Ein unangenehmer Geschmack im Mund, begleitet von einem Taubheitsgefühl, kann beunruhigend sein. Die Ursachen hierfür sind vielfältig und reichen von harmlosen Auslösern bis hin zu ernsthaften Erkrankungen. Dieser Artikel beleuchtet die möglichen Gründe für diese Symptome und gibt einen Überblick über Diagnose- und Behandlungsmöglichkeiten.
Mundschleimhaut: Aufbau und Funktion
Die Mundschleimhaut, die innere Auskleidung der Mundhöhle, spielt eine entscheidende Rolle für unsere Gesundheit und unser Wohlbefinden. Sie besteht aus einem mehrschichtigen Plattenepithel, das je nach Bereich der Mundhöhle unterschiedlich stark verhornt ist. Normalerweise ist die Oberfläche der Mundschleimhaut rosafarben und feucht.
Man unterscheidet drei Bereiche:
- Auskleidende Mundschleimhaut: Sie besteht aus unverhorntem Plattenepithel und kleidet den weichen Gaumen, die Zungenunterseite, die Fortsätze der Zahnfächer sowie den Mundboden und -vorhof aus. Mit einer Dicke von 0,1 bis 0,5 Millimetern ist sie elastisch und macht den größten Teil der Mundschleimhaut aus.
- Mastikatorische Mundschleimhaut: Diese besteht aus verhorntem Plattenepithel und findet sich am harten Gaumen und am Zahnfleisch. Mit einer Dicke von etwa 0,25 Millimetern ist sie besonders widerstandsfähig gegenüber den Belastungen beim Kauen.
- Spezialisierte Mundschleimhaut: Sie besteht ebenfalls aus verhorntem Plattenepithel und kleidet den Zungenrücken aus. Ihre Papillen sind für die Geschmackswahrnehmung verantwortlich.
Neben ihrer Schutzfunktion ist die Mundschleimhaut auch an der Speichelproduktion und -absonderung sowie an der Abwehr von Krankheitserregern beteiligt.
Stomatitis: Entzündung der Mundschleimhaut
Eine Entzündung der Mundschleimhaut, auch Stomatitis oder Mundfäule genannt, kann eine der Ursachen für einen komischen Geschmack im Mund sein. Die Ursachen für eine Stomatitis sind vielfältig.
Lesen Sie auch: Ursachen und Therapie von Geschmacksverlust nach Schlaganfall
Häufige Formen der Stomatitis
Der Begriff "Mundfäule" wird für verschiedene Formen der Stomatitis verwendet:
- Stomatitis aphtosa: Verursacht durch das Herpes-simplex-Virus, gekennzeichnet durch schmerzhafte Aphthen. Die Stomatitis aphthosa ist charakterisiert durch Aphthen, deren Auslöser Herpes-simplex-Viren sind. Diese Mundschleimhautentzündung (umgangssprachlich „Mundfäule“) betrifft vor allem kleine Kinder, die erstmals mit Herpesviren in Kontakt kommen. Aphthen sind weißliche, runde Entzündungsherde mit rötlichem, erhabenem Rand. Meist treten sie an der Wangen- oder Lippeninnenseite, selten auch am Gaumen, am Zahnfleisch oder an der Zunge auf. Treten diese runden Entzündungsstellen immer wieder auf, werden sie auch „chronisch rezidivierende Aphthen“ oder „habituelle Aphthen“ genannt. Dann kommen sie meist drei- bis sechsmal jährlich vor. Mitunter bleiben Betroffene auch jahrelang beschwerdefrei. Mit steigendem Lebensalter nimmt die Erkrankungshäufigkeit immer weiter ab.
- Stomatitis ulcerosa: Eine sehr schmerzhafte Form mit fortschreitenden, membranbedeckten Geschwüren. Das bestimmende Merkmal einer Stomatitis ulcerosa sind eitrige Geschwüre, sogenannte Ulzerosen. Besonders häufig sind davon Menschen betroffen, die eine Therapie machen, die das Immunsystem unterdrückt. Auch Patientinnen und Patienten mit einer Blutvergiftung oder einem krankhaften Mangel an weißen Blutkörperchen (Agranulozytose) leiden öfter unter dieser Form der Stomatitis.
