Taubheitsgefühl im Kopf und Ohr: Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten

Ein Taubheitsgefühl oder Kribbeln im Ohr ist ein lästiges Gefühl, das zum Kratzen animiert. Dieses unter dem Begriff Parästhesie bekannte Gefühl von Kribbeln in den Ohren verursacht meist ein Taubheitsgefühl im Gehörgang. Es kann in jedem Alter auftreten, auch bei Kindern, generalisiert oder lokal an einem bestimmten Bereich. Dieses Kribbeln oder Jucken im Ohr ist an sich keine Krankheit, sondern nur ein Symptom, und kann durch die Behandlung der Ursache gelindert werden. Oft ist es ein Anzeichen für eine Infektion, Läsion oder Beschädigung von Nerven und generell ein Symptom für eine Reihe sehr unterschiedlicher medizinischer Umstände.

Ursachen für Taubheitsgefühl im Kopf und Ohr

Es gibt vielfältige Ursachen für Taubheitsgefühle im Kopf- und Ohrbereich. Einige davon sind eher harmlos, während andere auf ernsthafte Erkrankungen hindeuten können.

Ohrenkrankheiten und Infektionen

Ohrenkrankheiten können die unterschiedlichsten Symptome wie Ohrenschmerzen oder Schwellungen verursachen. Während sie meist vorübergehen, können manche auch dauerhaft bleiben. Daher ist es wichtig, die Beschwerden zu behandeln und einer möglichen Ohrenkrankheit vorzubeugen.

Mittelohrentzündung (Otitis media)

Eine Mittelohrentzündung, auch Otitis media genannt, tritt auf, wenn ein Virus (oder Bakterium) eine Infektion im Mittelohr verursacht, in Folge der sich das Ohr mit Schleim und Flüssigkeit verschließt. Diese Entzündungen können sehr schmerzhaft sein und gehen oft mit hohem Fieber, Schwerhörigkeit, Übelkeit, einem starken Kribbeln und einem Taubheitsgefühl im betroffenen Ohr einher.

Verengung oder Verschluss der Eustachischen Röhre

Die Eustachische Röhre ist ein Kanal, der das Mittelohr mit dem oberen Teil des Rachens verbindet und den Druck im Mittelohr kontrolliert. Wenn sich die Eustachische Röhre aufgrund einer Entzündung verengt oder verschließt, kann sich eine Mittelohrentzündung mit gängigen Symptomen wie Schmerzen, Fieber, Kribbeln und Taubheitsgefühl entwickeln.

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Ohrenschmalz

Das Ohrenschmalz erfüllt wichtige Aufgaben; es hält die Haut des Gehörgangs feucht und fungiert als Schutzschild zwischen dem Trommelfell und der Außenwelt. Ohrenschmalz kann jedoch zu Juckreiz im Ohr führen. Zur Behandlung eines Ohrenschmalzpropfs können Ohrentropfen aus der Apotheke verwendet werden.

Entzündung des äußeren Gehörgangs

Eine häufig auftretende Entzündung des äußeren Gehörgangs geht mit Schmerzen, Rötung und Kribbeln im Ohr einher.

Herzerkrankungen

Der Körper liefert manchmal scheinbar ungewöhnliche, aber oft sehr nützliche Hinweise auf das Vorhandensein von Herzerkrankungen; dazu gehört zum Beispiel eine diagonale Falte am Ohrläppchen, die einigen Forschern zufolge mit den ersten Anzeichen für eine Herzkrankheit einhergeht. In jedem Falle empfiehlt es sich, bei Unsicherheit oder Fragen im Hinblick auf neue oder bereits vorhandene Beschwerden immer den Arzt zurate zu ziehen.

Diabetes

Diabetikern kann eine bestimmte Form peripherer Neuropathie auftreten; dabei handelt es sich um einen Schaden des peripheren Nervensystems, der ein Kribbeln oder Taubheitsgefühl im Gesicht und in den Ohren verursachen kann.

