Amorolfin: Anwendung, Wirkung und mögliche Nebenwirkungen des Antimykotikums

Amorolfin ist ein Antimykotikum, das zur Behandlung von Nagelpilz eingesetzt wird. Es gehört zur Wirkstoffgruppe der Morpholine und ist in Form von Nagellack erhältlich. Dieser Artikel bietet einen umfassenden Überblick über Amorolfin, seine Wirkungsweise, Anwendung, mögliche Nebenwirkungen und wichtige Hinweise.

Was ist Amorolfin?

Amorolfin ist ein Arzneistoff, der zur Behandlung von Pilzinfektionen eingesetzt wird. Es wird topisch als Nagellack angewendet, um Nagelpilz zu bekämpfen. Der Wirkstoff ist unter dem Handelsnamen Loceryl sowie als Generika erhältlich.

Wirkungsweise von Amorolfin

Amorolfin wirkt fungizid oder fungistatisch, abhängig von der Konzentration des Wirkstoffs und der Empfindlichkeit des Pilzes. Es hemmt die Ergosterolsynthese der Pilze, indem es spezifisch die Δ14-Reduktase und die Δ7,8-Isomerase inhibiert. Diese beiden Enzyme sind für die Umwandlung von Lanosterol in Ergosterol notwendig. Ergosterol ist ein wichtiger Bestandteil der Zellmembran von Pilzen. Durch die Hemmung seiner Synthese wird die Zellmembran geschädigt, was zum Absterben oder Wachstumstillstand des Pilzes führt.

Anwendungsgebiete von Amorolfin

Amorolfin ist speziell für die Behandlung von Nagelpilzinfektionen (Onychomykosen) indiziert, bei denen die Nagelmatrix nicht betroffen ist. Es wird bei Nagelmykosen eingesetzt, die durch Dermatophyten und Hefen verursacht werden, insbesondere im distalen Bereich mit einem Befall unter 80 % der Nageloberfläche.

Anwendung von Amorolfin-Nagellack

Die Anwendung von Amorolfin-Nagellack erfolgt in mehreren Schritten:

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  1. Vorbereitung: Vor der ersten Anwendung sollten die befallenen Nagelbereiche einschließlich der Nageloberfläche mit einer Nagelfeile so gut wie möglich abgefeilt werden. Es ist wichtig, die für befallene Nägel verwendeten Nagelfeilen nicht für die Pflege gesunder Nägel zu verwenden, um eine weitere Ausbreitung der Infektion zu vermeiden.
  2. Reinigung: Die Nageloberfläche wird mit einem mit Isopropanol getränkten Tupfer (oder Nagellackentferner) gereinigt.
  3. Auftragen: Mit einem Spatel wird der Nagellack gleichmäßig über die gesamte Nageloberfläche aufgetragen. Der Nagellack darf nicht am Rand des Fläschchens abgestreift werden.
  4. Trocknen: Der Nagellack muss etwa 10 Minuten antrocknen.
  5. Reinigung des Spatels: Der Spatel wird nach jeder Anwendung gründlich mit dem gleichen mit Isopropanol getränkten Tupfer gereinigt, der für die Nagelreinigung verwendet wurde.
  6. Häufigkeit und Dauer: Amorolfin-Nagellack wird in der Regel einmal pro Woche auf die befallenen Finger- oder Fußnägel aufgetragen. Die Behandlung sollte ununterbrochen bis zur vollständigen Abheilung erfolgen. Die allgemeine Behandlungsdauer beträgt etwa 6 Monate für Fingernägel und 9-12 Monate für Zehennägel.

Es ist wichtig, den Nagellack weiter zu verwenden, bis die Infektion abgeklungen ist und gesunde Nägel nachgewachsen sind.

Wichtige Hinweise zur Anwendung

  • Vermeiden Sie den versehentlichen Kontakt mit Schleimhäuten, Augen und Ohren.
  • Amorolfin-Nagellack ist entzündlich.
  • Über den medizinischen Nagellack kann problemlos ein kosmetischer Nagellack aufgetragen werden.
  • Bei Arbeiten mit organischen Lösungsmitteln (Nitroverdünner, Terpentinersatz usw.) sollten zum Schutz der Lackschicht undurchlässige Handschuhe getragen werden.

