten kommen die Alzheimer-Demenz und die vaskuläre Demenz vor, sowie Mischformen beider Erkrankungen.

Alzheimer-Demenz

Die Alzheimer-Demenz verläuft graduell und beginnt mit Störungen des Arbeitsgedächtnisses. Sie schreitet über durchschnittlich sieben Jahre fort und führt oft zu Bettlägerigkeit. Die Orientierung ist stark beeinträchtigt, selbst Familienangehörige werden nicht mehr erkannt und Routinetätigkeiten können nicht mehr eigenständig ausgeführt werden. Es wird zwischen einem frühen und späten Typ unterschieden, wobei die Erkrankung als früh gilt, wenn sie vor dem Alter von 65 Jahren auftritt, was nur selten der Fall ist. Sowohl bei jüngeren als auch bei älteren Betroffenen ist sie die häufigste Demenzform.

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Frontotemporale Demenz

Bei der frontotemporalen Demenz handelt es sich um einen Sammelbegriff für Erkrankungen, bei denen es zum Nervenzellverlust im Stirn- und Schläfenlappen des Gehirns kommt. Sie ist die zweithäufigste Demenz bei jüngeren Menschen, tritt aber im Hinblick auf alle Altersklassen selten auf. Im Vordergrund stehen hier Verhaltensstörungen und Persönlichkeitsveränderungen oder Sprachstörungen. Kognitive Defizite sind ebenfalls zu beobachten. Die Demenz führt ebenfalls letztlich zu Bettlägerigkeit. Bei der Frontotemporalen Demenz sterben Nervenzellen im Frontallappen (Stirnlappen, siehe Bild) Temporallappen (Schläfenlappen) im Gehirn ab. Diese Hirnregionen steuern Gefühle, Sozialverhalten und Sprache. In den betroffenen Nervenzellen lagern sich häufig krankhafte Proteine ab, die die Zellfunktion stören. Solche Ablagerungen wurden erstmals vom Prager Neurologen Arnold Pick beschrieben und heißen deshalb "Pick'sche Körper". Früher wurde die FTD auch als Morbus Pick bezeichnet.Was genau diese Veränderungen auslöst, ist noch nicht abschließend geklärt. Bei der Frontotemporalen Demenz ist der Frontallappen des Gehirns und/oder der Schläfenlappen betroffen.

Ja - Frontotemporale Demenz kann eine Erbkrankheit sein, muss es aber nicht. In rund 60 Prozent der Fälle tritt die Erkrankung ohne erkennbare Vorbelastung auf. In diesen Fällen spricht man von sporadischer FTD. In rund 40 Prozent der Fälle zeigt sich eine familiäre Häufung: In den betroffenen Familien treten FTD selbst oder ähnliche Erkrankungen auf, zum Beispiel andere Demenzformen, die Nervenkrankheit ALS oder psychische Erkrankungen wie Depressionen. Ein Teil dieser familären FTD-Fälle ist tatsächlich durch eine Mutation in einem Gen bedingt. Meist handelt es sich um Mutationen in den Genen C9orf72, GRN oder MAPT.Bei etwa 10 bis 15 Prozent aller Menschen mit FTD lässt sich solch eine genetische Veränderung nachweisen, die die Erkrankung auslöst. Wird diese genetische Veränderung von einem Elternteil vererbt, hat das Kind eine 50 prozentige Wahrscheinlichkeit, auch an FTD zu erkranken.Wer sich Sorgen um das eigene Risiko macht - zum Beispiel weil es FTD oder ähnliche Erkrankungen in der Familie gibt - kann eine genetische Beratung in Anspruch nehmen.

