Sollten Sie eine oder mehrere der unten aufgeführten Veränderungen an Ihrem Körper feststellen, empfiehlt es sich, einen Arzt oder eine Ärztin aufzusuchen. In den meisten Fällen handelt es sich aber nicht um Krebs, sondern um andere Erkrankungen. Sollte jedoch eine bösartige Gewebeveränderung vorliegen, kann der Arzt oder die Ärztin sie vielleicht noch in einem frühen Stadium feststellen - dann ist die Chance groß, dass die Erkrankung heilbar ist.
Warnzeichen des Körpers ernst nehmen
Krebs ruft im frühen Stadium in der Regel keine Beschwerden hervor. Allerdings gibt es Warnzeichen, die auf eine bösartige Erkrankung hinweisen können. Es kommt darauf an, diese Signale rechtzeitig wahrzunehmen und damit die Chance auf Heilung zu maximieren. Veränderungen beim Stuhlgang oder Urinieren, z.B. Blutungen außerhalb der normalen Regelblutung, z. B. Auch wenn solcherlei Beschwerden oft durch andere Erkrankungen ausgelöst werden - Klärung diesbezüglich kann nur der Arzt oder die Ärztin herbeiführen.
Bei manchen Krebserkrankungen wie Hodenkrebs sind Heilungsraten von über 90 Prozent möglich, wenn sie rechtzeitig entdeckt werden.
Polyneuropathie (PNP): Eine mögliche Ursache für Taubheitsgefühl
Volkskrankheit Polyneuropathie? Schätzungen zufolge erkranken etwa drei bis acht Prozent der deutschen Bevölkerung im Lauf ihres Lebens an einer PNP. Die Erkrankung tritt in etwa der Hälfte aller Fälle als Langzeitfolge von Diabetes mellitus oder einer Alkoholabhängigkeit auf. Insgesamt tragen vor allem ältere Menschen ein erhöhtes Risiko. Eine PNP macht sich häufig zuerst an Händen, Füßen und Beinen bemerkbar, kann sich in ihrem Verlauf aber auch weiter ausdehnen oder innere Organe betreffen. Abhängig von der Art der betroffenen Nervenfasern entstehen unterschiedliche Symptome.
Sensible Beschwerden
Sensible Nerven leiten Informationen aus dem Körper zum Gehirn, sodass beispielsweise Druck, Wärme, Kälte oder Schmerz empfunden werden kann. Kommt es durch eine PNP zu Schäden an diesen sensiblen Nerven, entstehen Fehlempfindungen: Die Haut fühlt sich ohne erkennbaren Auslöser pelzig oder taub an, sie kribbelt, juckt, brennt oder sticht. Viele PNP-Patienten berichten außerdem von schmerzlosen Wunden und dem Gefühl, wie auf Watte zu gehen. Darüber hinaus nehmen Betroffene Temperaturen häufig verfälscht wahr oder empfinden schon bei leichtesten Berührungen extreme Schmerzen.
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Motorische Beschwerden
Motorische Nerven leiten Befehle des Gehirns an die einzelnen Muskelfasern des Körpers weiter: So kann etwa der Arm willentlich gebeugt oder das Bein abgewinkelt werden. PNP-Schäden an diesen motorischen Bahnen können Muskelzuckungen und -krämpfe verursachen und Schmerzen auslösen. Häufig erlahmen die betroffenen Muskeln im Verlauf der Erkrankung und die körperliche Ausdauer lässt allmählich nach.
