Sulcus ulnaris Überlastung Maus: Ursachen, Symptome, Therapie und Prävention

Der Begriff "Mausarm" oder "RSI-Syndrom" (Repetitive Strain Injury) fasst unspezifische Beschwerden und Schmerzen im Bereich des Handgelenks, des Unterarms und der Schultern zusammen. Diese Erkrankung entsteht durch Überlastung, insbesondere durch die Arbeit am PC.

Was ist ein Mausarm?

Als Mausarm werden Beschwerden im Bereich der Hand, des Arms und der Schulter zusammengefasst, die durch Überlastung entstehen. Eine alternative Bezeichnung dafür ist Repetitive Strain Injury (RSI)-Syndrom. Es handelt sich also um ein Syndrom, das auf Schäden durch wiederholte Überlastung zurückzuführen ist. Gelegentlich wird auch von Maushand gesprochen.

Der Begriff Syndrom bezeichnet in der Medizin eine Gruppe von Symptomen, die oft gemeinsam auftreten, unabhängig davon, ob die Ursache bekannt ist. Anders als das Karpaltunnelsyndrom oder eine Sehnenscheidenentzündung ist der Mausarm keine spezifische Diagnose, sondern ein Sammelbegriff für verschiedene Symptome und Beschwerden.

Die Erkrankung ist häufig und kommt immer öfter vor, weil PC-Arbeit und auch Gaming am Computer weiter zunehmen. So leiden eine bis zwei von drei Personen, die regelmäßig am PC spielen, unter dem RSI-Syndrom.

Ursachen eines Mausarms

Die genauen Ursachen sind bisher nicht abschließend geklärt. Es wird jedoch angenommen, dass der Mausarm eine Überlastungsreaktion ist. Er tritt also infolge von chronischen Fehlbelastungen oder sich häufig wiederholenden Bewegungsabläufen auf. Dadurch werden Muskeln, Bänder, Sehnen und Nerven strapaziert.

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In den Sehnenansätzen können winzige Verletzungen entstehen, die der Körper mit der Zeit nicht mehr kompensieren kann. Womöglich sind auch entzündliche Veränderungen des Nervensystems beteiligt, die zu einer gestörten und übersensiblen Schmerzwahrnehmung führen.

Typischerweise sind Personen betroffen, die viel am PC arbeiten oder spielen und/oder ihr Smartphone exzessiv nutzen. Auch Stress spielt eine Rolle bei der Entstehung des RSI-Syndroms. Betroffene sollten daher darauf achten, Stress zu reduzieren, etwa durch das Erlernen einer Entspannungsmethode oder Veränderungen in den Arbeitsabläufen.

Exogene Risikofaktoren

Folgende exogene Risikofaktoren begünstigen die Entstehung eines Mausarms:

  • Nicht ergonomischer Arbeitsplatz
  • Hohe Arbeits- bzw. Leistungsbelastung
  • Psychische Belastung (Stress, Konflikte am Arbeitsplatz)

Pathogenese des RSI-Syndroms

Die Pathogenese des Repetitive Strain Injury Syndroms ist nicht geklärt. Es gibt allenfalls Hinweise, auf denen die pathophysiologischen Hypothesen zur Entstehung dieser schmerzhaften Funktionsstörung basieren.

  • Biomechanische Erschöpfung des Unterarms: Bei elektromyografischen (EMG) Untersuchungen der Armmuskulatur konnte eine pausenlose elektrische Aktivierung der Muskeln des Unterarms gemessen werden. Die physiologische Überaktivierung kann zu einer biochemischen Dauer-Erschöpfung des Unterarms, seiner Muskeln und Sehnen führen, die möglicherweise zur Entstehung des RSI-Syndroms beiträgt.
  • Kumulative Mikrotraumata der Weichgewebe: Bei Tierversuchen wurden Mikrotraumata in den Weichgeweben infolge von Fehl- und Überbelastung festgestellt. Möglicherweise verhindert die ständige Wiederholung der Fehl- oder Überlastung bzw. die zu kurze Regenerationsphase über Nacht zwischen den Arbeitstagen die Ausheilung des Gewebes. Die Mikrotraumata könnten sich so im Laufe der Zeit summieren. Gewebsschwellungen und Entzündungen infolge der Traumata verändern den Stoffwechsel im Gewebe und tragen zu den Gewebsschäden bei. Schmerzen infolge der Entzündungsprozesse führen zu Schonhaltungen und Muskelverspannungen, die sowohl die Schmerzen als auch die Funktionseinschränkungen zunehmend verschlimmern.

