Geeignetes Spielzeug für Kinder mit Epilepsie

Ein Kind entwickelt sich idealerweise in verschiedenen Bereichen. Da die Veranlagung dafür nicht immer gleich stark ausgeprägt ist, spielen Kinder oft am liebsten mit Spielzeug, das ihren größten Talenten entspricht. Dies kann zu einer einseitigen Entwicklung führen, was jedoch meist nicht dramatisch ist, da alle Bereiche irgendwann gefördert werden. Bei der Auswahl von Spielzeug für Kinder mit Epilepsie gibt es jedoch einige Besonderheiten zu beachten.

Allgemeine Kategorien von Spielzeug und ihre Förderung

Spielzeug lässt sich grob in verschiedene Kategorien einteilen, die jeweils unterschiedliche Fähigkeiten und Entwicklungsbereiche fördern:

  • Konstruktives Spielzeug: Fördert das planmäßige Denken und Arbeiten auf ein Ziel hin.
  • Kognitives Spielzeug: Fordert das Gehirn und regt zum Nachdenken über Lösungen an.
  • Kreatives Spielzeug: Ermöglicht es dem Kind, sich mit Materialien auseinanderzusetzen und etwas Schönes daraus zu machen.
  • Soziales Spielzeug: Lehrt das Kind, mit anderen Kindern zu kooperieren.
  • Motorikspielzeug: Motiviert das Kind, sich zu bewegen.

Kindertypen und ihre Spielvorlieben

Kinder lassen sich grob in vier Typen einteilen, die unterschiedliche Spielvorlieben haben:

  • Die geduldigen Forscher: Denker und Erfinder, die gerne auf ihre eigene Art spielen.
  • Die Wirbelwinde: Brauchen Action, Platz und klare Ergebnisse.
  • Die geselligen Konstrukteure: Regeln gerne alles, aber sozial und erfinderisch; sie erkennen in jeder Situation eine Spielmöglichkeit.
  • Die verträumten Einzelgänger: Haben viel Fantasie und behalten gerne den Überblick.

Spezielles Spielzeug für Kinder mit besonderen Bedürfnissen

Bei Kindern mit Epilepsie kann die Bewegungsfähigkeit eingeschränkt sein. Bewegungsübungen können helfen, die Beweglichkeit der Gelenke und die Ausführung von Bewegungen zu schulen.

Bewegung und Epilepsie

Bewegung ist für alle Kinder wichtig, auch für Kinder mit Epilepsie. Es ist wichtig, dass es mehrere Bewegungseinheiten für die körperliche und geistige Gesundheit gibt. Im Rahmen von physiotherapeutischen Vorstellungen kann evaluiert werden, welche Art von Bewegung für das Kind geeignet ist, und ein passender Therapieplan erstellt werden. Auch passive Bewegung ist eine Möglichkeit, wenn das Kind nicht selbst gehen kann. Dies dient der Kontrakturprophylaxe, um die Gelenke des Kindes durchzubewegen und Versteifungen zu vermeiden.

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Motorische Meilensteine und Therapie

Ab dem ersten Lebensjahr ist es wichtig, den Entwicklungsstand des Kindes in der Bewegung zu beobachten. Motorische Meilensteine sind zum Beispiel das Halten des Kopfes mit drei Monaten, das Umdrehen mit drei bis vier Monaten und das Sitzen mit fünf bis sechs Monaten. Kinder mit Epilepsie können in diesem Ablauf eingeschränkt sein. Therapien können jedoch helfen, zu verhindern, dass Kinder sehr viel später gehen. Es gibt Rehabilitationszentren für Kinder, die sich auf neurologische Beeinträchtigungen durch Epilepsie spezialisiert haben und intensive Therapien anbieten, um Bewegung zu lernen.

