Migräne ist mehr als nur Kopfschmerzen. Sie ist eine komplexe neurologische Erkrankung des Gehirns. Die Behandlung der Migräne zielt darauf ab, akute Anfälle möglichst schnell zu lindern und künftigen Attacken zuverlässig und nachhaltig vorzubeugen. Dafür stehen sowohl medikamentöse als auch nicht-medikamentöse Verfahren zur Verfügung. Bei Migräne entwickeln sich heftige, häufig einseitige pulsierend-pochende Kopfschmerzen, die bei körperlicher Betätigung (Sport, körperliche Arbeit) zunehmen. Bei etwa einem Drittel der Betroffenen ist bei einer Migräne-Attacke der ganze Kopf (med. holokraniell) betroffen.
Was ist Vomex A® Sirup und wie wirkt es?
Vomex A® Sirup ist ein Arzneimittel, das den Wirkstoff Dimenhydrinat enthält. Dimenhydrinat wirkt gegen Übelkeit und Erbrechen, indem es direkt in einem Teil des Gehirns, dem sogenannten Brechzentrum, wirkt. Es blockiert dort die Histamin-Rezeptoren, sodass Signale, die Übelkeit und Erbrechen auslösen, nicht weitergeleitet werden. Das Histamin kann nicht wirken und die Übelkeit lässt nach.
Anwendungsgebiete von Vomex A® Sirup
Vomex A® Sirup wird zur Vorbeugung und Behandlung von Übelkeit und Erbrechen unterschiedlichen Ursprungs eingesetzt, insbesondere bei:
- Reisekrankheit
- Migräne
- Magen-Darm-Infekten
Es ist für Kleinkinder und Kinder ab 6 kg Körpergewicht geeignet. Für Erwachsene stehen höher dosierte Darreichungsformen zur Verfügung.
Migräne und Übelkeit
Übelkeit gehört zu den Leitsymptomen der Migräne. Im Englischen wurde sie daher früher auch sick headache, also „von Übelkeit begleiteter Kopfschmerz“ genannt. Die genauen neurobiologischen Abläufe, die zu Übelkeit und Erbrechen führen, sind komplex. Zudem kommt es während einer Migräne-Attacke oft zu einer verzögerten Magenentleerung und zu Darmträgheit. Diese gestörte Magen-Darm-Aktivität trägt zur Übelkeit bei: Der Körper fühlt sich „vergiftet“ und reagiert mit Brechreiz. Gleichzeitig werden oral (über den Mund) eingenommene Schmerzmittel schlechter aufgenommen, weil sich der Weitertransport in den Darm verzögert. Das ist der Grund, warum Erbrechen die Migräne oft noch verschlimmert oder verlängert. Einerseits verliert der Körper beim Erbrechen Flüssigkeit und gerät dadurch noch mehr in Stress. Andererseits werden Arzneimittel nur unzureichend aufgenommen. Daher können bei schweren Migräne-Attacken alternative Darreichungsformen (z.B.
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Für die Behandlung der Migräne bedeutet das außerdem, dass Medikamente gegen Übelkeit (Antiemetika) wie Dimenhydrinat (z.B. in Vomex A), Metoclopramid (MCP) oder Domperidon meist fester Bestandteil der Therapie sind. Wichtig ist, dass alle Medikamente bei Migräne frühzeitig eingenommen werden, möglichst bevor die Übelkeit zu stark wird. Neben der Übelkeit wird bei bis zu 82 von 100 Betroffenen zudem jener Teil des Nervensystems aktiviert, der eigentlich für Ruhe und Erholung sorgt (Parasympathikus). Er hilft dem Körper dabei, sich zu entspannen, regelt z.B. den Speichelfluss oder das Augentränen. Deshalb tränt bei vielen Betroffenen das Auge auf der von der Migräne betroffenen Seite.
Dosierung und Anwendung von Vomex A® Sirup
Die Dosierung von Vomex A® Sirup richtet sich nach dem Körpergewicht des Kindes:
- Kleinkinder ab 6 kg Körpergewicht: 3-mal täglich 1,25 mg Dimenhydrinat pro Kilogramm Körpergewicht. 1 ml Sirup entspricht 3,3 mg Dimenhydrinat.