Probleme mit der Halswirbelsäule (HWS)

Schwindel, Benommenheit, Sehstörungen oder sogar Übelkeit und ein allgemein komisches Gefühl im Kopf können von der Halswirbelsäule (HWS) her verursacht werden, falls dort Funktionsbeeinträchtigungen entstehen. Ein komisches Gefühl im Kopf oder sogar Schwindel, Übelkeit, Tinnitus und Gleichgewichtsstörungen können durch Probleme in der Halswirbelsäule (HWS) verursacht werden. Leider wird das häufig noch nicht ausreichend erkannt. Lediglich bei typischen Beschwerden wie Kopf- und Nackenschmerzen oder nach Unfällen wird hinsichtlich HWS untersucht.

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Von der Halswirbelsäule ausgehende Beschwerden werden als HWS-Syndrom bezeichnet. HWS ist die Abkürzung für Halswirbelsäule. Alle von diesem Körperbereich ausgehenden Beschwerden werden als HWS-Syndrom bzw. Zervikalsyndrom bezeichnet. Klassische Symptome sind Kopf-, Nacken- und Schulterschmerzen. Weiterhin treten häufig Schwindel, Benommenheit, Kribbeln und Taubheitsgefühle sowie Übelkeit, Tinnitus und sogar Atemproblemen auf.

Funktionsbeeinträchtigungen in der Halswirbelsäule können sich sowohl durch Schmerzen als auch durch Kribbeln oder Taubheitsgefühle bemerkbar machen. Diese Symptome können sowohl im Kopf- und Nackenbereich als auch an Armen und Händen auftreten. Sowohl Schwindel als auch Benommenheit können von der Halswirbelsäule her verursacht werden. Dies kann zum einen daran liegen, dass Verspannungen auf die Nerven drücken und so Signale nicht richtig übermittelt werden können, was Schmerzen und eine gewisse Benommenheit auslösen kann. Zum anderen können auch Blutgefäße durch dauerhaften Druck in Mitleidenschaft gezogen oder teilweise abgedrückt werden, was ebenfalls zu Benommenheit und Schwindel führen kann.

HWS-Probleme bringen besonders häufig Kopf- und Nackenschmerzen sowie migräneartige Symptome mit sich (jedoch keine “echte” Migräne). Das fragile Gleichgewicht aus Knochen, Muskeln und Nerven im sehr engen Bereich der Halswirbelsäule kann durch Verspannungen gestört sein und somit nicht mehr einwandfrei funktionieren. Dies kann zu gravierenden Beschwerden führen. Falls die Schmerzen entlang der Nervenbahnen zum Kopf auftreten, spricht man von einer Zervikalneuralgie.

Falls Verspannungen im Halswirbelbereich entstehen, kann dies sowohl zu Schmerzen als auch zu Bewegungseinschränkungen führen, die bis in Schultern, Arme und Rücken reichen können. Daher ist es sinnvoll, bei Bewegungsproblemen auf das HWS-Syndrom hin zu untersuchen.

Es ist häufig schwierig, die Ursachen für Schwindelgefühle herauszufinden. Das HWS-Syndrom kann jedoch auf jeden Fall eine Ursache sein, dies wird bedauerlicherweise häufig nicht ausreichend beachtet. Falls also keine Störungen des Gleichgewichtsorgans, Gefäßprobleme oder Tumore vorliegen, ist die wahrscheinliche Ursache für derartige Symptome in der Regel ein HWS Syndrom. Schwindel, der durch das HWS Syndrom verursacht wird, wird durch Probleme in der Halswirbelsäule verursacht.

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Durch den relativ engen Bereich der Halswirbelsäule, zwischen den Wirbeln C1 - C7, laufen sämtliche Muskeln, Sehnen, Blut- und Nervenbahnen vom Rumpf zum Kopf. Kurz- oder langfristig auftretende Probleme, Verspannungen oder Schäden in diesem Bereich können daher sehr schnell das äußerst fragile Gleichgewicht stören und zu zahlreichen Beschwerden führen. Verursacht werden Probleme in der Halswirbelsäule häufig durch Fehlhaltungen & Fehlbelastungen (zum Beispiel bei der Büroarbeit) oder psychische Belastungen sowie durch Verschleiß oder Unfälle. Dies alles löst Verspannungen und unter Umständen mangelnde Durchblutung sowie Signal-Übermittlungsfehler an den Nervenbahnen aus.