- Stomatitis angularis: Betrifft hauptsächlich die Mundwinkel.
- Stomatitis catarrhalis/simplex: Eitriger Verlauf. Eine einfache Mundschleimhautentzündung (Stomatitis simplex) kann beispielsweise durch mangelnde Mundhygiene oder Infektionen der oberen Atemwege ausgelöst werden.
- Stomatitis vesiculosa: Durch Rhabdoviren verursacht, tritt häufig bei Huftieren und gelegentlich beim Menschen auf.
- Stomatitis medicamentosa: Überempfindlichkeitsreaktion auf Medikamente im Mundbereich.
- Stomatitis mercurialis: Entsteht aufgrund einer Quecksilbervergiftung.
- Soor-Stomatitis candidomycetica: Eine Candida-Infektion (Hefepilz), gekennzeichnet durch weißliche, gelbe Flecken in der Mundhöhle. Ebenso kann eine Pilzinfektion eine Stomatitis hervorrufen. Diese wird in den meisten Fällen durch den Hefepilz Candida albicans ausgelöst und orale Candidosa oder Mundsoor genannt. Dabei haben Patienten und Patientinnen ein pelziges Gefühl im Mund und es ist ein weißer Belag zu sehen. Gerade bei einem schwachen Immunsystem haben die Erreger leichtes Spiel. Vor allem bei Krebserkrankungen kann die orale Pilzinfektion als Nebenwirkung auftreten.
- Stomatitis gangraenosa: Schwere Entzündung, bei der Weich- und Knochenteile zerfressen werden.
- Stomatitis mycotica: Pilzbedingte Entzündung.
- Stomatitis bismutica: Entsteht durch Bismutvergiftung.
- Stomatitis diabetica: Kann bei Patienten auftreten, die an Diabetes mellitus erkrankt sind.
- Stomatitis epidemica: Aphthenerkrankung der Klauentiere, die auch beim Menschen vorkommen kann (Maul- und Klauenseuche).
- Stomatitis maculofibrinosa: Erscheint mit Bednar-Aphthen.
- Stomatitis saturnine: Folge einer erhöhten Bleiexposition.
- Stomatitis allergica: Entsteht aufgrund einer allergischen Reaktion. Allergische Stomatitis (durch Allergien ausgelöst).
- Stomatitis diphtherica: Entzündung der Mundschleimhaut sowie Mandeln, geht mit Diphtherie einher.
Ursachen und Risikofaktoren
Die Ursachen für eine Stomatitis sind vielfältig. Häufig sind Infektionen mit Bakterien, Viren oder Hefepilzen verantwortlich. Der Hefepilz "Candida albicans" ist oft die Ursache, erkennbar an einem weißlichen Belag auf der Mundschleimhaut. Eine Grunderkrankung, die das Immunsystem schwächt, kann eine Infektion begünstigen. Weitere nicht-infektiöse Auslöser sind:
- Mangelnde Mundhygiene (Plaque, Zahnstein, Karies)
- Allergien und Unverträglichkeiten (gegen Lebensmittel, Prothesenmaterial, Mundpflegemittel, Medikamente, Antibiotika-Therapie usw.)
- Rauchen
- Alkoholkonsum
- Bestrahlung im Rahmen einer Strahlentherapie
- Schlechter Allgemeinzustand bei Mangelzuständen (z. B. Vitamin- oder Eisenmangel)
- Reizungen (zu harte Zahnbürste, falsche Putztechnik, scharfe oder saure Speisen usw.)
- Verätzungen
- Verletzungen (z. B. Bisswunden)
- Verbrennungen (durch zu heiße Speisen und Getränke)
- Vergiftung
- Systemische Erkrankungen (z. B. Glutenunverträglichkeit, entzündliche Darmerkrankungen, Leukämie, Diabetes, Blutgerinnungsstörungen, Steven-Johnson-Syndrom etc.)
