Tanzen ist weit mehr als nur eine Freizeitbeschäftigung. Es ist eine universelle Sprache, die Menschen jeden Alters und Hintergrunds verbindet. Insbesondere für Menschen mit körperlichen oder geistigen Einschränkungen kann Tanzen eine Quelle der Freude, Bewegung und sozialer Interaktion sein. Tanztherapie gilt bei Parkinson als eine besonders wirkungsvolle, freudvolle und ganzheitliche Bewegungsform. Dieser Artikel beleuchtet die positiven Erfahrungen und Perspektiven, die sich aus der Teilnahme an Tanzkursen, speziell in Bezug auf Parkinson und das Angebot von Tanzschulen wie Breuer, ergeben können.
Die Vielfalt des Tanzens für Menschen mit Behinderung
Das Spektrum an Tanzstilen ist breit gefächert und bietet für jeden Geschmack und jede Fähigkeit das Passende.
- Paartänze: Klassische Paartänze wie Walzer, Tango oder Foxtrott vermitteln nicht nur ein Gefühl für Rhythmus und Bewegung, sondern fördern auch die Interaktion und das Miteinander. Der Tanzschritt zum Tango Argentino z.B. Dabei ist es auch immer eine tolle Gruppenerfahrung, da man sich auf einen Partner einlassen muss.
- Hip Hop: Dieser energiegeladene Tanzstil ist nicht nur unterhaltsam, sondern verbessert auch die körperliche Fitness und stärkt das Selbstbewusstsein.
- Partytänze: Leichte und mitreißende Tänze wie Discofox oder Cha-Cha-Cha sorgen für gute Laune und sind ideal für jede Feier.
- Leichte Choreographien: Speziell gestaltete Choreographien, die leicht verständlich und nachzutanzen sind, ermöglichen auch Menschen mit Einschränkungen den Zugang zum Tanz.
Tanzschulen als Orte der Inklusion: Das Beispiel Tanzschule Breuer
Tanzschulen spielen eine entscheidende Rolle bei der Förderung von Inklusion und Teilhabe. Sie bieten einen Rahmen, in dem Menschen mit und ohne Behinderung gemeinsam tanzen und lernen können. Tanzkurse werden von einer erfahrenen Sonderpädagogin und Tanzlehrerin geleitet, die sowohl in der Tanzpädagogik als auch in der Arbeit mit Menschen mit Behinderung bestens geschult ist.
Karl Breuer, Inhaber einer Tanzschule mit mehreren Standorten im Rheinland, hat sich beispielsweise auf die Bedürfnisse älterer Menschen eingestellt und bietet spezielle Kurse wie "Parkinson-Tanzen", "Zumba Gold" und "Club Agilando" an. Diese Kurse berücksichtigen die körperlichen Einschränkungen älterer Menschen und bieten ihnen die Möglichkeit, sich zu bewegen, soziale Kontakte zu knüpfen und ihre Lebensqualität zu verbessern.
Positive Auswirkungen des Tanzens auf Körper und Geist
Die positiven Auswirkungen des Tanzens auf Körper und Geist sind vielfältig und wissenschaftlich belegt.
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- Körperliche Fitness: Tanzen verbessert die Kondition, stärkt die Muskulatur und fördert die Beweglichkeit.
- Emotionale Gesundheit: Tanzen hilft, Stress abzubauen, hebt die Stimmung und fördert ein positives Selbstbild.
- Soziale Interaktion: Im Tanzkurs entstehen neue Freundschaften, und die Teilnehmer lernen, in der Gruppe zusammenzuarbeiten.
Parkinson und Tanztherapie: Eine wirksame Kombination
Für Menschen mit Parkinson kann Tanztherapie eine besonders wirkungsvolle und freudvolle Bewegungsform sein. Sie kann helfen, Symptome wie Zittern, Steifheit und langsame Bewegungen zu lindern. Beim Tanzen habe ich selbst zu spüren bekommen, dass Bewegungsabläufe durch regelmäßiges Training immer besser und sicherer werden.
