Nervenschmerzen im Fuß können das Leben der Betroffenen erheblich beeinträchtigen und stark einschränken. Bei ausbleibender Behandlung können sie chronisch werden. Es ist wichtig, die genaue Ursache der Nervenschmerzen im Fuß durch eine gründliche Untersuchung durch einen Arzt oder einen spezialisierten Facharzt wie einen Neurologen oder Orthopäden feststellen zu lassen.
Ursachen von Nervenschmerzen im Fuß
Nervenschmerzen im Fuß können durch verschiedene Bedingungen oder Erkrankungen verursacht werden, die die Nerven in diesem Bereich beeinflussen. Hier sind einige der häufigsten Ursachen:
Morton Neurom
Das Morton Neurom (auch Morton-Neuralgie oder Morton-Metatarsalgie) ist eine schmerzhafte Erkrankung des Plantarnervs, der zwischen der dritten und vierten Zehe im Mittelfuß liegt. Es ist eine der häufigsten Ursachen für Schmerzen der Fußsohle im Vorfußbereich. Teilweise strahlen diese bis in die Zehen aus. Die Schmerzen werden als dumpf, brennend und elektrisierend beschrieben und nehmen beim Gehen zu. Ursache ist die Reizung eines Nervs, der zwischen zwei Zehen verläuft.
Die schmerzhafte Nervenverdickung entsteht durch Spreizfüße oder eine mechanische Überlastung. Da das Tragen hochhackiger oder spitz zulaufender Schuhe die Entwicklung eines Spreizfußes und somit einer Fehlbelastung fördert, sind zu 75 % Frauen, meist erst im Erwachsenenalter, betroffen. Überlastungsbedingte Morton Neurome treten vorrangig bei Leistungssportlern, stark übergewichtigen Personen und in Berufen, die mit stundenlangem Stehen verbunden sind, auf.
Infolge der Spreizfußentwicklung, gewichts- oder sportbedingten Überlastung kommt es mit der Zeit zu einem durchgetretenen Fußgewölbe, wodurch die Mittelfußknochen sich strahlenförmig auseinander bewegen. Der Druck auf die darunter befindlichen Nerven während des Auftretens und der Abrollbewegung des Fußes nimmt zu. Es kommt zu einer überlastungsbedingten Wucherung des Bindegewebes, welches die Nervenfortsätze umhüllt. Dadurch entstehen entzündliche Veränderungen, die mit einer Einlagerung von Wasser und somit einer Schwellung des Bindegewebes verbunden sind. Der resultierende Druck auf die Nerven löst die typischen Symptome aus (Nervenkompressionssyndrom): Taubheit oder Schmerzen im zweiten Zeh und generell an den Zehen sowie am Mittelfuß.
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Polyneuropathie
Polyneuropathie bezieht sich auf eine Erkrankung, die mehrere periphere Nerven im Körper betrifft und Nervenschäden verursacht. Menschen mit Polyneuropathie können auch Empfindlichkeiten gegenüber Berührung oder Druck im Fuß erleben. Diese Nervenschäden können auch zu Muskelschwäche führen, was sich auf die Stabilität und das Gehen auswirken kann. das Fortschreiten der Nervenschädigung zu verlangsamen.
Häufigste Ursache des Burning-Feet-Syndroms. Polyneuropathien sind Erkrankungen mit einer Schädigung der Nerven, die den Körper außerhalb von Rückenmark und Gehirn versorgen. Die Beschwerden entstehen durch eine Schädigung sensorischer Nerven, d. h. die Nervenfasern, die für die Wahrnehmung von Schmerz, Berührung, Druck, Temperatur etc. zuständig sind. Die Beschwerden beginnen meist symmetrisch an den Füßen. Symptome sind elektrisierende Nervenschmerzen, Missempfindungen, reduzierte Empfindung („Pelzigkeit”; das Gefühl, auf Watte zu laufen) und Störungen der Temperaturwahrnehmung. Im fortgeschrittenen Stadium kann es zu Hautveränderungen, Störungen der Schweißbildung, aber auch Muskelkrämpfen und Lähmungen kommen. Am häufigsten liegt einer Polyneuropathie ein Diabetes mellitus zugrunde. Aber auch chronischer Alkoholmissbrauch kann eine Polyneuropathie auslösen. Seltener ist die Ursache ein Mangel an bestimmten Vitaminen (Vitamin B12, B6 oder Folsäure), Entzündungen, genetische Erkrankungen oder eine Tumorerkrankung.