Die Verhaltensvariante der Frontotemporalen Demenz (bvFTD) zeigt sich durch tiefgreifende Veränderungen im Verhalten und in der Persönlichkeit. Die erkrankte Person wirkt „anders“, obwohl das Gedächtnis oft noch gut funktioniert. Zu den häufigsten Anzeichen gehören:

  • Enthemmung: Unpassende Bemerkungen, unangemessenes sexuelles Verhalten, Ladendiebstahl oder Berührungen von Fremden. Dieses Verhalten wird oft als pervers missverstanden.
  • Apathie: Früher Rückzug aus sozialen und beruflichen Aktivitäten, Verlust von Interesse an Beziehungen oder Hobbys, häufig verwechselt mit einer Depression.
  • Emotionale Abstumpfung / Empathieverlust: Gleichgültigkeit gegenüber den Gefühlen nahestehender Personen, fehlende Anteilnahme oder Einfühlungsvermögen, was für Angehörige besonders schmerzhaft sein kann.
  • Zwanghaftes oder ritualisiertes Verhalten: Wiederholte Handlungen wie das fünfmalige Klatschen zur Begrüßung, Horten von Gegenständen oder das tägliche Aufsuchen bestimmter Orte.
  • Verändertes Essverhalten: Zwanghaftes Essen bestimmter Lebensmittel, wie ausschließlich Schokolade, oder übermäßiger Konsum von Wasser oder Alkohol. (Mehr zu Essen und Trinken bei Demenz - hier)
  • Fehlende Einsicht: Menschen mit bvFTD sehen häufig nicht ein, dass ihr Verhalten ungewöhnlich ist. Sie tun Dinge, die soziale Normen verletzen, ohne diese als falsch wahrzunehmen. Zum Beispiel verlassen Sie das Restaurant ohne zu bezahlen - nicht, weil sie es vergessen, sondern weil sie es einfach nicht machen.
  • Neuropsychologisches Profil: Defizite bei der Planung und Organisation des täglichen Lebens, während Gedächtnis- und visuell-räumliche Fähigkeiten oft intakt bleiben. Betroffene erzielen im Mini-Mental-Status-Test (MMST) häufig volle Punktzahlen. Was ist der Mini-Mental-Status-Test?Diese Symptome führen nicht selten zu Fehldiagnosen, da sie psychischen Erkrankungen ähneln können.

Die Primär Progressive Aphasie (PPA) zeigt sich in drei verschiedenen Formen, je nachdem, welche sprachlichen Fähigkeiten am stärksten eingeschränkt sind:

  • Semantischer Typ Menschen mit dieser Form verlieren nach und nach das Verständnis für Wörter. Sie können Dinge oft nicht mehr benennen oder genau beschreiben, selbst wenn sie wissen, was sie sind. Ein Beispiel: Wenn sie das Wort „Kreuzfahrtschiff“ hören, können sie vielleicht „Schiff“ verstehen und Bilder von Schiffen erkennen, wissen aber nicht mehr, was „Kreuz“ bedeutet.
  • Unflüssiger/agrammatischer Typ Das Sprechen wird mit der Zeit immer schwieriger. Die Wörter kommen langsamer über die Lippen und das Sprechen klingt oft angestrengt. Schließlich kann die Sprache ganz versagen, während jedoch andere Fähigkeiten durchaus intakt bleiben. So können manche Menschen beispielsweise noch problemlos ihr Haus renovieren oder sich um ihre Familie kümmern. Häufig treten aber auch Schluckbeschwerden oder parkinsonähnliche Symptome auf.
  • Logopenischer Typ Bei dieser Form fällt es den Betroffenen schwer, die richtigen Worte zu finden. Das Sprechen wird langsam und zögerlich, und sie beschreiben Begriffe umständlich, wenn ihnen die passenden Worte fehlen. Im Gegensatz zu den anderen Formen gehört der logopenische Typ nicht zur Frontotemporalen Demenz, sondern zur Alzheimer-Krankheit.

Wie die meisten Demenzerkrankungen hat auch die frontotemporale Demenz einen schleichenden Verlauf.

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  1. Zu Beginn unterscheiden sich Menschen mit Frontotemporaler Demenz sowohl deutlich von Menschen mit anderen Demenzen als auch untereinander, je nach Subtyp.

    • Verhaltensvariante (bvFTD): Veränderungen in Persönlichkeit und Verhalten stehen im Vordergrund, wie Enthemmung, Apathie oder Verlust von Einfühlungsvermögen. Viele erkennen ihr eigenes Verhalten nicht als problematisch und haben keine Krankheitseinsicht.
    • Sprachliche Variante (PPA): Schwierigkeiten beim Sprechen, Verstehen, Lesen oder Schreiben stehen im Vordergrund.
  2. Im späten Stadium gleichen sich die Symptome von FTD und anderen Demenzerkrankungen an.