Marianne Weigert, die selbst an Parkinson erkrankt ist, bietet in Metzingen eine Neurotango-Gruppe an. Sanfte Tangomusik erklingt. Weigert breitet ihre Arme aus und wiegt ihren Oberkörper im Takt. In diesem lässt sie später die Finger ineinandergreifen, auf immer andere Art und Weise. Alle, die es auch sind, können zu ihr in die neue Neurotango-Gruppe kommen.
Heidi Schwalm tanzt für ihr Leben gern. Auch die Parkinson-Diagnose konnte daran nichts ändern. Heute tanzt Heidi Schwalm trotz ihrer Erkrankung jeden Tag in der Tanzgruppe "Tanz den Batman" - online und mit anderen Parkinson-Patienten.
Herausforderungen und Perspektiven für Tanzschulen
Tanzschulen stehen heute vor vielfältigen Herausforderungen. Das Image der Tanzschulen gilt vielen als angestaubt. Einen klassischen Walzer, Tango oder Foxtrott aufs Parkett zu legen, passt nicht unbedingt zu den Freizeitvorstellungen vieler 14- bis 17-Jähriger. Die steigenden Mieten für die großen Tanzsäle in den Innenstädten lassen die Gewinne der Betreiber sinken. Dazu komme, dass diejenigen Schüler, die Tanzkurse machten, nachmittags heute viel länger in der Schule bleiben müssten als früher und damit weniger Zeit für Freizeitaktivitäten hätten.
Umso wichtiger ist es, dass Tanzschulen neue Wege gehen und sich an die Bedürfnisse verschiedener Zielgruppen anpassen. Dazu gehört, spezielle Kurse für ältere Menschen, Menschen mit Behinderung oder Menschen mit Parkinson anzubieten. Karl Breuer und seine Frau dagegen haben sich auf eine andere Kundengruppe verlegt: die Alten. In der Tanzschule bieten sie „Parkinson-Tanzen“, „Zumba Gold“ - eine Spielart der Tanz-Fitness für ältere Kunden - und Kurse namens „Club Agilando“ an.
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Eine weitere Möglichkeit ist die Kooperation mit Krankenkassen, um Tanzkurse als Kassenleistung anzubieten. Die Branche hofft darauf, dass künftig auch Krankenkassen sich an den „Club Agilando“-Tanzkursen finanziell beteiligen könnten. Eine Ende Februar veröffentlichte Studie von Neurowissenschaftlern der Ruhr-Universität Bochum belegt den Nutzen des Kurses auf die Gesundheit Älterer.
Weitere Initiativen und Projekte im Bereich Tanz und neurologische Erkrankungen
Neben den Angeboten von Tanzschulen gibt es zahlreiche weitere Initiativen und Projekte, die sich dem Thema Tanz und neurologische Erkrankungen widmen.
- KO-Parkinson - Boxen gegen Parkinson: “KO-Parkinson” ist deutschlandweit die erste Frauen-Parkinson-Boxgruppe. Sie wird von Profi-Boxerin Dilar Kisikyol in Hamburg geleitet und richtet sich an Frauen, die an der Parkinson-Erkrankung leiden. Sie boxen im wahrsten Sinne des Wortes gegen ihre Erkrankung, denn durch das regelmäßige Training können langsame Bewegungen oder Symptome wie das Zittern oder Steifheit gemildert werden. Darüber hinaus stärkt Boxen das Selbstvertrauen und die mentale Stärke der Betroffenen.
- PingPongParkinson: Lars Rokitta aus Eystrup in Niedersachsen hat nach seiner Parkinson-Diagnose 2015 den Tischtennis als Motivator gefunden. Für den bundesweit aktiven Verein "PingPongParkinson" hat er nicht nur bei Weltmeisterschaften teilgenommen, sondern vor allem neue Kontakte geknüpft und Freunde gefunden.
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