Schwindel, ausgelöst durch eine Bewegung im Bereich der Halswirbelsäule (HWS), wird zervikogener Schwindel genannt und fühlt sich an wie ein Schwankschwindel. Benommenheit, Schwierigkeiten bei der Orientierung sowie Gefühle von Instabilität und Gleichgewichtsstörungen sind die Folge.

Typisch für HWS Beschwerden ist ein vom Hinterkopf über den Schädel sich ausbreitender Kopfschmerz bis in die Stirn hinein. Es kann außerdem zu migräneartigen Symptomen kommen, die ebenfalls vom Nacken ausgehen. Ursache ist in der Regel eine Verspannung der Nerven im Nackenbereich sowie eine übermäßige Sensibilität der schmerzleitenden Nerven. Dies kann zu den beschriebenen Kopfschmerzen und darüber hinaus zu Sehstörungen, Übelkeit und vielen weiteren Beschwerden führen.

Neurologische Ursachen

Kribbeln und Taubheitsgefühle sind Empfindungsstörungen, die durch über- oder unteraktive Nerven verursacht werden. Anhaltende Beschwerden können jedoch auf ernstere Ursachen hinweisen. Dazu zählen Nervenschädigungen wie bei einem Karpaltunnelsyndrom oder Polyneuropathien durch Krankheiten wie Diabetes. Auch Durchblutungsstörungen, Vitamin-B12-Mangel, Multiple Sklerose oder ein Schlaganfall können verantwortlich sein.

Während Kribbeln eine Empfindungsstörung an der Körperoberfläche ist und in der Regel durch überaktive Nervenenden in der Haut vermittelt wird (Parästhesie), entstehen Taubheitsgefühle meist durch unteraktive Nerven (Hypästhesie). Ein länger anhaltendes Taubheitsgefühl, das sich nicht auf einen unmittelbaren Auslöser wie eine Fehlhaltung zurückführen lässt, weist dagegen auf eine krankhafte Nervenschädigung hin. Andauerndes Kribbeln, das auch ohne vorhergehende Taubheitsgefühle auftritt, kann ebenfalls auf eine Nervenschädigung hinweisen, die zu falschen, krankhaften Reizen führt. Denn nur selten lässt sich das unangenehme und manchmal sogar schmerzhafte Kribbeln direkt auf einen äußeren Reiz zurückführen.

Je nach dem, in welchem Körperbereich Taubheitsgefühle und/oder Kribbeln auftreten, sind in der Regel Störungen in den unterschiedlichen Nervenbahnen oder Blutgefäßen Ursache der Sensibilitätsstörungen. Meist gehen Taubheitsgefühle und Kribbeln dabei vom peripheren Nervensystem aus, das die Empfindungen von den verschiedenen Körperbereichen zum Gehirn leitet. So können ein taubes, kribbelndes Gefühl und Schmerzen in den Händen, Füßen und Beinen durch die Kompression einzelner Nerven ausgelöst werden wie beispielsweise bei einem Bandscheibenvorfall.

Karpaltunnelsyndrom

Eine Verengung drückt den mittleren Armnerv an der Handwurzel ab. Dies verursacht meist ein kribbelndes Gefühl am Daumen, Zeigefinger, zum Teil auch am Mittelfinger sowie kribbelnde Hände. Dieses Gefühl kann bis in den Unterarm ausstrahlen.

Polyneuropathien

Erkrankungen der peripheren Nerven können unter anderem durch Diabetes mellitus, Alkoholmissbrauch, Vergiftungen oder Infektionen entstehen.

Schädigung des Gesichtsnervs

Im Gesicht werden Sensibilitätsstörungen meist durch eine Schädigung des Gesichtsnervs, Erfrierungen oder Verbrennungen hervorgerufen. Manche Nervenschädigungen führen auch zu Gesichtslähmungen. Außerdem kann die seltene Ursache für Gefühlsstörungen im Gesicht ein Tumor am Gehör- oder Gleichgewichtsnerv der von den Beschwerden betroffenen Seite sein.

Raynaud-Syndrom

Bei diesem Beschwerdebild werden die Durchblutungsstörungen oft durch Kälte oder Stress ausgelöst. Dabei entstehen die Missempfindungen vor allem in den Fingern oder Zehen.

