Migräne ist mehr als nur Kopfschmerz. Es ist eine komplexe neurologische Erkrankung, die das Leben der Betroffenen stark beeinträchtigen kann. Glücklicherweise gibt es zahlreiche Ressourcen und Informationen, die helfen können, mit Migräne umzugehen und die Lebensqualität zu verbessern. Eine dieser Ressourcen sind Migräne-Podcasts, die eine wertvolle Plattform für Betroffene, Angehörige und Experten bieten, um Wissen auszutauschen, Erfahrungen zu teilen und neue Behandlungsmöglichkeiten zu entdecken.
Was ist ein Migräne Podcast?
Ein Migräne-Podcast ist eine Audio-Sendung, die sich mit verschiedenen Aspekten der Migräne auseinandersetzt. Die Themen können von den Ursachen und Symptomen der Migräne über Diagnose- und Behandlungsmöglichkeiten bis hin zu Tipps für den Alltag mit Migräne reichen. Migräne-Podcasts richten sich in der Regel an ein breites Publikum, darunter Betroffene, Angehörige, medizinisches Fachpersonal und alle, die sich für das Thema interessieren.
Warum Migräne Podcasts hören?
Es gibt viele gute Gründe, einen Migräne-Podcast zu hören. Hier sind einige davon:
- Information: Migräne-Podcasts bieten fundierte Informationen über Migräne, die auf dem neuesten Stand der Forschung sind. Sie können Ihnen helfen, Ihre Erkrankung besser zu verstehen und informierte Entscheidungen über Ihre Behandlung zu treffen.
- Unterstützung: Migräne-Podcasts können Ihnen das Gefühl geben, nicht allein zu sein. Sie hören Geschichten von anderen Betroffenen, die ähnliche Erfahrungen gemacht haben, und erfahren, wie sie mit ihren Herausforderungen umgehen.
- Inspiration: Migräne-Podcasts können Sie inspirieren, neue Wege zu finden, um mit Ihrer Migräne umzugehen und Ihr Leben trotz der Erkrankung voll auszuschöpfen.
- Praktische Tipps: Migräne-Podcasts geben Ihnen praktische Tipps, die Sie sofort in Ihrem Alltag umsetzen können. Diese Tipps können sich auf Ernährung, Bewegung, Stressmanagement, Schlafhygiene und andere Bereiche beziehen.
- Expertenmeinungen: Migräne-Podcasts bieten Ihnen die Möglichkeit, von führenden Experten auf dem Gebiet der Migräne zu lernen. Sie hören Interviews mit Ärzten, Forschern, Therapeuten und anderen Fachleuten, die ihr Wissen und ihre Erfahrungen teilen.
Bekannte Migräne Podcasts
Unwetter im Kopf®
"Unwetter im Kopf®" ist ein deutscher Migräne-Podcast, der sich an Betroffene und Menschen in ihrem Umfeld richtet. Die Gründerin des Podcasts leidet selbst seit über 15 Jahren an Migräne und teilt ihr Wissen und ihre Erfahrungen. Sie interviewt auch spannende Gesprächspartner, wie Betroffene, Autoren und Experten. Der Podcast soll Migräne als Krankheit verständlich machen und Wege aufzeigen, wie man sie akzeptieren und möglicherweise sogar reduzieren kann.
Maschinenraum Gesundheit
In der ersten Folge des Podcasts "Maschinenraum Gesundheit" kommt Bettina Frank, eine Pionierin in der Kopfschmerz- und Migräne-Community, zu Wort. Sie berichtet von ihrer Migräne-Erkrankung im Kindesalter, die lange unerkannt blieb, und wie sie in der Schmerzklinik Kiel gelernt hat, mit der Erkrankung umzugehen.
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Schmerzmedizin konkret
Der Podcast "Schmerzmedizin konkret" der Deutschen Gesellschaft für Schmerzmedizin e.V. (DGS) beleuchtet in einer Folge die Berührungspunkte der Fachbereiche Gynäkologie und Schmerzmedizin am Beispiel der Migräne. Prof. Barbara Schmalfeldt, Präsidentin der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe e.V. (DGGG), und Prof. Hartmut Göbel, Leiter des DGS-Exzellenzzentrums in Kiel, diskutieren die Diagnostik und Therapie von Kopfschmerzen, insbesondere Migräne, und den Einfluss von Hormonen auf den Kopfschmerz.
Frag dich fit - der Gesundheitspodcast mit Doc Esser und Anne
Dieser Gesundheitspodcast behandelt das Thema Migräne und gibt Tipps, wie man die Attacken seltener und schwächer werden lassen kann. Themen sind unter anderem das Verständnis von Migräne, die Rolle von Sport, der Umgang mit Triggern, Nahrungsergänzungsmittel, medikamentöse Prophylaxe, Antikörperspritzen und alternative Behandlungsmethoden.
Themen in Migräne Podcasts
Migräne-Podcasts decken ein breites Spektrum an Themen ab, die für Menschen mit Migräne relevant sind. Einige häufige Themen sind:
- Ursachen und Auslöser der Migräne: Was sind die Ursachen der Migräne und welche Faktoren können eine Migräneattacke auslösen?