Autonome Beschwerden
Das Gehirn steuert die Organe unbewusst über sogenannte autonome Nerven. Werden diese durch eine PNP in Mitleidenschaft gezogen, kann es zu unterschiedlichsten Symptomen kommen:
- Übermäßiges oder vermindertes Schwitzen
- Ohnmachts- und Schwindelanfälle vor allem nach dem Aufstehen
- Herzrasen in Ruhe oder zu langsamer Herzschlag bei Anstrengung
- Schluckbeschwerden
- Völlegefühl, Verstopfung und Durchfall
- Erschwertes oder ungewolltes Wasserlassen
- Wassereinlagerungen und Hautveränderungen an den Füßen
- Fortschreitende Schädigungen von Fußknochen und -gelenken
- Erektionsstörungen
- Fehlende Pupillenbewegungen
Diagnose einer PNP
Wenden Sie sich mit den typischen Symptomen einer PNP an Ihren Neurologen. Dieser befragt Sie zunächst zu Ihren individuellen Beschwerden, Vorerkrankungen und Ihrer familiären Krankengeschichte. Darüber hinaus informiert er sich in der Regel, welche Medikamente Sie momentan einnehmen, und führt anschließend verschiedene Untersuchungen durch:
- Neurologische Untersuchung: Zunächst prüft Ihr Neurologe, inwiefern die Funktion Ihrer Nerven eingeschränkt ist. Er ermittelt beispielsweise, ob Empfindungsstörungen auf beiden Körperseiten symmetrisch vorliegen oder ob Ihr Schmerz- und Temperaturempfinden beeinträchtigt ist. Darüber hinaus testet er Ihr sogenanntes Lageempfinden für einzelne Gliedmaßen und prüft mit einer Stimmgabel, ob Sie Vibrationen wahrnehmen können. Abschließend sind einige Koordinations- und Gleichgewichtsübungen Teil der Untersuchung - ebenso wie mehrere Reflextests.
- Blutuntersuchung: Eine Blutprobe kann zum Beispiel Aufschluss über Ihren Langzeit-Blutzuckerspiegel sowie Ihre Vitamin-B12- und Folsäurewerte geben: Diese und weitere Faktoren können Ihrem Neurologen einen Hinweis auf den Ursprung der PNP liefern.
- Elektroneurografie (ENG): Im Rahmen einer elektroneurografischen Untersuchung reizt Ihr Neurologe einen Nerv gezielt über eine auf der Haut angebrachte Elektrode - gleichzeitig misst er, ob und wie schnell dieser Reiz im Nerv weitergeleitet wurde. Diese Untersuchung erlaubt ihm Rückschlüsse auf die genaue Art der Nervenschädigung.
- Elektromyografie (EMG): Bei einer Elektromyografie führt Ihr Arzt entweder eine feine Nadel in den Muskel selbst ein oder bringt eine Elektrode auf der Haut darüber an. So kann er messen, ob ein bestimmter Muskelabschnitt ausreichend starke Signale von den jeweiligen Nerven erhält - oder ob diese geschädigt sind.
- Weitere Untersuchungen: Bei Bedarf kann Ihr Arzt weitere Untersuchungsmethoden wie eine Nerven-Muskel-Biopsie, molekulargenetische Tests oder eine Hirnwasseruntersuchung veranlassen. Darüber hinaus kann eine Magnetresonanztomografie (MRT) oder eine Ultraschalluntersuchung sinnvoll sein.
Ursachenspezifische Therapie
Mediziner gehen heute von mehr als zweihundert möglichen Auslösern für eine PNP aus - allen voran Diabetes mellitus und langjährige Alkoholerkrankungen. Die Therapie einer PNP fokussiert sich neben einer Schmerztherapie entsprechend auf die Behandlung der individuellen Grunderkrankung. Wichtig zu wissen: Ob die PNP-Beschwerden im Lauf der Therapie gänzlich verschwinden, etwas nachlassen oder sich trotzdem verschlechtern, ist von zahlreichen Faktoren abhängig und kann nicht pauschal vorhergesagt werden.
- Diabetes mellitus: Weil ein chronisch erhöhter Blutzuckerspiegel nervenschädigend wirkt, erkrankt in Deutschland beinahe jeder zweite Diabetiker im Lauf seines Lebens an einer PNP. Eine optimale Insulin-Therapie kann vor dieser Langzeitfolge des Diabetes mellitus schützen.
- Alkoholsucht: Chronischer Alkoholmissbrauch führt vor allem in Kombination mit vitaminarmer Ernährung häufig zu nachhaltigen Nervenschäden - Schätzungen zufolge sind bis zu 66 Prozent aller chronischen Alkoholiker betroffen. Die PNP-Therapie konzentriert sich neben einer Vitaminkur entsprechend vor allem auf einen dauerhaften Alkoholentzug.