- Sexuell übertragbare Krankheiten (Syphilis, Gonorrhö, AIDS)
- Psychosomatische Gründe, Stress
- Hormonschwankungen (Pubertät, Schwangerschaft, Wechseljahre)
- Trockene Mundschleimhaut
- Schlecht sitzende Zahnprothesen oder -spangen
- Zahnfleischentzündung (Gingivitis), aus der sich eine Stomatitis entwickelt
Symptome
Die Symptome einer Stomatitis können vielfältig sein:
- Schwellungen und/oder Rötungen am Zahnfleisch und/oder an der Mundschleimhaut, die bei Kontakt oder Bewegung schmerzen
- Aphthen (Geschwüre an der gesamten Mundschleimhaut, die einen weißlichen Belag haben und von einem roten Saum umgeben sind)
- Mundgeruch
- Wunde Stellen am Gaumen, an der Innenseite der Lippen, innerhalb der Wangen oder auf der Zunge
- Beeinträchtigung der Nahrungs- sowie Flüssigkeitsaufnahme
- Unangenehmes Brennen und Kribbeln
- Zahnfleischbluten
- Erosionen (Substanzverlust der obersten Schleimhautschicht)
- Ulzerationen (Geschwüre)
- Nekroseherde (Absterben von Schleimhautgebieten)
- Mundtrockenheit
- Schleimhautblutungen
- Lokal begrenzter oder großflächiger Belag
- Schmerzen im Kopfbereich, z. B. Wangen-, Zahn- oder Ohrenschmerzen
- Taubheitsgefühl
- Geschmacksverlust
- Verschleimung
- Hohe Empfindlichkeit gegenüber kalten, heißen, sauren oder scharfen Lebensmitteln
- Geschwollene Lymphknoten
- Fieber
- Schluckbeschwerden
Verlauf
Eine Mundschleimhautentzündung geht oft von einer Zahnfleischentzündung (Gingivitis) aus. Sie kann lokal begrenzt und mild oder großflächig und schmerzhaft verlaufen. Die Mundfäule beginnt oft mit einem allgemeinen Krankheitsgefühl, hohem Fieber und geschwollenen Lymphknoten. Im weiteren Verlauf können Bläschen entstehen, die aufplatzen und Geschwüre hinterlassen.
Im Schnitt dauert eine Infektion mit Mundfäule zwei bis drei Wochen, bevor die Blasen austrocknen und die Schmerzen abklingen. Wer einmal daran erkrankt ist, ist meist immun gegen Stomatitis, aber die Viren können im Körper verbleiben und bei geschwächter Immunabwehr wieder aktiv werden.
Lesen Sie auch: Neurologische Ursachen für salzigen Geschmack
Behandlung
Die Behandlung einer Stomatitis richtet sich nach der Ursache. Heiße, scharfe, harte oder kantige Lebensmittel sowie Alkohol und Nikotin sollten vermieden werden. In der Apotheke gibt es zahlreiche Präparate mit chemischen oder pflanzlichen Wirkstoffen, die die Behandlung unterstützen können. Bei ausbleibender Besserung oder wiederholtem Auftreten sollte ein Arzt aufgesucht werden.
Die Behandlung konzentriert sich in der Regel auf die Symptom- und Schmerzlinderung mit Hilfe von Paracetamol und Ibuprofen, die gleichzeitig fiebersenkend wirken. Lokale Anästhetika als Spülung, Munddusche oder Gel können ebenfalls zur Schmerzbekämpfung eingesetzt werden. Spülungen und Sprays mit Chlorhexidin wirken antiseptisch. Virushemmende Medikamente werden nur bei schwerem Verlauf verordnet.
Vorbeugung
Eine gute Mundhygiene ist entscheidend, um einer Stomatitis vorzubeugen:
- Tägliches Zähneputzen
- Reinigung der Zahnzwischenräume mit Zahnseide oder Interdentalbürsten
- Verwendung von Mundspülungen
- Reinigung der Zunge, z. B. mit Zungenschaber
- Regelmäßige zahnärztliche Vorsorgetermine
Ein starkes Immunsystem kann Bakterien, Viren und Pilze abwehren. Eine ausgewogene Ernährung mit Ballaststoffen, Vitaminen und Spurenelementen, Bewegung an der frischen Luft, Sport, Wechselduschen, Saunagänge und Entspannung können das Immunsystem stärken. Stress und psychische Belastung können die Abwehrkräfte beeinträchtigen.