Restless-Legs-Syndrom

Dieses Syndrom ist auch unter dem Begriff „unruhige Beine“ bekannt. Vor allem abends und nachts in Ruhe treten die Symptome auf: ein oft schmerzhaftes Kribbeln, Ziehen oder Brennen. Die Ursache ist meist unbekannt, als Folgen können ausgeprägte Schlafstörungen auftreten.

Durchblutungsstörungen im Ohr

Auch im Ohr kann es Durchblutungsstörungen geben. Dadurch entsteht ein dumpfes Gefühl und das Ohr fühlt sich wie taub an - ähnlich wie bei einem eingeschlafenen Fuß. Die Blutgefäße, die das Ohr versorgen, sind sehr fein. Dementsprechend sind sie sehr empfindlich und eine Störung kann sich schnell bemerkbar machen. Neben Taubheitsgefühlen gibt es in diesem Fall häufig weitere Symptome wie Schwerhörigkeit, Ohrendruck, Ohrgeräusche, Schwindel und Übelkeit. Es ist jedoch meist schwierig, die tatsächlichen Ursachen für die Durchblutungsstörung der Ohren zu ermitteln. In vielen Fällen sind es verschiedene Faktoren, die zusammenwirken, so z. B. Ablagerungen in den Arterien. Wenn Blutfette und Kalk die Blutgefäße verstopfen, können die feinen Verästelungen im Ohr (und an anderen Stellen) nicht ausreichend durchblutet werden. Möglich sind aber auch Schädelverletzungen oder Blockaden der Halswirbelsäule, die die einwandfreie Durchblutung des Ohrs beeinträchtigen. Eine weitere Ursache kann Stress sein.

Mit Durchblutungsstörungen zusammenhängen kann auch der Ohrinfarkt, eher bekannt unter dem Begriff Hörsturz. Dabei kommt es zu einer Innenohrschwerhörigkeit, die bis zum vorübergehenden oder anhaltenden Hörverlust führen kann. Typischerweise geht der Hörsturz mit einem dumpfen, pelzigen Gefühl im Ohr einher - wie wenn Watte darin stecken würde. Hinzukommen kann auch ein Tinnitus.

Weitere Ursachen

  • Erkältung: Durch die Verstopfung der Nase und ggfs. auch der Nebenhöhlen wird das Mittelohr nicht richtig belüftet. Druckgefühle, Ohrensausen, Schwerhörigkeit, Schwindelgefühle oder Taubheitsgefühle können auftreten.
  • Ungewöhnliche Ansammlung von Ohrenschmalz: Eine ungewöhnliche Ansammlung von Ohrenschmalz am Ende des Gehörgangs, aus der sich eine kompakte Masse bilden kann, kann sich auf dem Trommelfell anheften oder das Ohr verstopfen.
  • Migräne: Manche Patientinnen und Patienten leiden an einer speziellen Migräne-Form und haben eine Aura. Darunter versteht man Symptome/neurologische Ausfälle, die den Kopfschmerzen vorausgehen. Das können Sehausfälle, Taubheitsgefühle an der Wange oder am Ohr, Sprachstörungen und Lähmungserscheinungen sein.
  • Gehörgangexostose: Bei der Gehörgangexostose sammelt sich Wasser im Ohr an. Darin können sich Bakterien und Pilze stark vermehren. Dadurch entzündet sich der äußere Gehörgang, was mit Schmerzen, Rötungen und tauben Gefühlen im Ohr einhergeht. In diesem Zusammenhang spricht man auch von einem sog.
  • Stress: Sind Körper und Geist ohne entsprechenden Ausgleich extrem und längerfristig belastet, können Muskel- und auch Nervenverspannungen auftreten. Der medizinische Ausdruck dafür ist Parästhesie. Das Symptom kann kurzfristig oder auch chronisch auftreten. Es wird davon ausgegangen, dass dabei bestimmte Nervenenden geschädigt sind und das Gefühl der Taubheit oder des Kribbelns in den betroffenen Körperregionen hervorrufen.

Wann sollte man einen Arzt aufsuchen?