- Medikamente: Manche chemotherapeutischen Medikamente können abhängig von der Dosis und der Behandlungsdauer Nebenwirkungen auf das Nervensystem haben. Ähnliches gilt unter anderem für verschiedene Medikamente gegen Infektionen, Rheuma oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Wenden Sie sich mit PNP-Symptomen an Ihren behandelnden Arzt: In vielen Fällen kann er Ihre Therapie umstellen.
- Umweltgifte: Schwermetalle wie Blei, Arsen und Thallium können das Nervensystem ebenso wie Quecksilber und einige Lösungsmittel nachhaltig schädigen. Stellt Ihr Neurologe ein solches Umweltgift als Auslöser Ihrer PNP fest, sollten Sie den Kontakt damit in Zukunft vollständig meiden.
- Genetische Veranlagung: Bei den seltenen erblich bedingten Neuropathien wie der Charcot-Marie-Tooth-Erkrankung (CMT) führt ein Gendefekt zur Entstehung einer PNP. Weil die genauen Mechanismen der Erkrankung noch Gegenstand der Forschung sind, konzentriert sich die Behandlung momentan auf physiotherapeutische Maßnahmen.
- Fehlgeleitetes Immunsystem: Greift das Immunsystem körpereigene Zellen an, kann es zu Schäden am Nervensystem kommen. Abhängig von den genauen Prozessen entstehen dabei unterschiedliche Erkrankungen, die meist innerhalb kurzer Zeit einer stationären Behandlung bedürfen:
- Guillain-Barré-Syndrom (GBS)
- Chronisch-inflammatorische Polyradikuloneuropathie (CIDP)
- Vaskulitische Neuropathien
Symptomatische Therapie
- Medikamentöse Schmerztherapie: Verschiedene Antikonvulsiva, Antidepressiva und Opioide können die Schmerzen einer PNP lindern. In der Regel steigert Ihr Arzt die Dosierung dieser Medikamente langsam, um auf etwaige Nebenwirkungen unmittelbar reagieren zu können. Sollten die Schmerzen hauptsächlich auf bestimmten Hautarealen auftreten, kann auch ein örtlich betäubendes Lidocain-Pflaster sinnvoll sein.
- Physio- und Ergotherapie: In der Regel empfiehlt Ihr Arzt Ihnen zusätzlich eine physiotherapeutische Behandlung, um geschwächte Muskelgruppen gezielt zu stärken. Sind die Hände von der PNP betroffen, kann außerdem eine Ergotherapie helfen, um alltägliche Handgriffe oder neue Techniken intensiv zu trainieren.
- Medizinische Fußpflege: Häufig bemerken PNP-Patienten kleinere Wunden an ihren Füßen nicht mehr. Weil sich diese ohne Behandlung leicht entzünden können, spielt eine regelmäßige medizinische Fußpflege eine wichtige Rolle in der PNP-Behandlung.
- Transkutane elektrische Nervenstimulation (TENS): Bei diesem Verfahren werden Elektroden auf den schmerzenden Hautarealen angebracht. So können die darunterliegenden gesunden Nervenfasern elektrisch stimuliert und gleichzeitig die Weiterleitung der schmerzhaften PNP-Signale zum Hirn blockiert werden.
Tipps für den Alltag
Abhängig von Ihren individuellen Symptomen können Ihnen im Alltag ganz unterschiedliche Tricks und Kniffe helfen:
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- Achten Sie auf kleine, dafür häufigere Mahlzeiten, um Völlegefühl, Übelkeit und Erbrechen vorzubeugen.
- Nehmen Sie viel Flüssigkeit und ballaststoffreiche Lebensmittel zu sich, um Verstopfungen entgegenzuwirken.
- Wählen Sie eine Schlafposition mit erhobenem Oberkörper und tragen Sie auch nachts Stützstrümpfe, um Schwindelgefühle beim Aufstehen zu reduzieren.
- Testen Sie warme, kalte oder Wechselbäder, um Schmerzen und Fehlempfindungen zu lindern. Auch warme oder kalte Umschläge können eine wohltuende Wirkung haben.
- Gewöhnen Sie sich einen routinemäßigen Gang zur Toilette alle drei Stunden an, um einem veränderten Harndrang zu begegnen und Unannehmlichkeiten zu vermeiden.