Um eine Ansteckung zu vermeiden, sollten Sie bei Personen in Ihrem Umfeld, die an einer Infektion leiden, auf gründliches Händewaschen, Desinfektion von Gegenständen, Verwendung von unterschiedlichem Besteck und Vermeidung von direktem Körperkontakt achten.
Lesen Sie auch: Zunge und Geschmack im Detail
Hausmittel und Naturheilmittel
Bei einem weniger starken Krankheitsverlauf können Hausmittel eine Genesung herbeiführen. Homöopathische Globuli, traditionelle chinesische Medizin und Phytotherapie (Pflanzenheilkunde) können helfen. Salbei, Thymian, Pfefferminze, Malve, Ringelblume, Kamille, Sanddorn oder Myrrhe eignen sich als Tee für eine schmerzlindernde und entzündungshemmende Mundspülung. Gurgeln mit verdünntem Teebaumöl wirkt antiseptisch.
Dysgeusie: Geschmacksstörungen
Eine Dysgeusie, auch Schmeckstörung genannt, kann ebenfalls einen komischen Geschmack im Mund verursachen. Dabei ist die Geschmackswahrnehmung gestört, was sich in verschiedenen Formen äußern kann:
- Qualitative Dysgeusien:
- Parageusie: Veränderte Geschmackswahrnehmung
- Phantogeusie: Halluzinatorische Geschmackswahrnehmung
- Quantitative Dysgeusien:
- Hypogeusie: Verminderter Geschmacksinn
- Hypergeusie: Überempfindlicher Geschmacksinn
- Ageusie: Aufgehobener Geschmacksinn
Ursachen
Die Ursachen für eine Dysgeusie können vielfältig sein und lassen sich in drei Gruppen einteilen:
- Epitheliale Ursachen: Schädigung der Geschmacksknospen, z. B. bei Atemwegsinfektionen, Mundschleimhautentzündungen oder Rauchen.
- Nervale Ursachen: Schädigung der Hirnnerven, die für die Geschmackswahrnehmung wichtig sind, z. B. bei Gürtelrose im Gesicht oder Operationen im Kopfbereich.
- Zentrale Ursachen: Ursache im Gehirn, z. B. Schädel-Hirn-Trauma, Hirntumor oder psychiatrische Erkrankung.
Weitere mögliche Ursachen sind:
- Infektionen der oberen Atemwege (z. B. chronische Nasennebenhöhlenentzündung, Covid-19)
- Schädel-Hirn-Trauma
- Burning-Mouth-Syndrom (BMS)
- Medikamente (z. B. trizyklische Antidepressiva, Neuroleptika, Antibiotika, Schlafmittel, Diuretika, Antikonvulsiva)
- Andere ärztliche Maßnahmen (z. B. Operationen im Kopfbereich, Strahlentherapie)
- Hormonelle Veränderungen (z. B. Schwangerschaft, Wechseljahre)
- Mangelnde Mundhygiene
- Anwendung von Mundwasser
- Blutende Wunden im Mund-Rachen-Raum
- Erkrankungen der Schilddrüse, Leber oder Niere
- Diabetes mellitus
- Überschuss des Stresshormons Cortisol (Cushing-Syndrom)
- Autoimmunerkrankungen (z. B. Sjögren-Syndrom)
- Zellgifte (z. B. Nikotin, Alkohol)
- Jodüberladung
- Mundschleimhauterkrankungen
- Hirntumoren
- Epilepsie
- Multiple Sklerose
- Ess-Brech-Sucht (Bulimie)
- Mangelerscheinungen (z. B. Vitaminmangel, Eisenmangel, Zinkmangel)
- Psychiatrische Erkrankungen
- Alter
Behandlung
Die Behandlung einer Dysgeusie richtet sich nach der Ursache. Wenn möglich, wird die Ursache behandelt, z. B. durch Absetzen oder Ersetzen von Medikamenten, Gabe von Zinkpräparaten oder Behandlung von Grunderkrankungen.