Typische Symptome der Nervenkrankheit Polyneuropathie sind Kribbeln, Brennen und Taubheit, die anfangs an beiden Füßen und Beinen auftreten. Ihren Ursprung haben die Gefühlsstörungen in den langen Nerven, die Muskeln, Haut und Organe mit dem Gehirn verbinden. Schäden an den Nerven führen dazu, dass die Weiterleitung von Informationen zwischen Gehirn, Rückenmark und dem Rest des Körpers gestört ist. Je nachdem, welche Nerven betroffen sind, können bei der Polyneuropathie unterschiedliche Beschwerden im Vordergrund stehen. Die Polyneuropathie gehört zu den häufigsten neurologischen Krankheiten. Trotz aller diagnostischen Fortschritte bleibt die Ursache in vielen Fällen unklar ("idiopathische Neuropathie"). Ärzte können dann nur die Symptome behandeln.
Spinalkanalstenose oder Neuroforamenstenose
Eine Spinalkanalstenose oder Neuroforamenstenose der Lendenwirbelsäule (LWS) kann definitiv zu Nervenschmerzen im Fuß führen. Diese Zustände beziehen sich auf Verengungen im Wirbelkanal oder den Nervenöffnungen der Wirbel, was zu Druck auf die Nervenwurzeln führt, die von der Wirbelsäule zum Fuß verlaufen. Die Verengung des Spinalkanals oder der Neuroforamina kann dazu führen, dass die Nervenwurzeln in der Lendenwirbelsäule eingeklemmt oder gereizt werden.
Vitamin-B-Mangel
Ein Mangel an Vitamin B kann tatsächlich Nervenschmerzen im Fuß verursachen. Insbesondere Vitamin B12 ist für die Gesundheit des Nervensystems von entscheidender Bedeutung. Ein Mangel dieses Vitamins kann zu peripherer Neuropathie führen, was Schäden an den peripheren Nerven verursacht.
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Verletzungen
Verletzungen können definitiv zu Nervenschmerzen im Fuß führen. Wenn der Fuß oder die umliegenden Bereiche durch einen Unfall, einen Sturz, eine Überlastung, eine Verstauchung oder einen Bruch verletzt werden, können Nerven geschädigt oder gequetscht werden, was zu Schmerzen und anderen neurologischen Symptomen führt. Ein direkter Schlag auf den Fuß oder ein spezifischer Bereich des Fußes durch einen Unfall kann Nervenschäden verursachen und Schmerzen verursachen. Auch Verstauchungen oder Verrenkungen im Fuß können auch die umliegenden Nerven beeinträchtigen und Schmerzen auslösen.
Akute Fußschmerzen können zum Beispiel direkt nach einem Unfall oder einer Verletzung auftreten.
Tarsaltunnelsyndrom
Das Tarsaltunnelsyndrom ist eine Erkrankung, die durch die Kompression des Tibialisnervs im Tarsaltunnel im Fuß verursacht wird. In seltenen Fällen kann eine Operation erwogen werden, um den Druck auf den Nerv zu reduzieren. Der Schienbeinnerv wird an einer Engstelle im Bereich des Sprunggelenks, dem Tarsaltunnel, eingeengt und gereizt. Symptome sind Schmerzen, Brennen und Kribbeln sowie Taubheit vom Sprunggelenk bis in die Zehen. Kann auch bei Plattfuß oder bei Stoffwechselerkrankungen vorkommen (Diabetes, Gicht).