- Kinder mit 6 bis 10 kg: 3 x 2,5 ml
- Kinder über 10 bis 15 kg: 3 x 5,0 ml
- Kinder über 15 bis 20 kg: 3 x 7,5 ml
- Kinder über 20 bis 25 kg: 3 - 4 x 7,5 ml
- Kinder über 25 bis 30 kg: 3 x 12,5 ml
- Kinder über 30 kg: 3 x 15 ml
Die angegebenen Obergrenzen zur Dosierung dürfen nicht überschritten werden.
Art der Anwendung:
- Nehmen Sie das Arzneimittel unverdünnt ein.
- Vor Gebrauch gut schütteln.
- Dem Arzneimittel liegt für eine korrekte Dosierung ein Messbehältnis bei.
Zeitpunkt:
- Unabhängig von der Mahlzeit.
- Zur Vorbeugung der Reisekrankheit erfolgt die erstmalige Gabe ca. ½ - 1 Stunde vor Reisebeginn.
- Zur Behandlung von Übelkeit und Erbrechen werden die Gaben, falls mehrere nötig, in regelmäßigen Abständen über den Tag verteilt. Zwischen zwei Gaben sollte ein zeitlicher Abstand von mindestens 6 Stunden eingehalten werden.
Dauer der Anwendung:
- Die Anwendungsdauer richtet sich nach der Art der Beschwerden und/oder dem Verlauf der Erkrankung.
- Ohne ärztlichen Rat sollten Sie das Arzneimittel nicht länger als 2 Wochen anwenden.
- Bei anhaltenden Beschwerden sollte deshalb ein Arzt/eine Ärztin aufgesucht werden.
- Spätestens nach 2-wöchiger Behandlung sollte ärztlich geprüft werden, ob eine Behandlung mit Vomex A® Sirup weiterhin erforderlich ist.
Gegenanzeigen
Vomex A® Sirup darf nicht eingenommen werden bei:
- Überempfindlichkeit gegen die Inhaltsstoffe
- Epilepsie
- Krampfanfälle während der Schwangerschaft (Eklampsie)
- Engwinkelglaukom
- Phäochromocytom (Adrenalin produzierender Tumor)
- Porphyrie (Stoffwechselkrankheit)
- Prostatavergrößerung mit Restharnbildung
Unter Umständen - sprechen Sie hierzu mit Ihrem Arzt oder Apotheker:
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- Verengung im Verdauungstrakt, vor allem am Magen
- Herzrhythmusstörungen
- Asthma bronchiale
- Chronisch obstruktive Atemwegserkrankung (chronische Atemwegserkrankung mit einer Verengung der Atemwege)
- Eingeschränkte Leberfunktion
Welche Altersgruppe ist zu beachten?
- Erwachsene: Das Arzneimittel sollte in dieser Gruppe in der Regel nicht angewendet werden. Es gibt Präparate, die von der Wirkstoffstärke und/oder Darreichungsform her besser geeignet sind.
Was ist mit Schwangerschaft und Stillzeit?
- Schwangerschaft: Wenden Sie sich an Ihren Arzt. Es spielen verschiedene Überlegungen eine Rolle, ob und wie das Arzneimittel in der Schwangerschaft angewendet werden kann.
- Stillzeit: Von einer Anwendung wird nach derzeitigen Erkenntnissen abgeraten. Eventuell ist ein Abstillen in Erwägung zu ziehen.
Ist Ihnen das Arzneimittel trotz einer Gegenanzeige verordnet worden, sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker.
Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen
- Vorsicht: Das Reaktionsvermögen kann auch bei bestimmungsgemäßem Gebrauch beeinträchtigt sein. Achten Sie vor allem darauf, wenn Sie am Straßenverkehr teilnehmen oder Maschinen (auch im Haushalt) bedienen, mit denen Sie sich verletzen können.
- Vorsicht: Vermeiden Sie die Einnahme von Alkohol.
- Vorsicht: Patienten mit Engwinkelglaukom haben ein erhöhtes Risiko - besonderes im akuten Anfall.