Unterstützende Maßnahmen können den Behandlungserfolg verbessern:
- Pflege der Mundschleimhaut mit Sialagoga (Mittel zur Anregung des Speichelflusses)
- Nachwürzen der Speisen bei Hypogeusie
- Verzicht auf Nikotin und andere Substanzen, die den Geschmackssinn beeinträchtigen
- Lokale Betäubungsmittel (z. B. Lidocain) bei qualitativen Schmeckstörungen
- Ernährungsberatung bei Gewichtsverlust
Die Behandlung einer Dysgeusie erfordert Geduld, da die Erholung des Schmecksystems Monate oder sogar Jahre dauern kann.
Diagnose
Die Abklärung einer Dysgeusie umfasst mehrere Schritte:
- Anamnese: Ausführliches Arzt-Patient-Gespräch zur Erhebung der Krankengeschichte
- HNO-Status: Untersuchung des Mund-Nasen-Rachenraums
- Schmecktests: Objektive Messung der Geschmackswahrnehmung
Speicheldrüsenerkrankungen
Die Speicheldrüsen produzieren täglich bis zu 1,5 Liter Speichel, der unseren Mund vor Bakterien schützt und uns beim Sprechen, Schlucken und Verdauen hilft. Erkrankungen der Speicheldrüsen können ebenfalls einen komischen Geschmack im Mund verursachen.
Ursachen
Die meisten Speicheldrüsenerkrankungen gehen auf virale oder bakterielle Infektionen zurück. Stoffwechselerkrankungen, Angst- und Stresszustände, Hormonstörungen, bestimmte Medikamente oder zu wenig Flüssigkeitsaufnahme können ebenfalls die Speichelproduktion beeinträchtigen. Speichelsteine, die die Speichelgänge blockieren, können zu Schwellungen und Schmerzen führen. Auch Geschwulste in den Speicheldrüsen können die Ursache sein.
Symptome
- Schmerzen und Schwellungen im Wangen- und Unterkieferbereich
- Schwellungen beim Essen
- Probleme beim Sprechen, Kauen und Schlucken
- Mundgeruch
- Blutungen aus dem Mund
- Geschmackseinbußen
- Taubheitsgefühle
- Fieber
Diagnose
Eine Speicheldrüsenerkrankung macht sich durch eine schmerzhafte oder schmerzlose Schwellung im Mund, in den Wangen oder seitlich unter dem Kinn bemerkbar. Nach einer Untersuchung des Mund-Nasen-Rachenraums wird die geschwollene Drüse abgetastet. Eine Ultraschall- und eventuell ergänzende Kernspintomografie komplettieren die Diagnostik.
Behandlung
Ziel der Behandlung ist es, die Ursachen der Speicheldrüsenerkrankung zu bekämpfen. Oft kommen Schmerzmittel oder spezielle Medikamente, die die Speichelproduktion erhöhen, zum Einsatz. Bei bakteriellen Infektionen ist eine Therapie mit Antibiotika nötig. Speichelsteine können meist durch viel Trinken oder Massieren aufgelöst werden. Bleibt der Erfolg aus, kann eine Operation nötig sein. Bei Geschwulsten ist eine Operation unumgänglich, um eine bösartige Entartung auszuschließen.
Mögliche Behandlungsformen
- Anregung der Speichelbildung, z. B. mit Kaugummi, sauren Speisen
- Physikalische Behandlung (Massage)
- Medikamente
- Operative Eingriffe
Mundhöhlenkrebs
Mundhöhlenkrebs (Mundhöhlentumoren) bezeichnet alle Krebsarten in der Mundhöhle. In 80 bis 90 Prozent der Fälle handelt es sich um Plattenepithelkarzinome.
Symptome
- Raue, verhärtete, weiße, graue oder rote Flecken im Mund
- Leichtes Taubheitsgefühl an der Zunge, am Zahnfleisch oder den Lippen
- Vermehrter Mundgeruch
- Unklare Blutungen
- Schmerzen beim Schlucken
- Vermehrter Speichelfluss
- Plötzliche Lockerung der Zähne
- Schlechter Sitz der Zahnprothese
- Müdigkeit
- Leistungsabfall
- Appetitlosigkeit
- Ungewollte Gewichtsabnahme
Diagnose
Zur Untersuchung, ob und wo Mundhöhlenkrebs vorliegt, führen die Krebsspezialisten eine klinische Untersuchung der Mundhöhle sowie eine Computertomografie (CT) oder Magnetresonanztomografie (MRT) vom Tumor selbst und vom Hals durch. Darüber hinaus sind ein Ultraschall der Halslymphknoten und Gewebeproben notwendig.