Vaskuläre Erkrankungen
Vaskuläre Erkrankungen, die die Blutgefäße beeinflussen, können Nervenschmerzen im Fuß verursachen, indem sie die Blutversorgung der Nerven beeinträchtigen. Verengte Blutgefäße in den Beinen (arterielle Verschlusskrankheit, pAVK) Häufige Erkrankung. Verengte und verhärtete Blutgefäße in den Beinen aufgrund von Plaquebildung in den Arterien (Atherosklerose). Plaques sind fettreiche Ablagerungen an der Gefäßinnenwand. Atherosklerose verschlechtert die Durchblutung. Das Hauptsymptom sind Schmerzen, die zuerst im Bereich der Füße auftreten, bei länger bestehender Krankheit aber auch Unterschenkel oder Oberschenkel betreffen können. Die Schmerzen treten bei Belastung der Beine (z. B. beim Laufen oder Gehen) auf oder verschlechtern sich unter Belastung. Sie bessern sich in Ruhe. Im späteren Verlauf können auch in Ruhe Schmerzen auftreten. Im fortgeschrittenen Stadium kann es zu schlecht heilenden Wunden an den Füßen kommen, Wesentliche Risikofaktoren sind Rauchen, Diabetes und hohe Blutfettwerte.
Diabetes Mellitus
Diabetes mellitus kann zu Nervenschäden führen, bekannt als diabetische Neuropathie, die Kribbeln oder Taubheitsgefühle im Fuß verursacht. Hohe Blutzuckerspiegel über längere Zeit können die Nerven schädigen. Diese Empfindungen sind typisch für Nervenschäden und können unangenehm sein.
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Andere Ursachen
Weitere mögliche Ursachen für Mittelfußschmerzen (und allgemein Schmerzen im Fuß und im Sprunggelenk) sind beispielsweise:
- Stoffwechselerkrankung, oft Diabetes mellitus
- Arthrose der Zehengrundgelenke
- Überlastungs- oder traumatisch bedingte Entzündung
- Knochenbruch
- Schleimbeutelentzündung
- Tumor
Um die Ursache sicher festzustellen, ist immer eine Untersuchung durch einen Spezialisten für Orthopädie erforderlich.
Es gibt zahlreiche weitere Ursachen für das Burning-Feet-Syndrom. Dazu zählen u. a. zu enge Schuhe, Überlastung des Fußes oder Verletzungen. Beispielsweise können auch eine Kontaktallergie, diabetische Fußgeschwüre, Restless-Legs-Syndrom (Syndrom der unruhigen Beine), Schilddrüsenunterfunktion, Multiple Sklerose, Sarkoidose, HIV-Infektion und Medikamentennebenwirkungen brennende Füße verursachen.
Symptome von Nervenschmerzen im Fuß
Die Symptome von Nervenschmerzen im Fuß können vielfältig sein und hängen von der zugrunde liegenden Ursache ab. Einige häufige Symptome sind:
- Schmerzen: Die Schmerzen können brennend, stechend, elektrisierend oder dumpf sein. Sie können sich im Ruhezustand oder bei Belastung verschlimmern.
- Taubheit: Ein Gefühl von Taubheit oder verminderter Empfindlichkeit im Fuß oder in den Zehen.
- Kribbeln: Ein Kribbeln oder Prickeln im Fuß, ähnlich dem Gefühl, wenn der Fuß "einschläft".
- Brennen: Ein brennendes Gefühl im Fuß, das sich bis in die Zehen ausbreiten kann.
- Empfindlichkeit: Erhöhte Empfindlichkeit gegenüber Berührungen oder Druck im Fuß.
- Muskelschwäche: Schwäche in den Fußmuskeln, die zu Schwierigkeiten beim Gehen oder Stehen führen kann.