- Vermeiden Sie übermäßige UV-Strahlung, z.B. in Solarien oder bei ausgedehnten Sonnenbädern, weil die Haut während der Anwendung des Arzneimittels empfindlicher reagiert.
- Durch plötzliches Absetzen können Probleme oder Beschwerden auftreten. Deshalb sollte die Behandlung langsam, das heißt mit einem schrittweisen Ausschleichen der Dosis, beendet werden. Lassen Sie sich dazu am besten von Ihrem Arzt oder Apotheker beraten.
- Achtung: Wenn Sie das Arzneimittel über längere Zeit anwenden, kann sich der Körper daran gewöhnen und Sie brauchen evtl. eine immer höhere Dosierung, damit Sie eine Wirkung spüren.
- Vorsicht bei Allergie gegen Propylenglykol!
- Vorsicht bei einer Unverträglichkeit gegenüber Saccharose. Wenn Sie eine Diabetes-Diät einhalten müssen, sollten Sie den Zuckergehalt berücksichtigen.
- Es kann Arzneimittel geben, mit denen Wechselwirkungen auftreten. Sie sollten deswegen generell vor der Behandlung mit einem neuen Arzneimittel jedes andere, das Sie bereits anwenden, dem Arzt oder Apotheker angeben. Das gilt auch für Arzneimittel, die Sie selbst kaufen, nur gelegentlich anwenden oder deren Anwendung schon einige Zeit zurückliegt.
Mögliche Nebenwirkungen
Welche unerwünschten Wirkungen können auftreten?
- Magen-Darm-Beschwerden, wie:
- Übelkeit
- Erbrechen
- Magenschmerzen
- Durchfälle
- Verstopfung
- Mundtrockenheit
- Schwindel
- Schläfrigkeit
- Benommenheit
- Muskelschwäche
- Stimmungsschwankungen
- Sehstörungen
- Pulsbeschleunigung
- Erhöhung des Augeninnendrucks
- Störungen beim Wasserlassen
- Gefühl der "verstopften Nase"
Besonders bei Kindern:
- Unruhe
- Erregung
- Schlaflosigkeit
- Angstzustände
- Zittern
Bemerken Sie eine Befindlichkeitsstörung oder Veränderung während der Behandlung, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.
Für die Information an dieser Stelle werden vor allem Nebenwirkungen berücksichtigt, die bei mindestens einem von 1.000 behandelten Patienten auftreten.
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Überdosierung
Bei einer Überdosierung kann es unter anderem zu Schläfrigkeit, Bewusstseinsstörungen, Halluzinationen sowie zu Störungen der Herz- Kreislauffunktion kommen. Setzen Sie sich bei dem Verdacht auf eine Überdosierung umgehend mit einem Arzt in Verbindung.
Generell gilt: Achten Sie vor allem bei Säuglingen, Kleinkindern und älteren Menschen auf eine gewissenhafte Dosierung. Im Zweifelsfalle fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker nach etwaigen Auswirkungen oder Vorsichtsmaßnahmen.
Eine vom Arzt verordnete Dosierung kann von den Angaben der Packungsbeilage abweichen.
Vomex A® Sirup im Alltag
Vomex A® Sirup ist individuell dosierbar und daher besonders geeignet für Familien mit mehreren Kindern. Der kinderfreundliche Kirschgeschmack erleichtert die Einnahme.
Missbrauch von Arzneimitteln
Es ist wichtig zu beachten, dass einige Arzneimittel, darunter auch solche, die gegen Übelkeit und Erbrechen eingesetzt werden, missbräuchlich verwendet werden können. So werden beispielsweise bei Schülern beliebt seien derzeit sogenannte Vomex-Partys. Das Mittel gegen Übelkeit und Erbrechen enthält bekanntlich Dimenhydrinat, ein Salz aus Diphenhydramin und 8-Chlortheophyllin. Diphenhydramin wirke in hohen Dosen halluzinogen, so Elsner. Die Nutzer zerkleinern die Dragees, damit die Wirkung schneller eintritt. Daher ist es wichtig, Arzneimittel nur gemäß den Anweisungen des Arztes oder Apothekers einzunehmen und sie vor unbefugtem Zugriff zu schützen.