Taubheitsgefühl der Zunge nach Speicheldrüsenentfernung: Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten

Die Entfernung der Unterkieferspeicheldrüse (Submandibulektomie) kann in seltenen Fällen zu einem Taubheitsgefühl der Zunge führen. Dieser Artikel beleuchtet die Ursachen für dieses Phänomen und bietet einen Überblick über mögliche Behandlungen.

Die Unterkieferspeicheldrüse und ihre Funktion

Die Unterkieferspeicheldrüse (Glandula submandibularis) ist eine von drei großen Speicheldrüsenpaaren im Kopf- und Halsbereich. Sie befindet sich im oberen Halsbereich, direkt an und unter dem Unterkiefer. Ihr Ausführungsgang, der Wharton-Kanal, mündet in der Schleimhaut unter der Zungenspitze. Die Unterkieferspeicheldrüse produziert einen Großteil des Speichels, der für die Befeuchtung der Mundhöhle, die Unterstützung der Verdauung und die Gesunderhaltung der Zähne wichtig ist.

Gründe für die Entfernung der Unterkieferspeicheldrüse

Es gibt verschiedene Gründe, die eine Entfernung der Unterkieferspeicheldrüse erforderlich machen können:

  • Speichelsteine (Sialolithiasis): Speichelsteine sind eine häufige Ursache fürEntzündungen der Speicheldrüsen. Sie bestehen aus organischen und anorganischen Bestandteilen und können den Ausführungsgang der Drüse blockieren, was zu Schwellungen und Schmerzen führt. Eine Ultraschallzertrümmerung des Steins oder die operative Entfernung des Steins, was in lokaler Betäubung erfolgen kann, ist angezeigt.
  • Chronische Entzündungen (Sialadenitis): Wiederkehrende oder chronische Entzündungen der Unterkieferspeicheldrüse, die nicht auf konservative Behandlungen ansprechen, können eine Entfernung der Drüse notwendig machen.
  • Tumoren: Geschwülste der Drüse, meist gutartige Veränderungen, können ebenfalls eine Entfernung der Drüse erforderlich machen. Die Ultraschalluntersuchung durch den HNO Facharzt gibt meist bereits die entscheidenden Hinweise auf das Krankheitsgeschehen.

Ursachen für Taubheitsgefühl der Zunge nach Submandibulektomie

Ein Taubheitsgefühl der Zunge nach einer Submandibulektomie ist eine seltene, aber mögliche Komplikation. Die Ursachen hierfür liegen in der anatomischen Nähe der Unterkieferspeicheldrüse zu wichtigen Nerven:

  • Verletzung des Nervus lingualis (Zungennerv): Der Nervus lingualis ist für die sensible Innervation der Zunge zuständig, d.h. er überträgt Informationen über Berührung, Temperatur und Schmerz von der Zunge zum Gehirn. Er verläuft in unmittelbarer Nähe der Unterkieferspeicheldrüse. Während der Operation kann es zu einer Reizung, Quetschung oder sogar Durchtrennung des Nervs kommen, was zu einem Taubheitsgefühl oder Kribbeln in der Zunge führen kann.
  • Verletzung des Nervus hypoglossus (Unterzungennerv): Der Nervus hypoglossus steuert die Zungenmuskulatur und ist somit für die Beweglichkeit der Zunge verantwortlich. Auch dieser Nerv verläuft in der Nähe der Unterkieferspeicheldrüse und kann während der Operation verletzt werden. Eine Schädigung des Nervus hypoglossus kann neben einem Taubheitsgefühl auch zu Schwierigkeiten beim Sprechen oder Schlucken führen.

Die speziellen Risiken einer Unterkieferspeicheldrüsenoperation sind sehr selten. Sie resultieren vornehmlich aus dem nachbarschaftlichen Verlauf des Mundasts des Gesichtsnervs und des Unterzungennervs. Eine Beeinträchtigung der Nerven während der Operation kann zu Bewegungseinschränkungen und Taubheitsgefühl des Mundes oder der Zunge führen. Sollte es während der Operation aber zu einer Verletzung des Nervs gekommen sein, so verbleibt eine Lähmung der betreffenden Mund- oder Zungenhälfte.

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Symptome eines Taubheitsgefühls der Zunge

Die Symptome eines Taubheitsgefühls der Zunge nach einer Submandibulektomie können vielfältig sein:

  • Vermindertes oder fehlendes Gefühl: Betroffene berichten von einem verminderten oder vollständig fehlenden Gefühl auf einem Teil der Zunge oder der gesamten Zunge.
  • Kribbeln oder Brennen: Manche Patienten verspüren ein Kribbeln, Brennen oder Stechen auf der Zunge.
  • Geschmacksstörungen: Das Taubheitsgefühl kann auch den Geschmackssinn beeinträchtigen, so dass Speisen anders oder weniger intensiv schmecken.
  • Schwierigkeiten beim Sprechen oder Schlucken: In schweren Fällen kann eine Schädigung des Nervus hypoglossus zu Schwierigkeiten beim Sprechen oder Schlucken führen.