Grundsätzlich sollten Missempfindungen, die ohne erkennbare Ursache auftreten oder länger anhalten, ärztlich abgeklärt werden. Denn neben harmlosen Auslösern wie Kälte oder eingeschlafenen Beinen können auch ernste Ursachen wie Durchblutungsstörungen, ein Bandscheibenvorfall oder Nervenerkrankungen hinter den Beschwerden stecken.

Zur korrekten Diagnose sollte der Arzt die Begleitsymptome des Kribbelns im Ohr berücksichtigen, zum Beispiel den Verschluss von Hals oder Nase, ein anhaltendes Summen in den Ohren, ein Taubheitsgefühl im Gesicht, das Vorhandensein von Übelkeit, Eiter im Ohr und viele andere Faktoren. Nur bei Betrachtung des Gesamtbild der Symptome kann die richtige Diagnose erstellt und eine geeignete Therapie eingeleitet werden.

Wenn Sie sich grundsätzlich nicht gut fühlen, die Situation mit Ihren Ohren Sie beunruhigt und Sie die Beschwerden mit keinem direkten Auslöser verbinden können, dann vereinbaren Sie bitte einen Termin bei einem Arzt.

Diagnose

Der Facharzt für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde (HNO) ist der richtige Ansprechpartner, um Taubheit zu diagnostizieren. Im Gespräch zur Erhebung der Krankengeschichte (Anamnese) wird der Arzt vor allem nach dem Grund für den Verdacht auf Taubheit, nach Risikofaktoren für Hörstörungen und bisherigen Auffälligkeiten fragen.

Nach der Anamnese folgen verschiedene Untersuchungen und Tests, um den Verdacht auf Taubheit abzuklären. Die verschiedenen Hör-Tests erlauben aber zumeist nur in Kombination eine Aussage über das Hörvermögen. Die genaue Untersuchung des Hörvermögens und Sprach-Verständnisses dient auch dazu, den Grad der Hör-Behinderung oder bei Erwachsenen der Minderung der Erwerbsfähigkeit festzustellen.