Gegenanzeigen

Amorolfin darf nicht angewendet werden bei:

  • Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der sonstigen Inhaltsstoffe
  • Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

Besondere Vorsicht bei der Anwendung von Amorolfin ist erforderlich bei:

  • Diabetes
  • Behandlung wegen eines schwachen Immunsystems
  • Durchblutungsstörungen
  • Stark beschädigtem oder entzündetem Nagel
  • Entzündlichen Veränderungen in der Umgebung der Nägel
  • Fehlernährung
  • Alkoholmissbrauch

Personen mit diesen Grundleiden sollten vor der Behandlung einen Arzt befragen.

Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln

Es sind keine Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln bekannt. Dennoch sollte generell vor der Behandlung mit einem neuen Arzneimittel jedes andere, das bereits angewendet wird, dem Arzt oder Apotheker angegeben werden.

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Schwangerschaft und Stillzeit

Während der Schwangerschaft und Stillzeit sollte Amorolfin nur nach Rücksprache mit einem Arzt angewendet werden. Es liegen nur begrenzte Erfahrungen über die Anwendung von Amorolfin während Schwangerschaft und Stillzeit vor. Eventuell ist ein Abstillen in Erwägung zu ziehen.

Mögliche Nebenwirkungen

Wie alle Arzneimittel kann auch Amorolfin Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem auftreten müssen.

Seltene Nebenwirkungen (kann bis zu 1 von 1.000 Behandelten betreffen):

  • Nagelschäden
  • Nagelverfärbungen
  • Brüchige oder abgebrochene Nägel

Sehr seltene Nebenwirkungen (kann bis zu 1 von 10.000 Behandelten betreffen):

  • Vorübergehendes Brennen (auf der Haut)

Nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar):

  • Systemische allergische Reaktion (eine schwere allergische Reaktion, die mit einer Schwellung des Gesichts, der Lippen, der Zunge oder des Rachens, mit Atemproblemen und/oder einem schweren Hautausschlag einhergehen kann)
  • Hautrötungen
  • Juckreiz
  • Nesselausschlag
  • Bläschenbildung
  • Allergische Hautreaktion

Bei allergischen Reaktionen sollte die Anwendung sofort gestoppt und ärztlicher Rat eingeholt werden.

Überdosierung

Wird Amorolfin-Nagellack wie beschrieben angewendet, sind keine Überdosierungserscheinungen bekannt. Im Zweifelsfall sollte ein Arzt konsultiert werden.

Alternativen zur Behandlung von Nagelpilz

Für die Behandlung von Nagelpilzinfektionen gibt es neben Amorolfin mehrere wirksame Alternativen, darunter andere topische Antimykotika wie Ciclopirox oder systemische Antimykotika wie Terbinafin oder Itraconazol. Die Wahl der geeigneten Behandlung hängt vom Ausmaß und der Art der Infektion ab.

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Was tun bei brüchigen Nägeln?

Brüchige Nägel können ein Zeichen für eine Pilzinfektion sein, aber auch andere Ursachen haben. Häufige Ursachen sind:

  • Zu häufige Maniküren oder Pediküren
  • Häufiges Abspülen ohne Handschuhe
  • Verwendung aggressiver Seifen
  • Normale Alterserscheinung
  • Eisenmangel
  • Niedriger Schilddrüsenhormonspiegel
  • Raynaud-Syndrom

Um die Nägel zu pflegen, können reichhaltige Feuchtigkeitscremes verwendet werden. Zudem sollte auf eine vitamin- und nährstoffreiche Ernährung geachtet werden.

Fußpilz: Eine häufige Begleiterkrankung

Fußpilz ist eine ansteckende Pilzinfektion, die häufig in den Zehenzwischenräumen, an den Fußsohlen und in schweren Fällen auch am Fußrücken auftritt. Er wird oft durch Fadenpilze verursacht und kann sich auf die Nägel ausbreiten (Nagelpilz). Risikofaktoren für Fußpilz sind u.a. feuchtes Klima, enge Schuhe und ein geschwächtes Immunsystem.

Um Fußpilz vorzubeugen, sollten folgende Maßnahmen beachtet werden:

  • In öffentlichen Bädern und Saunen Badeschuhe tragen
  • Füße und Zehenzwischenräume immer trocken halten
  • Zum Abtrocknen der Füße ein separates Handtuch benutzen
  • Handtücher regelmäßig wechseln
  • Gut passende und bequeme Schuhe tragen
  • Socken aus natürlichen Materialien benutzen und täglich wechseln
  • Regelmäßige Kontrolle der Zehen, Zehenzwischenräume und Fußsohlen

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