Migräne ist mehr als nur ein einfacher Kopfschmerz. Sie ist eine neurologische Erkrankung, die das Leben der Betroffenen stark beeinträchtigen kann. Oftmals werden Menschen mit Migräne mit gut gemeinten, aber wenig hilfreichen Ratschlägen konfrontiert. Dieser Artikel beleuchtet einige der unpassendsten Sprüche, die Migränepatienten immer wieder hören müssen, und zeigt auf, wie man stattdessen echte Unterstützung bieten kann.
Migräne - Mehr als nur Kopfschmerzen
Migräne ist keine Bagatelle. Insbesondere chronische Migräne kann zu den schlimmsten Schmerzzuständen gehören, die ein Mensch erleben kann. Sie wird oft als eine der schwersten Behinderungen angesehen, insbesondere bei Frauen. Neben den typischen, meist einseitigen, stechenden, hämmernden und pulsierenden Kopfschmerzen, sind oft auch andere Symptome vorhanden, die den gesamten Körper in Mitleidenschaft ziehen.
Die Top 10 der unpassendsten Migränesprüche
Viele Menschen, die unter Migräne leiden, kennen die folgenden Sprüche nur zu gut. Sie sind meist gut gemeint, aber für die Betroffenen oft eher frustrierend:
„Hast du es mal mit Wasser trinken versucht?“
Dieser Spruch suggeriert, dass die Lösung für jahrelange Migräne so einfach sein könnte wie ein Glas Wasser.
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„Stell dich nicht so an, sind doch nur Kopfschmerzen!“
Dieser Satz bagatellisiert die Intensität und die Begleitsymptome von Migräne. Es ist, als würde man einen Sturm im Wasserglas mit einem Orkan vergleichen.
„Meine Tante hat das auch, aber sie nimmt einfach [beliebiges Hausmittel], und es hilft immer.“
Jeder Mensch ist anders, und was bei der Tante hilft, muss nicht zwangsläufig auch bei anderen wirken.
„Vielleicht solltest du weniger am Computer arbeiten / weniger lesen / weniger fernsehen.“
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Dieser Ratschlag zielt oft auf vermeintliche Auslöser ab, ohne die individuellen Bedürfnisse und Vorlieben des Betroffenen zu berücksichtigen.
„Du siehst aber gar nicht krank aus.“
Migräne ist oft unsichtbar. Nur weil jemand nicht krank aussieht, bedeutet das nicht, dass er keine Schmerzen hat.
„Hast du schon mal versucht, stressfrei zu leben?“
Stress ist zwar ein bekannter Auslöser für Migräne, aber ein stressfreies Leben ist in der Realität oft kaum möglich.
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„Du nimmst bestimmt zu viele Medikamente, das ist nicht gut für dich.“
Medikamente sind für viele Migränepatienten notwendig, um die Schmerzen zu lindern. Dieser Spruch vermittelt den Eindruck, dass die Betroffenen ihre Medikamente zum Spaß nehmen.
„Aber gestern ging es dir doch gut!“
Migräne ist unberechenbar. Ein guter Tag bedeutet nicht, dass der nächste auch gut sein wird.
„Es ist nur im Kopf, versuch doch, positiv zu denken!“
Dieser Satz suggeriert, dass Migräne eine rein psychische Ursache hat und durch positives Denken geheilt werden kann.
„Vielleicht brauchst du einfach mehr Bewegung / eine bessere Ernährung.“
Bewegung und Ernährung sind zwar wichtige Faktoren für die Gesundheit, aber sie sind keine Allheilmittel gegen Migräne.
Was Migränepatienten wirklich hilft
Statt unpassender Sprüche brauchen Menschen mit Migräne vor allem Verständnis und Unterstützung. Hier sind einige Möglichkeiten, wie man helfen kann:
- Zuhören, ohne zu urteilen: Nehmt die Schilderungen der Betroffenen ernst und versucht, ihre Situation nachzuvollziehen.
- Eine dunkle und ruhige Zuflucht anbieten: Während einer Migräneattacke ist Ruhe und Dunkelheit oft sehr hilfreich.
- Nachfragen, was man tun kann: Jeder Mensch ist anders, und was dem einen hilft, muss dem anderen nicht zwangsläufig guttun. Fragt die Betroffenen, was sie brauchen.
- Echte Unterstützung anbieten: Kleine Gesten der Fürsorge können einen großen Unterschied machen.
Was man bei der Planung eines Aufnahmetermins in der Schmerzklinik Kiel beachten sollte
Die Neurologisch-verhaltensmedizinische Schmerzklinik Kiel unter der Leitung von Prof. Dr. med. Dipl. Psych. Hartmut Göbel bietet spezielle Therapien für Migräne und andere Kopfschmerzerkrankungen an. Für die Planung eines Aufnahmetermins sind folgende Schritte erforderlich:
- Verordnung von Krankenhausbehandlung: Der behandelnde Arzt muss eine Verordnung für eine Krankenhausbehandlung ausstellen.
- Aufnahme-Checkliste: Der Arzt sollte die Aufnahme-Checkliste ausfüllen.
- Schmerzkalender und Schmerzfragebogen: Der Patient sollte den Schmerzkalender und den Schmerzfragebogen ausfüllen.
- Unterlagen einsenden: Alle Unterlagen sowie Kopien relevanter Arztbriefe und Röntgenbilder sollten an die angegebene Adresse gesendet werden.
Je nach Krankenkasse gelten unterschiedliche Regelungen für die Kostenübernahme. Zahlreiche Krankenkassen haben eine integrierte Versorgung ihrer Versicherten mit dem Behandlungsnetzwerk der Klinik vertraglich geregelt.
Schmerzkonferenzen
Im Zusammenhang mit der Einweisung und der Behandlung können individuelle Fragen auftreten. Diese können in den Schmerzkonferenzen der Schmerzklinik Kiel besprochen werden, die montags, dienstags, donnerstags und freitags von 8:30 Uhr bis 9:15 Uhr sowie mittwochs von 17:00 Uhr bis 17:45 Uhr im Konferenzraum der Klinik stattfinden.
Migräne ist eine neurologische Erkrankung
Es ist wichtig zu betonen, dass Migräne eine eigenständige neurologische Erkrankung ist und nicht durch Stress, Allergien oder andere vermeintliche Ursachen bedingt ist. Betroffene sind weder arbeitsunwillig noch psychisch krank. Diäten, Entschlackungskuren oder andere alternative Behandlungsmethoden sind in der Regel wirkungslos.