Spektrum Kompakt: Alzheimer-Krankheit – Ursachen, Risikofaktoren und aktuelle Forschung

Einführung

Unsere Gesellschaft erlebt einen demografischen Wandel hin zu einer älteren Bevölkerung. Damit rücken die gesundheitlichen Folgen dieses Prozesses in den Fokus des öffentlichen Interesses. Eine besonders bedeutsame Krankheit in diesem Zusammenhang ist die Alzheimerdemenz, bei der Betroffene einen erheblichen Teil ihres Erinnerungsvermögens verlieren. Dieses Spektrum-Spezial fasst den aktuellen Wissensstand zu dieser komplexen Krankheit zusammen und beleuchtet mögliche Wege zur Prophylaxe und Therapie.

Die Alzheimer-Krankheit im Kontext des demografischen Wandels

Das Durchschnittsalter der Bevölkerung steigt stetig, was zu einem Anstieg von Demenzerkrankungen führt. Prognosen aus dem Jahr 2021 gehen davon aus, dass sich die Anzahl der Demenzfälle bis 2050 weltweit verdreifachen könnte. Um dieser Entwicklung entgegenzuwirken, sind ein tieferes Verständnis der Demenzen, insbesondere der Alzheimer-Krankheit, sowie gezielte Präventionsmaßnahmen und wirksame Medikamente unerlässlich.

Alois Alzheimer und die Entdeckung der Krankheit

Die Geschichte der Alzheimer-Krankheit beginnt mit Auguste Deter, einer 51-jährigen Patientin, die unter Orientierungslosigkeit, Gedächtnisverlust und Persönlichkeitsveränderungen litt. Nach ihrem Tod obduzierte der Frankfurter Neuropathologe Alois Alzheimer (1864-1915) ihr Gehirn und präsentierte seine Befunde im Jahr 1906. Er beschrieb den dramatischen Schwund des Hirngewebes sowie ungewöhnliche Eiweißablagerungen (senile Plaques) und Bündelstrukturen (Neurofibrillen) in den Nervenzellen. Die Krankheit, die fortan als Morbus Alzheimer bekannt wurde, galt zu Beginn des 20. Jahrhunderts als Seltenheit, da die Lebenserwartung bei etwa 50 Jahren lag.

Alzheimer als neurodegenerative Erkrankung

Die Alzheimerdemenz zählt zu den neurodegenerativen Erkrankungen, die durch einen fortschreitenden Nervenzelltod gekennzeichnet sind. Zu dieser Gruppe gehören auch Morbus Parkinson, amyotrophe Lateralsklerose (ALS), Chorea Huntington und Prionenerkrankungen wie die Creutzfeldt-Jakob-Krankheit.

Ursachen und Mechanismen der Alzheimer-Krankheit

Die Alzheimer-Forschung hat in den letzten Jahrzehnten bedeutende Fortschritte erzielt und wesentliche Mechanismen der Erkrankung aufgedeckt.

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Amyloid-Plaques und Tau-Fibrillen

Alois Alzheimer beobachtete bei seiner Patientin zwei auffällige Veränderungen im Gehirn:

  • Senile Plaques: Eiweißablagerungen außerhalb der Nervenzellen.
  • Neurofibrilläre Bündel: Bündelstrukturen innerhalb der Neurone, die an verfilzte Fasern erinnern.

Die Rolle des Amyloid-Vorläuferproteins und Beta-Amyloid

Die Plaques bestehen hauptsächlich aus dem Beta-Amyloid-Peptid (A-beta-Peptid), das aus dem Amyloid-Vorläuferprotein (APP) entsteht. APP ist ein in der Zellmembran sitzendes Eiweiß, dessen genaue Funktion noch nicht vollständig geklärt ist. Bei Alzheimerpatienten wird APP in kurze Abschnitte zerlegt, die sich zu den Plaques zusammenballen. Die Entstehung von Beta-Amyloid hängt von der Aktivität bestimmter Enzyme ab: Wird APP vom Enzym alpha-Sekretase gespalten, entstehen harmlose Fragmente. Schlagen jedoch beta- und gamma-Sekretase zu, bildet sich beta-Amyloid, das außerhalb der Nervenzellen zu Amyloid-Plaques verklumpt.