- Lassen Sie sich bei Erektionsstörungen oder trockener Vaginalhaut ärztlich beraten. Eine Vakuumpumpe oder Gleitmittel können hier sehr hilfreich sein.
- Entfernen Sie Stolperfallen und schaffen Sie eine barrierefreie Umgebung, um die Sturzgefahr zu mindern.
Herzinfarkt: Mögliche Ursache für Schwindel und Schweißausbruch
Ein Herzinfarkt ist immer eine akut lebensbedrohliche Situation. Umso wichtiger ist es, die Symptome und Anzeichen eines Herzinfarkts zu kennen. Hier gibt es bestimmte Symptome, die typisch für einen Herzinfarkt sind. Aber auch unspezifische Symptome, die häufig bei Frauen vorkommen. Außerdem macht pflege.de auf die Frühwarnzeichen bei einem Herzinfarkt aufmerksam. Bei jedem Herzinfarkt kommt es zu einer Verengung oder zu einem Verschluss in den Herzkranzgefäßen.
Symptome eines Herzinfarkts
Schmerzen im linken Arm gelten immer noch als das Hauptsymptom bei einem Herzinfarkt. Doch nicht in jedem Fall treten diese Schmerzen auf. Auch die Frage „Welcher Arm tut bei einem Herzinfarkt weh?“ kann nicht eindeutig beantwortet werden. Gerade bei Frauen ist das Beschwerdebild bei einem Herzinfarkt oft so unspezifisch, dass er gar nicht entdeckt wird und damit auch nicht behandelt werden kann.
Mindestens fünf Minuten diese Symptome: Diese Symptome halten für mindestens fünf Minuten an und bessern sich auch nicht im Ruhezustand. Am häufigsten kommt es zu einem starken Engegefühl in der Brust und zu Atemnot. Neben den typischen Beschwerden bei einem Herzinfarkt gibt es auch unspezifische Symptome.
Unspezifische Symptome bei Frauen
Die Symptome und Anzeichen eines Herzinfarkts äußern sich bei Frauen tatsächlich oft anders als bei Männern. Schon vor dem akuten Herzinfarkt treten gerade bei Frauen scheinbar unspezifische Anzeichen für einen Herzinfarkt auf. Unspezifisch meint, dass die Symptome zunächst auf verschiedene Krankheiten hindeuten können und viele Betroffene somit nicht sofort an einen Herzinfarkt denken.
Bei einem akuten Herzinfarkt verspüren Frauen häufig auch die bekannten Symptome wie Brustschmerzen. Ein Herzinfarkt tritt bei Frauen häufig erst nach der Menopause ein. Wenn Frauen in die Wechseljahre kommen, nimmt ihr Östrogen-Spiegel (weibliche Geschlechtshormone) ab. Östrogene wirken gefäßschützend und können somit dem Risiko für einen Herzinfarkt entgegenwirken. Nach der Menopause lässt dieser Schutz nach. Unspezifische Symptome sind typisch für einen stillen Herzinfarkt.
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Was ist zu tun bei Verdacht auf Herzinfarkt?
Selbst, wenn nur einige dieser Symptome auftreten und Sie lediglich den Verdacht auf Herzinfarkt haben, sollten Sie unverzüglich den Notarzt unter 112 rufen. Warten Sie auf keinen Fall ab, ob sich die Beschwerden von alleine bessern. Gehen Sie - in diesem speziellen Fall - lieber vom Schlimmsten aus, nämlich von einem akuten Herzinfarkt. Damit der betroffenen Person im Notfall noch schneller ärztlich geholfen werden kann, ist es gut, wenn sogenannte Notfalldokumente vorliegen.
Äußern Sie beim Anruf Ihren Verdacht auf einen Herzinfarkt. Lotsen Sie den Rettungsdienst: Schicken Sie eine Person an die Straße, die dem Rettungsdienst schnell den Weg weisen kann, um keine wertvolle Zeit zu verlieren. Fahren Sie die betroffene Person nicht selbst ins Krankenhaus. Heften Sie sich diese Ablaufliste an die Kühlschranktür.