- Veränderungen der Fußform: In einigen Fällen können Nervenschmerzen im Fuß zu Veränderungen der Fußform führen.
Spezifische Symptome bei Morton Neurom
Infolge der Nervenkompression kommt es zu massiven brennenden oder stechenden Schmerzen im Fuß beim Abrollen und Auftreten. Insbesondere treten die Schmerzen unterm Fuß mittig auf. Durch eine Entlastung des Fußes lassen die Schmerzen schnell wieder nach. Schmerzen im Mittelfuß in Ruhe sind hingegen untypisch. Sie deuten auf eine anderweitige oder zusätzliche Grunderkrankung hin. Meistens sind die Nervenbahnen zwischen der dritten und vierten Zehe betroffen und die Schmerzen dort lokalisiert; gelegentlich sind auch Schmerzen im zweiten Zeh und im dritten Zeh vorhanden. Außerdem kommt es regelmäßig zu Empfindungsstörungen wie Kribbeln oder Taubheit.
Spezifische Symptome bei anderen Ursachen
Betreffen die Schmerzen im Fuß dessen Außenseite, liegt häufig eine Verstauchung oder ein Bänderriss, seltener ein Knochenbruch vor. Dies ist meistens der Fall, nachdem der Patient umgeknickt ist. Schwere Arthrosen an den Zehengrundgelenken, die durch Mittelfußversteifungen behandelt werden, können zu ausstrahlenden Schmerzen im Mittelfuß führen.
Warum treten Nervenschmerzen im Fuß häufig nachts auf?
Nervenschmerzen im Fuß, die nachts auftreten, können auf mehrere Faktoren zurückzuführen sein. Häufig ändert sich die Körperhaltung während des Schlafs, was den Druck auf bestimmte Nerven erhöhen oder sie komprimieren kann, was wiederum zu Schmerzen führt. Während des Tages sind die Füße in Bewegung und werden belastet, aber nachts, wenn Ruhe eintritt, können sich entzündete Nerven wieder melden oder verstärkt schmerzen. Ein weiterer Grund könnte eine erhöhte Empfindlichkeit der Nerven nachts sein, wodurch Schmerzen, die tagsüber möglicherweise weniger spürbar waren, intensiver wahrgenommen werden. Zudem kann eine verringerte Ablenkung während der nächtlichen Ruhephase dazu führen, dass Schmerzen deutlicher wahrgenommen werden.
Wie fühlen sich Nervenschmerzen im Fuß an?
Nervenschmerzen im Fuß können sich auf verschiedene Weisen äußern. Typische Empfindungen sind brennende Schmerzen. Manche Menschen empfinden die Schmerzen als plötzliche, stechende oder blitzartige elektrische Impulse. Ein häufiges Symptom ist ein Gefühl von Kribbeln, Prickeln oder Ameisenlaufen im Fuß. Manchmal tritt auch eine Taubheit oder ein Gefühl von "eingeschlafenen" Füßen auf. Manchmal reagiert der Fuß auch empfindlicher auf Druck oder Berührung.
Worauf deuten Schmerzen wie Stromschläge im Fuß hin?
Stromschläge oder elektrisierende Gefühle im Fuß können auf verschiedene zugrunde liegende Ursachen hinweisen. Typischerweise können diese Empfindungen ein Anzeichen für Nervenschäden sein, wie sie bei neuropathischen Zuständen auftreten, einschließlich diabetischer Neuropathie oder dem Guillain-Barré-Syndrom. Es ist ratsam, einen Arzt aufzusuchen, um eine genaue Diagnose zu erhalten und die Ursache dieser Symptome zu klären. Eine häufige Ursache für schmerzhafte, elektrisierende Empfindungen im Fuß ist eine Irritation oder Schädigung der Nerven. Diese Art von Nervenschädigung tritt häufig bei Diabetikern auf und kann zu verschiedenen abnormalen Empfindungen führen, darunter auch schmerzhafte elektrische Stöße. Beim Tarsaltunnelsyndrom handelt es sich um eine Kompression des Nervus tibialis posterior im Bereich des Knöchels. Das Morton-Neurom ist eine Verdickung des Nervengewebes, meist zwischen den dritten und vierten Zehen.
