Die Frage, ob Sperma gesund ist oder nicht, ist ein viel diskutiertes Thema. Selbst in der Wissenschaft gibt es kontroverse Meinungen darüber, ob Sperma wirklich gesund ist oder nicht. Während einige Studien positive Effekte festgestellt haben wollen, sind andere davon überzeugt, dass solche Thesen nur verbreitet wurden, um Sexpartner zum Spermaschlucken zu bewegen. Dieser Artikel beleuchtet die Mythen und Fakten rund um das Thema Sperma und seine gesundheitlichen Auswirkungen.
Zusammensetzung und Geschmack von Sperma
Sperma, auch Samenflüssigkeit genannt, wird im Hoden des Mannes produziert und durch die Samenleiter im Penis nach außen transportiert. Es enthält Spermien, die für die Fortpflanzung notwendig sind. Allerdings machen die Spermien nur einen kleinen Teil von etwa zehn Prozent des Ejakulats aus. Der Großteil des Spermas, etwa 70 Prozent, besteht aus Samenbläschensekret, das Fructose enthält und somit die Energiequelle für die Bewegung der Spermien darstellt. Die restlichen 20 Prozent des Spermas bestehen aus einer kalium- und kalziumreichen Salzlösung, die Enzyme, Magnesium, Zink, Citrat und Proteine enthält.
Sperma ist eine weiße, milchig-trübe Flüssigkeit von dickflüssiger und zäher Konsistenz. Der Geruch wird von vielen unterschiedlich wahrgenommen, oft wird er jedoch als Chlor-ähnlich beschrieben. Da Sperma im Körper produziert wird, ist es warm. Der Geschmack ist wohl der größte Streitpunkt. Einige empfinden ihn als salzig, andere als süß, und wieder andere nehmen einen nussigen Geschmack wahr. Beide Empfindungen sind berechtigt, da der Geschmack von verschiedenen Faktoren beeinflusst werden kann.
Mythen und Wahrheit über die gesundheitlichen Vorteile von Sperma
Es gibt zahlreiche Behauptungen über die gesundheitlichen Vorteile von Sperma. Es soll gut für Haut und Haar sein, gegen Halsschmerzen helfen und sogar psychische Erkrankungen lindern. Doch ist das Ejakulat des Mannes wirklich ein solches Wundermittel? Oder sind diese Behauptungen eher entstanden, weil es für viele Männer erregend ist, sich des Spermas auf oder in ihrem Sexpartner zu entledigen?
Sperma gegen Erkältung
Die Behauptung, dass Sperma bei Halsschmerzen oder anderen Erkältungssymptomen helfen kann, ist eine reine Küchenweisheit ohne medizinische Beweise. Tatsächlich kann es sogar kontraproduktiv sein, bei Halsbeschwerden Oralsex zu haben, da der saure pH-Wert der Samenflüssigkeit die Halsschleimhaut zusätzlich reizen und die Symptome verschlimmern kann.
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Sperma gegen Depression
Eine Studie der University of Albany behauptet, dass Sperma ein Heilmittel gegen psychische Erkrankungen bei Frauen sein kann. Dabei soll es egal sein, ob das Sperma durch den Mund oder die Vagina in den Körper der Frau gelangt. Verantwortlich dafür seien die Hormone Dopamin (Glückshormon) und Oxytocin (Kuschelhormon) sowie das Protein Tyrosin, die im Sperma nachgewiesen werden können.
Dieses Ergebnis wird jedoch von vielen medizinischen Fachleuten kritisch bewertet. Es gibt keine Untersuchungen oder Forschungen, die Depressionen bei Frauen mit Sperma behandelt haben. Es ist zweifelhaft, dass die geringe Menge an Dopamin, Oxytocin und Tyrosin im Sperma eine schwerwiegende Krankheit wie Depression heilen kann. Hormone wie Oxytocin und Dopamin werden auch während des Orgasmus, des Küssens und Kuschelns ausgeschüttet. Wer Lust auf einen Mood-Boost hat, muss also nicht zu ungeschütztem Geschlechtsverkehr greifen.
