Wodka und Epilepsie: Auswirkungen und Zusammenhänge

Dieser Artikel beleuchtet die Auswirkungen von Alkohol, insbesondere Wodka, und Energy-Drinks auf Epilepsie und damit verbundene neurologische Erkrankungen. Es werden die Risiken des Konsums von Energy-Drinks, die Gefahren von Alkoholmissbrauch und die Wechselwirkungen zwischen Alkohol und Medikamenten untersucht.

Die Risiken von Energy-Drinks

Energy-Drinks erfreuen sich großer Beliebtheit, sind jedoch nicht ohne Risiken. Sie enthalten eine Mischung aus stimulierenden Substanzen wie Koffein, Taurin, Tyrosin, B-Vitamine, L-Carnitin, Guarana, Ginseng, Kolanuss, Ginkgo biloba und Yohimbin. Diese Inhaltsstoffe können Herzrasen, Bluthochdruck und sogar lebensbedrohliche Herzrhythmusstörungen auslösen.

Herz-Kreislauf-System:

  • Energy-Drinks sind mit einem erhöhten Risiko für plötzlichen Herztod, Herzinfarkt und Bluthochdruck verbunden.
  • Sie wirken als Aufputschmittel mit einer Adrenalin-vermittelten Aktivierung, die einen unkontrollierten Einfluss auf das Herz-Kreislauf-System hat.
  • Der Konsum von Energy-Drinks kann zu erheblichen Nebenwirkungen führen, die meist Folge einer Noradrenalin-Ausschüttung sind.
  • Zahlreiche Fallberichte zeigen schwerwiegende gesundheitliche Nebenwirkungen, darunter Krampfanfälle des Gehirns, Krämpfe der Herzkranzarterien und Herzinfarkte.
  • Sie können Vorhofflimmern auslösen und sogar lebensbedrohliches Kammerflimmern mit der Folge des plötzlichen Herztodes verursachen.
  • Eine Studie zeigte, dass der Konsum von 900 ml Energy-Drinks mit einem Koffeingehalt von 300-350 mg innerhalb von zwei Stunden zu einem deutlichen Blutdruckanstieg führt (systolisch um 15 mmHg, diastolisch um 10 mmHg).
  • Energy-Drinks mit einem Gehalt von 300-350 mg Koffein verlängern die korrigierte QT-Zeit im EKG, was das Risiko für Herzrhythmusstörungen erhöht.

Gefäßverengung und Herzfunktion:

  • Unter dem Einfluss von Energy-Drinks nimmt die flussabhängige Gefäßerweiterung von Arterien um etwa 50 % ab.
  • Es konnte sowohl eine Einschränkung des Füllungs- als auch des Pumpverhaltens des Herzens gezeigt werden.

Besondere Risikogruppen:

  • Menschen ab dem 35. Lebensjahr haben ein erhöhtes Risiko für unerkannte Herz-Kreislauf-Erkrankungen, wie z.B. Bluthochdruck.
  • Personen mit einem erhöhten Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen sollten ebenfalls vorsichtig mit Energy-Drinks sein.
  • Menschen, die mehr als fünf Tassen Kaffee pro Tag trinken, sind bereits stimuliert und sollten zusätzliche Psychostimulanzien vermeiden.
  • Die Kombination von Energy-Drinks mit psychoaktiven Medikamenten wie Methylphenidat und Amphetaminen (bei ADHS) sowie mit Drogen ist nicht ratsam.
  • Bei akuten oder chronischen Entzündungserkrankungen ist man bereits vermehrt durch Adrenalin aktiviert.
  • Vorsicht ist auch bei Medikamenten geboten, die die QT-Zeit im EKG verlängern, wie bestimmte Antibiotika, Psychopharmaka oder Antiarrhythmika.

Jugendliche und Energy-Drinks:

  • Rund 68 Prozent der Jugendlichen in Europa zwischen zehn und 18 Jahren konsumieren Energy-Drinks, 17 Prozent geben an, manchmal sogar mehr als einen Liter davon zu trinken.
  • Eine Studie zeigte, dass die Kombination mehrerer Wirkstoffe in Energy-Drinks das Herz stärker belastet als Koffein allein.
  • Eine kleine Dose Energy-Drink enthält 54 Gramm Zucker, was mehr als doppelt so viel ist wie die von der WHO empfohlene maximale Tagesdosis.

Alkohol und Epilepsie: Eine gefährliche Mischung

Alkoholmissbrauch kann schwerwiegende gesundheitliche Folgen haben, insbesondere für Menschen mit Epilepsie.

Alkoholabhängigkeit:

  • Die Alkoholabhängigkeit ist die häufigste Suchterkrankung.
  • Ein schädlicher Gebrauch liegt vor, wenn trotz gesundheitlicher Schäden der Alkoholkonsum fortgesetzt wird.
  • Gesundheitliche Schäden auf körperlichem Gebiet sind Lebererkrankungen, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Krebserkrankungen, Erkrankungen des Magen-Darmtraktes, Erkrankungen des Gehirns und des Nervengewebes, der Haut und anderer Organe.
  • Ebenso können psychische Störungen wie depressive Erkrankungen, Konzentrationsstörungen, Gedächtnisstörungen usw. auftreten.
  • Das Risiko für entsprechende Erkrankungen erhöht sich bereits deutlich bei einem täglichen Konsum von 15 bis 20 Gramm bei der Frau und etwa 30 bis 40 Gramm Alkohol pro Tag beim Mann.
  • Auch ohne Vorliegen einer Alkoholabhängigkeit gilt: Bereits mehr als 24 Gramm Reinalkohol bei Männern und über zwölf Gramm bei Frauen täglich können Gesundheitsschäden verursachen.

