Supraventrikuläre Extrasystolen im Trigeminus: Ursachen, Diagnose und Behandlung

Supraventrikuläre Extrasystolen (SVES) sind vorzeitige Herzschläge, die von einem ektopen Fokus in den Vorhöfen des Herzens ausgehen. In den meisten Fällen wird die SVES zu den Ventrikeln weitergeleitet, was zu einer ventrikulären Depolarisation und dem Auftreten eines QRS-Komplexes führt. Wenn jeder dritte Schlag eine SVES ist, spricht man von einem atrialen Trigeminus. Obwohl SVES in der Regel harmlos sind, können sie in manchen Fällen Beschwerden verursachen oder auf eine zugrunde liegende Herzerkrankung hinweisen. Dieser Artikel beleuchtet die Ursachen, Diagnose und Behandlung von supraventrikulären Extrasystolen im Trigeminus.

Wie sich Herzstolpern äußert

Herzstolpern, oft durch Extrasystolen verursacht, äußert sich als zusätzliche Herzschläge zwischen regulären Herzschlägen. Dies führt zu einem kurzzeitig gestörten und unregelmäßigen Herzrhythmus. Typischerweise folgt auf den Extraschlag eine Pause, die als Herzaussetzer wahrgenommen wird, während sich die Herzkammern mit mehr Blut als üblich füllen. Viele Menschen erleben regelmäßig Herzstolpern, bemerken es aber oft nicht. Symptome werden deutlicher, wenn Extrasystolen häufiger auftreten oder in Serie vorkommen.

Ursachen von supraventrikulären Extrasystolen

Supraventrikuläre Extrasystolen entstehen, wenn sich ein ektoper Fokus in den Vorhöfen vor dem nächsten Sinusimpuls entlädt. Die SVES kann die Vorhöfe und anschließend die Ventrikel depolarisieren, vorausgesetzt, das Myokard und das Reizleitungssystem sind repolarisiert und somit erregbar.

SVES sind sowohl bei gesunden Menschen als auch bei Menschen mit einer signifikanten Herzerkrankung sehr häufig. Die Prävalenz von SVES steigt mit dem Alter. Es wird als normal betrachtet, einige SVES pro Tag zu haben. Die Häufigkeit steigt bei emotionalem Stress, Koffeinkonsum und Rauchen.

Weitere typische Auslöser für SVES sind:

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  • Stress: Emotionale Belastung kann das Nervensystem überreizen und zu zusätzlichen Herzschlägen führen.
  • Schlafmangel: Unzureichender Schlaf kann den Körper stressen und Extrasystolen begünstigen.
  • Aufregung: Starke Gefühle können den Herzschlag beeinflussen.
  • Konsum von Stimulanzien: Kaffee, Alkohol und Nikotin können das Herz stimulieren und Extrasystolen auslösen.
  • Drogenmissbrauch: Bestimmte Drogen können den Herzrhythmus stören.
  • Elektrolytstörungen: Ein Mangel an Magnesium oder Kalium kann die elektrische Aktivität des Herzens beeinträchtigen.
  • Medikamenteneinnahme: Einige Medikamente, wie Digitalis-Präparate oder Psychopharmaka, können Extrasystolen verursachen.
  • Schilddrüsenerkrankungen: Eine Schilddrüsenüberfunktion kann den Herzschlag beschleunigen und Extrasystolen begünstigen.

Darüber hinaus können folgende Herzerkrankungen ursächlich sein:

  • Herzmuskelentzündung (Myokarditis): Eine Entzündung des Herzmuskels kann die elektrische Aktivität des Herzens stören.
  • Herzinfarkt: Narbengewebe nach einem Herzinfarkt kann die elektrischen Impulse fehlleiten.
  • Herzklappenerkrankungen: Erkrankungen der Herzklappen können den Blutfluss beeinträchtigen und Extrasystolen auslösen.
  • Koronare Herzkrankheit (KHK): Eine Verengung der Herzkranzgefäße kann zu einer Minderversorgung des Herzmuskels führen und Extrasystolen begünstigen.

Erkennungsmerkmale im EKG

Eine supraventrikuläre Extrasystole (SVES) erscheint im Elektrokardiogramm (EKG) als P-Wellen- und QRS-Komplex, der früher als erwartet auftritt.