Symptome eines Mausarms

Beim Mausarm beginnen die Beschwerden schleichend und schreiten ohne Therapie immer weiter fort. Erste Anzeichen können Empfindungen wie Kribbeln oder Taubheitsgefühle in der Hand oder im Arm sein. Für Betroffene kann es sich so anfühlen, als sei der Arm "eingeschlafen".

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Weitere mögliche Symptome sind:

  • Kraftverlust in der Hand oder im Arm
  • Schwellungen
  • Gelenksteifigkeit
  • Bewegungseinschränkungen

Im weiteren Verlauf treten ziehende oder stechende Schmerzen auf.

Verlauf der Symptome

Das RSI-Syndrom zeichnet sich durch ein komplexes und individuell sehr unterschiedliches Beschwerdebild aus. Es entwickelt sich schleichend und schreitet ohne Behandlung fort. Zu Beginn des RSI-Syndroms beschreiben die Betroffen häufig Sensibilitätsstörungen, Taubheitsgefühle und unangenehmes Kribbeln in den Fingern, Händen und Armen - als ob diese eingeschlafen seien. Viele Patienten berichten auch über kalte Hände. Diese Anfangssymptome werden häufig nicht mit einem Mausarm in Verbindung gebracht. Ebenso kann ein deutlicher Kraftverlust in den Händen und dem Unterarm auftreten. Im weiteren Verlauf kann es zu geschwollenen Fingern steifen Gelenken, Bewegungseinschränkungen und Koordinationsproblemen kommen.

Schmerzen treten beim Mausarm häufig erst in späteren Stadien des RSI-Syndroms auf. Typisch sind langandauernde, ziehende oder stechende Schmerzen im Ellbogen. Je nach Ausprägung, sind leichte bis starke Schmerzen typisch für das RSI-Syndrom. Vorrangig treten diese an und zwischen den Fingern, am Handgelenk, Unterarm oder Ellenbogen auf. Oberarme, Nacken, Schultern sowie Rücken können ebenfalls betroffen sein. Verspannungen, Schwellungen und Muskelkrämpfe verschlimmern das Beschwerdebild. Auch Kopfschmerzen werden im Zusammenhang mit dem RSI-Syndrom beschrieben.

Ruheschmerz tritt in fortgeschrittenen Fällen auf. Die charakteristischen Symptome des Mausarms treten zu Beginn in der Regel nur bei starker Belastung auf.

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Diagnose eines Mausarms

Der Mausarm ist ein unspezifisches Syndrom und keine konkrete Erkrankung. Die Diagnose wird durch Ausschluss anderer Ursachen gestellt. Einen beweisenden Test oder Befund für das Vorliegen eines RSI-Syndroms gibt es nicht. Bildgebende Verfahren und die Messung der Nervenleitgeschwindigkeit zeigen meist keine Auffälligkeiten und dienen eher der Abgrenzung zu anderen Ursachen der Beschwerden, wie beispielsweise Arthrose oder Karpaltunnelsyndrom.

Ärztliche Untersuchung

In Rahmen der Anamnese werden dem muskuloskelettalen und dem neurologischen Beschwerdebild sowie dem zeitlichen Verlauf der Beschwerden besondere Aufmerksamkeit gewidmet. Von großer Bedeutung ist die Arbeits- und Sozialanamnese, in der die beruflichen Tätigkeiten im Einzelnen, die Arbeitsorganisation (Pausen?), Arbeitsbelastung, Stress (Termindruck? bzw. Konflikte am Arbeitsplatz?) sowie Freizeitaktivitäten (Computer- bzw. Handynutzung?) mit dem Patienten besprochen werden.

Weiterführende Untersuchungen

Bei EMG Untersuchungen kann bei chronifizierten Verläufen eine Veränderung der Muskelaktivität in Ruhe gefunden werden. Eine ergonomische Arbeitsplatzanalyse mit Belastungs-EMG Haltungs- und Bewegungsanalyse hilft dabei, hochbeanspruchte Körperteile, dysfunktionale Ko-Kontraktionsmuster, biomechanisch ungünstige Bewegungsabläufe und Gelenkstellungen zu identifizieren sowie Belastungen und Arbeitsverhältnisse zu bewerten.