Diagnostik von Nervenschmerzen im Fuß
Die Diagnose von Nervenschmerzen im Fuß erfordert eine sorgfältige Untersuchung durch einen Arzt. Dieser beginnt typischerweise mit einer ausführlichen Befragung Ihrer Symptome und Ihrer Krankengeschichte. Ihre Füße werden auf Hautveränderungen, Schwellungen, Fehlstellungen oder Verletzungen untersucht. Die Pulse an den Füßen werden getastet und Nervenfunktionen untersucht. Auch das Gangbild wird beurteilt. Ergänzend können Blutwerte bestimmt werden.
Klinische Untersuchung
Der Facharzt für Orthopädie wird Ihren Fuß und Ihr Sprunggelenk eingehend untersuchen und dabei zunächst in Erfahrung bringen, wo genau die Schmerzen im Fuß lokalisiert sind. Dabei stellt er beispielsweise fest, ob die Schmerzen im Fuß dessen Außenseite betreffen oder ob die Schmerzen unterm Fuß mittig auf Druck auszulösen sind. Weiterhin wird er herausfinden, ob die Schmerzen im Mittelfuß auch in Ruhe oder lediglich beim Auftreten und Abrollen vorhanden sind, sowie ob es weitere bestimmte Situationen gibt, die die Beschwerden auslösen. Anhand einer podometrischen Untersuchung misst der Spezialist die Druckverteilung im Fuß. Dadurch erhält er wertvolle Hinweise auf die möglichen Ursachen für Beschwerden im Fuß und Sprunggelenk.
Spezifische Tests bei Verdacht auf Morton Neurom
In vielen Fällen kann der erfahrene Facharzt für Orthopädie ein Morton-Neurom ertasten, indem er den sogenannten „Mulders Click Test“ anwendet. Dabei ertastet der Arzt das Morton Neurom zwischen den Zehenstrahlen und kann einen spezifischen Druckschmerz auslösen. Große Morton Neurome sind auch im Ultraschall zu sehen. Ein solcher dient, ebenso wie eine Röntgendiagnostik, darüber hinaus dem Ausschluss anderweitiger Ursachen für die Mittelfußschmerzen. Bei einer diagnostischen Lokalanästhesie spritzt der Orthopäde ein betäubendes Medikament in den entzündeten Nerv. Tritt daraufhin eine kurzfristige Schmerzfreiheit ein, ist der Nerv als Ursache für die Symptome klar identifiziert.
Bildgebende Verfahren
Mit Hilfe einer Magnetresonanztomographie (MRT, Kernspintomographie) kann nicht nur die Diagnose eindeutig gestellt, sondern auch die Größe des Morton-Neuroms bestimmt werden. Dies ist ausschlaggebend für die Wahl des Therapieverfahrens. Ein MRT (Magnetresonanztomographie) des Fußes wird in verschiedenen Situationen angefordert, um spezifische Probleme genauer zu untersuchen. Es ist auch nützlich bei der Beurteilung von Entzündungen, Infektionen, Tumoren oder Geschwülsten im Fuß und kann helfen, die Ursache für Nerven- oder Gefäßprobleme zu identifizieren. Wann braucht man ein MRT vom Fuß?
Elektromyographie und Nervenleitgeschwindigkeitstests sind ebenfalls nützlich, um das Ausmaß und die Art der Nervenschädigung zu bestimmen.