Ursachen der Alkoholabhängigkeit:

  • Alkoholabhängigkeit hat keine einzelne Ursache, sondern entsteht immer aus dem Zusammenwirken verschiedener Faktoren (psychisch, sozial, körperlich).
  • Gefährdet sind unter anderem Personen, die positiv auf Alkohol reagieren, bei seelischen Belastungen Entspannung suchen, im Umfeld von Alkoholherstellung und -vertrieb arbeiten oder durch Alkoholismus in der Herkunftsfamilie vorbelastet sind.

Behandlung der Alkoholabhängigkeit:

  • Eine Alkoholismus-Therapie teilt sich üblicherweise in zwei Phasen: Entgiftung und Entwöhnung.
  • Die Entgiftung dauert bei Alkoholismus in der Regel sieben bis 14 Tage und bildet die Basis für die Entwöhnung.
  • Die mehrmonatige Entwöhnung hat das Ziel, den von Alkoholabhängigkeit Betroffenen dauerhaft von seiner Alkoholsucht zu lösen.
  • Ziel der Behandlung ist die Abstinenz.

Alkohol und Unterzuckerung bei Diabetikern:

  • Alkohol kann bei Diabetikern zu Unterzuckerung führen, da die Leber durch den Abbau des Alkohols nicht in der Lage ist, Glukose zu mobilisieren und auszuschütten.
  • Diabetiker sollten süßliche Drinks wie Liköre, Cocktails oder süße Weine vermeiden, da diese den Blutzuckerspiegel zu schnell ansteigen lassen.

Das Korsakow-Syndrom: Eine Folge von Alkoholmissbrauch

Das Korsakow-Syndrom ist eine neuropsychiatrische Erkrankung, die zu ausgeprägter Amnesie und kognitiven Beeinträchtigungen führt. Typische Ursachen sind ein jahrelanger Alkoholabusus, aber auch ein nicht-alkoholassoziierter Thiaminmangel.

Ursachen:

  • Chronischer Alkoholmissbrauch beeinträchtigt die Absorption und Verwertung von Thiamin (Vitamin B1) im Gastrointestinaltrakt, dessen Speicherung in der Leber und die Nutzung innerhalb der Nervenzellen.
  • Ein Thiaminmangel wird durch eine unzureichende Aufnahme und/oder eine verminderte gastrointestinale Absorption von Thiamin verursacht, etwa bei Mangelernährung, Essstörungen, Ösophagus- oder Magenkarzinom, Zustand nach Gastrektomie, chronischem Erbrechen, Chemotherapie und chronischem Alkoholmissbrauch.

Symptome:

  • Partieller Verlust des Altzeitgedächtnisses
  • Merkfähigkeitsstörungen (Sekundengedächtnis), erhaltenes Immediatgedächtnis
  • Unfähigkeit, neue Gedächtnisinhalte zu speichern
  • Fakultativ hinzukommen können Orientierungsstörungen, Konfabulationen, Mangel an Einsicht, Konzentrations- und Aufmerksamkeitsdefizite, Persönlichkeitsveränderungen, euphorische Züge mit verminderter Kritikfähigkeit und Selbstvernachlässigung.

Diagnose:

  • Die Diagnose erfolgt anhand der Anamnese, Symptomatik und den Risikofaktoren für Thiaminmangel.
  • Die sogenannten Caine-Kriterien können zum Screening auf das Korsakow-Syndrom verwendet werden.

Therapie:

  • Die Behandlung stützt sich vor allem auf eine sofortige Thiaminsubstitution und absolute Alkoholabstinenz.
  • Darüber hinaus sind die zugrundliegenden Ursachen zu behandeln.
  • Für eine bestmögliche Gedächtnisleistung sollten die neuropsychologischen Funktionen nach der akuten Phase der Vitamin- und Elektrolytsubstitution trainiert werden.

Wechselwirkungen zwischen Alkohol und Medikamenten

Die Wechselwirkungen zwischen Medikamenten und Alkohol sind vielfältig und können gefährlich sein.

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  • Alkohol dämpft das zentrale Nervensystem und verstärkt Arzneimittel, die eine ähnliche Aufgabe haben.
  • Alkoholische Getränke können den Abbau von Medikamenten hemmen, wodurch deren Wirkungsdauer und -kraft erhöht wird.
  • Die Konsequenz sind beispielsweise Konzentrationsschwächen, die die Reaktionsfähigkeit herabsetzen.
  • Beruhigungsmittel und Alkohol können den Blutdruck abfallen lassen, die Atmung beeinträchtigen, vermehrt Speichel fließen oder die Körpertemperatur absinken.
  • Patienten, die Salicylate (z. B. Acetylsalicylsäure) einnehmen, nachdem sie viel Alkohol getrunken haben, riskieren eine Magenblutung.

Photosensitive Epilepsie

Bei der sogenannten photosensitiven Epilepsie kann durch bestimmte Lichtreize ein epileptischer Anfall ausgelöst werden. Besonders Lichtreize mit hohem Kontrast und bestimmter Frequenz, wie sie z. B. auch in Fernsehfilmen oder auf Video gezeigt werden, können Auslöser sein.

Chinin

Chinin ist ein Bitterstoff, der Spirituosen und Erfrischungsgetränken zugesetzt werden darf. Manche Personengruppen, beispielsweise Schwangere oder Menschen mit Tinnitus oder Anämie, sollten chininhaltige Getränke meiden. In höheren Dosen dient Chinin zur Behandlung von Malaria, wobei verschiedene Nebenwirkungen bekannt sind, wie beispielsweise Übelkeit, Kopfschmerzen, Tinnitus, Sehstörungen oder Herzrhythmusstörungen.

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