Swen Staack ist eine zentrale Figur in der deutschen Alzheimer-Landschaft. Durch seine langjährige Tätigkeit in verschiedenen Funktionen und sein persönliches Engagement hat er sich einen Namen gemacht. Dieser Artikel beleuchtet seine Rolle, seine Arbeit und seine Forderungen im Kontext der Deutschen Alzheimer Gesellschaft (DAlzG).
Werdegang und Funktionen
Swen Staack kann auf eine beeindruckende Laufbahn zurückblicken:
- 2001 - 2023: Mitinhaber der Fa. Soziale Kompetenz - Bergner & Partner.
- 2011 - 2023: Projektleitung des „Kompetenzzentrum Demenz“ in Schleswig-Holstein.
- 2014-2017: Leitung der „Geschäftsstelle Demenzplan Schleswig-Holstein“ der Alzheimer Gesellschaft Schleswig-Holstein e.V.
- Seit 2009: Vorstandsmitglied der Deutschen Alzheimer Gesellschaft e.V. Selbsthilfe Demenz.
- Seit November 2024: 1. Vorsitzender der Deutschen Alzheimer Gesellschaft e.V. Selbsthilfe Demenz.
Zusätzlich ist er Mitglied der DED e.V. (Deutsche Expertengruppe Dementenbetreuung), der DGGG e.V. (Deutsche Gesellschaft f. Gerontologie und Geriatrie) und des Deutschen Presse Verband e.V. Diese vielfältigen Engagements zeigen sein breites Interesse und seine Expertise im Bereich Demenz.
Wahl zum 1. Vorsitzenden der Deutschen Alzheimer Gesellschaft
Am 16. November 2024 wurde Swen Staack auf der Delegiertenversammlung in Kassel ohne Gegenstimmen zum neuen 1. Vorsitzenden der Deutschen Alzheimer Gesellschaft gewählt. Er war bereits seit 2009 in verschiedenen Funktionen im Vorstand des Vereins tätig und engagiert sich auch in der Alzheimer Gesellschaft Schleswig-Holstein. Seine persönlichen Erfahrungen mit der Demenzerkrankung seines Vaters haben ihn zusätzlich motiviert.
Nach seiner Wahl äußerte sich Staack: „Ich bedanke mich für das Vertrauen, das die Vertreterinnen und Vertreter unserer Mitgliedsorganisationen mir mit dieser Wahl entgegenbringen. Angesichts des zunehmenden Pflegenotstands und in der aktuellen politischen Lage kommen große Herausforderungen auf die Deutsche Alzheimer Gesellschaft zu. Meine Vorstandskolleginnen und -kollegen und ich werden dies gemeinsam angehen und dafür sorgen, dass die Stimme von Menschen mit Demenz und ihren Angehörigen gehört wird.“
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Die scheidende Vorsitzende Monika Kaus beglückwünschte ihn und wünschte ihm viel Erfolg in seinem neuen Amt.
Forderungen an die Politik
Die Deutsche Alzheimer Gesellschaft unter der Führung von Swen Staack fordert von der Politik entschlossenes Handeln angesichts der steigenden Zahl an Demenzerkrankungen. Staack betont: „Demenzerkrankungen sind nicht nur eine gesundheitliche, sondern eine tiefgreifende gesellschaftliche Herausforderung. Die Zahl der Betroffenen wächst rasant, und trotzdem wird ihre Unterstützung oft nicht ausreichend politisch priorisiert. Wir können es uns nicht länger leisten, nur zu reden - jetzt müssen die dringend notwendigen Taten folgen.“
Konkret fordert die DAlzG:
- Eine flächendeckende und qualifizierte Versorgung: Es fehlen professionelle Unterstützungsangebote, insbesondere in ländlichen Regionen.
- Gerechte Finanzierung der Pflege: Pflege darf kein Armutsrisiko sein. Die Kosten für die professionelle Pflege belasten Betroffene und ihre Familien oft enorm.
- Zugang zu Teilhabeleistungen: Menschen mit Demenz erleben oft soziale, kulturelle und berufliche Exklusion. Es müssen Maßnahmen ergriffen werden, um ihnen ein selbstbestimmtes Leben zu ermöglichen.