Überweisung zu Spezialist*innen
In bestimmten Fällen (z. B. bei unklarer Ursache oder zur weiteren Therapie) ist eine Überweisung zu Spezialist*innen für Neurologie erforderlich, die bei Bedarf weitergehende Untersuchungen durchführen. Wenn die Schmerzen trotz Schmerzmitteleinnahme über 12 Wochen weiter bestehen, kann eine Überweisung an eine Praxis für Schmerzmedizin erforderlich sein.
Therapie von Nervenschmerzen im Fuß
Die Behandlung von Nervenschmerzen im Fuß hängt von der Ursache ab.
Konservative Behandlung
Die Therapie des Morton Neuroms erfolgt in der Hauptsache konservativ, d. h. ohne chirurgischen Eingriff. Im Vordergrund steht, den Druck auf die Nerven zu verringern, um die Rückbildung des Morton Neuroms zu fördern. Im Vordergrund steht die Behandlung des Spreizfußes. der Druck auf die plantaren Fußnerven. (Quergewölbe) zu unterstützen und dadurch die Nerven zu entlasten. die kompressionsbedingte Schwellung des Morton Neuroms abheilen zu lassen. Häufig tritt eine Besserung der Beschwerden nach gezielten Injektionen mit Schmerzmittel an die Nervenenden ein. stoffwechselfördernde, detonisierende und schmerzlindernde manuelle Techniken (z. B. entlasten. Eine intensive Physiotherapie und Fußgymnastik bezieht auch die Wadenmuskulatur ein. zu vermeiden. Fußgymnastik eignet sich auch nach einer operativen Behandlung des Morton Neuroms. Gangbild zurückzuführen. die Schmerzen sich über einen längeren Zeitraum verändert haben.
- Schmerzmittel: Zur Behandlung von Nervenschmerzen werden verschiedene Medikamente eingesetzt. Zudem gibt es topische Behandlungen wie Cremes und Salben mit Capsaicinoder Lidocain für direkte Schmerzlinderung. Die Auswahl des Medikaments sollte individuell angepasst werden und unter ärztlicher Aufsicht erfolgen, um mögliche Nebenwirkungen zu berücksichtigen und die bestmögliche Wirkung zu erzielen. Gabapentin ist ein Medikament, das häufig zur Behandlung von neuropathischen Schmerzen eingesetzt wird, einschließlich Nervenschmerzen im Fuß. Es gehört zu den Antikonvulsiva und wirkt, indem es die Übererregbarkeit von Nervenzellen im Gehirn und Rückenmark reduziert. Pregabalin ist ein weiteres Medikament aus der Gruppe der Antikonvulsiva, das zur Behandlung von neuropathischen Schmerzen, einschließlich Nervenschmerzen im Fuß, eingesetzt wird. Es funktioniert ähnlich wie Gabapentin, indem es die Übererregbarkeit von Nervenzellen im Gehirn und Rückenmark reduziert, was dazu beitragen kann, abnormale Schmerzsignale zu hemmen. Pregabalin hat gezeigt, dass es bei der Linderung von neuropathischen Schmerzen, die durch verschiedene Ursachen entstehen, wirksam ist. Carbamazepin ist ein Medikament, das ursprünglich zur Behandlung von Epilepsie entwickelt wurde, jedoch auch bei neuropathischen Schmerzen, einschließlich Nervenschmerzen im Fuß, eingesetzt wird. Johanniskrautöl wird manchmal als pflanzliches Mittel zur Schmerzlinderung verwendet. Es enthält Substanzen wie Hyperforin und Hypericin, die angenommen werden, um entzündungshemmende und möglicherweise schmerzlindernde Eigenschaften zu haben.
- Physiotherapie: Die Behandlungen müssen dauerhaft durchgeführt werden. Eine Pause beeinträchtigt schnell den Behandlungserfolg. Gegen die fortschreitende Gangunsicherheit wirkt Gleichgewichtstraining in der Physiotherapie. Wie die gezielten Reize der Akupunktur die Nerven beleben, ist noch ungeklärt.