Sport und Bewegung im Alltag

Es ist wichtig, dass sich Kinder mit Epilepsie ausreichend bewegen, auch wenn sie Anfälle haben. Es gibt bestimmte Sportarten, die schwierig oder sogar verboten sind, wie zum Beispiel Klettern. Bewegungssportarten sind jedoch in der Regel möglich. Bei Kontaktsportarten gibt es oft keine Einschränkungen. Es ist wichtig, dass Eltern keine Angst davor haben, ihr Kind an Sportveranstaltungen teilnehmen zu lassen. Epilepsie ist eine häufige Erkrankung, und viele Schulen haben bereits Erfahrung mit Kindern, die Anfälle haben.

Auch im Krankenhaus ist Bewegung durch passive Bewegung möglich. Regelmäßige Bewegungseinheiten tragen dazu bei, dass Kinder schneller fit werden. Es ist jedoch wichtig, darauf zu achten, dass das Kind nicht direkt nach einem Anfall Sport treibt.

Spezielle Bewegungsübungen und Wahrnehmungsübungen

Bei der Bewegungsförderung ist es wichtig, genau zu beobachten, was die Bewegung, der Lagewechsel oder die Bewegungsplanung auslösen. Ein Lagewechsel oder ein Positionswechsel sollte zielgerecht, zielbewusst und nach einer Aufforderung oder einem Befehl durchgeführt werden. Es ist nicht notwendig, täglich eine lange Übungsphase durchzuführen. Stattdessen können Eltern den Alltag beobachten und die verschiedenen Situationen nutzen, um kurze Übungen durchzuführen. Wichtig ist, dass sich Eltern gemeinsam mit ihren Kindern mit dieser Aufgabe auseinandersetzen und die Übung mehrmals am Tag kurz wiederholen.

Vor der Durchführung einer Übung sollte die Umgebung vorbereitet werden, um Stress und Unsicherheit zu vermeiden. Materialien und Gegenstände sollten leicht erreichbar sein. Am Anfang sind keine Gegenstände notwendig; der Körper, die Stimme, die Anwesenheit und die Konzentration der Eltern sind die besten Therapiemittel. Erst wenn das Kind die Übungen kennt und sich sicher fühlt, können Spiele, Gegenstände oder Spielzeug als Motivation eingesetzt werden. Rituale sind wichtig: Die Übungen sollten im gleichen Raum, in der gleichen Umgebung und in der gleichen Reihenfolge durchgeführt werden. Auch die Stimme, Lieder, Sätze und Wörter sollten immer gleich sein.

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Bei Wahrnehmungsübungen sollte die Umgebung so vorbereitet werden, dass sie Sicherheit und Geborgenheit bietet. Bei kleinen Kindern kann ein Stillkissen verwendet werden, um den Raum zu begrenzen und dem Kind Sicherheit zu geben. Die Übung wird sprachlich begleitet, das heißt, die Eltern erzählen oder singen, um die Aufmerksamkeit des Kindes zu halten. Die Übung kann an den Armen beginnen, indem die Hände des Kindes abgedrückt werden. Dies fördert die eigene Warnung, das Körperschema, das Körpergefühl und gibt dem Kind Sicherheit im Raum.

Fidget Toys

Fidget Toys können für Kinder mit Epilepsie in der Schule hilfreich sein, insbesondere für Kinder, die Schwierigkeiten haben, stillzusitzen oder sich zu konzentrieren. Diese kleinen Helfer können eine wertvolle Unterstützung sein. Das Prinzip dahinter ist, dass die Hände beschäftigt sind, während der Kopf sich auf andere Aufgaben konzentrieren kann. Diese Form des sensorischen Spielzeugs spricht den Tastsinn an und kann bei vielen Kindern beruhigend wirken.

Auswahl von Spielzeug nach individuellen Bedürfnissen

Bei der Auswahl von Spielzeug für Kinder mit Epilepsie ist es wichtig, die individuellen Bedürfnisse und Fähigkeiten des Kindes zu berücksichtigen. Eltern sollten auf die Sicherheit des Spielzeugs achten und sicherstellen, dass es keine scharfen Kanten oder kleinen Teile enthält, die verschluckt werden könnten. Es ist auch wichtig, Spielzeug zu wählen, das dem Entwicklungsstand des Kindes entspricht und seine Interessen berücksichtigt.

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