Untersuchungen und Tests

  • Ohrspiegelung (Otoskopie): Zunächst wird der Arzt das Ohr des Betroffenen mit einer Lupe mit integrierter Lichtquelle, einem sogenannten Otoskop, untersuchen. Dabei sieht er, ob das Trommelfell intakt ist und ob sich dahinter gegebenenfalls ein Erguss im Mittelohr befindet. Diese Untersuchung liefert allerdings nur Aussagen über die Anatomie, nicht über die Hörleistung.
  • Weber- und Rinne-Test: Der Weber- und der Rinne-Test geben wichtige Hinweise auf die Art und den Ort der Hör-Schädigung. Der Arzt bringt dazu eine Stimmgabel zum Schwingen und hält das Ende der Stimmgabel an verschiedene Stellen im Bereich des Kopfes.
  • Hör-Tests: Subjektive Methoden: Subjektive Methoden eines Hör-Tests erfordern die Mitarbeit des Patienten. So lässt sich der gesamte Weg des Hör-Prozesses überprüfen.
    • Tonschwellen-Audiometrie: Bei der Tonschwellen-Audiometrie wird die Hörbarkeit von Tönen über Kopfhörer oder Knochenleitungs-Kopfhörer zur Bestimmung der frequenzabhängigen Hörschwelle genutzt. Die Hörschwelle wird in Dezibel angegeben. Sie markiert die untere Grenze der Lautstärke, von der an Patienten den Ton gerade noch wahrnehmen.
    • Sprach-Audiometrie: Eine Ergänzung zur Tonschwellen-Audiometrie ist die Sprach-Audiometrie. Statt Tönen werden den Patienten Wörter oder Laute vorgespielt, die sie erkennen und nachsprechen müssen. Auf diese Weise wird auch das Verständnis von Sprache getestet. Dies hat für den Alltag einen besonders großen Stellenwert und hilft beispielsweise auch, Hörgeräte richtig einzustellen.
  • Hör-Tests: Objektive Methoden: Die objektiven Hör-Test-Verfahren erfordern nur eine sehr geringe Mitarbeit des Patienten. Durch Untersuchung von Teilabschnitten der Hörbahn helfen sie, Art und Ausmaß der Hörstörung festzustellen. Zumeist sind sie auch verwendbar, wenn subjektive Verfahren bei einem Patienten nicht möglich sind.
    • Tympanometrie: Bei der Tympanometrie führt der Arzt eine Sonde in das Ohr ein und schließt es damit luftdicht ab. Die Sonde sendet einen Ton aus und misst kontinuierlich den Widerstand des Trommelfells und damit den auch der nachgeschalteten Gehör-Knöchelchen. Das gibt Aufschlüsse über die Funktionalität des Mittelohrs.
    • Messung des Stapedius-Reflexes: Bei der Messung des Stapedius-Reflexes wird die Reflex-Schwelle bestimmt, also der Lautstärke-Wert, ab dem der Reflex ausgelöst wird. Durch diese Untersuchung lässt sich feststellen, ob die Gehör-Knöchelchen im Mittelohr normal beweglich sind.
    • Neugeborenen-Screening: Seit 2009 werden alle Neugeborenen auf Taubheit untersucht. Ziel ist es, Hörstörungen bis zum dritten Lebensmonat frühzeitig zu erkennen und bis zum sechsten Lebensmonat die Therapie einzuleiten.
      • Messung der otoakustischen Emissionen, ein schmerzloses Verfahren zur Funktionsprüfung der Hörschnecke.
      • Hirnstamm-Audiometrie (zum Beispiel BERA). Sie untersucht die Nerven- und Gehirn-Bereiche, die für das Hören verantwortlich sind.
  • Weitere Untersuchungen: Insbesondere bei Kindern werden neben der Audiometrie auch andere Hör-Tests genutzt, um das Hörvermögen zu überprüfen. Wenn das Tragen von Kopfhörern abgelehnt oder nicht möglich ist, werden Lautsprecher genutzt. Dieses Verfahren erlaubt zwar keine seitengetrennte Untersuchung der Ohren, liefert aber dennoch Hinweise auf die Hörfähigkeit. Weitere spezielle Verfahren für diese Fälle sind Verhaltens-Audiometrie, Reflex-Audiometrie, visuelle Konditionierung und konditionierte Spiel-Audiometrie.
  • Bildgebende Verfahren: Bildgebende Verfahren kommen zum Einsatz, wenn der Patient ein Cochlea-Implantat erhält oder aber der Verdacht auf eine Krebs-Erkrankung oder eine Fehlbildung als Ursache für die Taubheit besteht. Dabei wird mit Hilfe der Magnetresonanztomografie (MRT) oder der Computertomografie (CT) das Gehirn beziehungsweise das Ohr detailliert abgebildet.

Behandlung

Die Behandlung eines Taubheitsgefühls im Ohr hängt immer von der Ursache ab: diese Beschwerden werden im Falle einer Entzündung oft mit Antibiotika behandelt und können so stark sein, dass sie einen chirurgischen Eingriff erfordern.

HWS-Syndrom

Wer über Schwindel oder über Kopf- und Nackenschmerzen klagt, hat in vielen Fällen Probleme mit der Halswirbelsäule. Dies wird auch als HWS-Syndrom bezeichnet. Zur Behandlung und Linderung der Symptome stehen eine Reihe von Therapien zur Verfügung:

  • Wärme & Entspannung: Wärme kann verspannte Muskeln und Sehnen lösen. Daher sollten Sie zunächst versuchen, den Halswirbelbereich zu wärmen. Legen Sie dazu eine Wärmflasche oder ein Körnerkissen in den Nacken. Auch Dehnübungen oder sanfte Massagen können zur Linderung der Beschwerden beitragen.
  • Stoßwellentherapie: Die Behandlung mit Stoßwellen hat sich bei HWS Beschwerden als sehr erfolgversprechend erwiesen. Mit einer Stoßwellentherapie können Triggerpunkte für Schmerzempfindungen gezielt aufgelöst sowie Verspannungen und eventuelle Entzündungen reduziert werden. Dies führt zu einer raschen Linderung der Beschwerden.
  • Übungen: Gezielte Übungen, die am besten durch einen erfahrenen Physiotherapeuten erläutert werden, können helfen, HWS Beschwerden zu lindern.
  • Physiotherapie & Osteopathie: Eine manuelle Therapie als Teil einer physiotherapeutischen Behandlung besteht in erster Linie aus Massagen, die Blockaden mithilfe von Druck und Dehnung auflösen sollen. Verspannte Muskeln und Sehnen können so gedehnt und entspannt werden. Falls tiefergehende Zusammenhänge zwischen Organsystem und Bewegungsapparat behandelt werden sollen, kann dies auf Wunsch auch mithilfe der Osteopathie oder Akupunktur geschehen.
  • Injektionen: Bei besonders starken Schmerzen können Injektionen mit schmerzstillenden Mitteln angezeigt sein. Diese werden entweder direkt in die Wirbelgelenke oder an die aus dem Spinalkanal herausragenden Nerven gesetzt. Die Injektion erfolgt dabei aus Sicherheitsgründen unter Röntgen- oder CT-Kontrolle.
  • Operation: Eine Operation ist bei HWS Beschwerden nur selten notwendig. Falls sich jedoch mittel- bis hochgradige Lähmungserscheinungen zeigen, könnte es sich um einen zervikalen Bandscheibenvorfall handeln, der in manchen Fällen operativ behandelt werden muss. Lassen Sie sich diesbezüglich unbedingt umfassend von einem Facharzt beraten. In vielen Fällen kann eine Operation durch Stoßwellen- oder konservative Therapie vermieden werden.

Schwerhörigkeit

Ist das Gehör dauerhaft geschädigt, helfen Hörgeräte oder Hörimplantate der Patient*in sehr oft wieder gut zu hören. Allerdings profitiert nicht jeder Hörverlust von einer Hörgeräteversorgung. Gerade bei Altersschwerhörigkeit verbessern Hörgeräte die Verständigung enorm und erhöhen die Lebensqualität. Moderne Hörgeräte sind einfach zu handhaben und unauffällig im Ohr oder hinter dem Ohr zu tragen.

Medikamente

Medikamente, die als Nebenwirkung vorübergehend oder dauerhaft das Gehör schädigen, werden als ototoxisch bezeichnet. Auch Gifte, etwa Schwermetalle, haben ototoxische Effekte. Die Symptome reichen in beiden Fällen von geringer Hörminderung bis zur vollständigen Ertaubung. Dabei hängt das Risiko einer Schwerhörigkeit oder Ertaubung von Dosierung, Dauer und Art der Einnahme ab. Expert*innen empfehlen, bei der Einnahme von ototoxischen Medikamenten die Hörleistung regelmäßig zu kontrollieren.

Was kann man selbst tun?

  • Stress reduzieren: Wird die Gefühlsstörung durch Stress und erhöhte Körperspannung ausgelöst, können Sie mit Entspannungdagegen anarbeiten. Yoga ist ein gutes Mittel und auch Meditation. Arzneilavendel (Lavandula angustifolia) als Öl oder in Kapselform zum Einnehmen trägt durch seine Inhaltsstoffe zur körperlichen und geistigen Entspannung bei.
  • Durchblutung fördern: Regelmäßige Bewegung gehört zum A und O der guten Durchblutung. Es reicht völlig aus, jeden Tag zum Beispiel 30 Minuten spazieren zu gehen, das Radfahren für sich wieder zu entdecken oder zu schwimmen.
  • Gesunde Ernährung: Eine ausgewogene Ernährung mit genügend wichtigen Nährstoffen wie Eisen, Folsäure oder auch Vitamin B ist wichtig. Ebenfalls sehr wichtig für die körperliche Gesundheit: Ausreichend Wasser trinken. Wasser verdünnt das Blut, so kann es besser im Körper zirkulieren. Ein Minimum von 1,5 Litern über den Tag verteilt reicht schon aus.
  • Lärm vermeiden: Gehör schützen. Lärm bedeutet Stress für das Sinnesorgan Ohr, wobei „Lärm“ alle als störend wahrgenommenen, lauten Geräusche umfasst. Es ist empfehlenswert, starke Lärmbelastung so kurz wie möglich zu halten bzw. Ohrstöpsel oder Gehörschutz zu tragen.

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