Vomex A bei Krämpfen: Ein umfassender Überblick

Vomex A ist ein Medikament, das zur Vorbeugung und Behandlung von Übelkeit und Erbrechen unterschiedlichen Ursprungs eingesetzt wird. Es enthält den Wirkstoff Dimenhydrinat, ein Antihistaminikum, das sowohl gegen Übelkeit als auch gegen Schwindel wirkt. Dieser Artikel beleuchtet die verschiedenen Aspekte von Vomex A, einschließlich seiner Eigenschaften, Anwendungsgebiete, Vorsichtsmaßnahmen und Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten.

Was ist Vomex A und wie wirkt es?

Vomex A enthält den Wirkstoff Dimenhydrinat, der zur Gruppe der H1-Antihistaminika gehört. Dimenhydrinat wirkt als Antiemetikum (Mittel gegen Übelkeit) und Antivertiginosum (Mittel gegen Schwindel). Es beeinflusst verschiedene Rezeptoren im Körper und hat H1-antihistaminische, anticholinerge und zentral sedierende Eigenschaften. Zusätzlich wirkt Dimenhydrinat lokal betäubend. Das Medikament ist in Apotheken rezeptfrei erhältlich.

Verfügbare Darreichungsformen und Wirkstärken

Vomex A ist in verschiedenen Formen erhältlich, um den Bedürfnissen unterschiedlicher Patientengruppen gerecht zu werden:

  • Kaugummi-Dragees (20 mg Dimenhydrinat): Besonders geeignet zur Vorbeugung und Behandlung leichter Reisekrankheit.
  • Tabletten/Sublingualtabletten und Dragees (50 mg Dimenhydrinat): Für die Vorbeugung und Behandlung von Übelkeit und Erbrechen unterschiedlicher Ursachen, insbesondere bei Reisekrankheit.
  • Retardkapseln (120 oder 150 mg Dimenhydrinat): Zur symptomatischen Behandlung von Schwindel bei älteren Patienten und zur Vorbeugung und Behandlung von Übelkeit und Erbrechen, insbesondere bei Reisekrankheit.
  • Sirup (3,3 mg Dimenhydrinat pro 1 ml): Geeignet für Kinder ab 6 kg Körpergewicht.

Die Wahl der geeigneten Darreichungsform und Wirkstärke sollte in Absprache mit einem Arzt oder Apotheker erfolgen.

Anwendungsgebiete von Vomex A

Die Anwendungsgebiete von Vomex A variieren je nach Darreichungsform:

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  • Kaugummi-Dragees (20 mg): Vorbeugung und Behandlung von Übelkeit und Erbrechen bei leichter Reisekrankheit.
  • Tabletten/Dragees (50 mg) und Sirup (3,3 mg/ml): Vorbeugung und Behandlung von Übelkeit und Erbrechen unterschiedlichen Ursprungs, insbesondere bei Reisekrankheit.
  • Retardkapseln: Symptomatische Behandlung von Schwindel unterschiedlichen Ursprungs bei älteren Patienten, sowie Vorbeugung und Behandlung von Übelkeit und Erbrechen unterschiedlichen Ursprungs, insbesondere bei Reisekrankheit.
  • Sublingualtabletten (50 mg): Vorbeugung und Behandlung von Reisekrankheit bei Erwachsenen und Kindern über 12 Jahren.

Es ist wichtig zu beachten, dass Dimenhydrinat nicht zur alleinigen Behandlung von Übelkeit und Erbrechen geeignet ist, die durch Zytostatika (Krebsmedikamente) verursacht werden.

Was ist vor der Einnahme von Vomex A zu beachten?

Bevor Sie Vomex A einnehmen, sollten Sie einige wichtige Punkte beachten, um Risiken zu minimieren und die Wirksamkeit zu gewährleisten.

Gegenanzeigen

Vomex A darf nicht eingenommen werden bei:

  • Überempfindlichkeit gegenüber Dimenhydrinat oder anderen Antihistaminika.
  • Akutem Asthma-Anfall.
  • Engwinkelglaukom.
  • Phäochromozytom.
  • Porphyrie.
  • Prostatahyperplasie mit Restharnbildung.
  • Krampfanfällen (Epilepsie, Eklampsie).

