Ein Sturz auf den Kopf kann vielfältige Verletzungen verursachen, von leichten Beulen und Gehirnerschütterungen bis hin zu schweren Schädel-Hirn-Traumata und Hirnblutungen. Es ist wichtig, die Symptome ernst zu nehmen und schnell zu handeln, um Komplikationen zu vermeiden.
Ursachen und Folgen eines Sturzes auf den Kopf
Ein Sturz auf den Kopf kann im Alltag schnell passieren, sei es im Straßenverkehr, auf dem Schulhof oder beim Sport. Die Folgen können von oberflächlichen Wunden wie Beulen und Blutergüssen bis hin zu inneren Verletzungen wie Gehirnerschütterungen oder Hirnblutungen reichen. Für Laien ist es oft schwer, das Ausmaß der Verletzung richtig einzuschätzen.
Oberflächliche Verletzungen
Im harmlosesten Fall entstehen durch den Sturz eine kleine Kopfverletzung, wie eine Beule, ein Bluterguss (Hämatom) oder eine Schnittwunde. Bei einer Platzwunde am Kopf reißt die Haut oberflächlich auf und blutet stark.
Innere Verletzungen
Durch die Wucht des Aufpralls kann es neben einem Schleudertrauma auch zu einer Schädelprellung kommen. Sehr häufig ist nach einem Sturz auf den Kopf eine Gehirnerschütterung (Commotio cerebri), die leichteste Form eines Schädel-Hirn-Traumas. Dabei kann es zu Verletzungen des Schädelknochens oder der Hirnhäute kommen. Werden Gefäße verletzt, kann der Sturz auch eine Hirnblutung zur Folge haben.
Schwere Schädel-Hirn-Traumata
Bei jedem Sturz auf den Kopf besteht die Gefahr eines schweren Schädel-Hirn-Traumas mit Verletzungen von Hirnarealen oder sogar einer Hirnblutung. In der schwersten Form des Schädel-Hirn-Traumas ist das Gehirn gequetscht, entweder infolge eines Schädelbruchs oder weil der Innendruck im Schädel wegen einer Blutung oder einer Schwellung zu hoch ist. Dann besteht Lebensgefahr.
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Erste Hilfe nach einem Sturz auf den Kopf
Nach einem Sturz auf den Kopf sind rasches Handeln und die richtige Erste Hilfe entscheidend:
Die verletzte Person ansprechen und prüfen, ob sie bei Bewusstsein ist.
Ist die Person bei Bewusstsein, in Rückenlage mit erhöhtem Kopfende bringen (Decke oder Jacke unter Kopf beziehungsweise Oberkörper legen), um den Hirndruck zu senken.
Bis der Rettungswagen eintrifft: Bei der verletzten Person bleiben und mit ihr sprechen, auch um Veränderungen in der Aussprache, Augenbewegungen und anderem zu erkennen.
Wichtig ist, Ruhe zu bewahren, auch wenn Kopfverletzungen oft schlimm aussehen, vor allem wenn Blut aus Platzwunden fließt.
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Symptome und Anzeichen einer Kopfverletzung
Beschwerden einer Kopfverletzung können kurz nach dem Unfall auftreten oder sich innerhalb von 24 bis 48 Stunden entwickeln. Auch wenn eine Kopfverletzung harmlos erscheint und nur leichte Kopfschmerzen, Übelkeit oder Schwindel auftreten, sollte man sich nach dem Unfall untersuchen lassen, um Blutungen auszuschließen, die als Folge auch später auftreten können.
Warnzeichen für eine schwere Kopfverletzung
- Bewusstlosigkeit (auch kurzzeitig)
- Anhaltende oder zunehmende Kopfschmerzen
- Übelkeit und Erbrechen
- Schwindel
- Sehstörungen
- Sprachstörungen
- Verwirrtheit
- Krampfanfälle
- Lähmungen oder Schwäche in Armen oder Beinen
- Blut oder klare Flüssigkeit aus Nase oder Ohren
Besondere Vorsicht bei Kindern und älteren Menschen
Kinder sind häufiger von Stürzen auf den Kopf betroffen als Erwachsene. Bei Kindern zeigen sich Symptome, die auf eine Hirnverletzung weisen, oft binnen sechs bis zwölf Stunden nach dem Unfall. Sicherheitshalber sollte man das betroffene Kind bis zu 48 Stunden danach im Blick behalten und alle zwei Stunden wecken, um sicherzustellen, dass sich nicht unbemerkt schwere Symptome entwickeln. Bei Babys sind die Symptome noch schwerer zu erkennen, daher sollte man ein Baby nach einem Sturz auf den Kopf in jedem Fall ärztlich untersuchen lassen.