- Symptome der Migräne: Welche Symptome können bei einer Migräne auftreten und wie unterscheiden sie sich von anderen Kopfschmerzarten?
- Diagnose der Migräne: Wie wird eine Migräne diagnostiziert und welche Untersuchungen sind notwendig?
- Behandlungsmöglichkeiten der Migräne: Welche medikamentösen und nicht-medikamentösen Behandlungsmöglichkeiten gibt es für die Migräne?
- Akutbehandlung der Migräne: Wie kann man eine akute Migräneattacke behandeln, um die Schmerzen zu lindern und die Symptome zu reduzieren?
- Migräneprophylaxe: Wie kann man Migräneattacken vorbeugen und die Häufigkeit und Intensität der Attacken reduzieren?
- Leben mit Migräne: Wie kann man mit den Herausforderungen des Alltags mit Migräne umgehen und die Lebensqualität verbessern?
- Migräne und Hormone: Welchen Einfluss haben Hormone auf die Migräne, insbesondere bei Frauen?
- Migräne bei Kindern und Jugendlichen: Was sind die Besonderheiten der Migräne bei Kindern und Jugendlichen?
- Alternative Behandlungsmethoden: Welche alternativen Behandlungsmethoden gibt es für die Migräne, wie z.B. Akupunktur, Biofeedback oder Entspannungstechniken?
- Neueste Forschungsergebnisse: Welche neuen Erkenntnisse gibt es in der Migräneforschung und welche neuen Behandlungsmöglichkeiten sind in Entwicklung?
Tipps für das Hören von Migräne Podcasts
Hier sind einige Tipps, wie Sie das Beste aus dem Hören von Migräne-Podcasts herausholen können:
- Wählen Sie Podcasts, die Ihren Interessen entsprechen: Es gibt viele verschiedene Migräne-Podcasts, die sich auf unterschiedliche Aspekte der Erkrankung konzentrieren. Wählen Sie Podcasts, die Sie interessieren und die Ihnen relevante Informationen liefern.
- Hören Sie regelmäßig zu: Um von den Informationen und Tipps in den Podcasts zu profitieren, sollten Sie regelmäßig zuhören.
- Machen Sie sich Notizen: Wenn Sie etwas Interessantes oder Nützliches hören, machen Sie sich Notizen, damit Sie es später nicht vergessen.
- Sprechen Sie mit Ihrem Arzt: Die Informationen in den Podcasts sollten nicht als Ersatz für eine ärztliche Beratung angesehen werden. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt über Ihre Migräne und Ihre Behandlungsmöglichkeiten.
- Tauschen Sie sich mit anderen Betroffenen aus: Nutzen Sie die Möglichkeit, sich mit anderen Betroffenen über Migräne-Podcasts auszutauschen. Viele Podcasts haben Foren oder Social-Media-Gruppen, in denen Sie sich mit anderen Hörern austauschen können.
Weitere Ressourcen für Migränepatienten
Neben Migräne-Podcasts gibt es noch viele weitere Ressourcen, die Migränepatienten nutzen können:
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- Ärzte und Therapeuten: Suchen Sie einen Arzt oder Therapeuten, der sich auf die Behandlung von Migräne spezialisiert hat.
- Selbsthilfegruppen: Treten Sie einer Selbsthilfegruppe für Migränepatienten bei, um sich mit anderen Betroffenen auszutauschen und gegenseitig zu unterstützen.
- Online-Foren und Communities: Beteiligen Sie sich an Online-Foren und Communities für Migränepatienten, um sich zu informieren, Fragen zu stellen und Erfahrungen auszutauschen.
- Bücher und Artikel: Lesen Sie Bücher und Artikel über Migräne, um Ihr Wissen über die Erkrankung zu erweitern. Ein Beispiel ist das Buch "Ich hab' Migräne - Und was ist deine Superkraft?". Es ersetzt keinen Arztbesuch, sondern gibt Impulse und Verständnis.
- Migräne-Apps: Nutzen Sie Migräne-Apps, um Ihre Attacken zu dokumentieren, Trigger zu identifizieren und Ihre Medikamente zu verwalten.
- Schmerzkliniken: Bei chronischen und schwer behandelbaren Kopfschmerzen kann ein Aufenthalt in einer spezialisierten Schmerzklinik sinnvoll sein. Die neurologisch-verhaltensmedizinische Schmerzklinik Kiel unter der Leitung von Prof. Dr. Hartmut Göbel bietet eine spezielle Therapie von Migräne und anderen Kopfschmerzarten an.
Die Rolle der Schmerzklinik Kiel
Die neurologisch-verhaltensmedizinische Schmerzklinik Kiel unter der Leitung von Prof. Dr. med. Dipl.Psych. Hartmut Göbel ist eine wichtige Anlaufstelle für Menschen mit Migräne und anderen chronischen Schmerzerkrankungen. Die Klinik bietet eine spezielle Therapie von Migräne mit und ohne Aura, Migräne-Komplikationen sowie anderen Kopfschmerzarten wie chronischen Spannungskopfschmerzen, Kopfschmerz bei Medikamentenübergebrauch und Clusterkopfschmerz. Auch Nervenschmerzen (neuropathischer Schmerz) und Rückenschmerzen werden behandelt.