Symptome, die auf einen Herzinfarkt hindeuten können, sollten Sie immer ernst nehmen. Scheuen Sie sich nicht davor, ärztlichen Rat einzuholen. Wenn Sie nicht gleich die 112 (Notarzt) anrufen wollen, steht Ihnen immer die Möglichkeit offen, den ärztlichen Notdienst (Bereitschaftsdienst) telefonisch kostenfrei unter der 116 117 zu kontaktieren.
Dauer der Symptome
Die typischen Symptome bei einem Herzinfarkt sind unter anderem starke Schmerzen in der Brust, die einige Minuten anhalten. Die Schmerzen können so stark sein, dass sie auch in die Arme, den Oberbauch, Nacken, Hals, Kiefer oder Schulterblätter ausstrahlen. Meist treten bei einem Herzinfarkt starke Schmerzen im Brustbereich hinter dem Brustbein auf, die ungefähr fünf Minuten oder auch länger anhalten. Die Schmerzen bei einem Herzinfarkt dauern in der Regel einige Minuten an. Man geht von circa fünf Minuten oder länger aus. Die Dauer kann gegebenenfalls von Mensch zu Mensch unterschiedlich sein.
Polyneuropathie durch Diabetes
Am häufigsten ist Diabetes mellitus die Ursache für die Polyneuropathie. Bis zu einem Drittel (30 Prozent) aller Menschen mit Diabetes Typ-1 und Diabetes Typ-2 entwickeln Schäden an den peripheren Nerven als Folge ihrer Zuckerkrankheit. Mit zunehmendem Alter steigt die Rate der Betroffenen. Menschen mit Diabetes erkranken in der Regel besonders früh und schwer an der Neuropathie, wenn sie Schwierigkeiten mit der Einstellung ihrer Blutzuckerwerte haben oder sich nicht ausreichend um ihren Blutzuckerspiegel kümmern. Je länger die Zuckerkrankheit besteht, desto höher steigt auch das Risiko, eine Polyneuropathie zu entwickeln.
Was viele nicht wissen: Eine Neuropathie kann sich frühzeitig entwickeln. Nicht selten entstehen Nervenschäden bereits im Vorstadium des Diabetes (= Prädiabetes), also lange vor der eigentlichen Diagnose. Viele Betroffene wissen in diesem Stadium meist noch nichts von ihrem gestörten Zuckerstoffwechsel. Bei Diagnose eines Typ-2-Diabetes können daher bereits Neuropathien vorliegen.
Ein Vitamin-B1-Mangel kann solche Nervenschäden begünstigen. Menschen mit Diabetes gehören zur Risikogruppe für eine Unterversorgung mit Thiamin. Studien zeigen, dass die Vitamin-B1-Konzentration im Blutplasma bei den untersuchten Diabetikern im Vergleich zu Gesunden um durchschnittlich 75 bis 90 Prozent niedriger lag. Hier sind mehrere Mechanismen am Werk: Erstens haben Menschen mit Diabetes aufgrund eines erhöhten Blutzuckerspiegels einen gesteigerten Vitamin-B1-Bedarf. Zweitens ist die Ausscheidung von Vitamin B1 über die Nieren erhöht. Zuckerkranke sollten daher ihre Versorgung mit Thiamin gut im Blick behalten.
Die Neuropathie verläuft bei jedem Zuckerkranken anders, entwickelt sich aber meist schleichend über mehrere Jahre hinweg und betrifft viele Nerven. Was viele unterschätzen: selbst bei einem von außen gesund aussehenden Fuß können die Nerven im Inneren schon geschädigt sein.
Formen der diabetischen Neuropathie
Die Neuropathie bei Diabetes lässt sich in verschiedene Erscheinungsformen einteilen:
- Symmetrische Polyneuropathie: Die Beschwerden beginnen in den Füßen, später erkranken auch die Hände und Beine. Die vom Körperzentrum am weitesten entfernten Nervenfasern erkranken zuerst. Mediziner sprechen auch von einem strumpf- und handschuhförmigen Muster. Meistens sind die Symptome beidseitig und auf symmetrisch verlaufende Areale begrenzt. Typisch für die Erkrankung sind gestörte sensorische Empfindungen wie Kribbeln, Taubheitsgefühle bis hin zu einer reduzierten Wahrnehmung von Schmerzen durch Verletzungen. Auch die Kommunikation zwischen Nerven und Muskulatur baut sich zunehmend ab. Etwa jeder dritte Diabetiker bekommt eine symmetrische Polyneuropathie. Das Durchschnittsalter der Erkrankten liegt bei ca. 65 Jahren.