Diagnose

Um die Ursache des Taubheitsgefühls der Zunge zu ermitteln, wird der Arzt eine gründliche Untersuchung durchführen. Dazu gehören:

  • Anamnese: Der Arzt wird den Patienten nach seinen Beschwerden, dem Zeitpunkt des Auftretens und möglichen Begleiterscheinungen fragen.
  • Klinische Untersuchung: Der Arzt wird die Zunge und die Mundhöhle untersuchen, um mögliche Verletzungen oder Entzündungen festzustellen. Er wird auch die Sensibilität und Beweglichkeit der Zunge testen.
  • Neurologische Untersuchung: Eine neurologische Untersuchung kann helfen, die Funktion der Nerven zu überprüfen und andere neurologische Ursachen auszuschließen.
  • Bildgebende Verfahren: In manchen Fällen können bildgebende Verfahren wie eine Magnetresonanztomographie (MRT) oder eine Computertomographie (CT) durchgeführt werden, um die Nerven und die umliegenden Strukturen genauer darzustellen.

Behandlungsmöglichkeiten

Die Behandlung eines Taubheitsgefühls der Zunge nach einer Submandibulektomie richtet sich nach der Ursache und dem Schweregrad der Beschwerden.

  • Konservative Therapie: In vielen Fällen ist eine konservative Therapie ausreichend. Diese umfasst:
    • Abwarten: Oftmals ist die Nervenschädigung nur vorübergehend und das Taubheitsgefühl verschwindet von selbst wieder.
    • Medikamente: Kortikosteroide können helfen, die Entzündung des Nervs zu reduzieren und die Heilung zu fördern. Vitamin-B-Präparate können die Nervenregeneration unterstützen.
    • Physiotherapie: Gesichtsbewegetraining kann helfen, die Funktion der Zungenmuskulatur zu verbessern und die Sensibilität der Zunge zu fördern.
  • Chirurgische Therapie: In seltenen Fällen kann eine Operation erforderlich sein, um den Nerv zu entlasten oder zu rekonstruieren. Dies ist jedoch nur dann sinnvoll, wenn die Nervenschädigung schwerwiegend ist und sich durch konservative Maßnahmen nicht bessert. Aber auch hier kann dem Bewegungsdefizit durch intensives Mimiktraining entgegengewirkt werden.
  • Alternative Therapien: Einige Patienten berichten von positiven Erfahrungen mit alternativen Therapien wie Akupunktur oder Neuraltherapie. Die Wirksamkeit dieser Therapien ist jedoch nicht wissenschaftlich belegt.

Prognose

Die Prognose eines Taubheitsgefühls der Zunge nach einer Submandibulektomie ist unterschiedlich. In vielen Fällen verschwindet das Taubheitsgefühl von selbst wieder, insbesondere wenn die Nervenschädigung nur leicht ist. In anderen Fällen kann das Taubheitsgefühl dauerhaft bestehen bleiben, auch wenn es sich im Laufe der Zeit verbessern kann. Eine frühzeitige Diagnose und Behandlung können die Chancen auf eine vollständige Genesung verbessern.

Prävention

Um das Risiko eines Taubheitsgefühls der Zunge nach einer Submandibulektomie zu minimieren, ist es wichtig, einen erfahrenen Chirurgen zu wählen, der mit den anatomischen Verhältnissen im Operationsgebiet bestens vertraut ist. Der Chirurg sollte die Nerven während der Operation sorgfältig schonen und Verletzungen vermeiden.

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Weitere Aspekte im Zusammenhang mit Kliniken und Behandlungen

Die Erfahrungen von Patienten mit Kliniken und Behandlungen sind sehr unterschiedlich, wie die bereitgestellten Informationen zeigen. Einige Patienten berichten von positiven Erfahrungen mit freundlichem und kompetentem Personal, reibungslosen Abläufen und erfolgreichen Operationen. So schildert ein Patient nach einer Mitralklappenrekonstruktion am offenen Herzen einen positiven Verlauf und sehr freundliches Personal in allen Bereichen. Ein anderer Patient lobt die Kompetenzen und die Freundlichkeit aller Mitarbeitenden und hebt hervor, dass er sich als Begleitung seiner Tochter jederzeit gut aufgehoben fühlte.

Es gibt aber auch Berichte über negative Erfahrungen, wie lange Wartezeiten, mangelnde Kommunikation, unfreundliches Personal und organisatorische Mängel. Ein Patient berichtet von unzumutbaren, stundenlangen Wartezeiten und bezeichnet seine Erfahrung als eine einzige Katastrophe. Ein anderer Patient schildert, dass er in der HNO-Notaufnahme vier Stunden warten musste und ihm erst dann mitgeteilt wurde, dass kein Arzt im Haus sei. Wieder andere berichten von Diskriminierung aufgrund des Alters oder des Versicherungsstatus.

Diese unterschiedlichen Erfahrungen zeigen, wie wichtig es ist, sich vor einer Behandlung oder Operation gründlich zu informieren und verschiedene Kliniken und Ärzte zu vergleichen. Auch die Kommunikation mit dem behandelnden Arzt und dem Pflegepersonal ist entscheidend für eine positive Erfahrung.

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