Bestimmte Darreichungsformen sind für bestimmte Altersgruppen nicht geeignet:

  • Retardkapseln (120 mg oder 150 mg) dürfen nicht von Kindern unter 14 Jahren eingenommen werden.
  • Tabletten/Dragees sind nicht für Kinder unter 6 Jahren geeignet.
  • Kaugummi-Dragees, die Levomenthol enthalten, dürfen nicht bei Säuglingen und Kindern bis zu 2 Jahren angewendet werden.
  • Sublingualtabletten sind nicht für Kinder unter 12 Jahren geeignet.

Besondere Vorsichtshinweise

Besondere Vorsicht bei der Einnahme von Vomex A ist geboten bei:

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  • Eingeschränkter Leberfunktion.
  • Nierenproblemen.
  • Herzrhythmusstörungen.
  • Kalium- oder Magnesiummangel.
  • Verlangsamtem Herzschlag (Bradykardie).
  • Bestimmten Herzerkrankungen.
  • Gleichzeitiger Anwendung von Arzneimitteln, die das QT-Intervall im EKG verlängern oder zu einer Hypokaliämie führen.
  • Chronischen Atembeschwerden und Asthma.
  • Verengung am Ausgang des Magens (Pylorusstenose).

Insbesondere bei Säuglingen und Kleinkindern kann Dimenhydrinat Krampfanfälle auslösen. Daher sollte die Indikation zur Behandlung in dieser Patientengruppe streng gestellt werden. Bei fieberhaften Infekten sollte Dimenhydrinat vermieden werden.

Hinweise zu sonstigen Bestandteilen

Patienten mit Fructose-Intoleranz, Glucose-Galactose-Malabsorption oder Saccharase-Isomaltase-Mangel sollten das Arzneimittel nicht einnehmen, wenn es entsprechende Zucker als Hilfsstoffe enthält. Kaugummi-Dragees können Aspartam enthalten, was für Patienten mit Phenylketonurie schädlich sein kann. Diabetiker sollten den Zuckergehalt bei der Berechnung ihrer Broteinheiten berücksichtigen.

Anwendung bei Kindern und Jugendlichen

Bei Säuglingen und Kleinkindern besteht die Möglichkeit paradoxer Reaktionen wie Unruhe, Erregung, Schlaflosigkeit, Angstzustände oder Zittern. Überdosierungen können vor allem bei Säuglingen und Kleinkindern gefährlich werden. Die empfohlene Dosierung sollte nicht eigenmächtig erhöht werden.

Anwendung bei älteren Patienten

Bei Zahnprothesenträgern ist zu berücksichtigen, dass die Kaumasse der Kaugummi-Dragees an der Prothese haften bleiben kann. Ältere Patienten sollten ihren Arzt informieren, wenn sie eine Vorgeschichte mit Verstopfung, Schwindel oder Benommenheit haben, an Prostata-Problemen leiden oder unter Verhältnissen leiden, die durch eine Anticholinergika-Therapie verstärkt werden könnten.

Schwangerschaft und Stillzeit

Während des dritten Trimesters der Schwangerschaft sollte Dimenhydrinat nicht eingenommen werden, da es vorzeitige Uteruskontraktionen auslösen kann. Während der ersten sechs Monate der Schwangerschaft sollte Dimenhydrinat nur eingenommen werden, wenn nicht-medikamentöse Maßnahmen keinen Erfolg gezeigt haben und der Arzt dazu rät. Dimenhydrinat geht in geringen Mengen in die Muttermilch über. Bei Anzeichen für erhöhte Unruhe beim gestillten Kind sollte auf Flaschennahrung umgestellt oder die Behandlung abgesetzt werden.

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Verkehrstüchtigkeit und das Bedienen von Maschinen

Vomex A kann Schläfrigkeit, Gedächtnisstörungen und verminderte Konzentrationsfähigkeit verursachen, was die Fahrtüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen beeinträchtigen kann. Dies gilt besonders nach unzureichender Schlafdauer, bei Behandlungsbeginn und in Kombination mit Alkohol.

Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen, auch wenn es sich um nicht verschreibungspflichtige Mittel handelt. Besondere Vorsicht ist geboten bei gleichzeitiger Einnahme von:

  • Atropin und/oder anderen Atropin-Substanzen.
  • Zentral dämpfenden Arzneimitteln.
  • Ototoxischen Antibiotika.
  • Arzneimitteln, die das QT-Intervall im EKG verlängern.
  • Sympathomimetika.
  • Monoaminooxidase-Hemmern.
  • Procarbazin.

Die gleichzeitige Einnahme von Dimenhydrinat mit anderen zentral dämpfenden Arzneimitteln kann zu einer gegenseitigen Verstärkung der Wirkungen führen. Die anticholinerge Wirkung von Dimenhydrinat kann durch die gleichzeitige Gabe von anderen Stoffen mit anticholinergen Wirkungen verstärkt werden. Bei gleichzeitiger Gabe von Dimenhydrinat mit Monoaminoxidase-Hemmern kann sich u. U. eine lebensbedrohliche Darmlähmung, Harnverhalten oder eine Erhöhung des Augeninnendruckes entwickeln. Die Einnahme von Dimenhydrinat zusammen mit Arzneimitteln gegen erhöhten Blutdruck kann zu verstärkter Müdigkeit führen. Dimenhydrinat kann die Ergebnisse von Allergie-Tests verfälschen und eine durch bestimmte Antibiotika ausgelöste Gehörschädigung verdecken.

Einnahme von Vomex A zusammen mit Nahrungs- und Genussmitteln

Während der Behandlung mit Dimenhydrinat sollte kein Alkohol getrunken werden, da Alkohol die Wirkung von Dimenhydrinat in unvorhersehbarer Weise verändern und verstärken kann. Sublingualtabletten sollten nach den Mahlzeiten eingenommen werden, um Magenreizungen zu minimieren.

Wie ist Vomex A einzunehmen?

Nehmen Sie Vomex A immer genau nach Anweisung des Arztes ein. Fragen Sie bei Ihrem Arzt oder Apotheker nach, wenn Sie sich nicht sicher sind.

Art und Dauer der Anwendung

  • Kaugummi-Dragees: Kauen Sie die Dragees wie einen normalen Kaugummi. Beginnen Sie etwa 1 Stunde vor Reisebeginn mit dem ersten Dragee, weitere folgen im Abstand von jeweils 1/2 Stunde. Die Dragees sollten jeweils 30 Minuten lang kräftig gekaut werden.
  • Dragees/Tabletten: Schlucken Sie die Dragees/Tabletten unzerkaut mit reichlich Flüssigkeit. Zur Prophylaxe von Reisekrankheit erfolgt die erstmalige Gabe ca. 1/2 bis 1 Stunde vor Reisebeginn. Zur Therapie von Übelkeit und Erbrechen werden die Gaben in regelmäßigen Abständen über den Tag verteilt.
  • Sirup: Nehmen Sie den Sirup in regelmäßigen Abständen über den Tag verteilt ein.
  • Retardkapseln: Schlucken Sie die Retardkapseln unzerkaut mit reichlich Flüssigkeit.
  • Sublingualtabletten: Legen Sie die Tablette unter die Zunge und lassen Sie sie dort zergehen.

Dimenhydrinat ist nur zur kurzzeitigen Anwendung vorgesehen. Bei anhaltenden Beschwerden sollte ein Arzt aufgesucht werden. Spätestens nach 2-wöchiger Behandlung sollte geprüft werden, ob eine Behandlung weiterhin erforderlich ist.

Übelkeit und Erbrechen: Ursachen und Behandlung

Übelkeit und Erbrechen sind Symptome, die durch verschiedene Faktoren ausgelöst werden können. Eine häufige Ursache ist eine Magen-Darm-Infektion, die durch Viren, Bakterien oder Parasiten verursacht wird. Auch eine Magenverstimmung durch verdorbene Lebensmittel oder übermäßigen Alkoholkonsum kann Übelkeit und Erbrechen auslösen. Hormonelle Veränderungen, beispielsweise während der Schwangerschaft oder im Zusammenhang mit dem Menstruationszyklus, können ebenfalls zu Übelkeit führen.