Aufnahmeformalitäten für die Schmerzklinik Kiel
Für die Planung eines Aufnahmetermins in der Schmerzklinik Kiel sind folgende Schritte erforderlich:
- Verordnung von Krankenhausbehandlung: Der behandelnde Arzt stellt eine Verordnung von Krankenhausbehandlung aus.
- Aufnahme-Checkliste: Der Arzt füllt die Aufnahme-Checkliste aus.
- Schmerzkalender und Schmerzfragebogen: Der Patient füllt den Schmerzkalender und den Schmerzfragebogen aus.
- Unterlagen einsenden: Alle Unterlagen sowie Kopien relevanter Arztbriefe, Röntgenbilder etc. werden an die auf der Aufnahme-Checkliste angegebene Anschrift gesendet.
Kostenübernahme durch Krankenkassen
Zahlreiche Krankenkassen haben eine integrierte Versorgung ihrer Versicherten mit dem Behandlungsnetz der Schmerzklinik Kiel vertraglich geregelt. Für Versicherte der AOK Schleswig-Holstein, der Techniker Krankenkasse, der Deutschen Angestelltenkrankenkasse, der Hanseatischen Krankenkasse HEK, der Landwirtschaftlichen Krankenkasse Schleswig-Holstein und Hamburg, der Knappschaft Bahn See, der BKK vor Ort und der E.ON Betriebskrankenkasse erfolgt die Kostenübernahme bei Vorliegen der Aufnahmebedingungen.
Schmerzkonferenzen
Im Zusammenhang mit der Einweisung sowie der prä- oder poststationären Behandlung können sich individuelle Fragen ergeben. Diese werden in Schmerzkonferenzen beantwortet, die Mo, Di, Do, Fr. von 8:30 Uhr bis 9:15 Uhr und Mi von 17:00 Uhr bis 17:45 Uhr im Konferenzraum der Schmerzklinik Kiel stattfinden.
Migräne-Spritze (CGRP-Antikörper)
Seit einigen Monaten wird die sogenannte "Migräne-Spritze" (CGRP-Antikörper) in den Medien stark beworben. CGRP (Calcitonin Gene-Related Peptide) ist ein Botenstoff, der bei der Entstehung von Migräneattacken eine wichtige Rolle spielt. Die Migräne-Spritze enthält Antikörper, die CGRP blockieren und so die Häufigkeit und Intensität der Migräneattacken reduzieren können. Die Migräne-Spritze ist eine Prophylaxe-Methode, die für Patienten in Frage kommt, bei denen andere Prophylaxe-Maßnahmen nicht ausreichend wirksam sind oder nicht vertragen werden.
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Hormonelle Einflüsse auf Migräne
Hormone spielen eine wichtige Rolle bei der Entstehung und dem Verlauf von Migräne, insbesondere bei Frauen. Östrogene können sowohl eine positive als auch eine negative Wirkung auf Migränesymptome wie Kopfschmerz und Aura haben. Die menstruelle Migräne tritt häufig in den Phasen auf, in denen der Östrogenspiegel sinkt. Auch in der Menopause können Hormonschwankungen zu Kopfschmerzen führen. In der gynäkologischen Anamnese ist die Frage nach Kopfschmerz bzw. Migräne ein wichtiger Faktor, der in der Therapie der Patientinnen bedacht werden muss, vor allem auch im Hinblick auf das zum Teil erhöhte Schlaganfallrisiko von Migräne-Betroffenen.
Umgang mit Triggern
Trigger sind Faktoren, die eine Migräneattacke auslösen können. Jeder Mensch hat individuelle Trigger, die es zu identifizieren und möglichst zu vermeiden gilt. Häufige Trigger sind Stress, Schlafmangel, bestimmte Nahrungsmittel, Alkohol, Wetterveränderungen und hormonelle Schwankungen. Ein Schmerzkalender kann helfen, die individuellen Trigger zu identifizieren.
Selbstfürsorge und Akzeptanz
Ein wichtiger Aspekt im Umgang mit Migräne ist die Selbstfürsorge. Dazu gehört, auf die eigenen Bedürfnisse zu achten, Stress zu reduzieren, ausreichend zu schlafen, sich gesund zu ernähren und regelmäßig Sport zu treiben. Auch die Akzeptanz der Erkrankung ist wichtig, um aus der Opferrolle herauszukommen und aktiv an der Verbesserung der Lebensqualität zu arbeiten.
Nein sagen lernen
Wer mit Migräne lebt, steht oft vor der Herausforderung, Nein zu sagen. Entweder als Selbstfürsorge oder weil man wegen einer Migräneattacke absagen muss. Es ist wichtig, die eigenen Grenzen zu kennen und diese auch zu kommunizieren, um Überlastung und Stress zu vermeiden.