Taubheitsgefühl, Augenflimmern, schwere Beine: Ursachen und Zusammenhänge in den Wechseljahren

Die Wechseljahre sind eine bedeutende Phase im Leben einer Frau, die oft mit einer Vielzahl von körperlichen und psychischen Veränderungen einhergeht. Zu den vielfältigen Symptomen, die in dieser Zeit auftreten können, gehören Taubheitsgefühle, Augenflimmern und schwere Beine. Diese Beschwerden können die Lebensqualität erheblich beeinträchtigen und werfen Fragen nach ihren Ursachen und möglichen Zusammenhängen auf. Dieser Artikel beleuchtet die möglichen Ursachen dieser Symptome im Kontext der Wechseljahre und bietet einen umfassenden Überblick über die relevanten Aspekte.

Hormonelle Veränderungen als Hauptursache

Die Hauptursache für viele der Beschwerden während der Wechseljahre sind die hormonellen Veränderungen, insbesondere der sinkende Östrogenspiegel. Östrogen beeinflusst zahlreiche Körperfunktionen, und sein Rückgang kann eine Kaskade von Symptomen auslösen.

Auswirkungen auf das Nervensystem

Ein sinkender Östrogenspiegel kann zu Irritationen bei der Weiterleitung von Nervenimpulsen führen. Dies kann sich in Form von Parästhesien äußern, einem unangenehmen Kribbeln, Brennen oder Taubheitsgefühl, das vor allem an Armen und Händen auftritt, seltener an Beinen und Füßen. Rund jede vierte Frau in den Wechseljahren entwickelt solche Sensibilitätsstörungen.

Einfluss auf den Kreislauf

Östrogen und Progesteron, die beiden wichtigsten weiblichen Hormone, beeinflussen auch den Kreislauf und die Blutgefäße. Östrogene weiten die Blutgefäße und sorgen so für einen niedrigeren Blutdruck, während Progesteron die Blutgefäße verengt und einen höheren Blutdruck begünstigt. In den Wechseljahren schwanken die Hormonkonzentrationen, was zu einem Auf und Ab des Blutdrucks führen kann. Diese schwankende Sauerstoffversorgung des Gehirns kann Schwindel und Benommenheit verursachen, die wiederum mit Sehstörungen einhergehen können.

Trockene Augen und Sehstörungen

Der sinkende Östrogenspiegel betrifft auch das Estriol, ein Schleimhauthormon, das für die Befeuchtung der Schleimhäute verantwortlich ist. Ein Estriolmangel kann zu trockenen Schleimhäuten und damit auch zu trockenen Augen führen, was Sehstörungen verursachen kann.

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Weitere mögliche Ursachen und Zusammenhänge

Neben den hormonellen Veränderungen gibt es weitere Faktoren, die zu Taubheitsgefühlen, Augenflimmern und schweren Beinen in den Wechseljahren beitragen können.

Flimmerskotom

Das Flimmerskotom, ein vorübergehender Ausfall eines Teils des Gesichtsfelds, der von einem flimmernden Kranz umgeben ist, tritt häufig unter Spannungen, bei drückendem Wetter, Flüssigkeits- und Bewegungsmangel oder Migräne auf. Es wird vermutet, dass Durchblutungsstörungen eine Rolle spielen, wobei sich bestimmte Gefäße zunächst zusammenziehen und dann weiten, was die Symptome hervorruft.

Bluthochdruck

Ein erhöhter Blutdruck kann ebenfalls zu Symptomen wie Kopfschmerzen, Schwindel und Sehstörungen führen. Bei Frauen um die 50 können diese Symptome den Beschwerden der Wechseljahre ähneln, was die Diagnose erschweren kann.

Fibromyalgie

Fibromyalgie, ein Syndrom, das durch chronische Muskelschmerzen, Müdigkeit und Schlafstörungen gekennzeichnet ist, kann ebenfalls zu Taubheitsgefühlen und Sehstörungen wie Flimmern vor den Augen führen.

Karpaltunnelsyndrom und Kubitaltunnelsyndrom

Das Karpaltunnelsyndrom, bei dem der Mittelhandnerv im Karpalkanal eingeengt ist, und das Kubitaltunnelsyndrom, bei dem der Ellennerv in der Ellenrinne eingeengt ist, können Taubheitsgefühle, Missempfindungen und Schmerzen in den Händen und Fingern verursachen.

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Herzinsuffizienz

Eine Herzinsuffizienz, auch Herzschwäche genannt, kann zu Atemnot, Erschöpfung und Wassereinlagerungen in den Beinen führen, was das Gefühl schwerer Beine verursachen kann.

Stress und psychische Faktoren

Diffuse Ängste, Gereiztheit und Stress können Schwindelattacken begünstigen oder verschlimmern. Ein dauerhaft erhöhter Stresspegel beeinträchtigt das Herz-Kreislauf-System und kann durch einen zu hohen oder zu niedrigen Blutdruck Schwindelgefühle verursachen.

Was kann man tun?

Es gibt verschiedene Maßnahmen, die helfen können, die Beschwerden von Taubheitsgefühlen, Augenflimmern und schweren Beinen in den Wechseljahren zu lindern.

Hormontherapie

Eine Therapie mit bioidentischen Hormonen kann helfen, die Hormonschwankungen auszugleichen und eine ausgewogene Balance herzustellen. Die Behandlung basiert auf der individuellen Anpassung der jeweiligen Hormonmenge, die anhand des Hormonspiegels im Blut bestimmt wird.

Lebensstiländerungen

  • Bewegung: Regelmäßige Bewegung kann helfen, den Kreislauf anzukurbeln und die Nerven zu beruhigen.
  • Entspannung: Entspannungstechniken wie Yoga oder Meditation können helfen, Stress abzubauen.
  • Ernährung: Eine gesunde Ernährung mit viel Obst, Gemüse und Vollkornprodukten kann helfen, den Körper mit wichtigen Nährstoffen zu versorgen. Besonders wichtig sind B-Vitamine, Calcium, Magnesium und hochwertiges Eiweiß.
  • Flüssigkeitszufuhr: Ausreichendes Trinken ist wichtig, um den Körper mit ausreichend Flüssigkeit zu versorgen und den Kreislauf zu stabilisieren.
  • Vermeidung von Stressfaktoren: Es ist wichtig, Stressfaktoren zu vermeiden und für ausreichend Erholung und Entspannung zu sorgen.

Weitere Maßnahmen

  • Kneippanwendungen: Wechselwarme Güsse an Armen und Beinen können helfen, die Durchblutung anzuregen.
  • Augenpflege: Bei trockenen Augen können befeuchtende Augentropfen helfen.
  • Zahnärztliche Behandlung: Bei Zahnfleischbluten ist eine gute Mundhygiene und regelmäßige professionelle Zahnreinigung wichtig.
  • Ärztliche Abklärung: Bei starken oder anhaltenden Beschwerden sollte ein Arzt aufgesucht werden, um die Ursache abzuklären und eine geeignete Behandlung einzuleiten.

Hochfunktionale Depression

Es ist wichtig zu beachten, dass einige der genannten Symptome auch auf eine hochfunktionale Depression hindeuten können. Betroffene leiden unter depressiven Gefühlen wie Niedergeschlagenheit, Verzweiflung, Hoffnungslosigkeit und Selbstzweifeln, verbergen dies aber vor ihren Mitmenschen und meistern ihren Alltag scheinbar ohne Hürden. Typische Anzeichen sind auch eine starke mentale und körperliche Erschöpfung, ständiges Grübeln und Schwierigkeiten, Freude zu empfinden.

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