Magen-Darm-Infektion

Eine Magen-Darm-Infektion (Gastroenteritis) ist eine Entzündung der Schleimhaut des Magen-Darm-Trakts, die häufig mit Übelkeit, Erbrechen, Durchfall und Bauchkrämpfen einhergeht. Die Infektion wird meist durch Viren wie Noroviren oder Rotaviren verursacht, kann aber auch durch Bakterien wie Salmonellen oder EHEC ausgelöst werden.

Vorbeugung:

  • Hygiene: Regelmäßiges Händewaschen und Desinfizieren von Oberflächen.
  • Abstand: Vermeiden Sie engen Kontakt zu erkrankten Personen.
  • Lebensmittelhygiene: Achten Sie auf eine lückenlose Kühlkette und garen Sie Lebensmittel ausreichend.

Behandlung:

  • Flüssigkeitszufuhr: Trinken Sie viel ungesüßten Tee oder Wasser, um den Flüssigkeitsverlust auszugleichen.
  • Elektrolyte: Füllen Sie den Elektrolythaushalt mit Elektrolytpulvern aus der Apotheke auf.
  • Leichte Kost: Essen Sie leicht verdauliche Speisen wie Zwieback, Reis oder Brühe.
  • Ruhe: Gönnen Sie sich ausreichend Ruhe und Schlaf.
  • Medikamente: Vomex A kann helfen, die Übelkeit zu lindern.

Magenverstimmung

Eine Magenverstimmung kann durch verdorbene Lebensmittel, übermäßigen Alkoholkonsum,Stress oder hektische Nahrungsaufnahme verursacht werden. Die Symptome sind ähnlich wie bei einer Magen-Darm-Infektion, umfassen jedoch oft auch Sodbrennen und Völlegefühl.

Vorbeugung:

  • Lebensmittelhygiene: Achten Sie auf die Lagerung und Zubereitung von Lebensmitteln.
  • Mäßigung: Vermeiden Sie übermäßigen Alkoholgenuss und zu große Mahlzeiten.
  • Entspannung: Essen Sie langsam und in entspannter Atmosphäre.

Behandlung:

  • Flüssigkeitszufuhr: Trinken Sie viel Wasser oder Tee.
  • Leichte Kost: Essen Sie leicht verdauliche Speisen.
  • Wärme: Legen Sie eine Wärmflasche auf den Bauch.
  • Medikamente: Vomex A kann helfen, die Übelkeit zu lindern.

Hormonell bedingte Übelkeit

Hormonelle Veränderungen können ebenfalls Übelkeit auslösen. Dies betrifft insbesondere Frauen während der Schwangerschaft, des Menstruationszyklus oder der Wechseljahre.

Behandlung:

  • Ernährung: Essen Sie kleine, häufige Mahlzeiten und vermeiden Sie fettige oder stark gewürzte Speisen.
  • Bewegung: Regelmäßige Bewegung kann helfen, den Stoffwechsel anzukurbeln und die Beschwerden zu lindern.
  • Entspannung: Entspannungsübungen wie Yoga oder Meditation können helfen, Stress abzubauen und die Übelkeit zu reduzieren.
  • Medikamente: In einigen Fällen kann Vomex A helfen, die Übelkeit zu lindern.

Wann sollte ein Arzt aufgesucht werden?

In den meisten Fällen klingen Übelkeit und Erbrechen nach einigen Tagen von selbst wieder ab. Es gibt jedoch Situationen, in denen ein Arzt aufgesucht werden sollte:

  • Starke Symptome: Wenn die Symptome besonders stark ausgeprägt sind oder länger als drei Tage anhalten.
  • Zusätzliche Symptome: Wenn Fieber, Blut im Erbrochenen oder Stuhl, starke Bauchschmerzen oder Anzeichen von Dehydration auftreten.
  • Risikogruppen: Säuglinge, Kleinkinder, Schwangere, ältere Menschen und Menschen mit geschwächtem Immunsystem sollten frühzeitig einen Arzt aufsuchen.
  • Verdacht auf Vergiftung: Bei Verdacht auf eine Lebensmittelvergiftung oder eine andere Art von Vergiftung.

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