    • Sprache und Verhalten sind stark beeinträchtigt, und es treten zusätzlich Gedächtnisprobleme auf, die an Alzheimer erinnern.
    • Körperliche Symptome wie Bewegungsstörungen, Muskelsteifheit oder Schwierigkeiten beim Schlucken können hinzukommen.
    • Im Endstadium benötigen die Erkrankten rund um die Uhr Pflege. Die häufigste Todesursache ist eine Lungenentzündung, die durch eine Schwächung des Immunsystems oder Schluckprobleme verursacht werden kann.

Lewy-Körper-Demenz/ Lewy-Body-Demenz

Diese Demenzform ist mit der Ablagerung von Lewy-Körperchen (Lewy bodies) in den Nervenzellen des Gehirns verbunden, die auch bei der Parkinson-Krankheit eine Rolle spielen. Entsprechend können auch Bewegungsstörungen bei der Erkrankung vorkommen. Im Vordergrund steht allerdings das demenzielle Syndrom mit Störungen des Gedächtnisses. Halluzinationen und Wahn treten häufiger auf als bei anderen Demenzen.

Parkinson-Demenz

Das fortgeschrittene Stadium der Parkinson-Krankheit ist bei einem Drittel der Fälle mit einer Demenz verbunden. Es treten Orientierungsprobleme, eine Verlangsamung des Denkens und weitere kognitive Defizite auf. Gedächtnisprobleme kommen vor, jedoch seltener als bei anderen Demenzformen.

Vaskuläre Demenz

Die vaskuläre Demenz ist nach der Alzheimer-Demenz die zweithäufigste Demenzform. Bei dieser Form der Demenz liegen die Ursachen in Erkrankungen der Blutgefäße, wie der weit verbreiteten Arteriosklerose. Diese Gefäßerkrankung kann zu Schlaganfällen führen, die durch das Absterben von Gehirnnervenzellen kognitive Probleme verursachen können. Gefäßverschlüsse oder Blutungen kleinerer Hirngefäße werden häufig gar nicht bemerkt, können aber auf längere Sicht eine Demenz auslösen. Da die Arteriosklerose eine chronische Erkrankung ist, bleibt es oftmals nicht bei einem einmaligen Ereignis, weshalb die vaskuläre Demenz durch wiederholte plötzliche Verschlechterungen gekennzeichnet ist, im Gegensatz zum schleichenden Verlauf der Alzheimer-Demenz.

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Typische Demenz Anzeichen und Symptome

Laut Definition geht eine Demenz immer mit kognitiven Defiziten einher. Diese betreffen unter anderem:

  • Arbeitsgedächtnis
  • Langzeitgedächtnis
  • prozedurales Gedächtnis
  • Orientierung
  • Planung
  • Denken
  • Sprache

Wann bei einer Demenz welche Symptome auftreten, unterscheidet sich je nach Form. Aufgrund von Nervenzelluntergängen sind bei Demenzen im Verlauf weitere Hirnfunktionen betroffen, wie die Bewegungssteuerung oder die Harnblasenfunktion. In der Konsequenz werden Betroffene gangunsicher oder leiden unter einer Inkontinenz. Da auch unser Verhalten vom Gehirn gesteuert und kontrolliert wird, können Störungen in diesem Bereich, bis hin zu Veränderungen der Persönlichkeit, Anzeichen einer Demenz sein. Des Weiteren kommen psychische Symptome vor, wie depressive Verstimmungen, Halluzinationen oder Wahn.

Desorientierung als Symptom

Typisch für eine Demenz sind nachlassende kognitive Fähigkeiten. Betroffene Menschen sind immer weniger in der Lage, sich zu konzentrieren oder sich zu erinnern. Das resultiert in einer steigenden Verwirrtheit, die sich nicht zuletzt an Wortfindungsstörungen zeigt. Aufgrund der oben genannten Symptome finden sich die Erkrankten in ihrer Umwelt nicht mehr richtig zurecht.