Abklärung der Chronifizierung

Bei Verdacht auf eine Chronifizierung können folgende Tests und Analysen hilfreich sein, um Empfindungseinbußen und -verschiebungen, dysfunktionale Verhaltens- und Denkbereitschaften, sowie Stärke und Qualität der Schmerzen festzustellen und zu bewerten:

  • Sensibilitäts-, Kraft- und Konditionierungstests
  • Verhaltens- und Kognitionsanalyse
  • Temperatur und Durchblutung
  • Schmerzschwelle und Toleranz
  • Behinderungsexploration

Differentialdiagnosen

Einige Autoren ordnen die unten aufgeführten Differenzialdiagnosen als spezifische Diagnosen unter die unspezifische Sammelbezeichnung RSI-Syndrom. Für andere ist das RSI-Syndrom durch sein unspezifisches Beschwerdebild gekennzeichnet.

Therapie eines Mausarms

Beim Mausarm ist wichtig, dass der betroffene Bereich zunächst entlastet wird. Daher kommen bei der Behandlung Bandagen zum Einsatz, die schützen und stützen. Tätigkeiten und Bewegungen, die Schmerzen auslösen oder zur Entstehung des Syndroms geführt haben, sind zu meiden. Vor allem die Gelenke der betroffenen Hand und des Arms sollten geschont werden.

Gegen akute Schmerzen können Schmerzmittel helfen, insbesondere die nicht-steroidalen Antirheumatika (NSAR) Ibuprofen und Diclofenac. Eine Einnahme in Tablettenform über mehr als ein paar Tage hinweg ist ohne ärztlichen Rat nicht empfehlenswert, da die Medikamente das Herz-Kreislauf-System und den Verdauungstrakt belasten können. Eine Alternative können Gele, Salben oder Sprays mit den schmerzstillenden Wirkstoffen sein.

Im Rahmen einer Physiotherapie erlernen Betroffene Dehn- und Kräftigungsübungen sowie eine ergonomische Arbeitshaltung. Gerade bei Computerarbeit ist es wichtig, regelmäßige Pausen einzulegen - etwa jede Stunde - um Überlastungen vorzubeugen.

Der Therapieansatz beim RSI Syndrom ist multimodal und individuell. Folgende Module können je nach Beschwerdebild und Möglichkeiten des Patienten eingesetzt werden:

  • Patientenschulung: z. B. ergonomische Arbeitsweisen, Arbeitsorganisation, Pausenmanagement, Stressreduktion, Dehnungsübungen, Bewegung
  • Ergonomische Gestaltung des Arbeitsplatzes: Licht, Bildschirmeinstellung, Arbeitstisch, richtige Sitzposition, Tastatur und Maus (eventuell Spezialmaus oder andere Eingabegeräte) müssen an die individuellen Körpermaße und Bedürfnisse des Nutzers angepasst werden. Grundsätzlich sollen die Unterarme möglichst entspannt auf den Armlehnen des Bürostuhls ruhen, das Handgelenk nicht an der Tischkante abgestützt und dadurch nach oben abgewinkelt werden.
  • Physiotherapie, insbesondere Bewegungstherapien und Krankengymnastik
  • Entspannungstechniken (z. B. progressive Muskelrelaxation nach Jacobson, autogenes Training)
  • Achtsamkeitsübungen, Meditation
  • Multimodale Schmerztherapie: Vor allem nicht-medikamentöse Behandlungen und Schmerzbewältigungsschulungen. So viel Medikation wie nötig, so wenig wie möglich.
  • Psychologische Beratung oder Therapie: z. B.