- Autonome Neuropathie: Dabei nehmen jene Nerven Schaden, die mit Herzschlag, Blutdruck und Blutzucker in Verbindung stehen und die Tätigkeit der inneren Organe beeinflussen. Aber auch der Stoffwechsel, die Verdauung, Blasenfunktion oder Sexualität kann leiden. Die autonome Neuropathie tritt bei etwa der Hälfte aller Diabetiker nach einer Krankheitsdauer von ungefähr 20 Jahren auf.
- Fokale Neuropathien: Hier sind nur wenige Nerven geschädigt. Typisch für diese Form ist, dass die Beschwerden sehr plötzlich auftreten und sich nicht wie sonst allmählich entwickeln. Am häufigsten kommt die diabetische Amyotrophie vor. Dabei ist die Durchblutung eines Beinnervengeflechtes gestört, was sich durch heftige Schmerzen am Oberschenkel, Bein oder an der Gesäßhälfte bemerkbar macht. Auch die Augenmuskeln können betroffen sein. Erkrankte sehen dann Doppelbilder oder verspüren Schmerzen hinter dem Auge.
Meist nimmt die Polyneuropathie ihren Anfang in den unteren Extremitäten. Es besteht das Risiko, dass sich ein diabetischer Fuß (diabetisches Fußsyndrom) entwickelt. In 85 bis 90 Prozent der Fälle ist eine Polyneuropathie an der Entwicklung eines diabetischen Fußsyndroms beteiligt. Weil die Betroffenen ihr Schmerzempfinden aufgrund der Nervenschäden einbüßen, bemerken sie Wunden oder Verletzungen am Fuß nicht oder nicht rechtzeitig. Solche Wunden können zum Beispiel durch drückendes, zu enges Schuhwerk entstehen. Das Gewebe stirbt ab und offene Wunden sind ein idealer Nährboden für Bakterien und andere Krankheitserreger - sie lösen schwerwiegende Entzündungen aus. Das diabetische Fußsyndrom ist in Deutschland ein häufiger Grund für Amputationen.
Polyneuropathie durch Alkoholkonsum
Auch langjähriger, hoher Alkoholkonsum kann eine Neuropathie auslösen. Alkohol gilt als „Nervengift“ und stört die Weiterleitung von Reizen und Signalen. Bei der Polyneuropathie aufgrund chronischen Alkoholmissbrauchs könnte auch eine Mangelernährung eine Rolle spielen - sie führt zu einem Vitaminmangel, unter anderem zu einer Unterversorgung mit Vitamin B1.
Weitere Ursachen für Polyneuropathie
Daneben kann es noch weitere Gründe für die Neuropathie geben. Die wichtigsten sind:
- Vitamin-B12-Mangel, etwa durch eine einseitige Ernährung - gefährdet sind zum Beispiel Menschen mit veganer Ernährungsweise, die komplett auf tierische Lebensmittel wie Fleisch, Eier und Milchprodukte verzichten. Auch nach einer Magenoperation, zum Beispiel wegen Magenkrebs, kann ein Mangel an Vitamin B12 eine Polyneuropathie hervorrufen.
- Nierenkrankheiten (wichtige Nährstoffe werden vermehrt ausgeschieden)
- Lebererkrankungen
- Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose) oder Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose)
- Infektionen mit Viren und Bakterien, z. B. Borreliose, Herpes simplex, Pfeiffersches Drüsenfieber
- Autoimmunkrankheiten, z. B. Guillain-Barré-Syndrom - die Nervenscheiden der peripheren Nerven nehmen Schaden
- Krebserkrankung - die Neuropathie kann ein erstes Warnsignal sein
- Chemotherapie bei einer Krebserkrankung - besonders platinhaltige Zytostatika wie Cisplatin fördern die Polyneuropathie
- Gifte, z. B.