  • P-Welle: Die P-Welle einer SVES tritt früher auf als die Sinus-P-Welle erwartet wurde und hat eine andere Morphologie (Aussehen) im Vergleich zur Sinus-P-Welle. Das Aussehen hängt von der Position des ektopen Fokus ab, aus dem der Impuls abgegeben wird. Wenn der Impuls in der Nähe des Sinusknotens abgegeben wird, ähnelt die P-Welle der normalen P-Welle. Wenn der Impuls in der Nähe des AV-Knotens abgegeben wird, werden die Vorhöfe in die entgegengesetzte Richtung depolarisiert und erzeugen so eine negative (retrograde) P-Welle. Beachten Sie, dass die P-Welle sogar auf der vorhergehenden T-Welle liegen kann, wenn der Impuls sehr früh entladen wird.
  • PQ-Strecke: Die PQ-Strecke ist in den meisten Fällen normal, kann jedoch verlängert sein, wenn die SVES den AV-Knoten erreicht, bevor er vollständig repolarisiert ist. Je früher der Impuls den AV-Knoten (und das His-Bündel) erreicht, desto länger ist die PQ-Strecke (da mehr Fasern refraktär sind).
  • QRS-Komplex: Da die Erregung durch das His-Bündel in die Ventrikel gelangt (was bedeutet, dass beide Tawara-Schenkel die Erregung jeweils zu den Ventrikeln leiten), ist der QRS-Komplex typischerweise normal (d.h. QRS-Intervall <0,12 s). Der QRS-Komplex kann jedoch breit sein (QRS-Intervall ≥0,12 s), wenn ein Links- oder Rechtsschenkelblock vorhanden ist. Es ist häufig, dass die supraventrikuläre Extrasystole eintrifft, bevor einer der Tawara-Schenkel repolarisiert ist, was zu einem Schenkelblock führt. Diese Art von Schenkelblock wird als aberrante Überleitung bezeichnet.
  • Pause: Eine supraventrikuläre Extrasystole (SVES) depolarisiert höchstwahrscheinlich auch den Sinusknoten und setzt somit seine „Uhr“ zurück. Es wird in der Regel einige Zeit dauern, bis die Erregung vom ektopen Fokus zum Sinusknoten gelangt. Sobald die Erregung den Sinusknoten zurückgesetzt hat, dauert es ab diesem Zeitpunkt einen Sinuszyklus, bis der nächste Sinusimpuls abgegeben wird. Daher entspricht das Intervall zwischen der supraventrikulären Extrasystole und dem nächsten Sinusschlag der Zeit, die der Impuls zum Sinusknoten benötigt plus eine Sinusperiode. Eine komplette kompensatorische Pause hingegen bedeutet, dass der Sinusschlag nach der Extrasystole planmäßig auftritt, so dass zwischen den Schlägen vor und nach der Extrasystole zwei Sinuszyklen (2 RR-Intervalle) bestehen. Gelegentlich beeinflusst die supraventrikuläre Extrasystole den Sinusknoten so, dass er einige zusätzliche Zeit benötigt, um sich zu erholen. Dies verlängert das Intervall von der supraventrikulären Extrasystole bis zum nächsten Sinusschlag.

Wenn der vorzeitige atriale Impuls den AV-Knoten oder das His-Bündel erreicht, bevor diese ausreichend repolarisiert sind, wird der Impuls blockiert.

Diagnostisches Vorgehen

Bei Verdacht auf SVES, insbesondere im Rahmen eines atrialen Trigeminus, ist eine gründliche Diagnose wichtig, um die Ursache zu ermitteln und das Risiko für Komplikationen abzuschätzen. Folgende Untersuchungen können durchgeführt werden:

  • Anamnese und körperliche Untersuchung: Der Arzt erfragt die genauen Beschwerden, Begleitsymptome, Vorerkrankungen und eingenommenen Medikamente. Bei der körperlichen Untersuchung werden Herz und Lunge abgehört, Blutdruck und Puls gemessen.
  • Elektrokardiogramm (EKG): Das EKG ist die wichtigste Untersuchung zur Diagnose von SVES. Es zeichnet die elektrische Aktivität des Herzens auf und kann die typischen Veränderungen bei SVES erkennen.
  • Langzeit-EKG: Wenn die SVES nur gelegentlich auftreten oder im Ruhe-EKG nicht nachweisbar sind, kann ein Langzeit-EKG über 24 Stunden oder länger durchgeführt werden.
  • Belastungs-EKG: Ein Belastungs-EKG kann helfen, SVES unter körperlicher Anstrengung zu erkennen und die Belastbarkeit des Herzens zu beurteilen.
  • Echokardiographie (Herzultraschall): Die Echokardiographie ermöglicht die Beurteilung der Herzstruktur und -funktion. Sie kann Hinweise auf eine zugrunde liegende Herzerkrankung liefern.
  • Blutuntersuchungen: Blutuntersuchungen können organische Ursachen für die SVES aufdecken, wie z.B. eine Schilddrüsenüberfunktion oder Elektrolytstörungen. Daneben lassen sich aus der Blutprobe auch herzspezifische Werte ablesen.
  • Herzkatheteruntersuchung: Bei schwerwiegenden Symptomen oder Verdacht auf eine komplexe Herzrhythmusstörung kann eine Herzkatheteruntersuchung erforderlich sein, um die Ursache genauer abzuklären.

Behandlung von supraventrikulären Extrasystolen im Trigeminus

Die Behandlung von SVES im Trigeminus richtet sich nach der Ursache, der Häufigkeit und den Beschwerden.

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  • Keine Behandlung: Bei herzgesunden Menschen ohne Beschwerden sind SVES in der Regel harmlos und bedürfen keiner Behandlung.
  • Vermeidung von Auslösern: Wenn die SVES durch bestimmte Faktoren wie Stress, Schlafmangel oder Koffeinkonsum ausgelöst werden, sollten diese vermieden werden.
  • Behandlung der Grunderkrankung: Wenn die SVES durch eine Herzerkrankung oder eine andere Erkrankung verursacht werden, muss diese Grunderkrankung behandelt werden.
  • Medikamentöse Therapie: Bei symptomatischen SVES können Medikamente zur Linderung der Beschwerden eingesetzt werden. Häufig verwendete Medikamente sind:
    • Betablocker: Betablocker senken die Herzfrequenz und können die Anzahl der SVES reduzieren.
    • Kalium- oder Magnesiumpräparate: Bei einem Mangel an Kalium oder Magnesium können diese Mineralstoffe als Nahrungsergänzungsmittel eingenommen werden, um den Herzrhythmus zu stabilisieren.
    • Antiarrhythmika: Antiarrhythmika sind Medikamente, die den Herzrhythmus stabilisieren und die Entstehung von SVES verhindern können. Sie werden in der Regel nur bei schweren oder symptomatischen SVES eingesetzt.
  • Katheterablation: In seltenen Fällen, wenn die medikamentöse Therapie nicht ausreichend wirksam ist oder unerwünschte Nebenwirkungen verursacht, kann eine Katheterablation in Erwägung gezogen werden. Bei diesem Eingriff wird der ektopische Fokus, der die SVES auslöst, durch Hitze oder Kälte verödet.

Was Sie selbst bei Herzstolpern tun können

Achten Sie auf die Signale Ihres Körpers und lassen Sie Herzstolpern ärztlich abklären. Es kann hilfreich sein, ein Tagebuch zu führen, um festzuhalten, wann das Herzstolpern auftritt und welche Symptome damit verbunden sind.

Zusätzlich zu den oben genannten Maßnahmen können Sie selbst einiges tun, um Herzstolpern zu reduzieren:

  • Gesunde Lebensweise: Achten Sie auf eine ausgewogene Ernährung, ausreichend Bewegung und genügend Schlaf.
  • Stressmanagement: Erlernen Sie Entspannungstechniken wie Yoga oder Meditation, um Stress abzubauen.
  • Vermeidung von Genussmitteln: Reduzieren Sie den Konsum von Kaffee, Alkohol und Nikotin.
  • Ausreichende Flüssigkeitszufuhr: Trinken Sie ausreichend Wasser, um den Elektrolythaushalt im Gleichgewicht zu halten.

Prognose

Die Prognose von SVES im Trigeminus ist in der Regel gut, insbesondere bei herzgesunden Menschen. In den meisten Fällen sind SVES harmlos und bedürfen keiner Behandlung. Bei Menschen mit einer Herzerkrankung können SVES jedoch ein Zeichen für eine schwerere Schädigung des Herzens sein und sollten daher behandelt werden.

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