Blutgefäße älterer Menschen sind dünner und weniger elastisch, und viele nehmen blutverdünnende Medikamente ein. Daher können Symptome bei älteren Menschen auch noch Wochen nach der Kopfverletzung auftreten.
Taubheitsgefühl am Kopf nach einem Sturz
Ein Taubheitsgefühl am Kopf nach einem Sturz sollte ernst genommen werden, da es auf eine Nervenverletzung hindeuten kann.
Ursachen für Taubheitsgefühl
- Nervenprellung: Durch die mit der Prellung verbundene Schwellung und Entzündungsreaktion kann sich der Druck im umliegenden Gewebe erhöhen und auf die Nerven drücken (Nervenprellung), wodurch diese in ihrer Funktion beeinträchtigt werden.
- Nervenkompression: Es kann zu einer vollständigen Nervenkompression kommen, bei welcher der Nerv abgeklemmt und die Leitfähigkeit verringert wird.
- Direkte Nervenschädigung: Bei besonders schwerer Gewalteinwirkung kann der Nerv auch einen direkten Schaden erleiden und bei schwerwiegender Nervenverletzung zu einem anhaltenden Taubheitsgefühl führen.
Begleitende Symptome
Ein Taubheitsgefühl nach einer Prellung kann von verschiedenen zusätzlichen Symptomen begleitet sein, wie Schmerzen, Schwellung, Bluterguss (Hämatom), Druck- und Berührungsempfindlichkeit sowie Bewegungseinschränkungen. Es ist auch möglich, dass das Taubheitsgefühl selbst schmerzfrei ist, während Schmerzen in den umliegenden Bereichen auftreten. In einigen Fällen kann das Taubheitsgefühl mit einer vorübergehenden Schwäche in den betroffenen Muskeln einhergehen.
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Wann sollte man einen Arzt aufsuchen?
Wenn Sie nach einer Prellung ein Taubheitsgefühl verspüren, sollten Sie dies ernst nehmen und einen Arzt aufsuchen. Insbesondere bei schwerer Taubheit oder Lähmung und plötzlich auftretender, fortschreitender oder besonders lange anhaltender Symptomatik ist es ratsam, frühzeitig zum Arzt zu gehen.
Diagnose und Behandlung von Kopfverletzungen
Wie schwer eine Kopfverletzung ist, lässt sich anhand äußerer Symptome nicht einfach beurteilen. Die Grenze zwischen einer Gehirnerschütterung und einem schwereren Schädel-Hirn-Trauma ist unscharf. Bei einem harten Aufprall sollte man immer den Notruf unter 112 wählen. Ist jemand nach einer Kopfverletzung bewusstlos (gewesen), ist das ein klares Anzeichen für eine Gehirnerschütterung. Hält die Bewusstlosigkeit länger als fünf Minuten an, besteht Verdacht auf ein schwereres Schädel-Hirn-Trauma.
Diagnostische Verfahren
- Klinische Untersuchung: Die Diagnose wird in aller Regel klinisch gestellt, das bedeutet, dass sich anhand klassischer Symptomatik die Diagnose ohne viel Zuhilfenahme weiterer diagnostischer Untersuchungen stellen lässt. Nach einer gründlichen Anamnese (Arztgespräch) und einer körperlichen Untersuchung ist die Sicherung der Diagnose meist bereits möglich.
- Bildgebung: Manchmal kann es hilfreich sein, die betroffene Körperregion in einer Bildgebung wie Röntgen, Ultraschall oder Magnetresonanztomographie (MRT) darzustellen, um die betroffenen Strukturen zu beurteilen und wichtige Differenzialdiagnosen und Begleitverletzungen auszuschließen. Röntgenbilder werden im Normalfall bei Verdacht auf Knochenbrüche oder andere Verletzungen der Knochen verwendet.