  • Räumliche Desorientierung: Bekannte Umgebung und gewohnte Wege werden nicht mehr wiedererkannt. Die einfache Frage „Wo bin ich?“ drückt dies bereits aus. Notwendige Handlungen wie das Aufsuchen der Toilette sind häufig nicht mehr selbstständig möglich.
  • Zeitliche Desorientierung: Der Erkrankte verliert das Gefühl für Tageszeiten, Zeiträume oder Zeitpunkte. Er kann Verabredungen und Termine nicht einhalten, vergisst Mahlzeiten und steht unter Umständen nachts auf.
  • Situative Desorientierung: Betroffene können nicht mehr zuordnen, welche Reaktionen in welchen Situationen angemessen sind, und wirken so oft hemmungslos oder ohne Manieren. So entblößen sie sich z.B. in der Öffentlichkeit, halten überzogene Kritik nicht zurück oder tun andere Dinge, die in der unvorbereiteten Umgebung Anstoß erregen.
  • Personale Desorientierung: Ehemals bekannte Personen wie z.B. Ehepartner, Kinder, Freunde oder auch Sie als Pflegeperson werden teilweise nicht wiedererkannt.

Frühsymptome der Alzheimer-Krankheit

In der Anfangsphase treten bei Morbus Alzheimer nur leichte kognitive Einschränkungen auf, die von den Betroffenen nicht oder nur teilweise wahrgenommen werden. Sie können ihren Alltag noch ohne Hilfe bewältigen, haben jedoch in der Regel eine verminderte Leistungsfähigkeit. Im frühen Stadium der Alzheimer-Erkrankung kommt es vermehrt zu Störungen des Kurzzeitgedächtnisses, die sich folgendermaßen bemerkbar machen können:

  • Informationen werden schnell wieder vergessen
  • Schwierigkeiten, einem Gespräch zu folgen
  • Gegenstände werden häufig verlegt
  • zeitliche/räumliche Orientierung ist erschwert

Demenz Stadien und Verlauf

Die verschiedenen Demenzen sind durch ihren Verlauf teilweise voneinander abgrenzbar. Für die Diagnosestellung werden in der Regel weitere Untersuchungsergebnisse herangezogen. Die ursprünglich für die Alzheimer-Demenz entwickelte Stadieneinteilung findet auch für primäre Demenzen anderer Formen Anwendung. Sie dient unter anderem dazu, den Grad der Selbständigkeit der Betroffenen und folglich den Therapiebedarf einzuschätzen.

Demenzphasen

Üblicherweise werden Demenzen in folgende drei Stadien eingeteilt:

  • Frühes Stadium
  • Mittleres Stadium
  • Spätes Stadium

Frühes Stadium

Im frühen Stadium macht sich die Demenz durch Symptome bemerkbar, die den Alltag noch nicht relevant einschränken. Sie können allerdings zu depressiven Verstimmungen oder Gereiztheit bei den Betroffenen führen. Viele sind verunsichert und verstehen nicht, was ihre Symptome auslöst und haben möglicherweise Angst vor der Diagnose durch eine Ärztin oder einen Arzt. Obwohl Betroffene in diesem Stadium noch weitgehend selbständig sind, benötigen sie, je nach Demenzform, möglicherweise bereits Hilfe mit Schriftstücken und Behördenangelegenheiten.

Mittleres Stadium

In diesem Stadium der Demenz sind die kognitiven Defizite deutlich für Betroffene und Angehörige erkennbar. Die Demenz führt dazu, dass sie Erkrankte immer schlechter selbst versorgen können. Sie benötigen zunehmend Unterstützung im Haushalt, beim Einkaufen und bei der Körperpflege. Mit dem Fortschreiten der Erkrankung kommen weitere Symptome hinzu.

Spätes Stadium

Betroffene müssen rund um die Uhr versorgt und überwacht werden, da sie keine Orientierung mehr haben. Der Tag-Nacht-Rhythmus ist häufig stark gestört und die Sturzgefahr hoch. Am Ende sind viele Betroffene bettlägerig. Die Pflege der Patienten und Patientinnen ist zeit- und ressourcenintensiv. Angehörige sollten damit nicht alleine gelassen werden und, wenn möglich, auf Unterstützung durch professionelles Personal und Freunde zugreifen.