Sperma für schöne Haut
Sperma enthält das Polyamin Spermidin in einer verhältnismäßig hohen Konzentration. Dieser Stoff ist dafür bekannt, gut für Haut und Haar zu sein. Spermidin wird vom Körper selbst produziert, aber die Produktion nimmt mit zunehmendem Alter ab. Wer also eine zusätzliche Dosis zu sich nehmen möchte, kann das Schlucken von Sperma in Betracht ziehen. Es gibt jedoch auch andere Möglichkeiten, den Spermidinspiegel zu erhöhen, z. B. durch den Verzehr von Weizenkeimen, Grapefruits oder Soja.
Sperma schlucken, um abzunehmen
Sperma enthält Proteine, die von Menschen, die abnehmen oder Muskeln stärken wollen, in hohen Mengen konsumiert werden. Dies ist jedoch kein Argument, um Sperma in den Diätplan zu integrieren. Es gibt proteinreichere Lebensmittel wie Hülsenfrüchte, Soja, Nüsse oder fettarme Milchprodukte, die eine bessere Wahl sind.
Risiken beim Spermaschlucken
Sperma ist an sich nicht ungesund, aber es gibt keine gesundheitlichen Vorteile, die es erforderlich machen, Sperma zu schlucken oder auf die Haut kommen zu lassen. Es gibt jedoch auch keine Nachteile, solange der Mann und sein Sperma gesund sind. Wenn Geschlechtskrankheiten ausgeschlossen und die Verhütung geklärt sind, spricht nichts dagegen, Sperma in den Mund zu nehmen oder an andere Stellen des Körpers kommen zu lassen. Es ist jedoch wichtig, dass dies für beide Partner in Ordnung ist und keine persönlichen Grenzen überschritten werden.
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Das Schlucken von Sperma birgt Risiken, da ungeschützter Sex, egal ob oral, anal oder vaginal, Geschlechtskrankheiten wie Syphilis, Viren, HIV und andere übertragen kann. Nur Personen, die sich regelmäßig auf Geschlechtskrankheiten untersuchen lassen, sollten in den Genuss eines Blowjobs inklusive Schlucken kommen. Es gibt auch Menschen, die allergisch auf Sperma sind. Betroffene einer Sperma-Allergie können mit Brennen, Juckreiz, Rötungen, Übelkeit oder sogar Atembeschwerden reagieren.
Weitere Fakten über Sperma
- Geschmack und Geruch von Sperma lassen sich beeinflussen: Der Geschmack wird allgemein als nussig und salzig beschrieben, kann aber durch die Ernährung beeinflusst werden. Obst und Honig sollen den Geschmack ins Süßliche verändern, während Spargel und Kohl für einen bitteren Geschmack sorgen. Auch Bier soll den Geschmack negativ beeinflussen.
- Viel Sex erhöht die Beweglichkeit: Je öfter Männer Geschlechtsverkehr haben, desto flotter sind die Spermien unterwegs und die Fruchtbarkeit erhöht sich.
- Sperma als Medizin: Aufgrund des hohen Anteils an Vitaminen und Proteinen eignet sich Sperma als Hausmittel gegen Wehwehchen. Es soll gut bei Halsbeschwerden sein und für gesunde Haut sorgen.
- Sperma als Antidepressiva: Eine Studie der State University of New York at Albany hat ergeben, dass Sperma gute Laune bereitet. Frauen, die Geschlechtsverkehr ohne Kondom hatten, litten seltener an depressiven Stimmungen.
- Spermien sind wahre Überlebenskämpfer: Sie können bis zu fünf Tage in der Gebärmutter einer Frau überleben.
- Hitze ist nicht gut für das Spermium: Je wärmer es ist, desto fauler werden die Spermien.
- Auch andere Faktoren verschlechtern die Samenproduktion und Spermienqualität: Rauchen, schlechte Ernährung, Stress, Übergewicht und übermäßiger Alkoholkonsum.
- Es gibt eine biologische Sperma-Uhr: Auch bei Männern verschlechtert sich die Spermienqualität mit zunehmendem Alter.
- Sperma-Allergie: Sowohl Frauen als auch Männer können auf das Seminalplasma allergisch sein.
- Blut im Sperma: Ist meistens harmlos und kann durch ein geplatztes Äderchen verursacht werden.
- Häufiges Ejakulieren kann das Risiko für Prostatakrebs senken: Eine Studie hat gezeigt, dass Männer, die mindestens 21-mal pro Monat ejakulieren, seltener an Prostatakrebs erkranken.
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