Operative Behandlung
Ob bei einem Morton Neurom eine OP notwendig ist, hängt davon ab, ob es frühzeitig diagnostiziert wird (und somit noch klein ist) und ob bereits ein konservativer Therapieversuch unternommen wurde. Um ein Morton Neurom chirurgisch zu entfernen, erfolgt je nach seiner Größe und Lage ein minimalinvasiver Eingriff oder das perkutane / offene OP-Verfahren. Steht fest, dass bei Ihrem Morton Neurom eine OP angezeigt ist, wird der Arzt die gewählte Vorgehensweise vorab ausführlich mit Ihnen besprechen. Mittelfußversteifungen hingegen werden bei dieser Erkrankung nicht durchgeführt.
Die minimalinvasive Operationsmethode erfolgt endoskopisch über den Fußrücken und hat neben der geringen Traumatisierung des Gewebes den großen Vorteil, dass der Nerv dabei erhalten wird. Das Prinzip des Eingriffs beruht auf einer Druckentlastung (Dekompression), durch die der entzündete Nerv von selber abheilen kann: Durch eine Umstellung der Mittelfußknochen (Osteotomie) wird die Fehlstellung korrigiert und somit die Ursache für die Erkrankung behoben.
Das perkutane / offene OP-Verfahren behandelt Morton Neurome durch eine Neurektomie, das heißt die Entfernung des betroffenen Nervs. Um einer neuerlichen Entzündung am Nervenstumpf vorzubeugen, muss gleichzeitig eine Korrektur der Druckverhältnisse im Mittelfuß erfolgen. Dies wird sichergestellt, indem der Chirurg das Band zwischen den Mittelfußknochen erweitert und eine Osteotomie durchführt. Das perkutane / offene OP-Verfahren kommt in der Orthopädie zum Einsatz, wenn eine endoskopische, minimalinvasive Operation nicht (mehr) möglich ist.
Behandlung anderer Erkrankungen
Bei anderweitigen Ursachen kommen entsprechend verschiedene Therapieverfahren zum Einsatz. Beispielsweise werden bei schweren Arthrosen Mittelfußversteifungen durchgeführt, Tumore werden operativ entfernt, gebrochene Knochen wieder zusammengefügt; in vielen anderen Fällen führt auch eine konservative Therapie zum Erfolg.
Maßnahmen zur Linderung der Beschwerden
- Kühlung der Füße im Wasser
- Hochlagerung der Füße
- Lokale Anwendung von Capsaicin-Salbe zur Linderung von Schmerzen und Juckreiz
- Ggf. verordnete orthopädische Einlagen nach Anleitung tragen
Hausmittel gegen Nervenschmerzen im Fuß
Diese Mittel können bei manchen Menschen Schmerzlinderung bieten, jedoch ist ihre Wirksamkeit je nach individueller Situation unterschiedlich. Gelsemium ist eine Pflanze, aus der ein homöopathisches Mittel hergestellt wird, das gelegentlich zur Linderung von Schmerzen und Stress eingesetzt wird. Es wird angenommen, dass Gelsemium bei Angstzuständen, Nervosität und gelegentlich bei Schmerzen, einschließlich nervöser Schmerzen, helfen kann. Es gibt jedoch begrenzte wissenschaftliche Beweise für die Wirksamkeit von Gelsemium speziell bei Nervenschmerzen im Fuß. Aconit ist ein homöopathisches Mittel, das aus der Pflanze Aconitum napellus (Eisenhut) gewonnen wird. Es wird in der Homöopathie zur Behandlung verschiedener Beschwerden verwendet, jedoch gibt es begrenzte wissenschaftliche Beweise für seine Wirksamkeit bei Nervenschmerzen im Fuß. In der Homöopathie wird Aconit oft bei plötzlich auftretenden Schmerzen, die mit Angst oder Schock einhergehen, angewendet.