Diagnose von Demenz

Die Diagnose von Demenz umfasst in der Regel mehrere Untersuchungen und spezielle Tests. Das ist wichtig, denn die Symptome des Patienten müssen gründlich bewertet und abgeklärt werden.

  • Kognitive Tests und psychometrische Tests: Im Rahmen von verschiedenen Demenz-Tests wird die geistige Leistungsfähigkeit untersucht.
  • Die Alzheimer-Krankheit ist chronisch. Wie lange die einzelnen Krankheitsstadien bei Alzheimer andauern, variiert je nach Einzelfall.

Untersuchungsmethoden

Erster Ansprechpartner ist bei Verdacht auf die Alzheimer-Erkrankung der Hausarzt. Behandlungen und die Einnahme von Medikamenten informiert. beantworten kann. erfolgt die körperliche Untersuchung. Zusätzlich erfolgt eine Labordiagnostik, bei der Blut und Urin getestet werden und die dabei hilft, andere Krankheiten auszuschließen. möglich. Test zur Erkennung von Alzheimer ist der Uhren-Test. vorliegen, können mithilfe des Verfahrens solche Probleme erkannt werden. ob die Uhrzeit richtig eingetragen wurde. ob der Patient beim Zeichnen gezögert oder Korrekturen vorgenommen hat. (MMST) angewandt. räumliche Orientierung, Merkfähigkeit, Aufmerksamkeit, Erinnerungsfähigkeit, Rechenfähigkeit sowie Sprache geprüft werden. Beeinträchtigung, eine mittelgradige oder gar eine schwere Demenz vorliegt. (Demenz-Detektions-Test/Demenz-Detection) dar. aber relativ schnell durchführbar. Nach jeder Aufgabe notiert sich der Arzt die Anzahl der richtigen Antworten, die zum Schluss addiert und gewichtet werden. Als alleinige Diagnosemethode sind die oben genannten Tests nicht ausreichend. Sie dienen in erster Linie dazu, festzustellen, wie weit die Erkrankung bereits fortgeschritten ist. Computertomographie (CT), Magnetresonanztomographie (MRT) und Co. gehören in der Alzheimer-Diagnostik eher nicht zu den Routineuntersuchungsmethoden. Sie werden meist erst dann eingesetzt, wenn andere Ursachen auszuschließen beziehungsweise die für Alzheimer typischen Veränderungen im Gehirn sichtbar zu machen sind. So kann beispielsweise die Positronen-Emissions-Tomographie (PET) Aufschluss über die Synapsendichte im Gehirn geben. Als sehr zuverlässige Methode gilt die Untersuchung des Nervenwassers (klare, farblose Flüssigkeit, die Gehirn und Rückenmark umgibt und vor Erschütterungen schützt). Denn bereits in einem frühen Alzheimer-Stadium sind Veränderungen im sogenannten Liquor feststellbar, wie etwa eine veränderte Konzentration bestimmter Proteine. Entnommen wird das Nervenwasser mithilfe einer Kanüle aus dem unteren Wirbelkanal. Meist erfolgt die Liquordiagnostik stationär, da im Vorfeld Untersuchungen notwendig sind und der Patient nach der Entnahme nicht sofort nach Hause darf.

Frühdiagnostik

Eine frühe Diagnose bei Alzheimer ist in vieler Hinsicht wichtig, auch wenn die Krankheit an sich bislang nicht heilbar ist. Sie bildet die Grundlage für alle weiteren Maßnahmen, die im nächsten Schritt getroffen werden sollten. Gerade zu Beginn führen frühe Anzeichen wie Vergesslichkeit oftmals zu Konflikten. Zu wissen, dass sich hinter diesen Anzeichen eine beginnende Alzheimer-Krankheit verbirgt, schafft mehr Verständnis und kann somit auch Konflikten vorbeugen. Das Wissen und der offene Austausch über die Erkrankung ist also in vielen Fällen sehr wertvoll. Erste Anlaufstelle zur Abklärung dieser Auffälligkeiten ist in der Regel Ihr Hausarzt. Neurologen sind Spezialisten für Erkrankungen des Nervensystems, einschließlich des Gehirns. In vielen Krankenhäusern gibt es spezielle Gedächtnissprechstunden oder ganze Gedächtnisambulanzen, die auf die Frühdiagnostik bei beginnenden Gedächtnisproblemen spezialisiert sind. Bei dem Verdacht auf eine Alzheimer-Krankheit kann die weitere Diagnostik und Behandlung auch hier erfolgen.