Behandlung
Wenn möglich, wird der Mundhöhlenkrebs operativ entfernt und die betroffene Stelle rekonstruiert. Zusätzlich kann eine Bestrahlung oder Chemotherapie notwendig sein.
Nebenwirkungen der Behandlung
- Verringerter Speichelfluss
- Schwierigkeiten beim Sprechen
- Karies
- Schlechte Wundheilung
- Osteoradionekrose (Absterben von Zellen)
- Sprachstörungen
- Schluckstörungen
Orale Candidose (Mundsoor)
Bei einer oralen Candidose ist die Mundschleimhaut mit Hefepilzen (Candida albicans) befallen.
Ursachen
- Geschwächtes Immunsystem (z. B. durch schwere Erkrankungen oder Krebsbehandlung)
- Diabetes mellitus
- Zahnprothesen
- Bestimmte Medikamente (z. B. Breitspektrum-Antibiotika)
- HIV/AIDS
Symptome
- Weißer Belag im Mund- und Rachenraum
- Pelziges Gefühl im Mund
- Veränderter Geschmackssinn
- Schmerzen oder Brennen auf der Zunge
- Schluckbeschwerden
Diagnose
Bei Verdacht auf eine orale Candidose wird ein Abstrich des Schleimhautbelags genommen und im Labor untersucht.
Behandlung
Candidosen werden mit Antimykotika behandelt, die örtlich aufgetragen oder geschluckt werden.
Weitere Ursachen für einen komischen Geschmack im Mund
Neben den bereits genannten Erkrankungen und Zuständen gibt es noch weitere mögliche Ursachen für einen komischen Geschmack im Mund:
- Metallischer Geschmack:
- Kleine Wunden im Mund
- Zahnfleischentzündung
- Bestimmte Medikamente
- Hormonelle Veränderungen (z. B. Schwangerschaft)
- Lebensmittelunverträglichkeiten
- Überschuss an Eisen, Zink, Magnesium oder anderen Mineralien
- Mangelerscheinungen
- Quecksilbervergiftung
- Vergiftung mit Kupfer, Blei oder Selen
- Jodüberschuss
- Saurer Geschmack:
- Sodbrennen (Reflux von Magensäure in die Speiseröhre)
- Schlechter Geschmack:
- Unzureichende Mundhygiene
- Bakterien im Mund, die Schwefelverbindungen und Fettsäuren bilden
- Nierenschädigungen oder Diabetes mellitus (bei Ammoniakgeruch)
Taubheitsgefühl im Mund
Ein Taubheitsgefühl im Mund kann verschiedene Ursachen haben. Es kann durch eine Schädigung von Nerven im Mundbereich verursacht werden, beispielsweise durch:
- Zahnärztliche Behandlungen (z. B. Injektionen von Lokalanästhetika)
- Operationen im Mundbereich
- Verletzungen
- Infektionen (z. B. Herpes Zoster)
- Neurologische Erkrankungen (z. B. Multiple Sklerose)
- Vitaminmangel (z. B. Vitamin B12)
- Bestimmte Medikamente
In einigen Fällen kann ein Taubheitsgefühl im Mund auch psychische Ursachen haben, wie z. B. Stress oder Angstzustände.
Wann sollte man einen Arzt aufsuchen?
Ein komischer Geschmack im Mund und Taubheitsgefühl sind in den meisten Fällen harmlos und verschwinden von selbst wieder. Es gibt jedoch Situationen, in denen ein Arztbesuch ratsam ist:
- Die Beschwerden halten länger als zwei Wochen an.
- Es treten weitere Symptome auf, wie z. B. Schmerzen, Schwellungen, Fieber oder Gewichtsverlust.
- Die Beschwerden beeinträchtigen die Nahrungsaufnahme oder das Sprechen.
- Es besteht der Verdacht auf eine schwerwiegende Erkrankung.