Bewegung und Übungen bei Nervenschmerzen im Fuß
Ja, moderate Bewegung kann bei Nervenschmerzen im Fuß helfen, die durch verschiedene Ursachen wie Polyneuropathie oder Diabetes entstehen können. Es ist wichtig, Übungen sorgfältig auszuwählen und auf den individuellen Zustand abzustimmen, um zusätzliche Beschwerden zu vermeiden.
Es gibt verschiedene Übungen, die bei der Linderung von Nervenschmerzen in den Füßen helfen können. Dehnübungen für die Wadenmuskulatur, wie das Wall-Stretching oder Yoga-Posen wie der Herabschauende Hund, können Spannungen reduzieren und die Flexibilität verbessern. Fußrollen mit einem Massageball oder einer Flasche können die Muskeln entspannen und die Durchblutung fördern. Fußgymnastik wie Greifübungen oder das Aufnehmen eines Handtuchs mit den Zehen kann die Muskeln stärken und die Beweglichkeit verbessern. Gleichgewichtsübungen und leichte aerobe Aktivitäten wie Gehen, Schwimmen oder Radfahren können auch hilfreich sein, um die Fuß- und Beinmuskulatur zu stärken sowie die allgemeine Durchblutung zu fördern.
Spezifische Übungen zur Mobilisation des Quergewölbes
Ausgangsstellung: Sitz auf dem Boden oder einem Stuhl.
Durchführung: Einen sanften Druck in der Mitte der Fußsohle ausüben. Wiederholen Sie diese Bewegung pro betroffenem Fuß 10-mal rhythmisch und leicht. Dies entspricht einem Satz. Sie 2-3 Sätze durch mit jeweils circa 30 Sekunden Pause zwischen den Sätzen.
Ausgangsstellung: Sitz auf dem Boden oder Stuhl.
Durchführung: Fußmuskeln das Quergewölbe aufrecht. Neue. Diese Bewegung erfordert Übung. Wiederholen Sie diese Bewegung pro betroffenem Fuß 10-mal. Dies entspricht einem Satz. jeweils circa 30 Sekunden Pause zwischen den Sätzen. Formen Sie mit der Hand das Quergewölbe. Lassen Sie nun die Hand langsam los und halten Sie das Quergewölbe weiter aufrecht.
Ausgangsstellung: Stand, der betroffene Fuß steht weit hinten.
Durchführung: Aktivieren Sie beim Gehen das Quergewölbe. Fuß schwungvoll nach vorne bringen: Achten Sie darauf, dass die Zehengrundgelenke gebeugt sind, ohne dass die Zehen krallen.
Prognose von Nervenschmerzen im Fuß
Das minimalinvasive Operationsverfahren hat allgemein eine bessere Prognose als das perkutane / offene OP-Verfahren: Durch die nur sehr kleinen Hautschnitte ist es gewebeschonend und mit einer geringen Komplikationsrate sowie einer schnellen Genesung verbunden. Außerdem wird der Nerv erhalten, sodass taube Areale (wie nach einer Neurektomie) vermieden werden. Dadurch, dass ein minimalinvasiver Eingriff vom Fußrücken aus erfolgt, ist der Patient unmittelbar danach wieder gehfähig. Die Gefahr eines Rezidivs (Rückfalls) ist sehr gering, da mit der Osteotomie eine Ursachenbehandlung erfolgt.
Die Heilungsdauer und Prognose von Nervenschmerzen im Fuß variieren je nach Ursache und Schweregrad der Schädigung. In einigen Fällen können die Beschwerden vorübergehend sein und sich innerhalb weniger Wochen oder Monate verbessern. Bei chronischen Erkrankungen wie Diabetes oder Polyneuropathie können die Schmerzen jedoch langfristig bestehen bleiben. Die Behandlung kann Symptome lindern und die Lebensqualität verbessern, aber eine vollständige Heilung ist möglicherweise nicht immer möglich.