Möglichkeiten zur Demenzbehandlung

Bei den sekundären Demenzen wird mit der Behandlung der Grunderkrankung in vielen Fällen eine Besserung erreicht oder die kognitiven Defizite können sogar geheilt werden. Diese Möglichkeit gibt es für die primären Demenzen nicht. Zudem ist die Auswahl an Medikamenten zur Behandlung leider noch beschränkt und neue Ergebnisse der intensiven, weltweiten Forschungsanstrengungen zu Demenzprävention und -bekämpfung werden erwartet. Eine Heilung ist zur Zeit nicht möglich und das Fortschreiten der Erkrankung kann verlangsamt, aber nicht gestoppt werden.

Der Fokus liegt daher auf einer bestmöglichen Linderung einzelner Symptome und einer Verbesserung der Lebensqualität Betroffener. Hierfür existieren viele Maßnahmen, die ihre Wirksamkeit in Studien bewiesen haben. Dazu gehören beispielsweise [13]:

  • Bewegungstherapie
  • Gehirntraining
  • Ergotherapie
  • Musiktherapie
  • Kunsttherapie

Darüber hinaus bieten sich auch psychosoziale Therapien an, die sich an die Erkrankten und Angehörigen richten und deren Beziehung in den Fokus rücken. Dabei werden die Bezugspersonen stark in die Maßnahmen eingebunden: Ein Beispiel ist eine Psychotherapie, deren Fokus auf dem Verhalten liegt. Sie hat unter anderem das Ziel, für eine bessere Selbstkontrolle der Patienten zu sorgen, aber auch neue Denkmuster können hier erlernt werden.

Nicht-medikamentöse Therapieformen

Durch nicht-medikamentöse Therapieformen, wie sie auch bei Menschen mit Alzheimer-Demenz angewandt werden können einige Symptome der Patienten und Patientinnen gemildert werden.

Medikamentöse Behandlung

Alzheimer verändert Gedächtnis, Denken und Alltagsfähigkeiten - schleichend, aber unumkehrbar. Der Verlauf ist individuell, folgt jedoch bestimmten Mustern. Medikamentöse Behandlung: Einsatz von Acetylcholinesterase-Hemmern (z. B. Donepezil, Rivastigmin) und NMDA-Antagonisten (z. B. Memantine)

Lebensstil-Anpassungen

  • Ausgewogene Ernährung: Auf dem Speiseplan stehen am besten viel Obst und Gemüse, aber auch Fisch sowie Vollkornprodukte.
  • Regelmäßige Bewegung: Körperliche Aktivitäten sind nicht nur für jüngere Personen wichtig, auch ältere Menschen sollten ihrem Alter entsprechende Sportarten ausüben.
  • Kognitive Förderung: Wer sich beruflich nicht ausreichend gefordert fühlt, kann in seiner Freizeit mit kulturellen Aktivitäten, Rätseln oder kreativen Hobbies nachhelfen.
  • Soziale Kontakte: Der regelmäßige Austausch mit anderen Menschen erhält die geistige Leistungsfähigkeit, denn das Gehirn braucht regelmäßig Reize und Anstöße.

Neben diesen Maßnahmen sollten Sie zudem auf Rauchen sowie übermäßigen Alkoholkonsum verzichten und eventuelles Übergewicht verringern. Lassen Sie auch regelmäßig Ihren Blutdruck checken, denn bereits bei leichtem Bluthochdruck sind Schädigungen der Blutgefäße im Gehirn möglich. Daher kann es sinnvoll sein, blutdrucksenkende Medikamente einzunehmen.