Tau-Proteine und Neurofibrillen

Das Tau-Protein stabilisiert normalerweise die Mikrotubuli im Axon des Neurons, die das Zellskelett und das Transportwegenetz der Zelle bilden. Bei Alzheimerpatienten werden die Tau-Proteine jedoch durch Kinasen mit Phosphatgruppen überfrachtet. Diese veränderten Tau-Proteine lösen sich von den Mikrotubuli und verklumpen innerhalb der Nervenzellen zu Tau-Fibrillen. Dadurch zerfallen die Mikrotubuli, und das Zellskelett bricht zusammen.

Die Alzheimer Forschung Initiative e.V.

Um die Öffentlichkeit über die Erkrankung zu informieren, hat der gemeinnützige Verein Alzheimer Forschung Initiative e.V diesen kurzen Film in Auftrag gegeben. Er zeichnet äußerst plastisch und mit großartigen Animationen diese beiden hauptsächlichen Wege der Erkrankung nach, an deren vorläufigem Ende Nervenzellen absterben. Dabei unterstreicht der 2013 produzierte Film, was auch heute noch zutrifft: Es ist unklar, wer bei der Erkrankung den Anstoß gibt, die Neurofibrillen oder die Plaques. Das Ende des Videos trübt ein wenig den insgesamt sehr positiven Gesamteindruck. Der auch zum Lernen geeignete Film überbetont, wie wichtig weitere Forschung sei, um letztlich ein Leben ohne Alzheimer zu erreichen.

Parodontitis-Bakterien und Alzheimer

Forscher haben herausgefunden, dass das für die aggressive Form der Parodontitis verantwortliche Bakterium auch an der Entstehung der Alzheimerdemenz beteiligt ist.

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Früherkennung und Diagnose

Die Früherkennung der Alzheimer-Krankheit ist von entscheidender Bedeutung, um frühzeitig therapeutische Maßnahmen einzuleiten und den Krankheitsverlauf positiv zu beeinflussen.

Virtuelle Realität zur Testung des räumlichen Orientierungsvermögens

VR-Technologien lassen sich einsetzen, um das räumliche Orientierungsvermögen zu testen, während gleichzeitig die Hirnaktivität der Testpersonen aufgezeichnet wird. Mögliche Schwierigkeiten können ein erstes Anzeichen für eine beginnende Alzheimerdemenz sein. Auch Videospiele können Aufschluss über die Anfälligkeit für diese Krankheit geben. Nadine Diersch arbeitet in der Aging and Cognition Research Group in Magdeburg.

E-Books als Informationsquelle

E-Books sind digitale Bücher, die auf Computern, Tablets, Smartphones oder E-Book-Readern gelesen werden können. Sie bieten zahlreiche Vorteile gegenüber gedruckten Büchern, wie z.B. die ständige Verfügbarkeit und interaktive Funktionen.

Formate und Kopierschutz

E-Books werden in verschiedenen Formaten angeboten, darunter EPUB und PDF. Einige E-Books sind mit einem Kopierschutz (DRM) versehen, um Urheberrechte zu schützen. In diesem Fall ist in der Regel eine Autorisierung mit einer Adobe-ID erforderlich.

Bezugsquellen und Kosten

E-Books werden vorwiegend über das Internet vertrieben. Die Preise für E-Books sind in Deutschland durch die Buchpreisbindung reguliert und entsprechen in der Regel den Preisen gedruckter Bücher. Im Durchschnitt sind E-Books etwas günstiger als gedruckte Ausgaben.

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