AFA-Algen: Schädliche Auswirkungen auf Gehirnzellen? Eine kritische Betrachtung

AFA-Algen, auch bekannt als Aphanizomenon flos-aquae, werden oft als Superfood mit zahlreichen gesundheitlichen Vorteilen angepriesen. Ihnen wird nachgesagt, dass sie Energie und Lebensfreude spenden, Beschwerden lindern und vor Krankheiten schützen können. Die Schulmedizin steht diesen Behauptungen jedoch kritisch gegenüber. Dieser Artikel beleuchtet die potenziellen Risiken und Nebenwirkungen von AFA-Algen, insbesondere im Hinblick auf ihre möglichen Auswirkungen auf Gehirnzellen.

Was sind AFA-Algen?

AFA-Algen sind eigentlich Cyanobakterien, eine Art von Bakterien, die Photosynthese betreiben. Sie bestehen hauptsächlich aus Eiweiß, Kohlenhydraten und Fett. Im getrockneten Zustand soll der Anteil an Eiweiß etwa 70 Prozent ausmachen, Kohlenhydrate etwa 20 Prozent und Fett etwa sechs Prozent. Sie enthalten auch Fettsäuren und Aminosäuren, die für den menschlichen Körper essentiell sind.

Nährstoffgehalt und Dosierung

Obwohl AFA-Algen eine hohe Nährstoffdichte aufweisen, werden meist nur geringe Dosierungen pro Tag empfohlen, wodurch sich die tatsächliche Nährstoffaufnahme in Grenzen hält. Die Aufnahme von Vitamin B12 durch die Alge ist ebenfalls fraglich, da der hohe Anteil hauptsächlich aus Analoga (Pseudo-Vitamin B12) besteht, die für den menschlichen Körper unverwertbar sind.

Nahrungsergänzungsmittel vs. Arzneimittel

Nahrungsergänzungsmittel, wie AFA-Algen, sind Produkte, die die normale Ernährung ergänzen sollen. Laut dem Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) sind sie als Lebensmittel und nicht als Arzneimittel zu verstehen. Im Gegensatz zu Arzneimitteln unterliegen sie keinen strengen Kontrollen, bei denen Wirksamkeit, pharmazeutische Qualität und Unbedenklichkeit gegeben sein muss.

AFA-Algen und ADHS

Besonders im Zusammenhang mit hyperaktiven Kindern (ADHS) erlangten AFA-Algen große Aufmerksamkeit. Es wird behauptet, dass die Einnahme des Lebensmittels bereits nach wenigen Wochen das Verhalten der Kinder positiv verändern kann, indem sich die schulischen Leistungen verbessern und sie ruhiger und ausgeglichener werden. Allerdings sind ausführliche Studien zur Wirkung von AFA-Algen notwendig, obwohl ein gesundheitsförderndes Potenzial durch das enthaltene Chlorophyll oder die Carotinoide gesehen wird.

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Toxizität und Risiken

Manche Stämme der Cyanobakterien können Gifte bilden, die zu Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Schäden im Nervensystem und der Leber führen können. Je nach Erntezeitpunkt können getrocknete AFA-Algen leberschädigende Gifte (Microcystine) enthalten. Studien zeigen, dass Microcystine Leber, Niere und Gehirn schädigen können. Die Weltgesundheitsorganisation stuft sie als möglicherweise krebserregend ein.

Wildwuchs und Anbaubedingungen

Im Gegensatz zu Spirulina und Chlorella wird die AFA-Alge wild aus Gebirgsseen geerntet. Bevor es in die Produktion geht, werden die Algen zunächst abgefischt, gewaschen und gefiltert. Untersuchungen aus Deutschland, Kanada und den USA belegen, dass Präparate aus AFA-Algen häufig mit Giftstoffen belastet sind. In der Online-Giftpflanzendatenbank des Instituts für Veterinärpharmakologie und -toxikologie der Uni Zürich ist Aphanizomenon flos-aquae mit dem Vermerk „stark giftig“ zu finden, da verschiedene Stämme dieser Art nervenschädigende Toxine bilden.

Behauptete Heilwirkungen und wissenschaftliche Beweise

AFA-Algen werden oft als Allheilmittel angepriesen, das gegen Herpes, Grippe, Asthma, Depressionen, Krebs, Alzheimer und ADHS helfen soll. Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte sowie für gesundheitlichen Verbraucherschutz und Veterinärmedizin warnen jedoch, dass es für derartige medizinische Wirkungen keinerlei wissenschaftliche Belege gibt.

Jod- und Schwermetallgehalt

Algen können hohe Gehalte an Jod und Schwermetallen wie Cadmium, Blei, Arsen und Aluminium enthalten. Insbesondere getrocknete Meeresalgen enthalten von Natur aus viel Jod, was bei übermäßigem Verzehr die Gesundheit schädigen kann. Auch Schwermetalle können gesundheitsschädliche Auswirkungen haben.

AFA-Algen und das Gehirn

Die Behauptung, dass AFA-Algen die Gehirnleistung verbessern können, ist umstritten. Einige Befürworter argumentieren, dass die in den Algen enthaltenen Aminosäuren, Omega-3-Fettsäuren, Mineralstoffe und Vitamine die Gehirnfunktion anregen und die Botenstoffe im Gehirn regulieren können. Es gibt jedoch keine ausreichenden wissenschaftlichen Beweise, um diese Behauptungen zu stützen.

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Studien zeigen, dass Microcystine Leber, Niere und Gehirn schädigen können. Daher ist Vorsicht geboten, insbesondere bei der Einnahme von AFA-Algenprodukten, die nicht auf ihren Gehalt an Microcystinen getestet wurden.

Alternativen zu AFA-Algen

Es gibt viele andere Möglichkeiten, um eine ausgewogene Ernährung sicherzustellen und den Bedarf an Nährstoffen, Mineralien und Vitaminen zu decken. Eine abwechslungsreiche Ernährung mit viel Obst, Gemüse, Vollkornprodukten, Kartoffeln, magerem Fleisch, fettem Seefisch und Milchprodukten ist in der Regel ausreichend, um den Körper mit allen notwendigen Nährstoffen zu versorgen.

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