Aktuelle Entwicklungen

Seit diesem Jahr stehen zwei Antikörper zur ursächlichen Behandlung der frühen Alzheimer-Demenz zur Verfügung. Ursächlich bedeutet: Sie bauen aktiv Amyloid-Plaques ab. Das sind Eiwei…

Präventive Maßnahmen

Wissenschaftler:innen suchen seit Langem nach Wegen, Demenzen effektiv vorzubeugen. Tatsächlich gibt es Hinweise darauf, dass geistig aktive Menschen seltener beziehungsweise später an einer Demenz erkranken [11]. Auf der Basis aktueller Erkenntnisse hat NeuroNation in Zusammenarbeit mit Neurowissenschaftler:innen Übungsaufgaben entwickelt, die verschiedene Hirnfunktionen trainieren. Sie können bequem in einer App angewendet werden und haben einen spielerischen Charakter. Darüber hinaus werden die Übungen fortlaufend individuell an die Fortschritte der Anwender angepasst.

Risikofaktoren minimieren

Es gibt eine Reihe an Faktoren, die das Risiko für die Entwicklung von Demenzerkrankungen und kognitiven Abbauprozessen erhöhen können. Umso wichtiger ist es, die Risikofaktoren für eine Alzheimer-Demenz zu kennen und aktive Gegenmaßnahmen zu ergreifen.

Leben mit Demenz: Unterstützung und Ressourcen

Laut der Deutschen Alzheimer Gesellschaft (DAlzG) lebten Ende 2021 in Deutschland rund 1,8 Millionen Menschen mit Demenz. In den meisten Fällen handelt es sich um eine Alzheimer-Demenz. Mit 20, 30 oder 40 Jahren eine Demenz zu bekommen, ist eher unwahrscheinlich - dennoch möglich.

Pflege und Betreuung

Eine Alzheimer-Demenz kann dazu führen, dass die betroffene Person im Laufe der Zeit gepflegt werden muss und einen Pflegegrad erhält. Oftmals beginnt eine Alzheimer-Erkrankung mit „leichten kognitiven Störungen“. Durch die relativ geringen Auswirkungen zu Beginn können Betroffene ihr Leben und den Alltag noch gut ohne Hilfe selbst organisieren und meistern - doch genau deshalb wird dieses Frühwarnzeichen oft nicht erkannt. Gerade zu Beginn der Erkrankung fällt es dem Betroffenen und den Angehörigen leicht, die Symptome herunterzuspielen und nicht so ernst zu nehmen. Dennoch sollte man, wenn sich Veränderungen über mehrere Wochen bis Monate manifestieren, diese zügig abklären, da auch andere Ursachen wie zum Beispiel Nährstoffmangel oder Blutarmut demenzähnliche Symptome auslösen können.

Entlastungsangebote für Angehörige

Auch Angehörige brauchen Entlastungsangebote, wenn sie an der Demenz ihrer Familienmitglieder oder Freunde nicht selbst zugrunde gehen wollen. So ist es zum Beispiel wichtig, dass sie genügend Zeit haben, um Einkäufe zu erledigen, selbst einmal zum Arzt zu gehen oder abends an einer Theatervorstellung teilzunehmen. Deshalb ist es eine gute Idee, bei Bedarf auf Kurzzeitpflege für Demenzkranke oder Verhinderungspflege zurückzugreifen. Diese können stunden- oder tageweise genutzt werden, wenn pflegende Angehörige einmal verhindert sind. Für eine solche Sonderpflege ist in der Regel keine Angabe von Gründen erforderlich.

Häusliche Pflege

Häusliche Pflegedienste sorgen dafür, dass Demenzkranke möglichst lange in ihrer gewohnten Umgebung bleiben und leben können. Sie übernehmen hierbei „Verrichtungen des täglichen Lebens“. Zudem entlasten häusliche Pflegedienste die Angehörigen, indem sie diesen Zeit für private Erledigungen und Ruhephasen ermöglichen. Es gibt sowohl staatlich anerkannte als auch private Pflegeanbieter. Gerade Weiterbildungen und fachspezifische Kompetenzen zum Thema Demenz sind gefragt. Des Weiteren ist vielen Angehörigen wichtig, dass die Zahl der Pflegekräfte begrenzt ist. Gerade Demenzkranke benötigen aufgrund ihrer eingeschränkten kognitiven Fähigkeiten feste Ansprechpartner, auf die sie sich verlassen können. Regelmäßige Wechsel im Personal sind hier kontraproduktiv.

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