Behandlung
Die Therapie hängt davon ab, wie schwer das Schädel-Hirn-Trauma ist. Je früher sie beginnt, desto besser ist die Prognose. Das oberste Ziel ist, das Leben des Patienten oder der Patientin zu retten. Am Unfallort kommt es zunächst darauf an, bei schweren Kopfverletzungen die lebenswichtigen Funktionen zu erhalten.
- Operation: Bei Gehirnblutungen und Schädelbrüchen ist häufig eine Operation notwendig, um den Druck auf das Gehirn zu entlasten und die Blutung zu stoppen.
- Intensivmedizinische Betreuung: Betroffene mit einem schweren Schädel-Hirn-Trauma befinden sich in der akuten Phase im Koma, damit sich das Gehirn besser erholen kann. Im Krankenhaus werden sie intensiv überwacht. Manchmal wird auch eine Sonde gelegt, um zu verhindern, dass der Druck im Gehirn aufgrund einer Schwellung oder Blutung weiter steigt. Mit der Gabe von Antibiotika sollen Betroffene vor Infektionen geschützt werden.
- Behandlung von Gehirnerschütterungen: Bei Anzeichen auf eine Gehirnerschütterung sollten sich Betroffene in einer Rettungsstelle vorstellen. Dort wird entschieden, ob weitere Untersuchungen und eine anschließende Behandlung notwendig sind.
- Behandlung von Taubheitsgefühl nach einer Prellung: Die Behandlung des Taubheitsgefühls nach einer Prellung entspricht der gewöhnlichen Behandlung einer Prellung sowie in Abhängigkeit der Schwere und Ursache des Taubheitsgefühls ergänzender Behandlungsansätze. Wichtig ist die Schonung und Ruhigstellung der betroffenen Region, sowie eine adäquaten Schmerztherapie. Ist das Taubheitsgefühl auf eine Nervenverletzung oder -kompression zurückzuführen, so kann eine spezifische Therapie erforderlich sein.
Schleudertrauma als Folge eines Sturzes
Ein Schleudertrauma (HWS-Syndrom) ist eine weitere mögliche Folge eines Sturzes auf den Kopf. Es entsteht durch eine plötzliche und heftige Bewegung des Kopfes, die zu einer Überdehnung oder Verletzung der Nackenmuskulatur und -bänder führt.
Symptome eines Schleudertraumas
- Nackenschmerzen
- Steifheit im Nacken
- Kopfschmerzen
- Schwindelgefühl
- Übelkeit oder Erbrechen
- Müdigkeit oder Erschöpfung
- Schwierigkeiten beim Konzentrieren oder Gedächtnisprobleme
- Taubheitsgefühl in Armen und Händen
- Seh- und Hörstörungen
- Schluckbeschwerden
- Kiefergelenkschmerzen
- Schlafstörungen
Diagnose und Behandlung eines Schleudertraumas
Um das Ausmaß des Traumas zu bestimmen, wird oft eine bildgebende Untersuchung durchgeführt, bei der Verletzungen an der Wirbelsäule oder im Gehirn festgestellt werden können. Die Behandlungsmöglichkeiten variieren je nach Schwere der Verletzung und können eine Kombination aus Krankengymnastik, manueller Therapie, neurologischer Behandlung und chiropraktischer Behandlung umfassen. Ziel ist es, die Muskulatur zu stärken, die Beweglichkeit wiederherzustellen und eventuelle Verspannungen oder Blockaden zu lösen. In schwereren Fällen kann auch eine Operation notwendig sein.
Was tun bei chronischen Beschwerden?
In einigen Fällen können die Symptome eines Schleudertraumas oder anderer Kopfverletzungen chronisch werden. Es ist wichtig, eine frühzeitige und aktivierende konservative Behandlung zu beginnen, um die Beweglichkeit zu erhalten beziehungsweise wieder herzustellen. Eine unterstützende, medikamentöse Therapie mit Analgetika oder Muskelrelaxanzien sowie physikalische Verfahren wie Kälte- und/oder Wärmetherapie können ebenfalls hilfreich sein. Eine positive Haltung zum Heilungsprozess und das Reduzieren oder Vermeiden von zusätzlicher psychischer Belastung können den Heilungsverlauf positiv beeinflussen und einer Chronifizierung vorbeugen.
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