Alternative Behandlungsansätze

  • Zellbiologische Regulationstherapie (ZRT): Die ZRT bringt die Muskulatur in der Umgebung des schmerzenden Bereichs zum Schwingen. So unterstützt die Behandlung die Selbstreinigung der extrazellulären Matrix im unterversorgten und verkrampften Gewebe. Grundlage dieser Behandlungsmethode ist die biomechanische Reinigung der Zellumgebung in schmerzhaften oder entzündlich veränderten Geweben. Das Verfahren appliziert eine sanfte Schwingung von außen, um den Eigenrhythmus der Muskeln wieder einzukoppeln. So bringt die Behandlung die Mikrozirkulation um die Zellen in Gang und normalisiert die Stoffwechselvorgänge auf Zellebene. Bei einem Mausarm behandelt der Physiotherapeut zunächst die Schulter-Nacken-Muskulatur mit einem Schwingungsapplikator. Dadurch aktiviert er den venösen und lymphatischen Abfluss aus dem schmerzhaften Arm. Tiefenwärme fördert den Zellstoffwechsel und die Regeneration von unterversorgten und deregulierten Geweben bei einem Mausarm. Wassergefiltertes Infrarot hat sich in der zellbiologischen Regulationstherapie als besonders wirksam gegen Gewebeverhärtung, Verspannungen und Störungen des Stoffwechsels erwiesen. Der Patient muss die Behandlung als angenehm und schmerzfrei empfinden. Die Therapie dauert ca. 30 Minuten. Nach bisherigen Erfahrungen sind durchschnittlich etwa 6 Behandlungen notwendig, um den gewünschten Erfolg zu erzielen. Tiefenwärme mit wassergefiltertem Infrarot-A ergänzt die Therapie. Zusätzlich führt der Therapeut weitere Maßnahmen der zellbiologischen Regulationstherapie wie z. B. Basen-Wickel, Basen-Bäder usw. durch.

Arbeitsplatzanpassung bei RSI-Syndrom

Beim RSI-Syndrom ist ein ergonomisch gestalteter Arbeitsplatz von großer Bedeutung, um die Sehnen und Muskulatur zu entlasten. Da das Handgelenk bei der PC-Arbeit nicht abgeknickt werden sollte, ist die Anschaffung einer Auflage sinnvoll, die die Handgelenke bei der Arbeit mit Tastatur und Maus stützt. Auch eine ergonomisch geformte Computermaus ist empfehlenswert.

Die Sitzposition und Haltung am Schreibtisch sollten regelmäßig verändert werden, um die Überlastung eines einzelnen Bereichs zu verhindern.

Alternative Eingabegeräte

  • Vertikalmaus: Mit einer Vertikalmaus kippen wir das Handgelenk leicht nach außen. Dies bringt das Handgelenk in eine neutrale Position und entspannt den Muskeltonus.
  • Touchpad/Trackball: Als kurzfristige Lösung für unterwegs bieten das Touchpad bzw. der Trackball gute Alternativen zur Computermaus. Sie beanspruchen andere Muskelgruppen und können daher beispielsweise im Wechsel mit einer vertikalen oder schrägen Maus eingesetzt werden.

Prävention eines Mausarms

Da das Syndrom durch Überlastung entsteht, sind alle dauerhaften einseitigen Belastungen Risikofaktoren. Wichtig zur Vorbeugung sind daher:

  • Ergonomisch gestalteter Arbeitsplatz
  • Verschiedenartige Arbeitshaltungen (z.B. auch im Stehen)
  • Regelmäßige Arbeitspausen

Zur Vorbeugung sind außerdem Dehnübungen wichtig. Idealerweise werden sie unter physiotherapeutischer Anleitung erlernt.

Tipps für den Arbeitsalltag

Folgende Tipps für den Arbeitsalltag können helfen, das Risiko für die Entwicklung eines RSI-Syndroms zu verringern:

  • Anordnung der Arbeitsutensilien am Arbeitsplatz überprüfen.
  • Regelmäßige Pausen einlegen (Experten empfehlen 10 Minuten in jeder Stunde).
  • Übungen für Handgelenke, Finger, Schultern und Nacken sind entscheidend für die Gesunderhaltung am Arbeitsplatz.
  • Beim Arbeiten am Schreibtisch nicht zurücklehnen. Der größere Abstand zur Maus belastet die Handgelenke, Schultern und Ellenbogen.

Verlauf und Prognose

Wird der Mausarm rechtzeitig behandelt und werden schädigende Gewohnheiten rasch verändert, ist die Prognose gut. Ohne geeignete Behandlung und Anpassungen des Arbeitsplatzes besteht hingegen die Gefahr, dass die Schmerzen chronisch werden.

Krankschreibung

Zunächst ist Schonung angezeigt. Die Dauer der Krankschreibung richtet sich nach dem ausgeübten Beruf und der Ursache des Mausarms. Die Beschwerden sollten vollständig ausgeheilt sein, bevor Sie an Ihren Arbeitsplatz zurückkehren und Ihren Arm den belastenden Bewegungen aussetzen.

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