- Förderung von Präventionsmaßnahmen und Forschung: Die Nationale Demenzstrategie muss langfristig fortgeführt und finanziell stärker unterstützt werden.
Staack appelliert an die neue Bundesregierung, konsequente Maßnahmen zu ergreifen, um die Lebensqualität von Menschen mit Demenz und ihren Angehörigen zu verbessern. Eine demenzsensible Gesellschaft müsse Realität werden.
Der Kongress der Deutschen Alzheimer Gesellschaft
Ein wichtiger Bestandteil der Arbeit der Deutschen Alzheimer Gesellschaft ist der Kongress, der alle zwei Jahre stattfindet. Der 13. Kongress der Deutschen Alzheimer Gesellschaft e. V. Selbsthilfe Demenz findet vom 15. bis 16. Oktober 2026 in Magdeburg statt. Unter dem Motto „Zusammen Zukunft gestalten“ werden Menschen mit Demenz, Angehörige, ehrenamtlich und professionell Engagierte sowie alle Interessierten eingeladen, sich auszutauschen.
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Staack betont die Bedeutung des Kongresses: „Auf unserem Kongress möchten wir uns gemeinsam mit Ihnen über innovative Ideen, wegweisende Konzepte, gute Erfahrungen aus der Praxis und erfolgreiche Strategien austauschen. Die Zukunft beginnt schon jetzt.“
Prävention und Früherkennung
Swen Staack betont die Bedeutung von Prävention und Früherkennung von Demenz. Er weist darauf hin, dass durch die konsequente Vermeidung von Risikofaktoren die Zahl der Demenz-Neuerkrankungen um bis zu 45 Prozent reduziert werden könnte. Prävention sollte idealerweise im mittleren Lebensalter beginnen und einen gesunden und aktiven Lebensstil, das Vermeiden von schädlichem Verhalten und die Behandlung von Erkrankungen wie Bluthochdruck oder Diabetes umfassen. Auch der Ausgleich von Schwerhörigkeit und Sehbeeinträchtigungen sowie geistige und soziale Aktivität, Bildung und eine gesunde Ernährung spielen eine entscheidende Rolle.
Staack betont: „Prävention ist keine Einzelmaßnahme, sondern vielfältig und ein lebenslanger Prozess. Es ist nie zu spät, damit anzufangen, aber auch nie zu früh! Und Prävention ist auch dann wichtig, wenn bereits eine Demenzdiagnose vorliegt.“
Er verweist auf Initiativen wie das Projekt „Geistig fit bleiben - mit 10 Maßnahmen Demenz vorbeugen“, welches die Deutsche Alzheimer Gesellschaft zusammen mit dem Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) entwickelt hat.
Medikamentöse Behandlung und Forschung
Staack äußert sich zurückhaltend bezüglich der kürzlich zugelassenen Medikamente zur Behandlung von Alzheimer. Er betont, dass aufgrund der begrenzten Wirksamkeit und des frühen Stadiums, in dem sie eingesetzt werden können, noch nicht von einem echten Durchbruch gesprochen werden kann. Er fordert, dass die Arzneimittelforschung weitergehen muss und auch nicht-medikamentöse Ansätze in der Forschung berücksichtigt werden müssen. Zudem müsse weiter nach Behandlungsmöglichkeiten für spätere Krankheitsstadien und für andere Formen von Demenz gesucht werden.
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Unverzichtbar bleibt laut Staack die Unterstützung von Menschen mit Demenz und ihren An- und Zugehörigen in jedem Krankheitsstadium und auch jeder anderen Form einer Demenz. Beratung, Angebote der Selbsthilfe sowie nicht-medikamentöse Therapien sind für sie von entscheidender Bedeutung.
Hoffnung für die Zukunft
Trotz der Herausforderungen blickt Swen Staack hoffnungsvoll in die Zukunft. Er wünscht sich, dass bis zum Jahr 2030 ein Medikament auf den Markt kommt, das die Alzheimer Krankheit vollständig heilt oder verhindert. Gesellschaftlich wünscht er sich, dass das Thema Demenz bis dahin enttabuisiert ist und Betroffene und Angehörige sich in der Mitte der Gesellschaft willkommen fühlen, dass sie mehr Verständnis und ein echtes Miteinander erfahren - unabhängig von einer Diagnose.
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