Herzinsuffizienz als Ursache für Schwindel
Treppensteigen oder schwere Einkaufstaschen tragen: Wenn bei alltäglichen Bewegungen die Luft wegbleibt, ist das häufig das erste Anzeichen einer Herzinsuffizienz, auch Herzschwäche genannt. Im Verlauf der Erkrankung verstärken sich die Symptome einer Herzschwäche, da das Herz über die Jahre zunehmend angegriffen wird.
Typische Symptome einer Herzinsuffizienz
Die Anzeichen einer Herzinsuffizienz können in ihrer Art und Ausprägung von Person zu Person variieren. Mögliche Symptome einer Herzschwäche sind unter anderem:
- Atemnot
- Antriebslosigkeit
- Schnell eintretende Erschöpfung
- Wassereinlagerungen (zum Beispiel in den Beinen)
- Appetitlosigkeit
- Herzrasen
- Schwindel
Zu Beginn zeigt eine Herzinsuffizienz oftmals keine auffälligen Anzeichen. Nach und nach äußert sich die Erkrankung dann dadurch, dass selbst bei alltäglichen Tätigkeiten wie Treppensteigen oder zügigem Spazieren die Luft wegbleibt. Im Verlauf tritt die Kurzatmigkeit immer häufiger auf.
Ein weiteres kennzeichnendes Symptom einer Herzinsuffizienz sind Wassereinlagerungen, sogenannte Ödeme - vor allem auf dem Fußrücken, an den Knöcheln und am Schienbein. Sie entstehen durch einen Rückstau des Blutes vor dem Herzen. Dadurch erhöht sich der Druck in den Venen, durch den letztlich Flüssigkeit ins umliegende Gewebe gepresst wird. Folglich können Socken einschnüren und Abdrücke hinterlassen, die auch nach dem Ausziehen der Socken noch längere Zeit sichtbar bleiben.
Nehmen Sie mögliche Anzeichen einer Herzinsuffizienz unbedingt ernst. Eine Herzschwäche ist keine normale Alterserscheinung - bei zeitiger Behandlung einer Herzschwäche kann die Leistungsfähigkeit des Muskels weitestgehend erhalten bleiben. Eine fortgeschrittene Herzinsuffizienz äußert sich auch bei Ruhe und vor allem in flachen Liegepositionen durch Luftnot. Da die Anzeichen von Herzproblemen vielfältig sein können, haben wir Ihnen eine ausführliche Auflistung möglicher Symptome zusammengestellt.
Geschlechtsspezifische Unterschiede bei Herzinsuffizienz
Frauen erkranken oftmals an der diastolischen Herzinsuffizienz. Bei dieser Form der Herzmuskelschwäche funktioniert die Pumpleistung des Herzens normal - allerdings kann sich die linke Herzkammer schlechter ausdehnen und sich deshalb nicht so gut mit Blut füllen. Es kommt zu einem Rückstau des Blutes. Dies kann Wassereinlagerungen, beispielsweise in Füßen und Beinen, zur Folge haben. Bilden sich Ödeme in der Lunge, klagen Betroffene über Atemnot.
Bei Männern hingegen diagnostizieren Ärzte und Ärztinnen vermehrt die systolische Herzinsuffizienz. Sie geht mit einer verminderten Pumpleistung einher. Insgesamt sind die Symptome der Herzschwäche wie Atemnot, Müdigkeit oder Herzrhythmusstörungen bei Frauen in der Regel schwächer ausgeprägt als bei Männern mit Herzproblemen. Folglich gehen Frauen später zum Arzt oder zu Ärztin, weshalb die Behandlung oftmals erst nach längerem Fortschreiten der Erkrankung einsetzt.
Forscher und Forscherinnen konnten auch einen Zusammenhang zwischen der Menopause und dem Risiko, eine Herz-Kreislauf-Erkrankung zu erleiden, feststellen. Das hat folgenden Grund: Östrogene, also weibliche Hormone, haben gefäßerweiternde Eigenschaften. Bildet der Körper im Zuge der Wechseljahre weniger Östrogene, verändert sich auch der Blutfluss. Je früher die Menopause bei Frauen einsetzt, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, an einer Herzinsuffizienz zu erkranken.
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